Die Wurzeln des modernen Terrorismus, seine Genese und Erscheinung als Phänomen des 20. Jahrhunderts sind eng mit der unmittelbaren Nachkriegszeit, den Strukturen des Kalten Krieges, der Entkolonialisierung und der Entwicklung moderner Massenmedien verbunden. Im Zusammenspiel von terroristischem Akt und einer wachsenden Zahl von Adressaten durch die Verbreitung von Massenmedien (v.a. Fernsehen) ist eine Internationalisierung des Terrorismus festzustellen. Der Erfolg aus Sicht der Terroristen bedingt sich nur zu einem Teil aus den ihnen zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln oder deren Glaube. Ein weitaus wichtigeres Element des Erfolgs wurde seit den 70er Jahren die Erlangung von Publizität. Der Terrorismus als Kommunikationsstrategie zielt auf die Aufmerksamkeit der Medien. Aber um die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu ziehen musste auch der Terrorismus selbst an einer medialen Gesellschaft anpassen. Diese Arbeit beschränkt sich nur auf den Einfluss der Massenmedien auf die Entwicklung des internationalen Terrorismus, sowie dessen Auswirkungen auf die Vorgehensweise und Struktur der modernen Terrororganisationen. Zuerst soll im Kapitel 2 der Begriff Terrorismus definiert werden. Im Kapitel 3 wird auf die Hauptmerkmale des Terrorismus, auf die verschieden Arten von Terrorismus, sowie auf das terroristische Kalkül eingegangen werden. Im Kapitel 4 soll die Beziehung zwischen Terrorismus und Massenmedien, sowie die daraus resultierende Interdependenz analysiert werden. Ferner soll im Kapitel 5 an Hand der wichtigsten terroristischen Ereignisse der Einfluss die Massenmedien - und dessen technischen Errungenschaften - auf die Entwicklung und Vorgehensweise des internationalen Terrorismus gezeigt werden. Im Kapitel 6 wird am Beispiel des Terrornetzwerks Al-Qaida, die Rolle der Medien für eine moderne Terrororganisation analysiert werden. Dabei wird insbesondere auf dessen Kommunikationsabteilung - auf die PR- und Kommunikationsstrategie - eingegangen werden. Im letzten Kapitel (Kapitel 7) wird ein Fazit, der die wichtigsten Punkte dieser Arbeit zusammenfast, gezogen. Auf die Bekämpfungsstrategien wird in dieser Arbeit nicht eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Terrorismus - eine Definition
3. Charakteristika terroristischer Gewalt
3.1 Das terroristische Kalkül
3.2 Arten von Terrorismus
4. Terrorismus und die Massenmedien
4.1 Die Symbiose zwischen Terrorismus und Medien
4.2 Die Instrumentalisierung der Medien
4.3 Das Internet als neues Kommunikationskanal
5. Die Medien und die Entwicklung des internationalen Terrorismus
5.1 Die Entwicklung des Terrorismus durch die Medien
5.2 Der Kampf um Aufmerksamkeit
6. Al-Qaida als Prototyp des modernen Terrornetzwerks
6.1 Struktur
6.2 Vorgehensweise/ Tätigkeiten
6.3 Ziele
6.4 Die PR- und Kommunikationsstrategie
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den engen wechselseitigen Einfluss zwischen Massenmedien und der Entwicklung des modernen internationalen Terrorismus. Dabei wird analysiert, wie terroristische Organisationen Medien gezielt als Kommunikationsstrategie nutzen, um Aufmerksamkeit zu generieren, Sympathisanten zu mobilisieren und ihre ideologischen Ziele zu verfolgen.
- Die symbiotische Beziehung zwischen Terrorismus und Massenmedien.
- Die Instrumentalisierung medialer Berichterstattung für terroristische Zwecke.
- Die Rolle des Internets als Propagandainstrument und Rekrutierungsplattform.
- Die mediale PR- und Kommunikationsstrategie am Beispiel von Al-Qaida.
- Die Entwicklung terroristischer Aktionen hin zu inszenierten Medienevents.
Auszug aus dem Buch
4.1 Die Symbiose zwischen Terrorismus und Medien
„Wer Hysterie verbreitet, hilft den Terroristen.“ Umgekehrt kann es aber auch heißen: Wer Terror verbreitet, hilft den Medien. Die Symbiose zwischen Terrorismus und Journalismus ist unumstritten. Hoffman beschreibt diese innere Beziehung wie folgt „...jeder von beiden ernährt den anderen und beutet ihn gleichzeitig für seine eigene Zwecke aus.“ Waldmann hingegen erklärt die Symbiose von Terrorismus und Journalismus damit, dass Massenmedien ein "Transmissionsriemen", also eine Art Sprachrohr für ihre terroristischen Forderungen darstellen. Weil Terroristen bei einer größtmöglichen Anzahl von Menschen einen psychologischen Effekt auslösen wollen, sind sie von den Journalisten abhängig. Umgekehrt gilt das Gebot, dass Journalisten terroristische Ereignisse - aufgrund der Negativqualität - schlicht nicht ignorieren können. Die Symbiose besteht darin: die Terroristen erhoffen sich eine größtmögliche Aufmerksamkeit um ihre Botschaft an einer größtmöglichen Publikum vermitteln zu können, und die Medien erhoffen sich größtmögliche Einschaltquoten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Genese des modernen Terrorismus in Verbindung mit der Entwicklung der Massenmedien und führt in die Fragestellung der Arbeit ein.
2. Terrorismus - eine Definition: Dieses Kapitel erörtert die Schwierigkeit einer eindeutigen Definition des Terrorismusbegriffs und führt verschiedene wissenschaftliche und staatliche Definitionsansätze an.
3. Charakteristika terroristischer Gewalt: Hier werden die wesentlichen Merkmale terroristischer Gewalt sowie das zugrunde liegende terroristische Kalkül und verschiedene Arten des Terrorismus detailliert erläutert.
4. Terrorismus und die Massenmedien: Dieses Kapitel analysiert die wechselseitige Abhängigkeit von Terroristen und Journalisten sowie die spezifische Rolle des Internets als neuer Kommunikationskanal.
5. Die Medien und die Entwicklung des internationalen Terrorismus: Anhand historischer Ereignisse wird aufgezeigt, wie Medienberichterstattung die Strategien und Vorgehensweisen des internationalen Terrorismus maßgeblich geprägt hat.
6. Al-Qaida als Prototyp des modernen Terrornetzwerks: Das Kapitel untersucht die Struktur, Ziele und insbesondere die PR- und Kommunikationsstrategie von Al-Qaida als beispielhaftes modernes Terrornetzwerk.
7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die untrennbare Verbindung zwischen Terrorismus und Mediensphäre zusammen.
Schlüsselwörter
Terrorismus, Massenmedien, Kommunikation, Al-Qaida, PR-Strategie, Propaganda, Symbiose, Medienevent, Internet, Terrornetzwerk, Psychologische Kriegführung, Aufmerksamkeit, Gewalt, Ideologie, Globalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie moderne Medien und Terrorismus in einer symbiotischen Beziehung stehen und wie diese Interdependenz die Entwicklung des Terrorismus im 20. und 21. Jahrhundert beeinflusst hat.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Definition von Terrorismus, die mediale Inszenierung von Gewalt, die Nutzung des Internets durch Terrororganisationen und die strategische Medienarbeit terroristischer Netzwerke.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Terroristen die Logik der Massenmedien für ihre Zwecke instrumentalisieren, um weltweit Aufmerksamkeit zu erzielen und ihre politische oder ideologische Botschaft zu verbreiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse sowie die Untersuchung historischer terroristischer Ereignisse und aktueller PR-Strategien von Terrororganisationen unter Einbeziehung vorhandener Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen terroristischer Gewalt, die mediale Symbiose, den Einfluss technischer Errungenschaften auf Terrorereignisse sowie die spezifische Kommunikationsstruktur von Al-Qaida.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Terrorismus, Massenmedien, Kommunikation, Propaganda, Al-Qaida und die mediale Inszenierung von Gewalt charakterisiert.
Warum wird Al-Qaida als "Prototyp" bezeichnet?
Al-Qaida wird als Prototyp gewählt, da das Netzwerk erstmals dezentrale, netzwerkartige Strukturen mit einer globalen, einheitlichen PR- und Kommunikationsstrategie in einem beispiellosen Ausmaß verbindet.
Welche Rolle spielt das Internet laut der Arbeit?
Das Internet fungiert als multifunktionales Werkzeug für Propaganda, Rekrutierung, Kommunikation und psychologische Kriegführung, das Terroristen eine kostengünstige und virale Verbreitung ihrer Inhalte ermöglicht.
Was ist mit dem "Kampf um Aufmerksamkeit" gemeint?
Der Begriff beschreibt den Zwang von Terroristen, durch immer spektakulärere und gewalttätigere Aktionen die Aufmerksamkeit der Medien zu gewinnen, da diese in einer medialen Gesellschaft die zentrale Währung für den Erfolg einer terroristischen Strategie darstellt.
- Citation du texte
- Dan-Adrian Curutiu (Auteur), 2006, Terror als globales Phänomen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130629