Unterrichtsprinzipien im Fremdsprachenunterricht an Gymnasien


Hausarbeit, 2009

20 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

1 Einführung in die Thematik

2 Unterrichtsprinzipien
2.1 „Motivierung“
2.1.1 Theoretische Grundlagen
2.1.2 Praktische Realisierung im Fremdsprachenunterricht
2.2 „Interdisziplinarität“ und „Schülerbezogenheit“
2.2.1 Theoretische Grundlagen
2.2.2 Praktische Realisierung im Fremdsprachenunterricht
2.3 „Elementarisierung“, „Erfolgsbestätigung“ und „Erfolgssicherung“
2.3.1 Theoretische Grundlagen
2.3.2 Praktische Realisierung im Fremdsprachenunterricht

3 Limiten der Unterrichtsprinzipien

4 Schlusswort

5 Literaturverzeichnis

6 Selbstständigkeitserklärung

1 Einführung in die Thematik

In der nun folgenden Hausarbeit werde ich mich mit den Prinzipien eines ausgewogenen und methodisch durchdachten Unterrichts beschäftigen. Betrachtet man die in diesem Kontext heran zu ziehenden „Unterrichtsprinzipien“, so stellt man fest, dass „Unterrichtsprinzipien“, ganz allgemein gesprochen, universell anwendbare Richtlinien darstellen, die in allen Schularten (naturwissenschaftlich-mathematischer Bereich, sprachlich-soziokultureller Bereich), sämtlichen Altersstufen (Primar- und Sekundarstufe) und allen Unterrichtsfächern (Hauptschule, Sonderschule, Gymnasium, u.a.) ihre Berechtigung finden und täglich, bewusst oder unbewusst, zum Einsatz kommen.[1] H.J. Apel bezeichnet sie aus diesem Grund recht treffend mit den Worten:

„Didaktische Prinzipien sind Grundsätze unterrichtlichen Handelns.“[2]

Innerhalb der Forschung trifft man auf zwei unterschiedliche Formulierung, welche jedoch bei näherer Betrachtung beide synonym verwendet werden können. So findet man beispielsweise im Sachregister der Monographie von Kretschmar/Stary „Schulpraktikum - Eine Orientierungshilfe zum Lernen und Lehren“ eine synonyme Verwendung der Begriffe „Unterrichtsprinzipien“ einerseits und „didaktischer Prinzipien“ andererseits.[3] Darüber hinaus gibt es eine weitere in der Forschung auftauchende Begrifflichkeit des „Unterrichtsgrundsatzes“, welche Hans Glöckel in seiner Monographie „Vom Unterricht“ in dieser Form anwendet.[4] Aufgrund der Vielzahl der in der Literatur thematisierten Unterrichtsprinzipien werde ich im Folgenden nur diejenigen Unterrichtsprinzipien heranziehen, die meiner Ansicht nach für einen Fremdsprachenunterricht besonders von Interesse sind. Dabei werde ich zunächst die theoretischen Grundlagen des herausgegriffenen Unterrichtsprinzips genauer darlegen, um dann im Anschluss dieses Prinzip in seinen Möglichkeiten hinsichtlich einer praktischen Umsetzung in einer fiktiven, in der Theorie konstruierten Unterrichtsstunde anzuwenden bzw. zu integrieren. Zum Abschluss meiner Ausführungen werde ich alle von mir aufgegriffen Unterrichtsprinzipien kurz reflektieren und deren Praktikabilität bzw. deren Limiten[5] im Fremdsprachenunterricht, Spanisch 3. Fremdsprache im gymnasialen Schulsystem der Bundesrepublik Deutschland (Baden-Württemberg), überdenken und darlegen.[6]

2 Unterrichtsprinzipien

2.1 „Motivierung“

2.1.1 Theoretische Grundlagen

Betrachtet man das Prinzip der Motivierung, so ist es notwendig, das Unterrichtsprinzip der Motivierung, welches zumeist vom Lehrer ausgeht, von der bei den Schülern hervorgerufenen Motivation zu unterscheiden. Motivierung heißt hierbei nicht bloß das Hervorrufen einer Motivation[7] (laut Glöckel: „Sammelbegriff für die Beweggründe menschlichen Handelns“), einer Interessenweckung beim Schüler, sondern gleichermaßen auch eine Berücksichtigung der Lern- und Leistungsbedürfnisse bei den Schülern selbst. Dabei sind im Besonderen all jene Bedürfnisse der Appetenz, also aller Bedürfnisse des Verlangens, und all jener der Aversion, also aller Bedürfnisse des Vermeidens, stets zu berücksichtigen und bei der Unterrichtsdurchführung mit einzubinden.[8]

Als Lehrperson versucht man in der pädagogischen Erziehungslehre[9] den Schüler, zunächst nur unter dem Aspekt der Motivierung betrachtet, von einer heteronomen zu einer autonomen Motivation zu geleiten, um dadurch in letzter Instanz das Niveau einer intrinsischen (sachorientierten) Motivation zu erlangen.[10] Die Bezeichnung „intrinsisch“ (sachorientiert) und „extrinsisch“ (personen- und belohnungsorientiert) sind zwei Begrifflichkeiten, die sich vor allem darin unterscheiden, dass ersterer durch geschickt ausgewählte Aufgaben zunächst die Neugier des Lernenden weckt und somit als Folge dessen ein intrinsischer (von innen her) Wunsch zur Bearbeitung und Lösung der vorliegenden Problemstellung beim Schüler selbst, aus eigenem Antrieb, ausgelöst wird. Die Bezeichnung „extrinsisch“ bezeichnet dem gegenüber ein Agieren, ausgehend von der Lehrkraft oder den Eltern, welche für den Schüler als normative Instanz handlungsleitend und natürlich handlungsbeurteilend vorstehen. In diesem Zusammenhang treten Aspekte wie die Vermeidung von Strafe, der Erhalt von Lob, das Erzielen besserer Noten in Klausuren u.a. in den Vordergrund. Da Lehrer in Ausübung ihrer Lehrtätigkeit Tag für Tag an der Persönlichkeitsentwicklung jedes einzelnen Schülers einen nicht unerheblichen Anteil haben, sollte die extrinsische Motivation mehr und mehr der intrinsischen weichen, da wir letztendlich eine möglichst große Autonomie bei den Schülern erreichen möchten.[11] Neben diesen bereits erwähnten Betrachtungsweisen ist an dieser Stelle auch der Aspekt der „Ganzheitlichkeit“ anzuführen. Dabei geht es im Grunde darum, die Vielfalt der menschlichen Motivbereiche zu berücksichtigen, welche den Menschen grundsätzlich als Ganzes sieht. In diesem Zusammenhang sind Aspekte wie Freude am eigenständigen Erstellen von Projekten, Bestätigung, Selbstwertgefühl, Sachinteresse und natürlich biologische Konzeptionen beteiligt. H.J. Serve spricht deswegen in seinen Ausführungen von einem „Unterrichtsprinzip der ganzheitlichen Motivierung“.[12] Eng verbunden mit dem Gesichtspunkt der intrinsischen Motivierung ist der Unterrichtsgrundsatz der „Handlungsorientierung“ an dieser Stelle an zu führen, da man sich heutzutage von einer bloßen Wissensaneignung seitens der Schüler mehr und mehr distanzieren möchte. Vielmehr versucht man, seinen Unterricht in einer Art und Weise zu gestalten, die den Schüler hin zu einer größtmöglichen Selbsttätigkeit „erzieht“. Gleichermaßen erlernt der Schüler in der direkten Zusammenarbeit mit seinen Mitschülern schwierige Problemstellungen systematisch anzugehen und diese mit größtmöglicher Effizienz zu lösen. Dadurch stärkt man im besonderen Maße die Selbstständigkeit des einzelnen Schülers für zukünftige Aufgaben, da jeder Lernende somit auf ein gewisses Handlungsrepertoire Rückgriff nehmen kann.[13]

Wie sollte nun die Motivierung durch den Lehrer im optimalen Fall aussehen?

Eines der wichtigsten, grundlegenden Kriterien zur Motivierung der Schüler ist zunächst einmal schlichtweg das Wecken von Interesse. Man sollte es schaffen einen Spannungsbogen zu initiieren, welcher die Neugier und die Aufmerksamkeitsfähigkeit über die ganze Stunde auf einem Niveau hält, welches es dem Lehrer ermöglicht, seinen Unterricht wie geplant durchzuführen. Etwaige Störungen durch Unaufmerksamkeit oder Unruhe bei den Schülern können es, je nach Situation, notwendig machen, zunächst einige Entspannungsübungen durch zu führen.[14]

[...]


[1] Schröder (2002), S.161.

[2] Apel (1992), S.33.

[3] Kretschmar/Stary: Schulpraktikum - Eine Orientierungshilfe zum Lernen und Lehren, Berlin 1998.

[4] Glöckel, Hans: Vom Unterricht, Bad Heilbrunn 2003, S.273f.

[5] Anmerkung: Beide Aspekte werden in den jeweiligen Kapiteln zuvor schon thematisiert und reflektiert. vgl. alle Kapitel „Praktische Realisierung im Fremdsprachenunterricht“

[6] Anmerkung: Allerdings möchte ich an dieser Stelle zu bedenken geben, dass grundsätzlich fast alle Unterrichtsprinzipien universell, in teils abgewandelter Form, in den verschiedenen Fachrichtungen eingesetzt werden können. (vgl. Schröder (2002), S.216)

[7] Glöckel (2003), S.297.

[8] Schröder (2002), S.161f.

[9] Glöckel (2003), S.310f.

[10] Köck (2008), S.340.

[11] Schröder (2002), S.163.

[12] Serve (1992), S.180.

[13] Köck (2008), S.188; Gudjon (2001).

[14] Beispielsweise bei einer geschriebenen/ zu schreibenden Klausur in der vorhergehenden/darauf folgenden Stunde.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsprinzipien im Fremdsprachenunterricht an Gymnasien
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
2
Autor
Jahr
2009
Seiten
20
Katalognummer
V130632
ISBN (eBook)
9783640393930
ISBN (Buch)
9783640394241
Dateigröße
479 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsprinzipien, Gymnasium, Spanischunterricht
Arbeit zitieren
Florian Fromm (Autor), 2009, Unterrichtsprinzipien im Fremdsprachenunterricht an Gymnasien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130632

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