Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Theologie - Biblische Theologie

Exegese von Mt 8,23-27 und Vergleich mit der Sturmstillungsperikope bei Markus

Titel: Exegese von Mt 8,23-27 und Vergleich mit der Sturmstillungsperikope bei Markus

Ausarbeitung , 2020 , 18 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Schlägt man das Neue Testament auf und fängt an zu lesen, stellt man fest, dass die Geschichte Jesu viermal in Folge erzählt wird. Dabei sind die ersten drei Evangelien sogar im Aufbau und Wortwahl oft ähnlich. Mit dieser Exegese soll versucht werden, diesem auf den Grund zu gehen. Da eine Untersuchung aller Evangelien den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen würde, wurde die Sturmstillungsperikope bei Matthäus als Untersuchungsgegenstand gewählt. Das Naturwunder in Mt 8,23-27 soll anhand von sechs Schritten untersucht werden. Die ersten vier Schritte beschäftigen sich mit der Perikope. Das soll ein besseres Verständnis für den Text geben und auf dieser Grundlage wird der Matthäustext mit dem von Markus verglichen. Welche Veränderungen führt Matthäus durch? Warum verändert er den Text auf diese Weise? Welche Motive bewegen ihn zu dieser Veränderung? Auf diese Fragen soll eine Antwort gefunden werden.

Die Bibel ist wohl das bekannteste Buch der Welt bzw. die bekannteste Büchersammlung. Denn sie besteht aus vielen einzelnen Büchern, die über eine lange Zeit angesammelt wurden. Und doch wird sie nur selten gelesen. Zu abstrakt wirken die vielen Erzählungen über Wunder, Schöpfung und Gottes Handeln in der Geschichte. Es scheint nicht mit dem heutigen Verständnis übereinzustimmen, das uns die Naturwissenschaft gelehrt hat. Diese kann heute fast alle Phänomene erklären, die früher als Zeichen Gottes gedeutet wurden. Gott verschwindet zunehmend aus unserem Leben und stattdessen tritt die Wissenschaft an seine Stelle. Nicht Gott und seine Wunder führen und schützen die Menschheit, sondern wissenschaftlicher Fortschritt und Technologie. Max Weber nannte diese Veränderung die „Entzauberung der Welt“. Deswegen scheint die Bibel ein Buch zu sein, dessen Ansichten und Geschichten, lange überholt sind. Vor allem die Wundergeschichten helfen nicht dabei, diese Ansicht zu ändern. Wunder gibt es in der heutigen Welt kaum noch. Jedenfalls glauben nur die wenigsten daran. Und doch ist Gott, nach all den Jahren, nicht aus dem Alltag verschwunden. Der stetige Fortschritt ist beängstigend und gerade das treibt die Menschen zurück in die Kirche. Auch die Sehnsucht der Menschen nach Wundern ist geblieben, um den alltäglichen Kummer und die Sorgen zu vergessen. Und wenn man sich dann zur Bibellektüre überwindet, fällt zunächst etwas auf.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

2.1 Textabgrenzung

2.2 Übersetzungsvergleich

2.3 Gliederung der Perikope

2.4 Kompositionsanalyse

2.5 Synoptischer Vergleich (Mt-Mk)

2.6 Redaktionskritik

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit widmet sich der exegetischen Analyse der Sturmstillungsperikope in Matthäus 8,23-27. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen redaktionellen Veränderungen des Evangelisten Matthäus im Vergleich zur Markusvorlage zu untersuchen und die dahinterstehenden theologischen Motive, insbesondere das Thema der Nachfolge und den Umgang mit Kleinglauben, zu ergründen.

  • Vergleichende Analyse verschiedener Bibelübersetzungen (MNT, EÜ 2016, Gerhard Maier)
  • Strukturelle Gliederung der Perikope in Erzählphasen
  • Redaktionsgeschichtliche Einordnung der matthäischen Bearbeitung
  • Untersuchung der Relevanz aktueller Bedrohungssituationen für die damalige Gemeinde

Auszug aus dem Buch

2.4 Kompositionsanalyse

Die Analyse der Komposition untersucht die Perikope auf ihre sprachliche Struktur. Die vorherige Gliederung soll nochmal genauer analysiert werden. Dies soll das Verständnis des antiken Textes erleichtern.

Die Perikope beginnt mit Vers 23. Hier fällt auf, dass Jesus nicht namentlich genannt wird, sondern nur indirekt durch das Personalpronomen „er“, im Gegensatz zu den Jüngern. Dies wird auch in Vers 24 fortgesetzt, wo es heißt: „er aber schlief.“ (V. 24). Es stellt den Fokus auf die Jünger und gleichzeitig deutet es die Abwesenheit Jesus an. Jesus ist der erste, der in das Boot steigt. Dies zeigt „die Vorrangstellung des Meisters vor den Jüngern […]“12. Des Weiteren fällt auf, dass der Beginn des Sturmes (V. 24) ausführlicher beschrieben wird als das Ende (V. 26). Am Anfang der Erzählung soll also die Größe der Bedrohung im Vordergrund stehen und am Ende der Erzählung die Größe Jesus. Bemerkenswert ist zudem, dass das Wort „Sturm“ (V. 24) nur einmal in der Perikope genannt wird. In den späteren Versen wird für Sturm der Merismus „Winde und See“ (Vgl.: V. 26/27) verwendet. Es fügt der Erzählung eine gewisse Dramatik hinzu und soll die Heftigkeit des Sturmes verdeutlichen bzw. die Geschichte bildhafter erscheinen lassen. Sturm, Wasser, Wellen und Winde stehen bildhaft für das bedrängte Gottesvolk13 und die „Macht des Todes“14. „Er aber schlief.“ (V. 24) zeigt, dass Jesus „völlig unbeeindruckt“ 15von der Situation ist. Dieser Gegensatz (Reaktion Jünger-Reaktion Jesus) lässt zu dem Schluss kommen, dass die Jünger stellvertretend für christliche Gemeinde stehen, die in Bedrängnis geraten. Passend hierzu schrieb Ulrich Luz: „Das Boot wurde von der alten Kirche bis heute auf das „Schifflein der Kirche“ gedeutet.“16.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die abnehmende Bedeutung der Wundererzählungen in einer durch Naturwissenschaften geprägten Welt und stellt das Ziel der vorliegenden Exegese von Mt 8,23-27 vor.

Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Textanalyse, beginnend bei der Abgrenzung bis hin zur redaktionskritischen Bewertung der matthäischen Besonderheiten gegenüber der Markusvorlage.

2.1 Textabgrenzung: Dieses Kapitel prüft, inwiefern die Verse 23-27 eine in sich geschlossene Einheit mit klaren Übergängen zum vorangehenden und nachfolgenden Text bilden.

2.2 Übersetzungsvergleich: Hier werden semantische Unterschiede in drei verschiedenen Bibelübersetzungen analysiert und deren Auswirkungen auf das Textverständnis diskutiert.

2.3 Gliederung der Perikope: Die Erzählung wird anhand ihrer inhaltlichen Schwerpunkte in vier Phasen unterteilt, um die narrative Struktur offenzulegen.

2.4 Kompositionsanalyse: Dieser Abschnitt untersucht die sprachliche Struktur, den Fokus auf die Jünger sowie die bildhafte Verwendung von Naturmetaphern zur Verdeutlichung der theologischen Botschaft.

2.5 Synoptischer Vergleich (Mt-Mk): Der Vergleich konzentriert sich auf die Gemeinsamkeiten und bewusst gesetzten Unterschiede zwischen Matthäus und Markus, um die Bearbeitungstendenz des Matthäus aufzuzeigen.

2.6 Redaktionskritik: Abschließend werden die Gründe für die matthäischen Veränderungen im Hinblick auf die Situation der damaligen Gemeinde des Evangelisten bewertet.

Fazit: Das Fazit führt die wichtigsten Ergebnisse zusammen und verdeutlicht die bleibende Aktualität der Warnung vor Kleinglauben und der Aufforderung zur Nachfolge.

Schlüsselwörter

Matthäus-Evangelium, Sturmstillung, Kleinglaube, Nachfolge, Exegese, Perikope, Redaktionskritik, synoptischer Vergleich, Wundererzählung, Jüngerkreis, Gemeindebedrängnis, Gottesherrschaft, Markusvorlage, Jesus, Bibelauslegung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Es handelt sich um eine exegetische Untersuchung der neutestamentlichen Perikope der Sturmstillung (Mt 8,23-27), bei der analysiert wird, wie der Evangelist Matthäus das Geschehen theologisch und redaktionell akzentuiert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Nachfolge Jesu unter schwierigen Bedingungen, das Problem des Kleinglaubens und die Funktion von Wundererzählungen zur Stärkung der Christengemeinde.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, warum und in welcher Form Matthäus seine Vorlage (Markus) sprachlich und inhaltlich verändert hat, um die Leser zu einem tieferen Verständnis der Nachfolge zu führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die klassische exegetische Methode, bestehend aus Textabgrenzung, Übersetzungsvergleich, Kompositionsanalyse, synoptischem Vergleich sowie einer ausführlichen Redaktionskritik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil detailliert die Struktur der Perikope, analysiert die semantischen Nuancen verschiedener Bibelübersetzungen und stellt die matthäische Fassung strukturell und inhaltlich dem Markustext gegenüber.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über die Begriffe Matthäus-Evangelium, Kleinglaube, Nachfolge, Redaktionskritik und Perikopenanalyse definieren.

Warum betont Matthäus den "Kleinglauben" stärker als andere Evangelien?

Matthäus sieht den Kleinglauben als ein zentrales Problem seiner von Bedrängnis geprägten Gemeinde; er möchte die Gläubigen dazu ermutigen, Jesus auch in Krisenzeiten voll zu vertrauen.

Welche Rolle spielt der Vergleich mit dem Markusevangelium?

Der Vergleich dient dazu, die spezifischen Theologie des Matthäus sichtbar zu machen, da durch die Modifikationen – etwa das Verschieben der Frage an die Jünger – die Aussageabsicht des Evangelisten prägnant hervortritt.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Exegese von Mt 8,23-27 und Vergleich mit der Sturmstillungsperikope bei Markus
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
18
Katalognummer
V1306760
ISBN (PDF)
9783346782175
ISBN (Buch)
9783346782182
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exegese Religion Matthäusevangelium Sturmstillung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Exegese von Mt 8,23-27 und Vergleich mit der Sturmstillungsperikope bei Markus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1306760
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  18  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum