In dieser Hausarbeit sollen zunächst einige relevante Schlüsselbegriffe von Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit erläutert werden. Es sollen die beiden grundlegenden Grundmuster der Qualitätsentwicklung - Verfahrensstandardisierung und reflexive Verfahren - erklärt sowie die prägnantesten Unterschiede zwischen ihnen dargelegt werden. Daraus ergibt sich der Kern der vorliegenden Arbeit – wie sichert Schulsozialarbeit ihre „gute Arbeit“? Anhand drei ausgewählter Aspekte zweier Konzepte soll analysiert und diskutiert werden. Es kommen Herangehensweisen und Methodiken sowie Stärken und Schwächen der Standards in der Stadt Freiburg und im Landkreis Potsdam-Mittelmark zu Sprache.
Wenn man sich der Thematik Qualitätsstandards nähert, sei es bei Objekten oder Prozessen, muss man sich zunächst der Bedeutung des Terminus Qualität bewusst werden „Qualitas“ ist lateinisch und bedeutet „Beschaffenheit“. Es stellt daher zunächst eine wertneutrale Beschreibung eines Gegenstandes oder eines Vorganges dar. Ob der rein semantische Gehalt der Begriffserklärung ausreicht, wird sich folglich noch zeigen.
Über einen längeren Zeitraum hinweg mussten soziale Organisationen ihre Arbeit nicht beurteilen oder ihre Effektivität nachweisen. Etwa seit den 1990er Jahren (u.a. durch die Einführung des New Public Managements, zu Deutsch: Öffentliche Reformverwaltung) werden die Frage der Wirksamkeit und Qualität immer wesentlicher. Diesbezüglich wird von «Wirkungsorientierung» und «Qualitätsorientierung» gesprochen. Mittlerweile müssen viele soziale Organisationen die Qualität ihres Tuns und die Wirksamkeit der Leistungen nach außen legitimieren. Die Ansprüche sind deutlich gestiegen.
Zeitgleich verstärkt sich der Verteilungskampf um die staatlichen finanziellen Mittel. Organisationen, die Unterstützung des Staates angewiesen sind, gelangen unter Druck. Es werden Nachweise über effiziente Nutzung der finanziellen Ressourcen verlangt. Es scheint unumgänglich Konzepte und Instrumenten zu installieren, welche es ihnen ermöglichen, die erwarteten Nachweise „zu liefern“.
Inhalt
1 Einleitung
2 Instrumente und Methoden von Qualitätssicherung
2. 1 Erläuterung von Schlüsselbegriffen
2. 1. 1 Qualität in der Sozialen Arbeit
2. 1. 2 Qualitätsstandards
2. 1. 3 Qualitätshandbuch
2. 2 Methoden der Qualitätssicherung
2. 2. 1 Qualitätssicherung
2. 2. 2 Qualitätsmanagement
2. 2. 3 Verfahrensstandardisierung
2. 2. 2 Reflexive Verfahren
3 Darstellung, Analyse, Reflexion
4 Kritische Diskussion
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Qualität in der Schulsozialarbeit gesichert und legitimiert werden kann, wobei die zentrale Forschungsfrage darauf abzielt, wie Schulsozialarbeit ihre „gute Arbeit“ durch den Einsatz methodischer Ansätze – namentlich Verfahrensstandardisierung und reflexive Verfahren – absichern kann.
- Dimensionen von Qualität in der Sozialen Arbeit
- Gegenüberstellung von Verfahrensstandardisierung und reflexiven Verfahren
- Analyse und Vergleich der Qualitätskonzepte der Stadt Freiburg und des Landkreises Potsdam-Mittelmark
- Bedeutung der strukturellen und inhaltlichen Ausgestaltung von Qualität in der Schulpraxis
- Rolle der Personal- und Methodenkompetenz bei der Qualitätssicherung
Auszug aus dem Buch
3 Darstellung, Analyse, Reflexion
Es soll im Folgenden überprüft werden, ob die Umsetzung der theoretischen Grundlagen in der Realität erfolgen kann. Dieser Versuch wird am Beispiel zweier Qualitätsstandardkonzepte zur Schulsozialarbeit unternommen – einmal in der Stadt Freiburg und einmal im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Die Freiburger Qualitätsstandards (nachfolgend abgekürzt als FQS) gelten als Beispiel guter Praxis, worauf sich etliche weitere öffentliche sowie freie Träger stützen und dies als Grundlage für ihre eigenen Konzepte nutzen. Dem gegenüber werden die Standards des oben genannten Landkreises (nachfolgend abgekürzt als QSPM) gestellt, da dieser eine andere methodische Umsetzung vornimmt.
Im Detail werden drei Gebiete gegenübergestellt: 1. die Zusammenarbeit mit Lehrern, 2. der Erwerb von Sozialkompetenzen sowie 3. die Dokumentation und Berichtswesen. In Punkt 1 geht es um eine gemeinsame und abgestimmte Gestaltung von Erziehungs- und Bildungsarbeit, um Zusammenführung schulischer und sozialpädagogischer Sichtweisen, um eine Stärkung flexiblen pädagogischen Handelns und darum, wie Lehrer in Konfliktsituationen entlastet werden können. Bei weiten ist Schulsozialarbeit nicht an allen Standorten im Bundesgebiet etabliert, angenommen bzw. überhaupt greifbar für schulisches Personal. Daher wird dieser Standard als wichtig erachtet, dass er transparent in Rahmenkonzepten von Schulsoziarbeit verankert ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Relevanz von Qualitätsanforderungen in der Sozialen Arbeit durch den Druck des New Public Managements und definiert den thematischen Rahmen der Schulsozialarbeit.
2 Instrumente und Methoden von Qualitätssicherung: Dieses Kapitel erläutert theoretische Schlüsselbegriffe, differenziert zwischen Verfahrensstandardisierung und reflexiven Verfahren und stellt deren jeweilige Eignung für sozialpädagogisches Handeln dar.
3 Darstellung, Analyse, Reflexion: Hier erfolgt eine konkrete Gegenüberstellung und Analyse der Qualitätskonzepte der Stadt Freiburg und des Landkreises Potsdam-Mittelmark anhand von drei ausgewählten Gebieten.
4 Kritische Diskussion: Die Diskussion reflektiert die Stärken und Schwächen der analysierten Konzepte sowie die grundlegenden Herausforderungen bei der Implementierung von Qualitätsmodellen in einem dynamischen Arbeitsfeld.
5 Fazit: Das Fazit zieht ein Resümee über die Ergebnisse, betont die Unumgänglichkeit von Personalqualität und individuellem pädagogischem Handeln und unterstreicht die Notwendigkeit flexibler, dynamischer Qualitätsrahmen.
Schlüsselwörter
Qualitätssicherung, Soziale Arbeit, Schulsozialarbeit, Qualitätsmanagement, Qualitätsstandards, Verfahrensstandardisierung, reflexive Verfahren, Wirkungsorientierung, Professionalität, Methodenkompetenz, Evaluation, Sozialkompetenz, Bildungsarbeit, Dokumentation, pädagogisches Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Herausforderungen und Methoden der Qualitätssicherung im spezifischen Handlungsfeld der Schulsozialarbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Qualitätsbegriffs, Methoden der Qualitätssicherung, die Implementierung von Standards sowie die Analyse und Diskussion konkreter Konzepte aus der Praxis.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie Schulsozialarbeit ihre Arbeit durch den Einsatz spezifischer Konzepte (Verfahrensstandardisierung und reflexive Verfahren) sichern und legitimieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse und einen vergleichenden Diskurs, basierend auf einer literaturgestützten Untersuchung sowie dem kontrastierenden Vergleich zweier Praxisbeispiele (Freiburg und Potsdam-Mittelmark).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Instrumente zur Qualitätssicherung und eine darauffolgende komparative Analyse von Qualitätskonzepten im Bereich der Schulsozialarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Qualitätssicherung, Schulsozialarbeit, Verfahrensstandardisierung, reflexive Verfahren und Professionalität charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Stadt Freiburg im Ansatz vom Landkreis Potsdam-Mittelmark?
Die Stadt Freiburg bietet neben Zielen auch konkrete Vorgehensweisen und einen Methodenkatalog, während der Landkreis Potsdam-Mittelmark stärker auf eine Zielformulierung setzt, die gleichzeitig als Evaluationsinstrument dient.
Warum spielt die Personalqualität eine so große Rolle?
Weil Theorie und Konzepte allein die Vielschichtigkeit der pädagogischen Arbeit nicht abbilden können; daher ist das professionelle, situationsadäquate Handeln der Fachkräfte entscheidend für die tatsächliche Qualität der Leistung.
- Quote paper
- Franziska Barthel (Author), 2022, Qualität als Herausforderung in der Sozialen Arbeit. Diskussion ausgewählter methodischer Zugänge zur Qualität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1307414