Der geochemische Sauerstoffzyklus wird mit Hilfe des Isotopieeffektes der Sauerstoffisotopen 16 und 18 im biologischen System untersucht.
Dabei war es erforderlich, eine Anlage zu entwickeln die über längere Zeiträume hinweg stationäre Verhältnisse von biologischen Systemen gewährleistet.
Am Sauerstoffzyklus sind die beiden Prozesse Photosynthese als Sauerstoffquelle und die Respiration als Sauerstoffsenke beteiligt.
Im vorliegenden Falle wird die Respiration herangezogen.
Der überwiegende Anteil, 70% bis 80%, des respiratorisch aufgenommenen Sauerstoffs entfällt auf Mikroorganismen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
21 Bakterien: Bau und Kultur
211 Bakterien
212 Kultur
22 Beschreibung des Bakterienwachstums: Parameter und Wachstumsphasen
221 Wachstumsparameter
222 Wachstumsphasen in statischer Kultur
23 Stationäre Kultur
231 Turbidostat
232 Chemostat
3 Grundlagen des Gleichgewichtszustandes
31 Voraussetzungen
311 Bakteriendichte
312 Konzentration der Mangelsubstanz und des Sauerstoffs
32 Grundgleichungen
4 Sauerstoffverhalten: Ableitung und Diskussion
41 Ableitung
42 Kurvendiskussion
421 Nullstellen
422 Schnittpunkt mit der Ordinatenachse
423 Steigungen
424 Extrema
425 Wendepunkt
43 Spezifische Atmung
5 Produktion und Wirkungsgrad
51 Produktionsrate
52 Ertragskoeffizienten und Wirkungsgrad
53 Vergleich zwischen stationärer und statischer Kultur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der mathematischen und experimentellen Beschreibung des Bakterienwachstums unter stationären Bedingungen, um das Sauerstoffverhalten und die Produktionseffizienz in mikrobiologischen Systemen zu optimieren.
- Vergleich zwischen statischen Kulturen und stationären Kulturverfahren (Chemostat/Turbidostat).
- Mathematische Modellierung des Bakterienwachstums und der Nährstoffkonzentrationen.
- Analyse des Sauerstoffverbrauchs und der spezifischen Atmungsraten unter variierenden Parametern.
- Optimierung der Produktionsraten und Bewertung des Wirkungsgrades von Bakterienkulturen.
Auszug aus dem Buch
2 1 1 Bakterien
Bakterien sind einzellige Kleinstlebewesen. Sie können die Form einer Kugel (Coccus), eines kleinen (Bazillus) oder größeren geraden (Bacterium), eines kommaförmig (Vibrio) oder schraubenförmig gekrümmten (Spirillus) Stäbchens haben. Außerdem können sie zu Paaren, Ketten, Platten oder Paketen miteinander verbunden sein. Sie sind Procaryonten, d. h. sie besitzen zwischen Zellkern und Plasma des Zelleibes keine Kernmembran. Die Kernregion erscheint als feinfädiges Netzwerk. Die Zellwand der Bakterien ist dünn und elastisch. Der prall gefüllte Protoplast verleiht der Zelle eine gewisse Starre.
Bakterien sind im Lichtmikroskop (Auflösungsvermögen ca. 0,0002 mm) darstellbar und kommen als zahlreichsten aller Lebewesen in der Luft, im Wasser, im Boden und im engen Kontakt mit Mensch, Tier und Pflanze vor. Sie ermöglichen den Kreislauf zwischen organischer und anorganischer Materie. Ohne Bakterien ist das Leben von Pflanzen und Tieren nicht möglich. Nur einige Prozent aller bekannten Bakterienarten sind pathogen. Die meisten Bakterien sind fakultativ heterotroph, sie benötigen anorganische und bestimmte organische Verbindungen, und fakultativ anaerob, sie wachsen in Gegenwart oder Abwesenheit von Sauerstoff.
Wachsende Bakterien eignen sich hervorragend für das Studium von Stoffwechselfunktionen. Sie können sich sehr schnell vermehren. Das geschieht bei fast allen Bakterien durch Zweiteilung. Ihre Vermehrung entspricht also einer geometrischen Progression 2^0 -> 2^1 -> 2^2 -> 2^3 ... -> 2^n. Die Zweiteilung wird auch binäre Spaltung genannt. Deshalb nennt man die Bakterien auch Spaltpilze oder Schizomyceten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Untersuchungsziels, die stationären Verhältnisse biologischer Systeme (Chemostat) mathematisch zu beschreiben.
2 Grundlagen: Einführung in die Biologie von Bakterien sowie die Parameter des Wachstums in statischen und stationären Kulturen.
3 Grundlagen des Gleichgewichtszustandes: Herleitung der mathematischen Grundgleichungen für Bakteriendichte, Nährstoffkonzentration und Durchflussraten.
4 Sauerstoffverhalten: Ableitung und Diskussion: Detaillierte mathematische Analyse der Sauerstoffkonzentration und deren Verhalten unter Variation verschiedener Versuchsbedingungen.
5 Produktion und Wirkungsgrad: Bewertung der Effizienz, Produktionsraten und Vergleich von stationären Kulturen gegenüber klassischen statischen Verfahren.
Schlüsselwörter
Bakterienwachstum, Stationäre Kultur, Chemostat, Turbidostat, Sauerstoffverbrauch, Stoffwechsel, Produktionsrate, Ertragskoeffizient, Wachstumsphasen, Mathematische Modellierung, Spezifische Atmung, Bakteriendichte, Nährstoffkonzentration, Gleichgewichtszustand, Mikrobiologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Verhalten von Bakterienkulturen unter stationären Bedingungen, insbesondere im Hinblick auf den Sauerstoffumsatz und die Optimierung der Produktionsrate.
Welche Kultursysteme werden untersucht?
Es werden vor allem der Chemostat und der Turbidostat betrachtet, um eine kontinuierliche Versorgung und gleichbleibende Wachstumsbedingungen zu gewährleisten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die mathematische und experimentelle Beschreibung des Verhaltens von Bakterien in stationären Kulturen, um die Effizienz der Produktion zu maximieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär genutzt?
Es wird eine analytische mathematische Modellierung verwendet, bei der Differentialgleichungen für Wachstumsraten, Nährstoffverbrauch und Sauerstoffkonzentration aufgestellt und diskutiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Grundgleichungen, die detaillierte Kurvendiskussion des Sauerstoffverhaltens und die Berechnung der Produktionsleistung.
Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Bakterienwachstum, Chemostat, Sauerstoffverbrauch, Produktionsrate und mathematische Modellierung.
Was unterscheidet den Chemostaten vom Turbidostaten?
Der Chemostat reguliert das Wachstum über die Zufuhr einer begrenzenden Nährstoffkonzentration, während der Turbidostat die Bakteriendichte bzw. Trübung durch Photometrie konstant hält.
Wie beeinflusst die Verdünnungsrate die Bakteriendichte?
Die Verdünnungsrate D bestimmt, wie schnell Bakterien aus dem System ausgewaschen werden; im Gleichgewichtszustand ist sie ein entscheidender Faktor für die stationäre Konzentration der Mikroorganismen.
- Quote paper
- Friedhelm Thorn (Author), 1973, Beschreibung stationärer Bakterienkulturen unter besonderer Berücksichtigung der Respiration, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130744