Friedrich Schiller setzt sich bereits im Jahr 1782/83 mit der historischen Figur der schottischen Königin Maria Stuart auseinander. Zu einer literarischen Realisierung kommt es jedoch erst im Jahr 1799, nachdem er zuvor den „Wallenstein“ abgeschlossen hat. In seinem Drama behandelt Schiller ausschließlich die letzten Lebenstage der Maria Stuart und ihre Hinrichtung.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der formalen Analyse von Schillers Drama. Dabei stützt sich die Untersuchung vorrangig auf den Dramentext als solches.
Die Ebenen der Transformation und der Aufführung, sind für das Gesamtverständnis eines Dramas von hoher Bedeutung, da sich die textliche Grundlage des Dramas erst in der Bühnenaufführung endgültig realisiert, sollen aber dennoch an dieser Stelle ausgespart werden.
Zunächst wird der Aufbau der Handlung untersucht. Hierbei werden Fragen zu Strukturmerkmalen und Form des Dramas beantwortet.
Nachfolgend werden das Setting und die Figurenrede, Augenmerk liegt hierbei vorrangig auf den Sprachformen des Mono- und Dialogs, der Stichomythie sowie der Zeilenrede, untersucht. Im Anschluss wird im Rahmen der Analyse das zentrale Merkmal der Regieanweisungen (Paratexte) dargelegt. Alle analytischen Untersuchungen werden mit konkreten Beispielen unterlegt und veranschaulicht.
Ziel und zugleich Hauptaugenmerk der Dramenanalyse ist es, einen ersten Einblick in die Struktur von Schillers Drama zu geben. Weitreichende, detaillierte Beschreibungen inhaltlicher sowie formaler Art, kann und soll diese Arbeit nicht leisten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse
2.1 Aufbau der Handlung
2.2 Ort und Zeit
2.3 Figurenrede
2.4 Regieanweisungen
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine formale Dramenanalyse von Friedrich Schillers „Maria Stuart“ durchzuführen. Dabei liegt der Fokus primär auf der Untersuchung des Dramentextes selbst, um Strukturmerkmale, sprachliche Ausprägungen und paratextuelle Elemente wie Regieanweisungen zu beleuchten.
- Struktureller Aufbau der Handlung nach dem Fünftaktschema
- Untersuchung der Einheit von Ort und Zeit
- Analyse der Figurenrede (Mono- und Dialog, Stichomythie, Zeilenrede)
- Bedeutung und Funktion von Regieanweisungen (Paratexten)
Auszug aus dem Buch
2.3 Figurenrede
In diesem Kapitel soll auf die Kommunikationsform von Schillers Theaterstück eingegangen werden. Im Blickpunkt steht hierbei die Figurenrede mit ihren Ausprägungen des Mono- und Dialogs sowie der Sonderformen des Rededuells und der Zeilenrede. Das Drama „lebt“ von den sprachlichen Interaktionen zwischen den handelnden Figuren. Durch die Form des Monologs (eine Person spricht) sowie des Dialogs (eine Gegenrede zwischen mindestens zwei Charakteren) werden Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen der Figuren direkt, ohne Erzählerinstanz, dem Publikum vermittelt. Das hat eine starke Einbeziehung und Realitätsnähe seitens der Zuschauer zur Folge. Das gesprochene Wort der handelnden Charaktere wird auch als Haupttext bezeichnet. Die vorherrschende Form in Schillers Stück ist der Dialog. Es finden sich zum Beispiel Dialoge zwischen Maria und ihrer Amme sowie ihren Wächtern oder Wechselreden zwischen Elisabeth und ihrem Gefolge. Darüber hinaus gibt es aber auch Monologe, wie beispielsweise im Zehnten Auftritt des Dramas, der Elisabeths Zerrissenheit zwischen Machtanspruch, Gefälligkeit gegenüber ihrem Volk und der entgültigen Entscheidung über das Schicksal Marias beinhaltet „[...] Wann soll ich frei auf diesem Throne stehn! [...] Umgeben rings von Feinden, hält mich nur Die Volksgunst [...] Ein wehrlos Weib! [...] Nein, diese Furcht soll endigen! Ihr Haupt soll fallen [...].“ Im Rahmen der Figurenrede stellen das Rededuell, auch Stichomythie genannt und die Zeilenrede zwei Sonderformen dar. Das Rededuell beschreibt eine schnelle Wechselrede zwischen den Figuren. In dieser Art der Dialoggestaltung werden die Verse für einige Textabschnitte streng abwechselnd auf die jeweiligen sprechenden
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über den Entstehungskontext des Dramas und definiert den Fokus der formalen Analyse auf den Primärtext unter Aussparung von Aufführungsaspekten.
2. Analyse: Dieses Hauptkapitel untersucht die dramaturgische Struktur, die Einhaltung der aristotelischen Einheiten, die kommunikativen Mittel der Figurenrede sowie die Funktion der Paratexte.
2.1 Aufbau der Handlung: Hier wird der Aufbau des Werks anhand von Gustav Freytags Fünftaktschema detailliert analysiert und die Handlungsentwicklung von der Exposition bis zur Katastrophe nachgezeichnet.
2.2 Ort und Zeit: Dieser Abschnitt erörtert die Anwendung der Drei Einheiten auf Schillers Drama, wobei insbesondere die zeitliche Kompression und die Wahl der Handlungsorte thematisiert werden.
2.3 Figurenrede: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Sprachformen im Drama, von Dialogen und Monologen bis hin zu rhetorischen Sonderformen wie dem Rededuell und der Antilabe.
2.4 Regieanweisungen: Es wird die Bedeutung von Regieanweisungen als Paratexte erläutert, die dem Leser zum besseren Textverständnis und zur Unterstützung der Imagination dienen.
3. Fazit: Das Fazit resümiert die durchgeführte Analyse und stellt fest, dass die Arbeit einen ersten fundierten Einblick in die Struktur von Schillers Drama ermöglicht hat.
Schlüsselwörter
Friedrich Schiller, Maria Stuart, Dramenanalyse, geschlossene Form, Fünftaktschema, Einheiten, Figurenrede, Dialog, Monolog, Stichomythie, Regieanweisungen, Paratexte, Handlung, Theaterwissenschaft, Literaturanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich einer formalen Analyse des Dramas „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen der strukturelle Aufbau der Handlung, die dramatische Zeit- und Ortsgestaltung, verschiedene Formen der Figurenrede sowie die Funktion der Regieanweisungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, einen ersten, fundierten Einblick in die formale Struktur des Dramas zu geben, ohne dabei in zu detaillierte inhaltliche oder formale Erschöpfungen zu gehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf der Methode der Dramenanalyse, wobei der Fokus primär auf dem vorliegenden Dramentext als Grundlage dient.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Handlungsaufbaus, der zeitlichen und räumlichen Dimensionen, der Kommunikationsformen (Figurenrede) und der textuellen Nebenebenen (Paratexte).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Analyse?
Wichtige Begriffe sind Dramenanalyse, Fünftaktschema, Figurenrede, Dialog, Monolog, Stichomythie, Paratexte und Regieanweisungen.
Inwieweit folgt Schiller in „Maria Stuart“ klassischen Regeln?
Schiller nutzt die geschlossene Form und orientiert sich am Fünftaktschema sowie an den klassischen Einheiten von Ort und Zeit, wobei er letztere zur Verdichtung der dramatischen Spannung einsetzt.
Warum sind Regieanweisungen für das Verständnis des Dramas so wichtig?
Da der Leser beim bloßen Lesen des Textes die Bühneninszenierung nicht sieht, dienen Regieanweisungen als wichtige Hilfsmittel, um sich das Geschehen, das Auftreten der Figuren und die szenischen Zusammenhänge vorstellen zu können.
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- Magister Artium Yvonne Holz (Author), 2005, Eine Dramenanalyse von Friedrich Schillers "Maria Stuart", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130786