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Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz. Beteiligung von Herkunftsfamilien bei Inobhutnahme von Kindern in Pflegefamilien

Title: Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz. Beteiligung von Herkunftsfamilien bei Inobhutnahme von Kindern in Pflegefamilien

Bachelor Thesis , 2022 , 106 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sebastian Koch (Author)

Social Studies (General)
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) und untersucht bestehende Strukturen sowie Hilfen. Es erfolgt eine Darstellung, welche Hilfsangebote im Kyffhäuserkreis aktuell vorliegen und welche neuen Regelungen des KJSG Einfluss darauf nehmen können. Ferner wird untersucht, ob sich die interpersonellen Beziehungen unter den aktuellen Bedingungen der Sars-CoV-2-Pandemie geändert haben. Der Fokus aller Untersuchungen liegt auf der Trias zwischen Pflegekindern, Herkunftsfamilien und Pflegefamilien des Kyffhäuserkreises in Thüringen.

Im ersten Teil wird konkretisiert, welche Auswirkungen das KJSG auf das SGB VIII hat. Dabei werden nur die Paragrafen erläutert, bei denen ein möglicher Zusammenhang zum Pflegekinderwesen des Landratsamtes im Kyffhäuserkreis bestehen könnte.

Im zweiten Teil wird erklärt, wie das Pflegekinderwesen strukturiert ist und welche Pflegeformen rechtlich möglich sind. Ein Kapitel widmet sich bestehenden regionalen Hilfsangeboten der freien Träger als Basis für eine Weiterentwicklung derer oder einer Projektierung neuer Möglichkeiten im Kontext des KJSG. Bestehende wie auch potenziell neue Hilfsangebote werden unter dem Schwerpunkt der Beziehungsstabilisierung der obengenannten Trias untersucht.

Im dritten Teil werden die Forschungsergebnisse zweier Umfragen an Herkunftsfamilien und an Pflegefamilien präsentiert. Zum Erkenntnisgewinn wurden zwei Online-Fragebögen veröffentlicht, die über eine deduktive und quantitative Sozialforschung deskriptiv analysiert und dokumentiert werden. Die Ergebnisse werden anhand sozialarbeiterischer Aspekte untersucht und eingeschätzt. Anschließend werden die Umfrageergebnisse zusammengefasst und die aufgestellten Hypothesen beantwortet. Im vierten Teil werden die neuen Gesetzesänderungen und die Erkenntnisse der Umfrage in die sozialarbeiterische und sozialpädagogische Praxis überführt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Gegenstand der Abhandlung

1.2 Gliederung und methodisches Vorgehen

2 Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz

2.1 Gender Mainstreaming und Identitäten

2.2 Hilfen zur Selbsthilfe

2.3 Inter- und Transdisziplinarität / Netzwerkarbeit

2.4 Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen

2.5 Beteiligung Betroffener mit präventiver Wirkung

2.6 Die Macht der Sprache

2.7 Erweiterung der Beteiligten / Ganzheitlichkeit

2.8 Ombudsstellen

2.9 Mitgestaltung von Beratungsgesprächen

2.10 Verfahrenslotse

2.11 Hilfen zur Erziehung

2.12 Notsituationen

2.13 Individualbetreuung

2.14 Inklusion in Tageseinrichtungen

2.15 Berücksichtigung von Geschwistern im Hilfeplan

2.16 Zuständigkeitsübergang im Hilfeplan

2.17 Beratung und Unterstützung von Herkunftsfamilien und Pflegefamilien

2.18 Beratung und Unterstützung für Pflegefamilien

2.19 Rechte von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien

2.20 Abwägung der Verbringung des Kindes in einer Pflegefamilie / Hilfeplan

2.21 Nach Beendigung der Hilfen / Hilfeplan

2.22 Schutzkonzepte in Einrichtungen

2.23 Einrichtungen mit und ohne Betriebserlaubnis

3 Das Pflegekinderwesen im Kyffhäuserkreis

4 Pflegeformen und zugehörige Hilfen

4.1 Vollzeitpflege und mögliche Hilfsformen

4.1.1 Hilfen zur Erziehung

4.1.2 Eingliederungshilfe

4.1.3 Hilfe für junge Volljährige

4.1.4 Inobhutnahme

4.1.5 Privates Pflegeverhältnis

4.1.6 Adoptionspflege

4.2 Herausforderungen an Pflege- und Herkunftsfamilien sowie an Fachkräfte

4.2.1 Pflegefamilien

4.2.2 Herkunftsfamilien

4.2.3 Herkunftsfamilien und Herausforderungen an Fachkräfte

4.3 Trennung der Kinder von Herkunftsfamilien

5 Auswertung der Befragung von Herkunfts- und Pflegefamilien

5.1 Forschungsfrage und Hypothesen

5.2 Angewandte Methoden

5.2.1 Studiendesign und Untersuchungsform

5.2.2 Studienpopulation und Stichprobe

5.2.3 Erhebungsinstrument

5.2.4 Durchführung

5.2.5 Datenanalyse

5.3 Ergebnisse der Stichproben

5.3.1 Lebensalter und eigene Kinder (Pflegefamilie)

5.3.2 Berufliche Aktivitäten

5.3.3 Kontakt zwischen Pflege- und Herkunftsfamilien

5.3.4 Kontaktabbrüche

5.3.5 Treffen zwischen Pflegekind und Herkunftsfamilien

5.3.6 Folgen von Treffen

5.3.7 Wahrnehmung des Entscheidungsfreiraumes

5.3.8 Unterstützungsbedarf in Lebensbereichen

5.3.9 Veränderungen der interpersonellen Beziehungen während der Sars-CoV-2-Pandemie

5.4 Zusammenfassung der Erkenntnisse - Diskussion

5.5 Beantwortung der Hypothesen

5.5.1 Herkunftsfamilien geben zunächst ihre Kinder nur interimsweise in Pflegefamilien, um prekäre lebensweltliche Herausforderungen zu bewältigen.

5.5.2 Pflegefamilien streben den Erhalt des Kontaktes zu den Herkunftsfamilien an.

5.5.3 Die Auswirkungen des KJSG stellen einen Förderfaktor für Pflegekinder, Herkunfts- und Pflegefamilien dar.

6 Ableitungen neuer oder ergänzender Hilfen

6.1 Freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe im Kyffhäuserkreis

6.2 Tätigkeitsfelder

6.3 Kontakt zur Herkunftsfamilie

6.4 Loyalitätskonflikte

6.5 Traumapädagogik und Biografiearbeit

6.6 Pädagogische Unterstützungen

6.7 Grundlegendes aus dem KJSG

7 Fazit

8 Würdigung und Danksagung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie unter Berücksichtigung des neuen Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG) die Beteiligung von Herkunftsfamilien bei einer Inobhutnahme in Pflegefamilien verbessert werden kann, um das Kindeswohl nachhaltig zu sichern und zu fördern. Im Zentrum steht dabei die Trias aus Pflegekindern, Pflegeeltern und Herkunftsfamilien im Landkreis Kyffhäuserkreis.

  • Auswirkungen des KJSG auf das Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII)
  • Strukturen des Pflegekinderwesens im Kyffhäuserkreis
  • Herausforderungen der Kooperation zwischen Herkunfts- und Pflegefamilien
  • Empirische Untersuchung (Online-Befragung) zu Kontakt, Treffen und Unterstützungsbedarf
  • Ableitung neuer, bedarfsorientierter Hilfsangebote und pädagogischer Ansätze

Auszug aus dem Buch

2.1 Gender Mainstreaming und Identitäten

Nachdem die Arbeitsgruppe Gender Mainstreaming bereits 2005 mit dem EQUAL-Leitfaden zu Gender Mainstreaming Handlungsempfehlungen für die Gleichstellung biologischer und sozialer Geschlechter für alle EU-Staaten herausgegeben hat (vgl. Arbeitsgruppe Gender Mainstreaming der Europäischen Kommission 2005, 9), wurde das Gender Mainstreaming ebenso im Art. 1 Nr. 1b KJSG berücksichtigt. So wurde die Überschrift von § 9 SGB VIII wie folgt geändert: „In der Angabe zu § 9 werden die Wörter ‚Jungen und Mädchen‘ durch die Wörter ‚jungen Menschen‘ ersetzt“.

Diese kleine, jedoch relevante Änderung hat entwicklungspsychologisch für junge Menschen inmitten ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsausbildung eine starke Signalwirkung. Die individuell ausgeprägte Identität, unter starkem Einfluss ethnischer, kultureller, sozialer, politischer wie auch geschlechtsbezogener Erfahrungen, stellt ein Alleinstellungsmerkmal von Individuen dar, dient der Orientierung in Gesellschaft, Politik sowie Kultur und fördert die Persönlichkeitsentwicklung durch selbstreflektierende intrinsische und extrinsische Prozesse (vgl. Deutscher Verein für Öffentliche und Private Fürsorge 2011, 430). Durch den Verzicht auf binäre Geschlechtsbezeichnungen fühlen sich die Adressat:innen wahrgenommen, berücksichtigt und innerhalb der Gesetzgebung involviert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beschreibt das KJSG als gesetzliche Neuerung, die Relevanz der Inobhutnahmen und legt den Fokus auf die Kontaktfähigkeit zwischen Herkunfts- und Pflegefamilien.

2 Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz: Analysiert relevante Gesetzesänderungen im SGB VIII und deren Bedeutung für die sozialarbeiterische Praxis und die Rechte junger Menschen.

3 Das Pflegekinderwesen im Kyffhäuserkreis: Erläutert die institutionellen Strukturen und Hierarchien des Pflegedienstes im Landkreis.

4 Pflegeformen und zugehörige Hilfen: Differenziert verschiedene Pflegeformen und beleuchtet die Herausforderungen für die beteiligten Akteure in der Trias.

5 Auswertung der Befragung von Herkunfts- und Pflegefamilien: Präsentiert die empirischen Ergebnisse der Umfrage zu Kontaktqualität, Treffen und Unterstützungsbedarfen.

6 Ableitungen neuer oder ergänzender Hilfen: Identifiziert freie Träger und leitet aus den Erkenntnissen konkrete Empfehlungen für eine bessere Unterstützung und Kontaktgestaltung ab.

7 Fazit: Reflektiert das Potenzial des KJSG und resümiert, dass soziale und historische Gegebenheiten die praktische Umsetzung vor große Herausforderungen stellen.

Schlüsselwörter

Kinder- und Jugendstärkungsgesetz, KJSG, SGB VIII, Pflegekinderwesen, Kyffhäuserkreis, Inobhutnahme, Herkunftsfamilien, Pflegefamilien, Kindeswohl, Traumapädagogik, Biografiearbeit, Beratung, Elternbeteiligung, Hilfeplan, soziale Arbeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Bachelor-Thesis untersucht das Spannungsfeld zwischen Herkunfts- und Pflegefamilien vor dem Hintergrund der neuen gesetzlichen Regelungen durch das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) und deren Umsetzung im Kyffhäuserkreis.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Rolle der Fachkräfte, die Unterstützungsmöglichkeiten für Pflege- und Herkunftsfamilien, die Bedeutung von Kontakten und Treffen für die Identitätsentwicklung des Kindes sowie die praktische Umsetzung des KJSG.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie eine Beteiligung von Herkunftsfamilien bei einer Inobhutnahme so gestaltet werden kann, dass das Kindeswohl geschützt und die familiären Beziehungen stabilisiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wurde eine quantitative Sozialforschungsmethode gewählt, bei der zwei Online-Fragebögen eingesetzt wurden, um die Perspektiven von Herkunfts- und Pflegefamilien zu erfassen und deduktiv auszuwerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der Gesetzesneuerungen (KJSG), die Beschreibung der regionalen Trägerstrukturen im Kyffhäuserkreis sowie die detaillierte Analyse der empirischen Befragungsergebnisse.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören KJSG, Pflegekinderwesen, Inobhutnahme, Kindeswohl, Kontaktstabilisierung und Elternbeteiligung.

Welche Rolle spielt die Biografiearbeit für die Pflegekinder?

Biografiearbeit wird als zentraler Baustein identifiziert, um Kindern bei der Bewältigung traumatischer Erfahrungen zu helfen, ihre Lebensphasen besser zu verstehen und ihre Identitätsbildung zu stärken.

Wie bewertet der Autor die Situation der Herkunftsfamilien?

Der Autor stellt fest, dass die Bedürfnisse der Herkunftsfamilien oft in den Hintergrund geraten und plädiert dafür, sie als Partner im Hilfeprozess anzuerkennen, um nicht nur die Resignation, sondern die aktive Mitwirkung zu fördern.

Excerpt out of 106 pages  - scroll top

Details

Title
Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz. Beteiligung von Herkunftsfamilien bei Inobhutnahme von Kindern in Pflegefamilien
Grade
1,3
Author
Sebastian Koch (Author)
Publication Year
2022
Pages
106
Catalog Number
V1307970
ISBN (PDF)
9783346842961
ISBN (Book)
9783346842978
Language
German
Tags
Pflegekinder Herkunftsfamilie Pflegefamilie Kinder- und Jugendamt Kinder- und Jugendstärkungsgesetz KJSG SGB VIII SGB XII AdVermiG BMFSJ CF-CY ICD-10 KRK Corona Pandemie Thüringen Landtag Kyffhäuserkreis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Koch (Author), 2022, Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz. Beteiligung von Herkunftsfamilien bei Inobhutnahme von Kindern in Pflegefamilien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1307970
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