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Subjektive Lernbegründungen von Schüler:innen im Distanzunterricht der AV-SH

Eine qualitative Inhaltsanalyse

Title: Subjektive Lernbegründungen von Schüler:innen im Distanzunterricht der AV-SH

Master's Thesis , 2021 , 146 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jonte Buchholz (Author)

Didactics - Business economics, Economic Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, explorativ, durch die Einnahme einer subjektwissenschaftlichen Perspektive, neue Erkenntnisse über das Lernen von Schüler:innen der AV-SH während des Distanzunterrichts zu erlangen und dadurch die bisher gewonnen Erkenntnisse zum Distanzunterricht zu ergänzen.

Die weltweite Covid-19 Pandemie und die zur Eindämmung der Verbreitung des Virus getroffenen politischen Maßnahmen haben im Jahr 2021 unmittelbare Auswirkungen auf so gut wie alle gesellschaftlichen Bereiche. Auch das (Berufs-)Bildungssystem wurde und wird bis heute, insbesondere aufgrund verschiedener teilweise mehrere Monate andauernder Arten der Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen (umgangssprachlich auch als „Lockdowns“ bezeichnet), erheblich beeinflusst.

Die subjektwissenschaftliche Lerntheorie geht davon aus, dass die Bedeutungen, die Lernende einem bestimmten Lerngegenstand zuschreiben, entscheidenden Einfluss auf den gesamten Lernprozess haben. Dieser Theorie folgend sind die subjektiven Gründe von Lernenden, sich mit einem Lerngegenstand auseinanderzusetzen, entscheidend für die Art und Weise, wie diese Auseinandersetzung erfolgt. Die Bedeutungen, die einem Lerngegenstand zugeschrieben werden, sind nach dieser Auffassung maßgeblich davon beeinflusst, wie der einzelne Mensch seine konkrete lebensweltliche Situation erfährt.

Es wird explorativ erforscht, welche Gründe Schüler:innen in diesem Bildungsgang haben, sich im Distanzunterricht mit den in der AV-SH behandelten Lerninhalten zu befassen, und ob diese Gründe Auswirkungen auf das Lernverhalten der Schüler:innen sowie auf ihre Beurteilung des Distanzunterrichts haben.

Von besonderem Interesse sind also die Lernbegründungen der Schüler:innen. Um diese besser zu verstehen, werden folgende Forschungsfragen beantwortet:

1) Welche Lernbegründungen haben Schüler:innen der AV-SH im Distanzunterricht?
2) Wie wirken sich die Lernbegründungen auf die Lernprozesse im Distanzunterricht, und die Beurteilung des Distanzunterrichts aus?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Distanzunterricht während der COVID-19 Pandemie

1.2 Die Ausbildungsvorbereitung Schleswig-Holstein (AV-SH)

1.3 Ziel der Arbeit, subjektive Lernbegründungen und Forschungsfragen

1.4 Aufbau der Arbeit

2 Bisherige Erkenntnisse zum Distanzunterricht während der Covid-19 Pandemie

2.1 Lernmotivation im Distanzunterricht

2.2 Selbstgesteuertes Lernen im Distanzunterricht

2.3 Lernqualität und Wirkung des Distanzunterrichts

2.4 Einfluss des sozioökonomischen Hintergrunds von Schüler:innen

2.5 Einordnung des dargestellten Forschungsstands zum Distanzunterricht

3 Subjektwissenschaftliche Perspektive

3.1 Bedeutungszuschreibungen und Lebenswelt

3.2 Subjektive Lernbegründungen: Voraussetzung für intentionales Lernen

3.3 Veränderte Bedingungen, Bedeutungen und Begründungen im Distanzunterricht

3.4 Grundsätzliche Überlegungen zur Forschung zum Standpunkt des Subjekts

3.4.1 Analyse von Bedeutungs-Begründungs-Zusammenhängen

3.4.2 Ziel der Bedeutungs-Begründungs-Analyse

3.4.3 Gütekriterien subjektwissenschaftlicher Forschung

4 Methodisches Vorgehen

4.1 Reflexion der eigenen Bedeutungszuschreibungen

4.2 Datenerhebung

4.2.1 Reflexion der Auswahl des Bildungsgangs

4.2.2 Kontaktaufnahme mit den Schüler:innen

4.2.3 Beteiligung der Schüler:innen am Forschungsprozess

4.2.4 Gestaltung des Interview-Leitfadens

4.2.5 Durchführung der Interviews

4.2.6 Transkription und Beschreibung des Materials

4.3 Datenanalyse: Evaluative qualitative Inhaltsanalyse

4.3.1 Initiierende Textarbeit

4.3.2 Entwickeln von thematischen Hauptkategorien

4.3.3 Codieren des gesamten Materials

4.3.4 Zusammenstellung von Textstellen gleicher Hauptkategorie

4.3.5 Induktives Bestimmen von teils bewertenden Subkategorien

5 Ergebnisse

5.1 Beschreibung des Materials

5.1.1. Fallübersicht Interview #1 ‚Amina‘:

5.1.2 Fallübersicht Interview #2 ‚Farid‘:

5.1.3 Fallübersicht Interview #3 ‚Daria‘:

5.1.4 Fallübersicht Interview #4 ‚Ludwig‘:

5.1.5 Fallübersicht Interview #5 ‚Dawud‘:

5.2 Analyse mit Bezug zur Fragestellung

5.2.1 Subjektive Bedeutung des Bildungsgangs

5.2.2 Umgang mit Handlungsproblematiken

5.2.3 Lernhandlungen

5.2.4 Beurteilung des eigenen Lernerfolgs

5.2.5 Beurteilung des Distanzunterrichts

5.2.6 Zusammenfassung der Ergebnisse

5.2.7 Deutung der Ergebnisse vor dem Hintergrund der subjektwissenschaftlichen Lerntheorie

6 Diskussion

6.1 Einordnung der Ergebnisse

6.2 Limitationen dieser Arbeit

6.3 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht explorativ die subjektiven Lernbegründungen von Schüler:innen der Ausbildungsvorbereitung Schleswig-Holstein (AV-SH) während des coronabedingten Distanzunterrichts. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, aus welchen Gründen sich Lernende mit schulischen Anforderungen auseinandersetzen, wie diese Begründungen ihre Lernprozesse beeinflussen und ihre Beurteilung des Distanzunterrichts prägen.

  • Phänomenologie des Lernens im Distanzunterricht
  • Einfluss sozioökonomischer Hintergründe auf den schulischen Erfolg
  • Subjektwissenschaftliche Lerntheorie als Analyseperspektive
  • Rolle von Motivation und Selbststeuerung im häuslichen Lernumfeld
  • Qualitative Ableitung subjektiver Lernstrategien

Auszug aus dem Buch

3.2 Subjektive Lernbegründungen: Voraussetzung für intentionales Lernen

Die subjektwissenschaftlichen Lerntheorie, wie sie maßgeblich von Klaus Holzkamp (1995) dargestellt wurde, hat den Anspruch, insbesondere Lernprozesse in denen sog. intentionales Lernen (S. 183) stattfindet, zu erklären. Unter intentionalen Lernprozessen werden gemäß dieser Theorie solche Lernprozesse verstanden, die vom lernenden Subjekt bewusst initiiert werden, weil es bei einer vorangegangenen (gedanklichen oder physischen) Handlung zu einer Handlungsproblematik (HP) gekommen ist, welches das Unterbrechen der Handlung erfordert.

Eine Handlungsproblematik ergibt sich immer dann, wenn ich (als handelndes Subjekt) eine bestimmte Handlung vollziehen, bzw. einen bestimmten Zustand herbeiführen möchte, meine bisher vorhandenes Wissen und Können aber nicht ausreichen, um diese Handlung so auszuführen, dass ich mit dem Handlungsresultat zufrieden bin. Im asynchronen Distanzunterricht kann beispielsweise eine Handlungsproblematik auftreten, wenn Schüler:innen per E-Mail eine Aufgabenstellung erhalten, die sie nicht bearbeiten können, ohne zuvor für die Bearbeitung der Aufgabe zentrale Fachbegriffe nachzuschlagen und deren Bedeutung zu verstehen. Die Erfahrung, d.h. Bewusstwerdung einer solchen „Diskrepanz zwischen dem Stand des Vorgelernten und dem Lerngegenstand“ (Holzkamp 1995, S. 212) ist gemäß der subjektwissenschaftlichen Lerntheorie notwendige Voraussetzung für die Initiierung intentionaler Lernprozesse.

Ein intentionaler Lernprozess setzt also gemäß subjektwissenschaftlicher Lerntheorie die aktive Abgrenzung des Lernprozesses von der Handlungsproblematik durch die Lernenden voraus. Erst dadurch, dass das lernende Subjekt eine distanzierte Haltung zum zu lernenden Gegenstand (der sich aus einer Handlungsproblematik ergibt) einnimmt, kommt es zu intentionalem Lernen. Die Ausgliederung des Lernprozesses durch diese Distanzierung von der eigentlichen Handlungsproblematik (vgl. Holzkamp 1995, S. 184) ist gemäß dieser Lerntheorie also ein entscheidender Schritt, der erst die Voraussetzung dafür schafft, dass (intentionales) Lernen stattfindet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Bildungssystem, insbesondere für Schüler:innen mit niedrigem sozioökonomischem Status, und leitet daraus das Forschungsinteresse der Arbeit ab.

2 Bisherige Erkenntnisse zum Distanzunterricht während der Covid-19 Pandemie: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Forschungsstand zu Distanzunterricht und Motivation sowie Selbststeuerung, wobei die Schwierigkeiten bei der Operationalisierung dieser Begriffe hervorgehoben werden.

3 Subjektwissenschaftliche Perspektive: Hier werden die theoretischen Grundlagen der subjektwissenschaftlichen Lerntheorie als hermeneutisch-rekonstruktiver Ansatz erläutert, um Lernprozesse besser verstehen zu können.

4 Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel beschreibt die Durchführung leitfadengestützter Interviews mit Schüler:innen der AV-SH und die anschließende Auswertung mittels evaluativer qualitativer Inhaltsanalyse.

5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren eine detaillierte Fallübersicht und eine Analyse der subjektiven Bedeutungen des Bildungsgangs sowie der individuellen Lernstrategien der fünf befragten Schüler:innen.

6 Diskussion: Die Diskussion ordnet die Ergebnisse in den Forschungsstand ein, thematisiert die Limitationen der explorativen Studie und gibt Ausblicke auf zukünftigen Forschungsbedarf.

Schlüsselwörter

Distanzunterricht, Subjektwissenschaftliche Lerntheorie, Lernbegründungen, Motivation, Selbststeuerung, AV-SH, Qualitative Inhaltsanalyse, COVID-19 Pandemie, Sozioökonomischer Status, Intentionales Lernen, Handlungsproblematik, Lernhandlung, Lebensweltorientierung, Berufsorientierung, Bildungsgang.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, warum Schüler:innen der Ausbildungsvorbereitung Schleswig-Holstein (AV-SH) sich im Distanzunterricht während der Pandemie für oder gegen Lernhandlungen entschieden haben, und welche Rolle ihre subjektiven Lernbegründungen dabei spielten.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Zentral sind die Dynamiken von Motivation und Selbststeuerung, die Lebensumstände der Jugendlichen im Lockdown sowie die Frage, wie sinnvoll oder bedeutsam diese den distanzierten Unterricht für ihre eigene berufliche Zukunft wahrgenommen haben.

Was ist das primäre Ziel oder die Kern-Forschungsfrage?

Ziel ist es, explorativ zu erforschen, welche Lernbegründungen vorliegen und wie diese Lernbegründungen die konkreten Lernprozesse und die Beurteilung des Distanzunterrichts aus subjektiver Sicht beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor führt fünf leitfadengestützte Interviews mit Schüler:innen durch und wertet diese anhand der evaluativen qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring und Kuckartz aus, um die subjektiven Bedeutungszusammenhänge zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der Forschungsstand und die subjektwissenschaftliche Lerntheorie theoretisch fundiert. Anschließend wird das methodische Vorgehen beschrieben und im Ergebnisteil die Fallanalysen der befragten Schüler:innen detailliert dargestellt.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über die Begriffe Distanzunterricht, subjektwissenschaftliche Lerntheorie, Lernbegründungen, sozioökonomischer Status und selbstgesteuertes Lernen definieren.

Warum wurde gerade die Ausbildungsvorbereitung (AV-SH) untersucht?

Der Bildungsgang wurde gewählt, da dort besonders viele Jugendliche beschult werden, die einen niedrigen sozioökonomischen Status aufweisen, eine Gruppe, die in bisherigen quantitative Studien zum Distanzunterricht oft unterrepräsentiert war.

Welche Rolle spielt der sozioökonomische Status im Distanzunterricht?

Der Autor zeigt auf, dass der sozioökonomische Status die Lernvoraussetzungen beeinflusst, weist aber darauf hin, dass die subjektive Bedeutsamkeit, die der Lernende dem Gegenstand zuschreibt, oft ein entscheidenderer Faktor für die tatsächliche Lernhandlung ist als die reine technische oder sozioökonomische Ausstattung.

Excerpt out of 146 pages  - scroll top

Details

Title
Subjektive Lernbegründungen von Schüler:innen im Distanzunterricht der AV-SH
Subtitle
Eine qualitative Inhaltsanalyse
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Wirtschaftspädagogik)
Grade
1,0
Author
Jonte Buchholz (Author)
Publication Year
2021
Pages
146
Catalog Number
V1307989
ISBN (PDF)
9783346799616
ISBN (Book)
9783346799623
Language
German
Tags
kritische Psychologie Distanzunterricht E-Learning Pandemie Qualitative Inhaltsanalyse Übergangssystem Berufsbildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jonte Buchholz (Author), 2021, Subjektive Lernbegründungen von Schüler:innen im Distanzunterricht der AV-SH, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1307989
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