Diese Hausarbeit soll die disgruenten Vorstellungen zwischen Octavian und dem Senat aufzeigen. Das ambivalente Verhältnis dieser beiden Parteien wird näher beleuchtet und analysiert. Betrachtet wird der Senat als Regierungs- und Verwaltungsapparat zur Zeit des Prinzipats und die Art und Weise wie Umformung des Senats stattfand.
Eine weitere Frage ist, wie es zu einer solchen Machtverschiebung und Machtakkumulation eines Einzelnen innerhalb des Reiches kommen konnte, bei gleichzeitiger Entmachtung einer ganzen Schicht, und welche Rolle dabei der Senat gespielt hat. Waren ihm die Hände gebunden und schaute er nur ohnmächtig zu oder gab es Widerstände gegen den Prinzeps?
In der Forschung gibt es genügend Literatur, welche sich gerade mit dem Verhältnis dieser beiden Konfliktparteien beschäftigt. Die Rivalität zwischen Augustus und dem Senat soll durch Einbeziehen der Quellen näher dargelegt wird. Dabei werden auch einige Widersprüche zwischen den Taten des Augustus und anderen Quellen aufgezeigt. Bei allen Punkten, die in dieser Hausarbeit beleuchtet werden, gilt das besondere Augenmerk dem Verhalten des Senats.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Machtverschiebung zwischen Augustus und dem Senat
2.1 Übergabe der res publica
2.2 Res publica restituta
2.3 Tribunicia potestas
3 Senat im Kaiserreich
3.1 Zusammensetzung
3.2 Widerstände und Opposition
4 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht das spannungsreiche und ambivalente Machtverhältnis zwischen Augustus und dem Senat während der Etablierung des Prinzipats. Ziel ist es, die Mechanismen der Machtverschiebung sowie die Formen senatorischen Widerstands gegen die schleichende Entmachtung der alten Verwaltungselite darzulegen.
- Ursachen und Auswirkungen der Machtverschiebung vom Senat hin zu Augustus.
- Juristische Legitimierung der Herrschaft und das Konzept der „res publica restituta“.
- Veränderung der sozialen Zusammensetzung des Senats durch „homines novi“ und neue Patrizier.
- Identifizierung von Formen des senatorischen Widerstands und der Opposition im frühen Prinzipat.
- Die Rolle von Ehrungen und Machtakkumulation bei der Stabilisierung des Augustus.
Auszug aus dem Buch
3.2 Widerstände und Opposition
Eine offene Konfrontation mit dem Sieger des Bürgerkrieges traute sich keiner mehr. Denn wie Tacitus passend schreibt, sind die tapfersten auf dem Schlachtfeld gestorben oder kamen durch die Proskription um. Doch es gab immerhin noch ein gewisses Konfliktpotential. Augustus hatte keine Dyarchie errichtet, wo er zusammen mit dem Senat das römische Reich regiert, sondern eine Monarchie, worin der Senat zwar Politik betrieb, aber nur unter den Rahmenbedingungen des Prinzeps. Dieses missfiel gerade den altehrwürdigen Aristokratenfamilien.
Eine Tatsache, die eine solche Neigung aufzeigt, ist dass Augustus im Laufe der Zeit es immer schwerer hatte, Senatoren für die Ämter zu finden. Becks Beschreibung, dass Adlige weit mehr als Senatoren waren und deren Rolle weit über ihre Tätigkeit hinaus reichte, zeigt wie sich die Gegebenheiten im Laufe des Prinzipats veränderten. Der Dienst eines Senators war nicht mehr nur der Dienst zum Wohle des Staates und der Vermehrung seiner gloria oder auctoritas, sondern stand unter der Führung des Augustus und damit wurde der Entscheidungsspielraum für die Verwirklichung von Ideen kleiner. Dadurch verlor der corsus honorum an Prestige, bzw. viele der Senatoren zogen sich, nachdem sie einen gewissen sozialen Rang erreicht hatten, ins Privatleben zurück. Die daraus resultierenden Folgen waren, dass es zu wenig Bewerber gab und viele Ämter unbesetzt blieben, gerade solche, die an Wertschätzung verloren hatten, wie das des Volkstribuns.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das ambivalente Verhältnis zwischen Augustus und der Nobilität sowie die Zielsetzung dieser Untersuchung.
2 Machtverschiebung zwischen Augustus und dem Senat: Dieses Kapitel analysiert die transformationellen Staatsakte wie die Übergabe der Macht und die ideelle Wiederherstellung der Republik.
2.1 Übergabe der res publica: Es wird der Versuch des Augustus beleuchtet, sich durch den feierlichen Verzicht auf Sonderbefugnisse eine neue, legale Machtbasis zu schaffen.
2.2 Res publica restituta: Die juristische Umdeutung der Herrschaft und die Rolle von Ehrentiteln für die Festigung des Prinzeps stehen hier im Fokus.
2.3 Tribunicia potestas: Dieses Kapitel behandelt den „Advokatentrick“ der Machtübertragung der Volkstribunsgewalt zur Umgehung republikanischer Ämterregeln.
3 Senat im Kaiserreich: Hier wird der Funktionswandel des Senats vom Machtzentrum zum Organ unter kaiserlicher Führung beschrieben.
3.1 Zusammensetzung: Die Aufnahme von neuen Eliten (Patrizier, homines novi) in den Senat wird untersucht, um die Verdrängung des alten Adels zu verdeutlichen.
3.2 Widerstände und Opposition: Dieses Kapitel zeigt auf, dass trotz des Machtmonopols des Augustus unterschwellige Formen des Protests, wie der „Senatsstreik“, fortbestanden.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Augustus trotz seiner Alleinherrschaft weiterhin auf die Kooperation und Legitimation durch den Senat angewiesen blieb.
Schlüsselwörter
Augustus, Senat, Prinzipat, Res publica restituta, Tribunicia potestas, Nobilität, Machtverschiebung, Autorität, Politische Opposition, Homines novi, Römische Geschichte, Machtakkumulation, Antike, Staatsrecht, Aristokratie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Es geht um die Untersuchung des spannungsgeladenen Verhältnisses zwischen Kaiser Augustus und dem römischen Senat während der Etablierung des Prinzipats.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die rechtliche Legitimierung der augusteischen Herrschaft, die soziale Umstrukturierung des Senats und die verschiedenen Formen des Widerstands der alten Nobilität.
Welche Forschungsfrage verfolgt die Arbeit?
Die Arbeit fragt nach den Gründen der Machtverschiebung hin zu Augustus und untersucht, ob und wie der Senat als Institution der kaiserlichen Herrschaft trotz Entmachtung noch Widerstand entgegensetzen konnte.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine quellenbasierte Analyse antiker Autoren (wie Sueton, Tacitus und Cassius Dio) und gleicht diese mit moderner Forschungsliteratur ab.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Machtverschiebung, die verfassungsrechtlichen Kniffe bei der Ämtervergabe sowie die Veränderung der senatorischen Zusammensetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zentrale Begriffe sind Augustus, Prinzipat, Senat, Nobilität und Machtverschiebung.
Welche Rolle spielten die sogenannten "homines novi" im Senat?
Sie fungierten als loyale Helfer des Augustus während der Bürgerkriege und wurden als loyale Fürsprecher in den Senat erhoben, um das Machtgefüge zugunsten des Prinzeps zu verschieben.
Warum leistete die alte Aristokratie Widerstand gegen Augustus?
Die Nobilität sah in der Alleinherrschaft des Augustus einen Bruch mit den traditionellen Werten der Republik und fürchtete den Verlust ihres eigenen politischen Einflusses und ihrer Würde.
Wie wurde das Gerichtsverfahren gegen M. Primus als Widerstand gewertet?
In diesem Fall zeigte sich, dass ein Teil der Senatoren bereit war, Augustus politisch in die Enge zu treiben, indem sie seine direkte Verantwortung für rechtswidrige Feldzüge offen hinterfragten.
Was ist das Fazit der Autorin zur Stabilität des neuen Regimes?
Augustus war zwar faktisch Alleinherrscher, blieb jedoch in der Praxis auf die Mitwirkung und das Prestige des Senats angewiesen, weshalb er kontinuierlich um ein Arrangement mit der Elite bemüht sein musste.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Kaiser Augustus und der Senat. Widerstand bei der Errichtung des Prinzipats, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1308038