Als Oberziel der internationalen Steuerplanung steht die Steuerbarwertminimierung. Diese wird in der vorliegenden Arbeit anhand ausgewählter Parameter, wie z.B. Dividendenbesteuerung oder Vermeidung von Anrechnungsüberhängen,untersucht. Zum Abschluss wird noch ein Ausblick auf die umsatzsteuerliche Problematik gegeben. Ein wichtiges Ergebnis dieser Arbeit besteht darin, dass steuerliche Einflüsse zwar die Struktur einer Unternehmensgruppe positiv oder negativ beeinflussen können, diese jedoch aufgrund der Schnellebigkeit des Steuerrechts nicht alleiner Ausschlag für eine Restrukturierung sein sollten.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemaufriss
1.1 Holdingstrukturen im Kontext der internationalen Steuerplanung
1.2 Ziele der Arbeit
2. Steuerliche Gestaltungsziele bei Holdingstrukturen
2.1. Dividendenbesteuerung
2.2. Minimierung der Steuerplicht auf Veräußerungsgewinne
2.3. Konsolidierung von positiven und negativen Einkünften
2.4. Vermeidung von internationalen Anrechnungsüberhängen
2.5. Steuerwirksame Finanzierung des Beteiligungsportfolios
3. Umsatzsteuerlicher Aspekt der Betrachtung
4. Grenzen des Einsatzes von Holdingstrukturen – ein Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz von Holdingstrukturen als Instrument der internationalen Steuerplanung, mit dem Ziel, steuerliche Belastungen durch Konzernstrukturen zu minimieren und Gestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse verschiedener Parameter wie der Rechtsform, Doppelbesteuerungsmechanismen sowie steuerwirksamen Finanzierungsformen, um den Einfluss auf die gesamte Konzernsteuerquote zu beleuchten.
- Optimierung der Dividendenbesteuerung durch internationale Holdingstrukturen
- Minimierung der Steuerlast bei Veräußerungsgewinnen
- Strategien zur Konsolidierung positiver und negativer Einkünfte (Organschaft)
- Vermeidung internationaler Anrechnungsüberhänge (Pooling)
- Umsatzsteuerliche Einordnung der Unternehmereigenschaft einer Holding
Auszug aus dem Buch
2.1. Dividendenbesteuerung
Dividenden fließen der Holding als Ertrag für das Halten von Beteiligungen zu. Wie in Kapitel 1.1 dargestellt, wird das Halten von Beteiligungen i.d.R. als Hauptzweck einer Holding angesehen. Folglich sind Dividenden die Haupteinnahmequelle einer Holding. Ihrer Besteuerungskonzeption kommt somit eine hohe Bedeutung zu. Zunächst soll ein reiner Inlandssachverhalt behandelt werden, um die grundsätzliche Besteuerung von Dividenden zu verdeutlichen.
Die Holding AG hält eine Beteiligung an der A-GmbH, welche wiederum Dividenden an die Holding ausschüttet. Da es sich um zwei deutsche Kapitalgesellschaften handelt, ist § 8 b Abs. 1 S. 1 KStG einschlägig. Das dort festgeschriebene körperschaftssteuerliche Schachtelprivileg besagt, dass alle Dividenden, solange sie nicht den körperschaftssteuerlichen Kreislauf verlassen, von der Besteuerung durch die KSt ausgenommen sind.
Unter Beachtung des § 8 b Abs. 5 KStG bleiben im Ergebnis jedoch nur 95 % der ausgeschütteten Dividenden bei der Holding AG steuerfrei. Die restlichen fünf Prozent werden als nicht abzugsfähige Betriebsausgaben deklariert. Gäbe es dieses körperschaftssteuerliche Schachtelprivileg nicht, entstünde bei einer tieferen Beteiligungsstruktur als es hier der Fall ist ein so genannter „Kaskadeneffekt“, welcher die ausschüttbare Dividende jeweils um die gezahlte KSt kürzen würde. Die Dividende würde also bereits im reinen Inlandssachverhalt von einer Mehrfachbelastung mit KSt betroffen sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemaufriss: Dieses Kapitel führt in die Relevanz der internationalen Steuerplanung ein und definiert den Begriff der Holdinggesellschaft in ihrem steuerlichen Kontext.
2. Steuerliche Gestaltungsziele bei Holdingstrukturen: Hier werden zentrale steuerliche Strategien wie Dividendenbesteuerung, Minimierung der Veräußerungsgewinnbesteuerung, Ergebniskonsolidierung und Finanzierungsoptimierung detailliert analysiert.
3. Umsatzsteuerlicher Aspekt der Betrachtung: Das Kapitel befasst sich mit der umsatzsteuerlichen Unternehmereigenschaft von Holdings und der Frage des Vorsteuerabzugs unter Berücksichtigung aktueller EuGH-Rechtsprechung und BMF-Schreiben.
4. Grenzen des Einsatzes von Holdingstrukturen – ein Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Betrachtung gesetzlicher Missbrauchsgrenzen sowie einem Ausblick auf die Notwendigkeit permanenter steuerlicher Beobachtung im Hinblick auf internationale Gesetzesänderungen.
Schlüsselwörter
Holdingstrukturen, internationale Steuerplanung, Gewinnmaximierung, Dividendenbesteuerung, Schachtelprivileg, Organschaft, Quellensteuer, Treaty Shopping, Directive Shopping, Anrechnungsmethode, Doppelbesteuerung, Umsatzsteuer, Vorsteuerabzug, Außensteuergesetz, Konzernsteuerquote
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten und Ziele beim Einsatz von Holdingstrukturen in einem internationalen Unternehmensumfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Optimierung von Dividendenflüssen, die steuerwirksame Veräußerung von Unternehmensanteilen, die Verlustkonsolidierung sowie die umsatzsteuerliche Beurteilung von Holdings.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Darstellung und Analyse der Möglichkeiten zur Steuerbarwertminimierung durch Holdinggesellschaften unter Berücksichtigung geltender deutscher und internationaler steuerrechtlicher Rahmenbedingungen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine strukturierte Analyse von Steuergesetzen, einschlägiger Rechtsprechung (EuGH, BFH) und Verwaltungsanweisungen, ergänzt durch die beispielhafte Darstellung komplexer Konzernstrukturen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in steuerliche Gestaltungsziele (Dividenden, Veräußerungsgewinne, Verlustausgleich), eine umsatzsteuerliche Einordnung sowie die Grenzen dieser Gestaltungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Holdingstrukturen, internationale Steuerplanung, Schachtelprivileg, Organschaft, Treaty Shopping und Doppelbesteuerung.
Was besagt die sogenannte "Treaty Shopping" Strategie?
Treaty Shopping beschreibt die gezielte Zwischenschaltung einer Holding in einem Land, um durch günstigere Doppelbesteuerungsabkommen die Quellensteuerbelastung auf Dividendenströme zu reduzieren.
Wie trägt die Organschaft zur steuerlichen Optimierung bei?
Durch eine Organschaft können Gewinne und Verluste zwischen der Holding und ihren Tochtergesellschaften verrechnet werden, was eine steuerliche Konsolidierung innerhalb der Gruppe ermöglicht.
Welche Bedeutung hat das Cibo-Urteil für Holdinggesellschaften?
Das Cibo-Urteil des EuGH ist grundlegend für die Frage, wann eine Holding als Unternehmerin im umsatzsteuerlichen Sinne gilt und somit zum Vorsteuerabzug aus Kosten des Beteiligungserwerbs berechtigt ist.
- Quote paper
- Miriam Elisabeth Johanna Ernst (Author), 2007, Holdingstrukturen als Instrument der internationalen Steuerplanung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130822