In der Arbeit über die Einflüsse der kolonialen Vergangenheit Nigerias im Werk Chinua Achebes wird vor allem anhand seiner Romane "Alles zerfällt" und "Der Pfeil Gottes" herausgearbeitet, welchen Einfluss die europäische Kolonisierung auf das Werk Chinua Achebes hat. Um die Arbeit in einen angemessenen Rahmen zu stellen, konzentriert sie sich hauptsächlich auf die koloniale Vergangenheit des Staates Nigeria, welcher auch die Heimat des Autors Chinua Achebe ist.
Dabei werden besonders die Themen Kolonisierung und imperialistische Themen im Werk Achebes beleuchtet. Insofern spielen auch die europäische Schriftkultur und die Schrift- und Sprachpolitik innerhalb Nigerias eine Rolle. Um der Frage nach den kolonialen Einflüssen in Sprache und Verschriftung in Nigeria im Schatten der imperialistischen Herrschaft nachzugehen, erfordert es, einen historischen Überblick über die europäische Expansion in Nigeria zu geben. Dies soll auch als Einführung in das Thema dienen, um im zweiten Kapitel weiter auf die sprach- und schriftkulturelle Situation Nigerias eingehen zu können, um dann im Hauptteil herauszuarbeiten, inwieweit die koloniale Vergangenheit Nigerias Einfluss auf das Werk Achebes hat und wie diese Einflüsse im Detail aussehen.
Im Hauptteil meiner Arbeit wird anhand Chinua Achebes Werken „Alles zerfällt“ und „Der Pfeil Gottes“ beschrieben, wie Achebe die Igbo-Stammeskultur in seinen Romanen darstellt, und herausgearbeitet, wie sich durch die koloniale Herrschaft und die christliche Missionierung die Sprache und Kultur in Nigeria veränderten und welchen Einfluss dies auf die individuelle Entwicklung von einzelnen Individuen hatte, wie sie exemplarisch in Achebes Romanen beschrieben werden.
Dabei verfolgt die Arbeit die folgenden Leitfragen: Wie wurde die englische Sprache als Machtinstrument eingesetzt und wie stellt Achebe dieses Thema in seinem Werk dar? Welche kolonialen Themen behandelt sein Werk? Was sind die sprachlichen Mittel, die Achebe verwendet, um koloniale Themen darzustellen und inwieweit wurde er selbst dabei von der kolonialen Sprache geprägt bzw. was sind Achebes Gründe, die englische Sprache als sein Ausdrucksmittel zu wählen? Der Schlussteil wird die erarbeiteten Ergebnisse als Zusammenfassung wiedergeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Überblick über die europäische Expansion in Nigeria
3. Überblick über die Schriftkultur Nigerias
4. Inwieweit hat die koloniale Vergangenheit Nigerias Einfluss auf das Werk Chinua Achebes?
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der kolonialen Vergangenheit Nigerias auf das literarische Schaffen von Chinua Achebe, wobei insbesondere die Romane „Alles zerfällt“ und „Der Pfeil Gottes“ analysiert werden, um die Auswirkungen von Kolonialismus, christlicher Missionierung und dem Machtinstrument der englischen Sprache auf die traditionelle Igbo-Stammeskultur und die individuelle Identitätsentwicklung darzulegen.
- Die koloniale Expansion in Nigeria und deren historische Folgen
- Die sprach- und schriftkulturelle Situation Nigerias im Kontext des Imperialismus
- Die kritische Auseinandersetzung Achebes mit eurozentristischen Literaturdarstellungen
- Die Funktion literarischer Texte als Medium zur Rückgewinnung eigener kultureller Deutungshoheit
- Die ästhetische Neugestaltung der englischen Sprache als Ausdruck postkolonialen Widerstands
Auszug aus dem Buch
4. Inwieweit hat die koloniale Vergangenheit Nigerias Einfluss auf das Werk Chinua Achebes?
Chinua Achebe, der mit vollem Namen Albert Chinualumogu Achebe heißt, gehört zu den meistgelesenen afrikanischen Autoren der Gegenwart. Er wurde am 16. November 1930 in Ogidi, Nigeria geboren und verstarb am 21. März 2013 in Boston. Achebe und seine Famile gehörten dem Stamm der Igbo an, deren Stammeskultur er in seinen Romanen „Alles zerfällt“, “Heimkehr in ein fremdes Land“ und “Pfeil Gottes“ beschreibt.
Achebe war Professor für Afrikastudien und Literatur und Mitherausgeber afrikanischer Literatur im englischen Verlag Heinemann. Er arbeitete beim nigerianischen Radiosender NBS und war UN- Sonderbotschafter.
Seine Beschreibungen der nigerianischen Kultur gehören zu den ersten und eindrücklichsten Schilderungen dieser Art, die von einem afrikanischen Autor geschrieben wurden. Somit gilt er als einer der Mitbegründer der modernen afrikanischen Gegenwartsliteratur.
Chinua Achebe erzählte in Interviews davon, wie er mit englischsprachiger Literatur aufwuchs und zunächst selbst das Bild, das weiße Schriftsteller über seine Kultur und über sein Land schufen, übernahm, da er sich nicht mit den Beschreibungen, welche die europäischen Schriftsteller von Afrikanern, in ihren Büchern, abgaben, identifizieren konnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, benennt die zentralen Romane Achebes und definiert die Forschungsleitfragen im Kontext der kolonialen Geschichte Nigerias.
2. Überblick über die europäische Expansion in Nigeria: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung der Kolonialisierung, von frühen Handelskontakten über das Protektorat bis hin zu den Auswirkungen der britischen Herrschaft und des Widerstands.
3. Überblick über die Schriftkultur Nigerias: Hier wird die sprachliche Vielfalt Nigerias beleuchtet sowie der Einfluss der britischen Amtssprache und die historische Entwicklung der literarischen Überlieferung im westafrikanischen Raum dargestellt.
4. Inwieweit hat die koloniale Vergangenheit Nigerias Einfluss auf das Werk Chinua Achebes?: Der Kernteil analysiert, wie Achebe koloniale Traumata, Machtstrukturen und den kulturellen Verlust literarisch verarbeitet und dabei durch eine eigene Sprachentwicklung ein Gegengewicht zu eurozentristischen Narrativen schafft.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie Achebe durch den Perspektivwechsel und die Innensicht auf die Igbo-Kultur die Deutungshoheit über die eigene Geschichte erfolgreich zurückgewinnt.
Schlüsselwörter
Chinua Achebe, Kolonialismus, Nigeria, Igbo-Kultur, Literaturanalyse, Alles zerfällt, Der Pfeil Gottes, Postkolonialismus, Identität, Missionierung, Orale Tradition, Sprachgebrauch, Kulturkampf, Britisches Empire, Dekolonialisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Einfluss der kolonialen Vergangenheit Nigerias auf das literarische Werk von Chinua Achebe, insbesondere unter dem Aspekt, wie koloniale Herrschaft die traditionelle Igbokultur und die Identität der Menschen verändert hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind der Imperialismus, die christliche Missionierung, der bewusste Einsatz der englischen Sprache als „Handwerkszeug“ gegen die Kolonialmacht sowie die Darstellung traditioneller Igbowerte in der Literatur.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Achebe in seinen Romanen aktiv mit kolonialen Stereotypen bricht und eine afrikanische Innensicht etabliert, um die Deutungshoheit über seine Kultur zurückzugewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche und historisch kontextualisierte Analyse der Romane „Alles zerfällt“ und „Der Pfeil Gottes“ durchgeführt, ergänzt durch die Einbeziehung theoretischer Ansätze zur postkolonialen Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem Vergleich der vorkolonialen Igbo-Gesellschaft mit den durch die britische Besatzung induzierten Veränderungen, den sprachlichen Mitteln Achebes sowie der Figur des Okonkwo als Repräsentant einer untergehenden kulturellen Weltordnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Zu den prägenden Schlüsselbegriffen zählen Kolonialismus, Igbo-Kultur, Identität, Dekolonialisierung, orale Tradition sowie der Perspektivwechsel in der modernen afrikanischen Literatur.
Inwieweit reflektiert Achebe laut Arbeit seine eigene Identität in seinen Werken?
Achebe beschreibt seine Herkunft selbst als ein „Crossroads of cultures“ und nutzt seine Erfahrungen zwischen christlicher Erziehung und der Einhaltung traditioneller Igbo-Sitten, um die traumatischen Folgen des ersten Kontakts zwischen Europa und Afrika literarisch zu verarbeiten.
Warum spielt die Sprache, speziell das Englische, für Achebe eine so wichtige Rolle?
Achebe betrachtete das Englische als eine Art „Tool“ oder Waffe im Kampf um die Selbstdefinition, um ein Gegenargument zum Kolonialismus zu formulieren und die afrikanische Erfahrung in einer global verständlichen Sprache festzuhalten.
- Citar trabajo
- Martina Lohe (Autor), 2020, Die koloniale Vergangenheit Nigerias im Werk von Chinua Achebe. Die Romane "Alles zerfällt" und "Der Pfeil Gottes", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1308454