Digitalisierung, digitale Transformation und Arbeit 4.0 sind drei zentrale Begriffe, die die Geschäftsmodelle von Unternehmen, die Arbeitsweise sowie die Methoden der Unternehmens- und Personalführung in den beiden vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert haben. Digitale Technologien und Tools ermöglichen ein zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten, global verteilte Teams, Prozessautomatisierungen sowie das komplett eigenständige Bearbeiten komplexer Problemstellungen durch die sogenannte Künstliche Intelligenz.
Allerdings sind nicht nur Unternehmen von diesem Wandel betroffen, sondern zunehmend auch die Institutionen der öffentlichen Verwaltung. Im Zuge dessen hat die Bundesregierung bereits im Jahr 2014 im Regierungsprogramm Digitale Verwaltung 2020 die Ziele und Projekte für die Digitalisierung der Verwaltung formuliert. Die ersten umgesetzten Projekte waren die Einführung der DE-Mail, die Einführung der elektronischen Akte, elektronische Zahlungsverfahren sowie der Zugang zu verschiedenen Verwaltungsdienstleistungen, wie zum Beispiel zur Terminvergabe und Kommunikation.
Mobiles Arbeiten bzw. Remote Working gelten als Oberbegriffe, die zum Ausdruck bringen, dass Mitarbeiter trotz wechselnder Arbeitsplätze oder räumlicher Distanz, zum Beispiel im Home-Office oder auch in sogenannten Co-Working-Spaces, physisch für das Unternehmen tätig sind. Home-Office ist eine mögliche Form des Remote Working, d.h. es wird in den persönlichen Wohnräumen der Mitarbeiter gearbeitet. Obgleich das zeit- und ortsunabhängige Arbeiten bis dato schon allein durch die verfügbaren digitalen Technologien möglich war, führte vor allem die Corona-Pandemie im Jahr 2020 zu einem deutlichen Anstieg von ortsunabhängigen bzw. mobilen Arbeitsplätzen, insbesondere durch die Verlagerung ins Home-Office.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Forschungsfrage der Arbeit
1.3. Struktur und Methodik der Arbeit
2. Definition und Abgrenzung der relevanten Begriffe
2.1. Definition des Begriffes Management
2.2. Definition des Begriffes Personalführung
2.3. Remote Working und Führen auf Distanz
2.4. Einflussmechanismen in der Führung auf Distanz
3. Führen auf Distanz und organisationale Werkzeuge einer Führungskraft
3.1. Organisatorische und personelle Herausforderungen des Arbeitens und Führens auf Distanz
3.2. Werkzeuge zur Überwindung der Herausforderungen aus der Führung auf Distanz
3.2.1. Ressourcenbereitstellung und -verfügbarkeit
3.2.2. Richtlinien für das Remote Working
3.2.3. Kommunikation
3.2.4. Online-Meetings und Besprechungen
3.2.5. Zielvereinbarungen
3.2.6. Delegation, Entscheidung und Kontrolle
4. Analyse von Werkzeugen und Kompetenzen des Führens auf Distanz anhand von Experteninterviews
4.1. Beschreibung der Untersuchungsmethode
4.2. Entwicklung des Leitfadens
4.3. Planung und Durchführung der Experteninterviews
4.4. Auswertung der Interviews
4.5. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
4.5.1. Deskriptive Gesamtanalyse
4.5.2. Ressourcenbereitstellung und -verfügbarkeit
4.5.3. Richtlinien für das Remote Working
4.5.4. Kommunikation
4.5.5. Online-Meetings
4.5.6. Zielvereinbarungen
4.5.7. Delegation und Kontrolle
4.5.8. Ergänzende Erkenntnisse
5. Werkzeuge und Kompetenzen für eine effektive Führung auf Distanz
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie moderne Management- und Führungsansätze durch organisatorische und strukturelle Werkzeuge in Remote-Arbeitsumgebungen effektiv gestaltet werden können. Ziel ist es, Führungskräfte bei der Bewältigung der Herausforderungen des Arbeitens auf Distanz zu unterstützen und die für eine effektive Führung auf Distanz notwendigen Kompetenzen zu analysieren.
- Digitalisierung und Remote Working in der öffentlichen Verwaltung
- Organisationale Werkzeuge: Ressourcen, Richtlinien, Kommunikation, Meetings, Zielvereinbarungen und Kontrolle
- Qualitative Analyse mittels Experteninterviews zur Anwendung von Führungsinstrumenten
- Führungskompetenzen in digitalen Arbeitsumgebungen
- Synthese aus theoretischen Grundlagen und praktischen Erfahrungen
Auszug aus dem Buch
3.1. Organisatorische und personelle Herausforderungen des Arbeitens und Führens auf Distanz
Die eingangs der Arbeit erwähnte PwC-Studie zu Erfahrungen, Grenzen und Chancen der öffentlichen Verwaltung im Home-Office hat anhand von Tiefeninterviews verdeutlicht, dass der im Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie ausgelöste Home-Office-Boom der öffentlichen Verwaltung auch mit verschiedenen Herausforderungen verbunden war und frühzeitig Grenzen aufzeigt, die durch den Stand der Digitalisierung und Vorbereitung der Transformation der Arbeitsmodelle determiniert war. Die Studienergebnisse spiegeln die Erfahrungen des Verfassers dieser Arbeit, die im Folgenden die Basis für die Beschreibung organisatorischer und personeller Herausforderungen des Führens auf Distanz bilden.
Der Verfasser ist in einer großen Behörde im Bereich der Prüfung von Dienst- und Tarifrecht beschäftigt. In der Behörde gab es – analog zu zahlreichen anderen Behörden und Verwaltungen des öffentlichen Dienstes – bis zum Beginn der Corona-Pandemie nur wenige Mitarbeiter, die ganz oder teilweise im Home-Office arbeiteten. Um im Home-Office arbeiten zu können war in der Regel ein langwieriger Antragsprozess nebst genauer Begründung und Prüfung erforderlich. Das änderte sich im Jahr 2021 mit dem Infektionsschutzgesetz und der Corona-Arbeitsschutzverordnung, die Arbeitgeber dazu verpflichteten, Home-Office zu ermöglichen, wenn keine betrieblichen Gründe dagegensprachen (Alipour et al. 2021:4).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Digitalisierung und Remote Working sowie Vorstellung der Forschungsfrage.
2. Definition und Abgrenzung der relevanten Begriffe: Theoretische Fundierung zentraler Begriffe wie Management, Personalführung und Remote Working.
3. Führen auf Distanz und organisationale Werkzeuge einer Führungskraft: Analyse der Herausforderungen im Home-Office und Vorstellung konkreter organisatorischer Werkzeuge zur Steuerung.
4. Analyse von Werkzeugen und Kompetenzen des Führens auf Distanz anhand von Experteninterviews: Empirische Untersuchung durch qualitative Experteninterviews zur Anwendung der Werkzeuge.
5. Werkzeuge und Kompetenzen für eine effektive Führung auf Distanz: Synthese der theoretischen und empirischen Erkenntnisse zur Beantwortung der Forschungsfrage.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Ausblick auf künftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Führung auf Distanz, Remote Working, Home-Office, Digitale Transformation, Personalführung, Management, Organisation, Experteninterviews, Virtuelle Teams, Zielvereinbarungen, Online-Kommunikation, Führungskompetenzen, Arbeitsmodell, Verwaltung, Führungsinstrumente
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit?
Die Masterthesis befasst sich mit der Gestaltung effektiver Führung in einer digitalisierten Arbeitswelt, speziell unter den Bedingungen von Remote Working im öffentlichen Sektor.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf organisationalen Rahmenbedingungen, der Nutzung digitaler Werkzeuge zur Führung, der Bedeutung von Vertrauen und der Relevanz individueller Führungskompetenzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, herauszufinden, welche strukturellen Werkzeuge Führungskräfte auf Distanz unterstützen und über welche Kompetenzen sie verfügen müssen, um effektiv zu führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine qualitative Forschungsarbeit durch, die auf einer theoretischen Analyse sowie auf der methodischen Auswertung von Experteninterviews mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert Theorie und Praxis zu den Werkzeugen (Ressourcen, Richtlinien, Kommunikation, Meetings, Zielvereinbarungen, Delegation/Kontrolle) und analysiert deren Einsatz anhand von Experteninterviews.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Führung auf Distanz, Remote Working, Home-Office, Personalführung, Management, Organisation und Führungskompetenzen.
Warum sind individuelle Zielvereinbarungen in den untersuchten Teams kaum verbreitet?
Die Experteninterviews zeigten, dass in den befragten Verwaltungseinheiten der Fokus eher auf Team-Ergebnissen und allgemeinen Fristen liegt, während individuell formulierte und messbare Ziele im Management-by-Objectives-Sinne in der Praxis oft fehlen.
Welche Bedeutung hat das Vertrauen in diesem Kontext?
Vertrauen wird als Grundlage für die Delegation und Kontrolle in Distanz-Arbeitsumgebungen angesehen; fehlendes Vertrauen führt laut den Experten zu übermäßiger Kontrolle und verringert die Arbeitsmotivation.
Wie gehen Führungskräfte mit der fehlenden informellen Kommunikation um?
Die untersuchten Führungskräfte überlassen die informelle Kommunikation mehrheitlich den Mitarbeitern selbst und greifen in der Online-Umgebung nicht aktiv steuernd ein, während sie fachliche Kommunikation bevorzugt systematisch und schriftlich planen.
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- Schahab Aminikia (Autor:in), 2022, Führung im digitalen Zeitalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1308489