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Monika Marons rekonstruierte Familiengeschichte 'Pawels Briefe'

Eine Darstellung dreier Generationen

Title: Monika Marons rekonstruierte Familiengeschichte 'Pawels Briefe'

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Janina Böttcher (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Im Jahre 1999 veröffentlichte Monika Maron ihre Familiengeschichte Pawels Briefe, welche bis dato der einzige nicht fiktionale Text ihres Gesamtwerkes war. Die Arbeit an diesem Text stellte sich jedoch im Vergleich zu ihren anderen Werken als weitaus schwieriger dar. So sagt sie, „[k]ein Buch [...] hat mich so angestrengt wie ‚Pawels Briefe’“ (Maron, 2005: 9). Nicht nur „[d]er genaue Umgang mit dem authentischen Material“, sondern auch der „Verzicht auf Erfindung und die Nüchternheit der Sprache“ (Maron, 2005: 9), zu denen sich die Autorin in ihrer eigenen Familiengeschichte verpflichtet fühlte, erschwerten ihr Schaffen. Monika Maron ist mit "Pawels Briefe" ein Werk gelungen, das die persönliche Geschichte der Autorin und ihrer Familie mit der politisch-gesellschaftlichen Geschichte des damaligen Deutschlands verknüpft. Sie rekonstruiert anhand von Fotos sowie Briefen des Großvaters Pawel an seine drei Kinder die Biografie der Familie Iglarz und erzählt unter welchen Umständen die drei Generationen zurzeit des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs, der Gründung der DDR und des Baus und Falls der Mauer zu leben hatten.
In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich deshalb genauer mit dieser Familiengeschichte befassen und herausfinden, wie die Autorin die drei Generationen und deren Schicksale dargestellt hat. Zuerst werde ich mich dabei auf Monika Maron und ihr Werk konzentrieren. Anschließend möchte ich mich mit dem Text "Pawels Briefe" genauer beschäftigen und neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch literaturwissenschaftliche Aspekte wie die Entstehungsgeschichte, die Struktur und das Genre betrachten. Mein Hauptteil bildet die Auseinandersetzung mit den drei Generationen der Familie Iglarz und deren individuellen Schick-salen und Erlebnissen. Die Großeltern, Monikas Mutter Hella sowie die Autorin selbst, die sich in einem ihrer Essays als „antifaschistisches Kriegskind“ beschreibt, sollen hier im Mittelpunkt stehen.
In meiner Arbeit zu diesem Thema habe ich mich überwiegend mit verschiedenen Werken der Autorin sowie mit den Werken Elke Gilsons (2002) und Antje Doßmanns (2003) befasst. Weitere Anregungen habe ich aus Rezensionen und Literaturkritiken aus dem Internet entnommen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Monika Marons Leben und Werk

3. Pawels Briefe- Eine Familiengeschichte

3.1. Inhalt

3.2. Literaturwissenschaftliche Aspekte

4. Die Generationen und ihre Schicksale

4.1. Die polnisch- jüdischen Großeltern

4.2. Die kommunistische Hella

4.3. Das „antifaschistische Kriegskind“ Monika

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit der Familiengeschichte „Pawels Briefe“ von Monika Maron und untersucht, wie die Autorin die Schicksale dreier Generationen ihrer Familie vor dem Hintergrund der politisch-gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland darstellt und reflektiert.

  • Biografische Einordnung von Monika Maron und ihrem Werk
  • Analyse der Rekonstruktion einer Familiengeschichte anhand von Briefen und Fotos
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Erinnern und Vergessen
  • Literaturwissenschaftliche Einordnung des Textes als Mischform
  • Darstellung der Generationsschicksale: Großeltern, Mutter und Autorin

Auszug aus dem Buch

Die polnisch- jüdischen Großeltern

Die Großeltern der Autorin Monika Maron, Pawel und Josefa Iglarz, stehen im Mittelpunkt ihrer Autobiographie. Während der Großvater den Anlass zu diesem Buch gab, erinnert sei hier an dessen Briefe, die Monika und Hella Maron gefunden haben, tritt die Großmutter etwas in den Hintergrund der Geschichte. Maron erzählt zwar im Text von ihr, indem sie sie beschreibt und ihre Rolle in der Familie herausstellt, doch ihre Funktion für das Buch scheint eher von geringerer Bedeutung zu sein als die von Pawel.

Josefa Iglarz stammt wie ihr Ehemann Pawel aus Polen. Im Alter von vier Jahren verlor sie ihre Mutter und wuchs von da an unter ihrem Vater auf, der ihr eine streng katholische Erziehung bescherte. Als Josefa Pawel in der Baptistengemeinde von Lodz trifft, entscheidet sie sich, mit ihm zu gehen und sich von ihrem Vater loszulösen. Diese Entscheidung zeichnet Josefa in zweierlei Hinsicht als eine mutige und charakterstarke Person aus. Zum einen bedarf es „andauernde[r] intellektuelle[r] und emotionale[r] Anstrengung“ (PB 31) sich von seinem Elternhaus loszusagen und einen Glauben aufzugeben, in dem man erzogen wurde. Zum anderen trifft sie eine Entscheidung für den Juden Pawel, der sich später selbst auf Grund seiner Herkunft als eine große Bürde für Josefa empfindet. 1905 macht sie sich zusammen mit Pawel von Lodz nach Berlin auf. Sie verlässt ihre polnische Heimat, gibt ihre Tätigkeit als Weberin und Dienstmädchen auf und wird sich Mitte der 30er Jahre dafür entscheiden, wieder mit Pa-wel nach Polen zurückzugehen, weil dieser von den Nationalsozialisten des Landes verwiesen wird. Als Pawel 1942 in das Ghetto Belchatow eingeliefert wird, verschlechtert sich die ge-sundheitliche Lage der in Kurow zurückgelassenen Josefa. In einem Brief an ihren Mann fleht sie diesen an, sie noch einmal zu besuchen, denn sie ist davon überzeugt, dass es „sicherlich schon das letzte Mal sein [wird]“ (PB 20). Josefa verstirbt am 11. Juni des gleichen Jahres.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Monika Marons Werk „Pawels Briefe“ ein, beschreibt die Intention der Autorin zur Rekonstruktion ihrer Familiengeschichte und benennt den theoretischen Rahmen sowie die methodische Herangehensweise.

2. Monika Marons Leben und Werk: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Biografie der Autorin und ihren Werdegang, der eng mit den politischen Veränderungen der deutschen Geschichte verknüpft ist.

3. Pawels Briefe- Eine Familiengeschichte: Der inhaltliche Kern und die literaturwissenschaftliche Gattung des Werkes werden hier analysiert, wobei besonders auf die Struktur und die Bedeutung der Quellen eingegangen wird.

4. Die Generationen und ihre Schicksale: Das Hauptkapitel untersucht detailliert die Lebensgeschichten und Verhaltensweisen der Großeltern, der Mutter Hella und der Autorin selbst, sowie deren Umgang mit politischem Druck und Vergessen.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die wesentlichen Erkenntnisse über die Verbindung von persönlicher Familiengeschichte und kollektiver deutscher Geschichte im Werk der Autorin.

Schlüsselwörter

Monika Maron, Pawels Briefe, Familiengeschichte, DDR, Nationalsozialismus, Erinnerung, Vergessen, Generationen, Biografie, Autobiografie, Polnisch-jüdisch, Kommunismus, Identität, Zeitgeschichte, Dokumentation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Monika Marons autobiografisches Werk „Pawels Briefe“ als ein Bindeglied zwischen persönlicher Familiengeschichte und der politischen Historie Deutschlands.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören das Erinnern und Vergessen, die generationsübergreifende Identitätsfindung und der Einfluss totalitärer Systeme auf die private Biografie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, herauszufinden, wie die Autorin die Schicksale ihrer drei Generationen umfassenden Familie darstellt und wie diese mit den geschichtlichen Umständen verknüpft sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Auswertung primär- und sekundärliterarischer Quellen sowie der Untersuchung der Werkstruktur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Betrachtung der drei Generationen: der Großeltern Josefa und Pawel, der Mutter Hella und der Autorin Monika Maron als „antifaschistisches Kriegskind“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Familiengeschichte, Erinnerung, Vergessen, DDR, Nationalsozialismus und Biografie.

Warum spielt das Vergessen eine so zentrale Rolle für die Mutter der Autorin?

Das Vergessen dient Hella als notwendiger Verdrängungsmechanismus, um die traumatischen Erlebnisse des Nationalsozialismus zu überstehen und sich später mit dem neuen politischen System der DDR zu identifizieren.

Inwiefern beeinflusste die jüdische Herkunft des Großvaters den weiteren Lebensweg der Familie?

Die jüdische Herkunft führte zur Diskriminierung und Trennung der Familie während des Nationalsozialismus und stellte für die nachfolgenden Generationen eine lebenslange Belastung dar, die auch das Verhältnis zur eigenen Identität prägte.

Wird das Buch als klassischer Roman eingeordnet?

Nein, die Autorin selbst und die Untersuchung bezeichnen den Text aufgrund seines nicht-fiktionalen Charakters und der essayistischen Passagen als eine spezifische autobiografische Mischform.

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Details

Title
Monika Marons rekonstruierte Familiengeschichte 'Pawels Briefe'
Subtitle
Eine Darstellung dreier Generationen
College
University of Potsdam  (Institut für Germanistik)
Course
Kommunistische Vergangenheit in Erzähltexten nach 1989
Grade
1,0
Author
Janina Böttcher (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V130853
ISBN (eBook)
9783640368952
ISBN (Book)
9783640369348
Language
German
Tags
Monika Marons Familiengeschichte Pawels Briefe Eine Darstellung Generationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janina Böttcher (Author), 2006, Monika Marons rekonstruierte Familiengeschichte 'Pawels Briefe', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130853
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