Während die Entscheidung für Foreign Direct Investments oftmals von zahlreichen Motiven getrieben wird, beschäftigt sich der vorliegende Beitrag mit den damit verbundenen politischen Risiken. Trotz der hohen Bedeutung politischer Risiken bei ausländischen Direktinvestitionen findet aktuell sowohl in der wissenschaftlichen Betrachtung als auch in der Unternehmenspraxis eine unzureichende ganzheitliche Bewertung statt. Die Sensibilisierung im Umgang mit politischen Risiken soll zu einer ganzheitlichen Bewertungsbasis bei Foreign Direct Investments führen.
Inhaltsverzeichnis
1. Warum politische Risiken bei Foreign Direct Investments unzureichend bewertet werden
1.1 Vielversprechende Chancen von Foreign Direct Investments?
1.1.1 Motivbündel seitens der Unternehmen
1.1.2 Motivbündel seitens des Ziellandes
1.2 Zielkonflikte
1.3 Politische Risiken im Überblick
1.3.1 Versicherungswirtschaft & Außenhandel
1.3.2 Aktuelle politische Risikolage
1.4 Zusammenhang zwischen politischen Risiken und FDIs
1.5 Unzureichende Objektivität der qualitativen Bewertungsfaktoren
1.5.1 Einflussfaktoren
1.5.2 Ausprägungsart
1.6 Due Diligence-Aktivitäten
1.7 Die Versuche der quantitativen Bewertung
1.7.1 Modifizierung zukünftiger Cashflows
1.7.2 Modifizierung des Eigenkapitalzinssatzes mit Hilfe einer Länderrisikoprämie
1.7.3 Kritik an der Länderrisikoprämie
1.8 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der unzureichenden ganzheitlichen Bewertung politischer Risiken bei ausländischen Direktinvestitionen (Foreign Direct Investments) und analysiert, wie Risikomanager eine fundiertere, quantifizierbare Entscheidungsbasis schaffen können.
- Analyse der Chancen und Zielkonflikte bei internationalen Investitionen
- Bewertung qualitativer Einflussfaktoren politischer Länderrisiken
- Kritische Beleuchtung bestehender Due Diligence-Verfahren
- Diskussion quantitativer Bewertungsansätze wie Länderrisikoprämien
- Optimierung der Investitionsentscheidung durch Berücksichtigung politischer Risiken
Auszug aus dem Buch
Motivbündel seitens der Unternehmen
Vor dem Hintergrund der Fallspezifität des FDIs können folgende Chancen entstehen: x Reduzierung von Transaktionskosten (Richter & Furubotn, 2003) x Resource Seeking im Rahmen einer vertikalen Integration x Erschließung neuer Absatzmärkte in bevölkerungsstarken Ländern (Market Seeking) x Reduzierung von Produktionskosten als kostenorientierte Investition (Efficiency Seekings) x Sicherung einer strategisch wichtigen Position im Zielland (Strategic Asset Seeking) (Oelmann, 2005, S.72ff.)
Das Motiv Efficiency Seeking, welches lange Zeit in Hinblick auf niedrigere Lohnkosten mit Osteuropa und dem asiatischen Kontinent assoziiert wurde, macht sich aktuell in der Entwicklung der FDI Inflows in den USA bemerkbar: Vor dem Hintergrund der günstigen Energiegewinnung in Form der Frackingmethode werden zunehmend ausländische Direktinvestitionen im Bereich des energieintensiven Chemiesektors durchgeführt, sodass der amerikanische Anteil an weltweiten Greenfield-Investments in diesem Sektor von 6% im Jahr 2011 auf 25% in 2013 anstieg (UNCTAD, 2014, S. xvii). Doch nicht nur das investierende Unternehmen, sondern auch das Zielland kann bei einer ausländischen Direktinvestition Chancen realisieren:
Zusammenfassung der Kapitel
Warum politische Risiken bei Foreign Direct Investments unzureichend bewertet werden: Einleitung in die Thematik der politischen Risiken bei Direktinvestitionen und Darlegung der Wissenslücke in der Unternehmenspraxis.
Vielversprechende Chancen von Foreign Direct Investments?: Beleuchtung der motivationsgebundenen Vorteile für investierende Unternehmen sowie für die empfangenden Zielländer.
Zielkonflikte: Erörterung potenzieller Interessenkonflikte zwischen Investoren und Zielländern sowie der daraus resultierenden Sensibilität politischer Risiken.
Politische Risiken im Überblick: Einordnung politischer Risiken im Kontext von Versicherung und Außenhandel sowie Analyse der aktuellen weltweiten Risikolage.
Zusammenhang zwischen politischen Risiken und FDIs: Statistische Analyse, die den Zusammenhang zwischen dem Political Risk Index und ausländischen Direktinvestitionen belegt.
Unzureichende Objektivität der qualitativen Bewertungsfaktoren: Kritik an der subjektiven Natur qualitativer Risikobewertung anhand sozio-ökonomischer Einflussfaktoren.
Due Diligence-Aktivitäten: Untersuchung der gängigen Due Diligence-Methoden hinsichtlich ihrer mangelnden Eignung zur Abdeckung politischer Länderrisiken.
Die Versuche der quantitativen Bewertung: Vorstellung und kritische Diskussion von Methoden zur Quantifizierung, insbesondere der Länderrisikoprämie nach Damodaran.
Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Notwendigkeit einer ganzheitlichen Investitionsbewertung und Ausblick auf künftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Foreign Direct Investments, politische Risiken, Länderrisiko, Risikomanagement, Due Diligence, Investitionsentscheidung, CAPM-Modell, Länderrisikoprämie, Damodaran, Efficiency Seeking, Greenfield-Investments, Marktanalyse, internationale Unternehmensstrategie, Kapitalmärkte, Risikobewertung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Bewertung politischer Risiken im Kontext grenzüberschreitender Direktinvestitionen und deren Einfluss auf Investitionsentscheidungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die Motivanalyse von FDI, die Identifikation von politischen Risikofaktoren, die Grenzen klassischer Due Diligence-Verfahren sowie quantitative Bewertungsmodelle wie die Risikoprämienanpassung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Risikomanagern Wege aufzuzeigen, wie durch eine Kombination von qualitativen und quantitativen Faktoren eine ganzheitliche Risikoanalyse ermöglicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Neben einer intensiven Literatur- und Quellenrecherche wird eine Regressionsanalyse zur Untersuchung des Zusammenhangs zwischen politischen Risikoindizes und FDI-Investitionsvolumina durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Standortmotiven, politische Risikokategorien, die Kritik an subjektiven Bewertungsansätzen sowie eine detaillierte Diskussion zur Modifizierung von Kapitalkostenmodellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind Foreign Direct Investments, Länderrisiken, Due Diligence, Risikomanagement und die Länderrisikoprämie nach Damodaran.
Welche Rolle spielt die "Regressionsanalyse" im Dokument?
Die Regressionsanalyse dient als statistischer Beleg dafür, dass das politische Risikoniveau eines Ziellandes einen signifikanten Einfluss auf das inländische Investitionsvolumen hat.
Warum wird die Länderrisikoprämie nach Damodaran kritisch diskutiert?
Die Autorin hebt hervor, dass das Modell aufgrund mangelnder empirischer Grundlagen, der Willkür bei der Wahl von Kennzahlen und der fragwürdigen Datenbasis für Schwellenländer kritisch zu hinterfragen ist.
- Arbeit zitieren
- Kristin Lethaus (Autor:in), 2014, Foreign Direct Investments. Warum politische Risiken bei Foreign Direct Investments unzureichend bewertet werden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1308718