Wie ist der Wissensstand der Schülerinnen und Schüler beim Thema Geldwerte, bevor es im Unterricht durchgenommen wird? Wie kann ich als angehende Lehrkraft angemessen an das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler andocken und diesen die Kompetenzen im weiteren Verlauf beibringen? Nicht alle Kinder an der Kasse zeigten nämlich beispielsweise Unwissenheit beim Thema Geld. Dies veranlasst mich, sich näher mit den Vorkenntnissen der Kinder zu beschäftigen. Mit dieser Arbeit möchte ich mich nun genau mit Vorerfahrungen der Schülerinnen und Schüler einer Grundschulklasse im Größenbereich Geldwerte beschäftigen und habe daher folgende Fragestellung entwickelt: „Welche Vorkenntnisse bringen Kinder einer Grundschule aus der 2. Klasse im Größenbereich Geldwerte mit?“.
Bei meiner jetzigen Arbeit als Schulbegleiterin, arbeite ich mit Kindern einer Grundschule zusammen, wodurch mir die Bedeutung des Größenbereiches Geldwerte immer mehr bewusst wird. Noch lange Zeit, bevor diese Thematik in der Schule durchgenommen wird, machen Kinder Erfahrungen mit Geldwerten. Das Kaufladen spielen, das Einsammeln von Kakaogeld oder die Gespräche über das Taschengeld sind Beispiele, die mir im Schul- und OGS Alltag begegnen, in denen Kinder Erfahrungen mit Geld sammeln. Als angehende Lehrkraft habe ich die Verantwortung, den Schülerinnen und Schüler die entsprechenden Kompetenzen beizubringen, da diese für die Teilhabe an vielen alltäglichen Situationen ausschlaggebend sind. Durch meine Erfahrung als Kassiererin ist mir daher bewusst geworden, dass das Thema Geldwerte umfassend und fächerübergreifend behandelt und reflektiert werden muss. Vor allem der richtige Umgang mit dem Vorwissen und den Vorkenntnissen der Kinder und die damit verbundene Lernstrategie muss an der Unterrichtsplanung angepasst werden. Auch sollten Erfahrungen der Kinder, welche beim Umgang mit Geld noch nicht gemacht wurden, im Unterricht mit berücksichtigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1 Größenbereich Geldwerte
2.2 Verortung im Lehrplan
2.3 Phasenmodell nach Grassmann
3. Methodischer Teil
4. Auswertung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die spezifischen Vorkenntnisse von Grundschülern der 2. Klasse im Größenbereich Geldwerte zu untersuchen, bevor das Thema offiziell im Unterricht behandelt wird. Dabei soll analysiert werden, wie Kinder mit verschiedenen Münzen, Scheinen und mathematischen Alltagssituationen umgehen und welche individuellen Wissensstände sowie Fehlvorstellungen existieren.
- Vorerfahrungen und Alltagswissen von Kindern im Bereich Geld
- Didaktische Herausforderungen und Kompetenzaufbau
- Analyse der Leistungsunterschiede und Wissensstände
- Vergleich von empirischen Ergebnissen mit dem Phasenmodell nach Grassmann
- Einfluss von sozioökonomischen Faktoren auf die Preisvorstellung
Auszug aus dem Buch
2.2 Größenbereich Geldwerte
Im folgenden Abschnitt soll zunächst die Besonderheit des Größenbereichs „Geldwerte" aufgezeigt werden. Tiefer sollen didaktischen Schwierigkeiten und Herausforderungen im Unterricht erörtert werden. Dem Themenbereich Geldwerte kommt eine besondere Bedeutung hinzu. Wie in der Einleitung bereits erwähnt, machen Kinder, noch bevor dieser Themenbereich im Mathematikunterricht durchgenommen wird, in ihrem Alltag viele Erfahrung mit dem Thema Geld. In frühen Jahren erleben Kinder beispielsweise, wie Eltern oder Großeltern und auch andere Menschen in Geschäften einkaufen gehen, an der Kasse mit Bargeld oder per Kartenzahlung bezahlen müssen und Wechselgeld bekommen (Peter-Koop/Nührenbörger 2008: 95). Im Unterricht wird dazu das dezimale Stellenwertsystem herangezogen, da dieses für Kinder leicht zugänglich ist und es sich mit Geld leicht modellieren lässt (vgl. ebd.: 95). Bei Geldwerten wird nicht von einer physikalische Größe gesprochen, aber "im Sinn der bürgerlichen Größen kann und wird Geld als Zählgröße entsprechend thematisiert“ (Franke/Ruwisch 2010: 182). Es wird nicht von einer physikalischen Größe gesprochen, da man den Preis einer Ware nicht objektiv messen kann und der ökonomische Wert u. a. von Angebot und Nachfrage abhängt oder sogar willkürlich festgelegt wird (vgl. ebd.: 232). Dies wird durch aufgeführte Faktoren von Franke und Ruwisch im weiteren Verlauf noch näher erläutert. Das Thema Geld im Mathematikunterricht der Grundschule wird ab dem ersten Schuljahr eingeschlossen, wobei von drei Funktionen ausgegangen wird (vgl. ebd.: 231):
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin motiviert das Thema durch ihre beruflichen Erfahrungen als Kassiererin und Schulbegleiterin und formuliert die zentrale Fragestellung bezüglich der Vorkenntnisse von Zweitklässlern.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel beleuchtet die Besonderheiten von Geld als Zählgröße, die Verortung im Lehrplan gemäß der Kernkompetenzen und das Phasenmodell nach Grassmann zur Entwicklung von Größenvorstellungen.
3. Methodischer Teil: Hier wird das Forschungsdesign der Untersuchung beschrieben, bei der 10 Kinder einer zweiten Klasse zu ihrem Wissen über Geldwerte befragt wurden, um den Stand der Vorerfahrungen zu erheben.
4. Auswertung: Die erhobenen Daten werden dargestellt und analysiert; dabei zeigt sich, dass Kinder zwar Münzen und Scheine kennen, jedoch häufig Schwierigkeiten beim Unterscheiden von Euro und Cent haben.
5. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei betont wird, dass Kinder bereits beachtliches Wissen mitbringen, jedoch eine gezielte didaktische Anknüpfung an heterogene Vorerfahrungen notwendig ist.
Schlüsselwörter
Geldwerte, Größenbereich, Mathematikunterricht, Vorkenntnisse, Grundschule, Sachrechnen, Stützpunktvorstellungen, Phasenmodell, Differenzierung, Euro, Cent, Dezimalstruktur, Sachsituationen, Kompetenzaufbau, Münzen und Scheine
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Vorwissen von Kindern der 2. Klasse im Bereich Geldwerte, bevor dieses Thema offiziell im Mathematikunterricht behandelt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die didaktische Bedeutung von Geld als Zählgröße, den Kompetenzaufbau beim Umgang mit Geld und die Analyse realer Vorerfahrungen durch Befragungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche Vorkenntnisse Kinder am Anfang der 2. Klasse im Größenbereich Geldwerte besitzen, um Lehrkräften Anknüpfungspunkte für den Unterricht zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine empirische Untersuchung, bei der die Autorin 10 Schulkinder mithilfe eines Fragebogens und praktischer Materialien wie Spielgeld individuell befragte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, wie das Stützpunktwissen und das Phasenmodell nach Grassmann, sowie die methodische Umsetzung und detaillierte Auswertung der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Geldwerte, Größenvorstellungen, Sachrechnen, Euro/Cent-Unterscheidung sowie der Kompetenzaufbau in der Grundschule.
Warum haben Kinder oft Schwierigkeiten, Preise realistisch einzuschätzen?
Viele Kinder orientieren sich primär an Zahlensymbolen oder dem Aussehen von Münzen/Scheinen, anstatt den tatsächlichen ökonomischen Wert bzw. die Einheiten korrekt zu erfassen.
Wie beeinflusst das soziale Umfeld die Einschätzung der Kinder?
Die Untersuchung zeigt, dass Kinder aus Familien mit unterschiedlichem sozioökonomischem Hintergrund unterschiedlich stark mit Alltagsaspekten von Geld in Berührung kommen, was ihr Stützpunktwissen beeinflusst.
- Arbeit zitieren
- Alina Finkeldey (Autor:in), 2022, Geldwert in der Grundschule. Welche Vorkenntnisse bringen Grundschulkinder mit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1308901