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Der Internationale Währungsfonds - Aktuelle Reformansätze mit Kritik

Title: Der Internationale Währungsfonds - Aktuelle Reformansätze mit Kritik

Diploma Thesis , 2002 , 112 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Robert Huber (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Summary Excerpt Details

[...] Er sollte nach den Jahren der
Weltwirtschaftskrise durch Bereitstellung von Hilfskrediten für Stabilität und
Sicherheit sorgen. Doch für was steht der IWF heute?
Der Fonds ist nun seit über zehn Jahren ins Fadenkreuz der öffentlichen Kritik
geraten. Er hat sich für viele zum Feindbild gewandelt. Er steht heute für einen
ungerechten und unmenschlichen Globalisierungsprozess, gegen den, wie zuletzt in
Genua, Hunderttausende auf die Straßen gehen. Die Aktionen des IWF stehen wie
noch nie im Fokus der Öffentlichkeit und werden von allen Seiten harsch kritisiert. Zu
den Dauergegnern des Fonds vom linken politischen Spektrum haben sich seit
einigen Jahren auch Kritiker aus dem konservativem Lager gesellt und es scheint,
als würden seine Aktionen bereits vorher zum Scheitern verurteilt. Für die einen ist er
der Verkünder des amerikanischen „Raubtier-Kapitalismus“, für die anderen der
„Geldautomat“ wirtschaftlich schlecht geführter Länder mit korrupten und
diktatorischen Regimen. Praktisch für jede Seite ist der IWF eine „böse“ Institution.
Regierungen sehen sich durch seine Kreditprogramme in ihrer Souveränität verletzt.
Globalisierungsgegner kritisieren ihn für seine unsozialen Strukturanpassungs- und
Sparprogramme. Marktfundamentalisten sehen in ihm den Brandstifter der letzten
Wirtschaftskrisen, da er die Märkte am effizienten Funktionieren hindere. Politiker der
G7 Staaten sehen ihre Gelder ohne Wirkung verschwendet. Man könnte sagen, der
IWF ist der unbeliebteste „Feuerwehrmann“ der Welt. So hat es der IWF im
vergangenen Jahrzehnt geschafft, fast alle negativen Schlagzeilen aus der
Weltwirtschaft mit seinem Namen zu verbinden. Dabei sind vor allem die
Wirtschaftskrisen der 1990er Jahre im Gedächtnis geblieben. Die Krisen in Mexiko, Russland , Südost-Asien, Brasilien und zuletzt, seit 2001 in Argentinien, führten zu
Massendemonstrationen gegen Fonds und Länderregierungen. Durch die sozialen
Folgen der IWF Programme kam es in Ländern wie Indonesien (1997) und
Argentinien (2001) zu politischen Unruhen und Politikwechseln.
Die Kritik am IWF ist einhellig, wenn es aber um dessen Reform geht, scheiden sich
die Geister. Von der Abschaffung des Fonds bis zur Ausweitung seiner Aufgaben
ziehen sich zahllose Vorschläge hin. Aber wo befindet sich der derzeitige Stand der
Diskussion und wo sollten Reformen ansetzen? Genau dazu soll diese Arbeit einen
Beitrag leisten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

1.2. Abgrenzung des Themas

2. Der Internationale Währungsfonds (IWF) - Die Institution

2.1. Geschichte und Entstehung

2.1.1. Gründung

2.1.2. Der Wiederaufbau und die Goldene Ära

2.1.3. Der Kollaps des Bretton-Woods Systems und die 1970er Jahre

2.1.4. Die achtziger Jahre

2.1.5. Der Washington Konsens

2.2. Organisation, Aufgaben und Funktionsweise

2.2.1. Organisation und Beschlusstätigkeit

2.2.2. Aufgaben und Funktionalität

2.2.2.1. Finanzierung

2.2.2.2. Überwachung

2.2.2.3. Dienstleistung und technische Hilfe

3. Die Krisen der 1990er Jahre und die Rolle des IWF

3.1. Die Mexiko-Krise

3.1.1. Die Krise

3.1.2. Der „Tequilla-Effekt“

3.1.3. Die Rettung

3.1.4. Fazit

3.2. Die Asien-Krise

3.2.1. Süd-Ost Asien vor der Krise

3.2.2. Der Verlauf der Krise

3.2.3. Fazit

3.3. Die Russland-Krise

3.3.1. Der Beginn der Transformation

3.3.2. Die Krise

3.3.3. Fazit

4. Der Internationale Währungsfond – Eine Problemanalyse

4.1. Organisation und Aufgaben

4.1.1. Die satzungsmäßigen Hauptaufgaben des Fonds

4.1.2. Die Aufgabenteilung mit Weltbank und WTO

4.1.3. Die Finanzinstrumente des Fonds

4.1.4. Die Rechenschaftspflicht des Fonds

4.2. Wirtschaftspolitische Ausrichtung

4.2.1. Die internationale Finanzarchitektur

4.2.2. Marktbeeinflussung durch „Bail-out“ (die „Moral Hazard“ Problematik)

4.2.3. Die wirtschaftspolitischen Empfehlungen des Fonds

4.2.4. Die Dimension heutiger Finanzmärkte und deren Kontrolle

4.2.5. Die Bedeutung von Institutionen im marktwirtschaftlichen Entwicklungsprozess

4.3. Politische Problematik

4.3.1. Demokratieverständnis und Machtverteilung in den BWIs

4.3.2. Konditionalitäten als Druckmittel und deren Wirksamkeit

4.3.3. Das „Good Governance“ Problem

5. Aktuelle Reformansätze mit Kritik

5.1. Einordnung der Reformansätze

5.2. Die Reformansätze mit Kritik – Ein Forderungskatalog

5.2.1. Demokratisierung der Machtverhältnisse

5.2.2. Verringerung der Handlungskompetenzen

5.2.3. Restrukturierung der Finanzierungsfunktion

5.2.4. Verringerung des „Moral Hazards“

5.2.5. Einführung von Standards und Verhaltenskodizes

5.2.6. Neuordnung der Finanzarchitektur

5.3. Abschließende Einschätzung

6. Persönliche Schlußbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Reformdebatte rund um den Internationalen Währungsfonds (IWF) vor dem Hintergrund der zahlreichen Wirtschaftskrisen der 1990er Jahre. Ziel ist es, die interne Funktionsweise und das Agieren des Fonds zu analysieren, die aus der Kritik der letzten zehn Jahre resultierenden Probleme herauszuarbeiten und verschiedene Reformkonzepte zu bewerten sowie durch eigene Lösungsansätze zu ergänzen.

  • Historische Entwicklung, Struktur und Aufgaben des IWF
  • Analyse der Krisen in Mexiko, Asien und Russland im Kontext der IWF-Politik
  • Problematik der IWF-Konditionalität und wirtschaftspolitischen Standardrezepte
  • Diskussion um "Moral Hazard" und die Rolle des IWF als Krisenmanager
  • Reformdiskussion: Demokratisierung, Kompetenzfokussierung und Finanzarchitektur

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Gründung

Die Ursprünge des Fonds reichen zurück bis in die 1930er Jahre, in die Zeiten der großen Depression. Zu dieser Zeit gingen tausende von Firmen und Banken bankrott. Die Preise fielen unter die Erzeugerkosten, Ersparnisse wurden wertlos. Deutschland wurde von einer Hyperinflation überrollt und Heere von Arbeitslosen waren auf der Suche nach Jobs. Der Kapitalismus schien gescheitert.

Diese Zeit hatte weitreichende Folgen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Es existierte keinerlei Vertrauen mehr in Papiergeld, in der Folge stieg die Nachfrage nach Gold. Die meisten Währungen wurden nur noch in Gold bewertet. Das Tauschgeschäft florierte sogar zwischen Staaten (eine Lokomotive gegen 100 t Kaffee). Des weiteren wurde wieder verstärkt auf protektionistische Maßnahmen wie Zölle und Handelsbarrieren gesetzt. Der internationale Handel brach zwischen 1929 und 1932 um 63% ein. Mehrere internationale Konferenzen waren nicht in der Lage, die Währungsprobleme der Weltwirtschaft zu lösen.

In der Bevölkerung kam es zu sozialen Unruhen aufgrund einer immensen Zahl an Arbeitslosen. Die wirtschaftlichen Probleme führten in mehreren europäischen Ländern zu politischen Unruhen und trieben die verarmte Bevölkerung in die Hände von extremistischen Parteien (wie der NSDAP in Deutschland). In der Folge kam es 1939 erneut zum Krieg in Europa.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die historische Entstehung des IWF als Stabilitätsgarant und dessen Transformation zu einer kontrovers diskutierten Institution im Zuge der Krisen der 1990er Jahre.

2. Der Internationale Währungsfonds (IWF) - Die Institution: Erläutert die Geschichte von Bretton Woods, die Entwicklung der Aufgaben, sowie die heutige Organisationsstruktur und die Finanzfazilitäten des Fonds.

3. Die Krisen der 1990er Jahre und die Rolle des IWF: Analysiert detailliert die Ursachen und den Verlauf der Mexiko-Krise, Asien-Krise und Russland-Krise sowie das jeweils spezifische Agieren des IWF.

4. Der Internationale Währungsfond – Eine Problemanalyse: Beleuchtet die institutionellen Schwächen, die wirtschaftspolitische Ausrichtung und die politischen Machtverhältnisse, die das Handeln des Fonds beeinflussen.

5. Aktuelle Reformansätze mit Kritik: Stellt verschiedene Konzepte zur IWF-Reform vor, darunter Forderungen der Meltzer-Kommission und des CFR-Berichts, und diskutiert diese kritisch.

6. Persönliche Schlußbetrachtung: Reflektiert kritisch über die bisherigen Lernprozesse des IWF und mahnt grundlegende strukturelle Reformen an.

Schlüsselwörter

IWF, Internationale Währungsarchitektur, Mexiko-Krise, Asien-Krise, Russland-Krise, Moral Hazard, Konditionalität, Globalisierung, Kapitalverkehrskontrollen, Institutionenökonomie, Weltbank, Reform, Stimmrechtsverteilung, Finanzstabilität, Krisenprävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle des IWF bei den großen Finanzkrisen der 1990er Jahre und diskutiert auf dieser Grundlage den aktuellen Reformbedarf der Institution.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Bretton-Woods-Institutionen, die Kritik an den IWF-Interventionen in verschiedenen Krisenregionen sowie die Auseinandersetzung mit wirtschaftspolitischen Standardempfehlungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die kontroverse Debatte um den IWF darzustellen, die Ursachen für das Scheitern mancher Programme zu identifizieren und Reformansätze auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung makroökonomischer Daten und einem Vergleich verschiedener internationaler Reformberichte sowie Expertenmeinungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Fallstudien-Analyse (Mexiko, Asien, Russland), eine systematische Problemanalyse der IWF-Strukturen und eine kritische Gegenüberstellung aktueller Reformvorschläge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Finanzarchitektur, Moral Hazard, Konditionalität, Krisenprävention und Reformdiskurs charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Rettungspakete des IWF in Mexiko?

Der Autor hinterfragt, ob die Rettungsaktion zwar politisch motiviert und in der Höhe berechtigt war, aber durch das Aufkommen des "Moral Hazard"-Problems langfristig die Risikobereitschaft an den Märkten eher erhöht hat.

Warum ist die Russland-Krise laut Autor besonders kritisch zu betrachten?

Der Autor kritisiert, dass der IWF durch das Drängen auf schnelle Privatisierung ohne einen hinreichenden institutionellen Rahmen (wie Rechtssicherheit) den ökonomischen Transformationsprozess massiv erschwert und korruptionsanfällige Strukturen gefördert hat.

Excerpt out of 112 pages  - scroll top

Details

Title
Der Internationale Währungsfonds - Aktuelle Reformansätze mit Kritik
College
University of Applied Sciences Rosenheim  (FB VWL)
Grade
2,0
Author
Robert Huber (Author)
Publication Year
2002
Pages
112
Catalog Number
V13090
ISBN (eBook)
9783638188364
Language
German
Tags
Internationale Währungsfonds Aktuelle Reformansätze Kritik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Huber (Author), 2002, Der Internationale Währungsfonds - Aktuelle Reformansätze mit Kritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13090
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