In dieser Hausarbeit wird der Frage auf den Grund gegangen, wie der politische Islam in der türkischen Politik instrumentalisiert wurde. Für jenen Ansatz werden normative Fragen der Ideologie umgangen und Parteien mit der ökonomischen Demokratietheorie Downs analysiert.
Nach der ökonomischen Demokratietheorie war die Demokratische Partei, welche den politischen Islam instrumentalisiert hat, vollständig in das politische System des Landes integriert und versuchten lediglich, mit Hilfe des politischen Islams, politische Macht zu erlangen und zu erhalten, und nicht die Ideologie des Islamismus zu implementieren. Jene Interpretation des Wandels des politischen Islam steht im Einklang mit der ökonomischen Demokratietheorie Downs. In einer Argumentation seiner Theorie postuliert Down, dass in einer Demokratie Parteien ihr Programm und ihre Rhetorik so gestalten, dass sie die meisten Stimmen erhalten und somit zugleich die meiste Macht erhalten können, das heißt zur Hauptkraft, nach ihren Absichten, werden. Die Politik ist, in jenem Fall, weniger ein ideologisches Streben, sondern viel eher als ein Selbstzweck zu verstehen. Politische Parteien wollen in erster Linie Macht und versuchen daher, mit ihrer Parteisystematik möglichst viele Wählerstimmen zu erhalten.
Die vorliegende Hausarbeit erörtert insbesondere jenen interpretativen Ansatz und vertritt die These, dass die Transformationen des Islamismus in der Türkischen Republik, kein Wunsch eines ideologischen islamistischen Programms ist, sondern einfach durch das Machtkalkül ihrer Organisation erklärt werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Hintergrund
3. Kemalismus
4. Laizismus
5. Islam und Islamismus
6. Politischer Islam
I. Ökonomische Demokratietheorie Downs
II. Der politische Islam und die Demokratische Partei
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Instrumentalisierung des politischen Islams in der türkischen Politik anhand der Demokratischen Partei und analysiert diesen Prozess unter Anwendung der ökonomischen Demokratietheorie von Anthony Downs.
- Historische Entwicklung des türkischen Nationalstaats
- Die Ideologie des Kemalismus und dessen sechs Pfeiler
- Konzept und historische Einordnung des Laizismus
- Transformation des politischen Islams in der Partei-Rhetorik
- Machtkalkül versus ideologische Implementierung
Auszug aus dem Buch
1. Einstieg
In dieser Hausarbeit wird der Frage auf den Grund gegangen, wie der politische Islam in der türkischen Politik instrumentalisiert wurde. Für jenen Ansatz werden normative Fragen der Ideologie umgangen und Parteien mit der ökonomischen Demokratietheorie Downs analysiert. Nach der ökonomischen Demokratietheorie war die Demokratische Partei, welche den politischen Islam instrumentalisiert hat, vollständig in das Politische System des Landes integriert und versuchten lediglich, mit Hilfe des politischen Islams, politische Macht zu erlangen und zu erhalten, und nicht die Ideologie des Islamismus zu implementieren. Jene Interpretation des Wandels des politischen Islam steht im Einklang mit der ökonomischen Demokratietheorie Downs. In einer Argumentation seiner Theorie postuliert Down, dass in einer Demokratie Parteien ihr Programm und ihre Rhetorik so gestalten, dass sie die meisten Stimmen erhalten und somit zugleich die meiste Macht erhalten können, das heißt zur Hauptkraft, nach ihren Absichten, werden.
Die Politik ist, in jenem Fall, weniger ein ideologisches Streben, sondern viel eher als ein Selbstzweck zu verstehen. Politische Parteien wollen in erster Linie Macht und versuchen daher, mit ihrer Parteisystematik möglichst viele Wählerstimmen zu erhalten [1]. Die vorliegende Hausarbeit erörtert insbesondere jenen interpretativen Ansatz und vertritt die These, dass die Transformationen des Islamismus in der türkischen Republik, kein Wunsch eines ideologischen islamistischen Programms ist, sondern einfach durch das Machtkalkül ihrer Organisation erklärt werden kann [2].
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an der Instrumentalisierung des Islams in der türkischen Politik mittels der Demokratietheorie von Downs.
2. Historischer Hintergrund: Dieses Kapitel skizziert den Übergang vom osmanischen Vielvölkerstaat zur Gründung der türkischen Republik unter Mustafa Kemal Atatürk.
3. Kemalismus: Hier werden die sechs ideologischen Pfeiler des Kemalismus erläutert, die als Grundlage für die Modernisierung und den Nationalstaat dienen.
4. Laizismus: Das Kapitel behandelt die historische Herkunft des Laizismus und seine strikte institutionelle Trennung von Staat und Religion.
5. Islam und Islamismus: Definition des Islams als Religion und Abgrenzung zum politisch-ideologischen Begriff des Islamismus.
6. Politischer Islam: Analyse der Implementierung des Mehrparteiensystems und der strategischen Nutzung religiöser Rhetorik durch die Demokratische Partei.
7. Fazit: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass das Handeln der Demokratischen Partei primär machtpolitisch durch ein Machtkalkül motiviert war, statt eine islamistische Ideologie zu verfolgen.
Schlüsselwörter
Türkei, Islam, Politik, Kemalismus, Laizismus, Demokratische Partei, Machtkalkül, Anthony Downs, Mehrparteiensystem, Religion, Nationalstaat, Ideologie, Säkularisierung, Transformation, Parteirhetorik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, ob die Hinwendung der türkischen Demokratischen Partei zum politischen Islam auf einer ideologischen Überzeugung oder rein auf einem machtpolitischen Kalkül basierte.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die kemalistische Ideologie, der laizistische Staatsaufbau der Türkei sowie die Rolle des Islams als politisches Instrument seit Einführung des Mehrparteiensystems 1950.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Es wird der Frage nachgegangen, wie der politische Islam instrumentalisiert wurde und ob dies als Verfolgung einer islamistischen Ideologie oder als rein strategische Zielsetzung zugunsten politischer Macht zu werten ist.
Welcher theoretische Rahmen wird zur Analyse genutzt?
Der Autor verwendet die "Ökonomische Demokratietheorie" von Anthony Downs, um das Handeln von Parteien als rationales Streben nach Stimmenmaximierung und Machtgewinn statt als ideologisch geleitet zu interpretieren.
Welche Schwerpunkte bilden den Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung der Türkei nach dem Ersten Weltkrieg, den Grundpfeilern des Kemalismus, dem laizistischen Konzept und der spezifischen Wahlkampfstrategie der Demokratischen Partei.
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am treffendsten?
Zu den wichtigsten Kennzeichnern gehören Laizismus, Machtkalkül, Demokratische Partei und politische Instrumentalisierung von Religion.
Warum wird der Kemalismus für das Verständnis des türkischen Staates als so zentral erachtet?
Der Kemalismus bildet das ideologische Fundament des türkischen Nationalstaats durch die "sechs Pfeiler", die maßgeblich die Trennung von Religion und Politik einleiteten.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Demokratischen Partei?
Der Autor schlussfolgert, dass die Demokratische Partei keine islamistische Ideologie verfolgte, sondern den Islam lediglich als Mittel zum Zweck nutzte, um konservative Wählerstimmen zu mobilisieren.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2022, Die Instrumentalisierung des Islams in der türkischen Politik. Verfolgung einer islamistischen Ideologie oder eigener Ziele auf Kosten des Islams?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1309018