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Gesellschaftliche Konventionen in "Pippi Langstrumpf". Eine Fokussierung der Kategorien Class, Gender und Race

Titel: Gesellschaftliche Konventionen in "Pippi Langstrumpf". Eine Fokussierung der Kategorien Class, Gender und Race

Masterarbeit , 2020 , 52 Seiten

Autor:in: Nina-Sophie Bank (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit werden die Kategorien class, race und gender im Einzelnen, wie auch im Zusammenspiel, in den Romanen um Pippi Langstrumpf betrachtet. Diese Analyse soll als Grundlage fungieren, um die Frage zu beantworten, weshalb Pippi Langstrumpf als Figur überhaupt funktionieren kann. Auch zeigt diese Arbeit, dass das Gesellschaftsbild der damaligen Zeit mit der Figur von Pippi Langstrumpf, trotz der Tabubrüche, übereinstimmt. Damit wird aufgezeigt, dass die Notwendigkeit der Reflektion und Kritik in der heutigen Zeit durchaus gerechtfertigt ist. Dennoch soll verdeutlicht werden, dass Pippi dem Ton ihrer Zeit trotzt, gleichzeitig aber ein Opfer der Mode wurde.

Allgemein lässt sich sagen, dass Pippi Langstrumpf als Sinnbild für Tabubrüche gesehen werden kann. Dementsprechend wird sie zum Beispiel in die Phalanx feministischer Figuren eingeordnet. Sie vertritt vor allem die Ideologie der Ideologienfreiheit. Als sowohl prä- als auch postfeministische Figur kann sie dementsprechend als Symbol für zeitlose Durchsetzungskraft von Frauen gesehen werden, womit sich vor allem Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken einsetzt.

In den 1970er-Jahren wird dann eine Rassismuskritik gegenüber der Figur laut. Die Debatte darüber hat sich bis heute noch nicht vollends beruhigt. Hier plädiert man allerdings nicht für eine Zensur, sondern mehr für eine Reflektion und Integration des Themas innerhalb der Bildungspolitik. Die Figur Pippi Langstrumpf an sich soll als solche bestehen bleiben. Weniger populär ist die Betrachtung der finanziellen Situation und des gesellschaftlichen Status der Figur. Diese gilt es noch auszubauen, da die Kategorien class, race und gender in Pippi Langstrumpf beispiellos ineinandergreifen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Konzepte

2.1. Kinder- und Jugendliteratur

2.2. Kategorie ‚class‘

2.3. Kategorie ‚gender‘

2.4. Kategorie ‚race‘

2.5. Intersektionalität

3. Darstellung der gesellschaftlichen Konventionen in Pippi Langstrumpf

3.1. Gesellschaftliche Konventionen der Kategorie ‚class‘

3.2. Gesellschaftliche Konventionen der Kategorie ‚gender‘

3.3. Gesellschaftliche Konventionen der Kategorie ‚race‘

4. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Figur Pippi Langstrumpf vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Konventionen und analysiert dabei die Wechselwirkungen der Kategorien 'class', 'gender' und 'race'. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Pippi als literarische Figur funktioniert und inwiefern ihr Verhalten die damaligen gesellschaftlichen Strukturen gleichzeitig bricht und widerspiegelt.

  • Analyse der sozialen Schichtung und des Klassenbegriffs im Kontext des bürgerlichen Familienideals.
  • Untersuchung von Konstruktionen und Normen im Bereich der Geschlechterrollen (gender).
  • Kritische Auseinandersetzung mit postkolonialen Aspekten und rassistischen Stereotypen (race).
  • Anwendung einer intersektionellen Perspektive zur Erfassung der Mehrdimensionalität der untersuchten Kategorien.
  • Diskussion über die Notwendigkeit von Reflektion und Kritik bei der Rezeption klassischer Kinderliteratur.

Auszug aus dem Buch

3.1. Gesellschaftliche Konventionen der Kategorie ‚class‘

Bei der Betrachtung von Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ darf die Perspektive der Klassenzugehörigkeit nicht fehlen. Zunächst lässt sich dabei feststellen, dass die Geschichte sich hauptsächlich innerhalb des gehobenen Bürgertums abspielt, welches auch als Bourgeoisie bezeichnet wird. Vor allem die Familie Settergren ist bei der Betrachtung der Kategorie ‚class‘ von großer Bedeutung, stellt sie doch den Prototypen des nordischen Familienidylls dar, was sich auch in deren Wohnsituation widerspiegelt. Die immer aufgeräumte Miniaturidylle der kleinbürgerlichen Gesellschaft wird in „Pippi Langstrumpf“ in witziger und ironischer Weise ins Gegenteil verkehrt. Dies wird gleich zu Beginn des ersten Pippi-Buches mit der Beschreibung der Villa Kunterbunt deutlich gemacht.77 „Außerhalb der kleinen, kleinen Stadt lag ein alter verwahrloster Garten, Im Garten stand ein altes Haus, und in dem Haus wohnte Pippi Langstrumpf.“78 Diese Beschreibung wird zu einem späteren Zeitpunkt noch weiter ausgestaltet.

Demgegenüber steht die Familienidylle der Familie Settergren. Das wird vor allem im Kapitel „Pippi geht zum Kaffekränzchen“ deutlich, da hier Pippi und Frau Settergren in einem direkten Vergleich gegenübergestellt werden können. „Im Wohnzimmer der Familie Settergren saßen drei vornehme Damen und Thomas und Annika und ihre Mutter. Es war ein herrlicher Kaffeetisch gedeckt, und in dem offenen Kamin brannte ein Feuer. Die Damen plauderten ruhig miteinander, und Thomas und Annika saßen auf dem Sofa und blätterten in einem Album. Alles war voller Frieden.“80 Der Normbruch, der in Pippi Langstrumpf vollzogen wird, bezieht sich nicht nur auf die gesellschaftlichen Gepflogenheiten und auf die finanzielle Situation. Hier wird vor allem das häusliche Umfeld in die Diskussion miteinbezogen. So entpuppt sich das verwahrloste Haus, in dem Pippi Langstrumpf wohnt bald als idyllisches Heim, in dem jedes Kind gerne leben würde. Dort wird es nie langweilig und es gibt immer etwas zu entdecken. Diese Umkehrung macht den programmatischen Normbruch in Pippi Langstrumpf aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Pippi Langstrumpf als literarische Figur und stellt die Forschungsfrage nach ihrer Rolle für die Emanzipation sowie die Relevanz der Analyse hinsichtlich historischer gesellschaftlicher Strukturen.

2. Theoretische Konzepte: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe und Konzepte eingeführt, darunter die Kinder- und Jugendliteraturforschung sowie die Kategorien 'class', 'gender', 'race' und die Intersektionalität als analytisches Instrumentarium.

3. Darstellung der gesellschaftlichen Konventionen in Pippi Langstrumpf: Der Hauptteil analysiert detailliert, wie Pippi Langstrumpf mit den gesellschaftlichen Konventionen der Kategorien Klasse, Geschlecht und Rasse interagiert und diese einer ironischen Normbruch-Analyse unterzieht.

4. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Notwendigkeit einer intersektionalen Betrachtungsweise, um Pippi Langstrumpf als ein komplexes Werk der 50er-Jahre in seinem soziokulturellen Kontext zu verstehen.

Schlüsselwörter

Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren, Intersektionalität, Gender Studies, class, gender, race, Kinderliteratur, Bourgeoisie, gesellschaftliche Konventionen, Postcolonial Studies, patriarchale Strukturen, Emanzipation, Rassismuskritik, soziale Schichtung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Master-Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Kinderbuchfigur Pippi Langstrumpf unter dem Aspekt, wie gesellschaftliche Konventionen der Kategorien Klasse, Geschlecht und Ethnie in den Werken von Astrid Lindgren dargestellt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Untersuchung von Machtverhältnissen, das Aufbrechen traditioneller Rollenbilder und die kritische Beleuchtung kolonialer sowie bürgerlich-sozialer Normen innerhalb der Erzählungen.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Pippi Langstrumpf als Figur trotz – oder gerade wegen – ihrer Tabubrüche funktioniert und wie ihr Verhalten heutige gesellschaftliche Kritik an den historischen Strukturen begründet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Anwendung intersektionaler Konzepte der Gender Studies, um die vielschichtigen sozialen Dimensionen der Romanfiguren zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Kategorien 'class', 'gender' und 'race' einzeln auf das Verhalten und Umfeld der Protagonistin sowie anderer Figuren wie der Familie Settergren oder Fräulein Rosenblom angewendet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Intersektionalität, Rassismuskritik, bourgeoise Normen, soziale Schichtung und feministische Didaktik geprägt.

Warum wird gerade die 1967er-Ausgabe von Pippi Langstrumpf für die Analyse genutzt?

Diese Ausgabe wurde gewählt, um die Rassismuskritik an den Originaltexten verdeutlichen zu können, da spätere, ab 2009 vorgenommene Änderungen an der Textsprache die Debatte über diese Aspekte verfälschen könnten.

Welche Rolle spielt Pippi als vermeintliche 'starke Frau' nach Auffassung der Autorin?

Die Autorin stellt fest, dass Pippi zwar als starke Persönlichkeit agiert, jedoch nicht bewusst eine modellierte Rolle als 'starke Frau' vertritt, sondern eher durch ihr natürliches Selbstbewusstsein Rollenbilder hinterfragt.

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Details

Titel
Gesellschaftliche Konventionen in "Pippi Langstrumpf". Eine Fokussierung der Kategorien Class, Gender und Race
Hochschule
Universität Trier
Autor
Nina-Sophie Bank (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
52
Katalognummer
V1309051
ISBN (PDF)
9783346778215
ISBN (Buch)
9783346778222
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pippi Langstrumpf class gender race Astrid Lindgren
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nina-Sophie Bank (Autor:in), 2020, Gesellschaftliche Konventionen in "Pippi Langstrumpf". Eine Fokussierung der Kategorien Class, Gender und Race, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1309051
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  52  Seiten
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