Es stellt sich die Frage, inwiefern eine frühe und grundlegende technische Bildung – bezogen auf die globalen Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung – dazu beitragen kann, junge Menschen und spätere Erwachsene dazu zu befähigen, Probleme und Schwierigkeiten einer technisierten Welt zu verstehen und darüber hinaus handlungsfähig zu werden und an der Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken. Wie kann bzw. muss eine solche technische Bildung gestaltet sein? Gibt es bereits entsprechende Methoden, Ansätze und Erfahrungen? Nimmt der aktuelle Unterricht zur technischen Bildung Bezug auf das Leitbild der Nachhaltigkeit? Hat sich dieses bereits in der didaktischen Theoriebildung niedergeschlagen? Inwieweit gilt dies speziell für die Elementar- und Primarstufe? Wie könnten Praxisbeispiele aussehen? Gibt es bereits überzeugende Modelle, erprobte Konzepte oder Anknüpfungsmöglichkeiten?
Die Bereiche Technik und nachhaltige Entwicklung haben beide einen bedeutenden Stellenwert in der frühen (kindlichen) Bildung. Der Antrieb von Technikentwicklungen ist der Versuch, die eigene Begrenztheit zu überwinden. Dies kann allerdings auf Kosten humaner, sozialer, ökologischer oder ökonomischer Ressourcen geschehen. Hier soll eine Bildung zur nachhaltigen Entwicklung dazu beitragen, Technik zu bewerten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Nachhaltigkeit
1.1 Nachhaltigkeitsverständnis
1.2 Auf dem Weg zum Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung
1.3 Das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung
1.3.1 Nachhaltigkeitsstrategien
1.4 Nachhaltigkeit als Bildungsprinzip – Bildung für nachhaltige Entwicklung
1.5 Bildung für nachhaltige Entwicklung im Primar- und Elementarbereich
2 Technik
2.1 Begriffsverständnis des (allgemeinen) Technikbegriffes
2.2 Technik und Gesellschaft
2.3 Technische (Allgemein-) Bildung
2.4 Technische Bildung im Primar und Elementarbereich
3 BNE & Technische Bildung
3.1 Nachhaltigkeit als Leitidee für technische Bildung im Elementar- und Primarbereich
3.2 Technische Nachhaltigkeitsbildung im Elementar- und Primarbereich
3.2.1 Methodenbeispiel: Reparieren
3.2.2 Repaircafé / Reparaturwerkstatt als potenziell ertragreicher Lernort für Kinder im Elementar- und Primarbereich
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit untersucht, wie eine technische Bildung im Elementar- und Primarbereich gestaltet sein muss, um vor dem Hintergrund globaler Nachhaltigkeitsherausforderungen dazu beizutragen, dass junge Menschen technische Zusammenhänge verstehen, handlungsfähig werden und die Gesellschaft aktiv mitgestalten können.
- Verknüpfung von Technikdidaktik und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
- Entwicklung eines grundlegenden Technikverständnisses im Kindesalter
- Reflexion von Technik in gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Kontexten
- Praktische Implementierung durch Methoden wie das Reparieren
- Bedeutung von Lernorten wie Reparaturwerkstätten oder Repair-Cafés
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsverständnis des (allgemeinen) Technikbegriffes
Der Begriff Technik kommt ursprünglich vom griechischen „technikos“, was kunstvoll, sachverständig oder fachmännisch bedeutete. Dieser Begriff verallgemeinerte sich wiederum im Laufe der Zeit zum Begriff „techne“, der nun auch das angewandte Wissen des Handwerks bzw. der/des Kunst(-fertigkeit/ -werks) umfasst (vgl. DUDEN 2014, S.1991).
Aber was versteht man genau unter dem Begriff Technik? Darüber gibt es in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung keine Einigkeit. Der Technikphilosoph Ropohl konstatiert: „Die Diskussionen über den ,richtigen´ Technikbegriff wollen kein Ende nehmen.“ (Ropohl 2010, S. 41). Hier wird deutlich, wie schwierig die Bestimmung eines allgemeinen konsensfähigen Technikbegriffs zu sein scheint. Eine große Schwierigkeit lässt sich dabei in den verschiedenen Verwendungen des Begriffs Technik vermuten. Mit Technik können Sachsysteme bzw. Artefakte gemeint sein, allerdings kann Technik auch losgelöst von technischen Artefakten auftreten, was im folgenden Abschnitt gezeigt und anhand verschiedener Bedeutungen (und Perspektiven) diskutiert werden soll. Ziel ist es, einen Technikbegriff darzustellen, der sich für eine technische Bildung im Kontext der Herausforderung einer nachhaltigen Entwicklung eignen könnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Nachhaltigkeit: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Nachhaltigkeit, seine historische Entwicklung bis hin zum globalen Leitbild der nachhaltigen Entwicklung sowie die Bedeutung für die Bildung.
2 Technik: Hier wird der Technikbegriff theoretisch und didaktisch hergeleitet und das enge Wechselwirkungsverhältnis zwischen Technik, Gesellschaft und der Notwendigkeit einer technischen Allgemeinbildung erörtert.
3 BNE & Technische Bildung: Das letzte Hauptkapitel führt Nachhaltigkeit und Technik zusammen und präsentiert praktische Ansätze wie das Reparieren, um Kindern im Elementar- und Primarbereich ein reflektiertes Technikverständnis zu vermitteln.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE, Technikbildung, Elementarbereich, Primarbereich, Technikverständnis, Gestaltungskompetenz, Reparieren, Reparaturwerkstatt, Technikgestaltung, Nachhaltigkeitsstrategien, Umweltbewusstsein, Sachunterricht, Soziale Gerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretische Fundierung und die pädagogische Gestaltung einer technischen Bildung, die sich an Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung orientiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind die Konzepte von Nachhaltigkeit, die Didaktik der Technik, die Verbindung dieser Bereiche in der frühen Bildung sowie die Förderung von Handlungskompetenzen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Fragestellung zielt darauf ab, wie technische Bildung so gestaltet werden kann, dass Kinder Probleme einer technisierten, globalen Welt verstehen, Handlungsalternativen entwickeln und aktiv zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Gesellschaft beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender technikdidaktischer Ansätze und bildungswissenschaftlicher Diskurse zu Nachhaltigkeit, die in eine Synthese für den Primar- und Elementarbereich mündet.
Welcher Inhalt wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Dimensionen von Nachhaltigkeit, unterschiedliche Technikverständnisse (wie den mittleren Technikbegriff nach Ropohl) sowie didaktische Konzepte wie den mehrperspektivischen oder historisch-genetischen Ansatz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen gehören Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), Gestaltungskompetenz, technikdidaktische Ansätze, technisches Grundverständnis und praktisches Handeln (z.B. Reparieren).
Warum ist das Reparieren als Methode für Kinder besonders wichtig?
Das Reparieren ermöglicht Kindern einen Einblick in die Funktionsweise der "Blackbox" Technik, fördert die Selbstwirksamkeit und vermittelt durch Erhaltung und Nutzung von Ressourcen direkt Prinzipien der Nachhaltigkeitsstrategie (Permanenz/Effizienz).
Welche Rolle spielen Lernorte wie Repair-Cafés in der Arbeit?
Diese Lernorte werden als idealer Raum beschrieben, da sie nicht nur technisches Wissen vermitteln, sondern durch die Anleitung von Experten Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen und Kindern helfen, sich gegen geplante Obsoleszenz zu positionieren.
- Arbeit zitieren
- Lasse Nauheimer (Autor:in), 2020, Nachhaltigkeit als Leitidee technischer Bildung im Primar- und Elementarbereich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1309123