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Sprachreflexion: Gesprochene Sprache als Reflexionsanlass

Förderung von Sprachbewusstheit bei Grundschulkindern im mehrsprachigen Kontext

Title: Sprachreflexion: Gesprochene Sprache als Reflexionsanlass

Term Paper , 2009 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Laura Holtbecker (Author)

German Studies - Linguistics
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Diese Arbeit soll eine Begründung dafür liefern, warum und wie Mehrsprachigkeit in den Schulklassen der Grundschule genutzt werden kann, damit sowohl monolinguale als auch bilinguale Schüler ihre Sprachbewusstheit erweitern können, indem sie sich gegenseitig unterstützen. Dabei sollen die Muttersprachen der Migrantenkinder aufgegriffen werden, um die zweisprachigen Kinder als Experten in den Unterricht einzubeziehen und damit den Einsprachigen den Horizont von Sprachgebrauch zu erweitern. Diese Erörterung äußerer Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht soll ein aktuelles Thema der heutigen oft multikulturellen Klassen aufgreifen. Da jedoch auch einsprachig aufgewachsene Kinder Vorkenntnisse zur Mehrsprachigkeit aufweisen, werde ich ebenfalls auf die Erscheinungsformen des Deutschen eingehen, da diese oft erst bewusst gemacht werden müssen, denn selbst ein deutscher monolingualer Erwachsener spricht an unterschiedlichen Orten, in unterschiedlichen Situationen, mit unterschiedlichen Personen immer wieder eine andere Sprache – in diesem Fall Varietäten des Deutschen. Diese Flexibilität macht den Erwachsenen aus. Die Kinder müssen sich diese Fähigkeit allerdings erst aneignen.
Die Auseinandersetzung mit der äußeren Mehrsprachigkeit, also mit Sprachen anderer Nationen, und der inneren Mehrsprachigkeit, also den Varietäten des Deutschen, soll zum einen die Sprachbewusstheit hinsichtlich des Sprachgebrauchs prägen und zum andern die Ressourcen in einer Klasse ausschöpfen und nutzen. So merken bilinguale bzw. dialektal geprägte Kinder, dass man Interesse an ihrer Sprechweise zeigt und entwickeln so (möglicherweise) einen höheren Motivationsgrad, die deutsche Standardsprache zu perfektionieren. Dazu bietet sich das Konzept der Sprachreflexion an, welches zu allererst dem traditionellen Grammatikunterricht gegenübergestellt werden soll, um zu begründen, wie wichtig es ist, den Schülern nicht nur strukturiertes Wissen zu liefern, sondern auch ein gewisses Sprachgefühl zu erlangen. Oft ist es nämlich so, dass die Kinder über eine sehr ausgiebige Sprachbewusstheit verfügen, die ihnen aber erst bewusst gemacht werden muss. Warum aber die Sprachreflexion bzw. die Reflexion über Sprache und nicht der traditionelle Grammatikunterricht diese so genannte Sprachbewusstheit herstellen kann, soll im Folgenden erläutern werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Gegenwärtige Situation von Sprachreflexion in der Grundschule

2.1 Probleme des traditionellen Grammatikunterrichts

2.1.1 Kontrafaktisches Grundschulwissen

2.2 Der Reformansatz „Reflexion über Sprache“

3 Sprachunterricht im mehrsprachigen Kontext

3.1 Förderung von Sprachbewusstheit bei Grundschulkindern im mehrsprachigen Kontext

3.1.1 Formen der Mehrsprachigkeit

3.1.1.1 Äußere Mehrsprachigkeit

3.1.1.2 Innere Mehrsprachigkeit

3.1.2 Sprachen sichtbar machen und besser wahrnehmen

3.1.3 Sprachen nutzen und reflektieren

3.2 Mehrsprachigkeit als Chance für den Deutschunterricht der Grundschule?

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, inwiefern das Konzept der Sprachreflexion im mehrsprachigen Kontext der Grundschule dazu beitragen kann, die Sprachbewusstheit sowohl bei monolingualen als auch bei bilingualen Kindern zu fördern, indem die sprachliche Vielfalt der Schülerschaft als produktive Ressource genutzt wird.

  • Kritische Auseinandersetzung mit dem traditionellen Grammatikunterricht
  • Bedeutung der äußeren und inneren Mehrsprachigkeit
  • Methoden zur Förderung von Sprachbewusstheit durch Sprachvergleich
  • Integration der Muttersprachen von Migrantenkindern in den Deutschunterricht
  • Reflexion über Sprache als Alternative zum schematischen Auswendiglernen

Auszug aus dem Buch

3.1.1.1 Äußere Mehrsprachigkeit

„ ‚Tisch’ und ‚table’ meinen das Gleiche, obwohl das andere Wörter sind.“

„Und russisch ‚rot’ heißt ja ‚Mund’!“

„Im Türkischen gibt es keine Artikel und im Deutschen sogar drei!“

„Im Türkischen kann man einen Satz als ein Wort schreiben!“

„Griechisch ‚Katze’ heißt auf deutsch ‚setz dich’“

„Im Schwedischen keißt ‚Kuchen’ ‚kaka’.“ 

„Im Spanischen gibt es zwei Wörter für ‚Glück’: ‚surte’ und ‚felicidad’.”

„Das italienische ‚caldo’ heißt auf deutsch nicht etwa ‚kalt’ sondern ‚warm’!“

„ ‚Radio’ wird von Deutschen anders ausgesprochen als von Engländern.“

Unter äußerer Mehrsprachigkeit fasst man die Sprachen zusammen, die einer bestimmten Nationalität angehören (z.B. Englisch, Türkisch, Italienisch, Hebräisch, Schwedisch etc.). Seit den 90er Jahren wurde der äußeren Mehrsprachigkeit der Kinder in den Grundschulen mehr Beachtung geschenkt. So schildert Wolff „dass bilinguale im Vergleich zu monolingualen Kindern eindeutig die besseren Sprachlerner sind.“30 Bialystok, so schreibt er, habe diesen empirischen Befund darauf zurückgeführt, „dass bilinguale Kinder aufgrund des gleichzeitigen Erwerbs zweier Sprachen die kognitiven Konzepte, die Sprache zugrunde liegen (Wort, Satz, Bedeutung etc.), viel früher und auf einer sehr viel höheren Stufe der Abstraktheit lernen.“ Leider, so Gogolin, werde aber diese Mehrsprachigkeit „üblicher-weise weder als Bildungsvoraussetzung akzeptiert noch systematisch durch Unterricht weiterentwickelt“ und so produziere die Schule exakt das, „was sie der Familie oder dem Aufwachsen eines Kindes zuschreibt; sie versagt sich der Mitwirkung an einer glücklichen Sprachentwicklung.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung begründet das Vorhaben, Mehrsprachigkeit als Chance zur Steigerung der Sprachbewusstheit im Grundschulunterricht zu nutzen.

2 Die Gegenwärtige Situation von Sprachreflexion in der Grundschule: Dieses Kapitel analysiert die Defizite des traditionellen, oft kontrafaktischen Grammatikunterrichts und stellt den Reformansatz der Reflexion über Sprache vor.

3 Sprachunterricht im mehrsprachigen Kontext: Dieser Hauptteil widmet sich der Förderung von Sprachbewusstheit durch die Einbeziehung äußerer und innerer Mehrsprachigkeit sowie praktischen Methoden des Sprachvergleichs.

4 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass das Hochdeutsch zwar Ziel des Unterrichts bleiben sollte, der Weg dorthin jedoch über den produktiven Vergleich mit anderen Sprachsystemen führt.

Schlüsselwörter

Sprachreflexion, Sprachbewusstheit, Grundschule, Mehrsprachigkeit, Deutschunterricht, Fremdsprachen, Grammatikunterricht, Language Awareness, Sprachvariation, Interkulturelles Lernen, Bilinguale Kinder, Sprachvergleich, Sprachliche Bildung, Sprachgebrauch, Muttersprachen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Integration von Mehrsprachigkeit im Grundschulunterricht, um durch Sprachreflexion die Sprachbewusstheit der Kinder zu fördern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen der Vergleich von verschiedenen Sprachen, der Umgang mit Dialekten (innere Mehrsprachigkeit) sowie die Einbeziehung der Herkunftssprachen von Migrantenkindern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Nutzen der Sprachreflexion gegenüber einem traditionellen, schematischen Grammatikunterricht aufzuzeigen und Strategien für eine multikulturelle Klassenatmosphäre zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender sprachdidaktischer Konzepte und Rahmenrichtlinien, um die Vorteile einer ganzheitlichen Sprachbetrachtung theoretisch zu begründen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Formen der Mehrsprachigkeit, Methoden zur Sensibilisierung für Mündlichkeit und Schriftlichkeit sowie konkrete Schritte zur Umsetzung von Sprachreflexion im Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Sprachbewusstheit, Mehrsprachigkeit, Sprachreflexion, interkulturelles Lernen und die Differenzierung zwischen Standardsprache und Varietäten.

Was unterscheidet innere von äußerer Mehrsprachigkeit laut der Arbeit?

Äußere Mehrsprachigkeit bezieht sich auf verschiedene Nationalsprachen, während innere Mehrsprachigkeit die Vielfalt innerhalb des Deutschen, wie Dialekte oder Soziolekte, beschreibt.

Warum ist der traditionelle Grammatikunterricht in der Grundschule laut der Analyse problematisch?

Die Arbeit kritisiert, dass traditioneller Unterricht oft zu abstrakt, isoliert vom Alltag und ergebniszentriert ist, was bei Kindern zu Lernblockaden statt zu echtem Sprachverständnis führt.

Wie kann das Hochdeutsch trotz Förderung der Mehrsprachigkeit als Ziel gewahrt bleiben?

Die Autorin schlussfolgert, dass der Vergleich mit anderen Sprachen den Schülern hilft, die Strukturen des Deutschen besser zu verstehen und zu perfektionieren, anstatt die deutsche Sprache zu vernachlässigen.

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Details

Title
Sprachreflexion: Gesprochene Sprache als Reflexionsanlass
Subtitle
Förderung von Sprachbewusstheit bei Grundschulkindern im mehrsprachigen Kontext
College
University of Wuppertal
Course
Sprachreflexion – Sprachwissenschaftliche Grundlagen und didaktische Konzepte
Grade
1,0
Author
Laura Holtbecker (Author)
Publication Year
2009
Pages
25
Catalog Number
V130912
ISBN (eBook)
9783640370115
ISBN (Book)
9783640369775
Language
German
Tags
Sprachreflexion Mehrsprachigkeit Sprachbewusstheit Sprache reflektieren innere Mehrsprachigkeit äußere Mehrsprachigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Laura Holtbecker (Author), 2009, Sprachreflexion: Gesprochene Sprache als Reflexionsanlass, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130912
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