Teilnahme am Welthandel als entwicklungspolitische Strategie

Eine vergleichende Darstellung zwischen Südkorea und Brasilien


Bachelorarbeit, 2009
48 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Einfluss von Handel auf die Entwicklung einer Volkswirtschaft aus Sicht der Außenhandelstheorie
2.1. Die klassische Außenhandelstheorie
2.1.1. Absolute Kostenvorteile
2.1.2. Theorie relativer Kostenvorteile
2.2. Neoklassische Außenhandelstheorie
2.3. Kritik an der traditionellen Außenhandelstheorie als Grundlage für eine entwicklungspolitische Strategie
2.3.1. Fixe Ressourcen
2.3.2. Nationale Faktormobilität
2.3.3. Konstante Skalenerträge und vollkommener Wettbewerb
2.4. Neue Außenhandelstheorie
2.4.1. Steigende Skalenerträge
2.4.2. Monopolistischer Wettbewerb und Außenhandel
2.5. Zwischenergebnis

3. Politik des internationalen Handels
3.1. Importsubstituierende Industrialisierung
3.1.1. Rechtfertigung der Importsubstitution
3.1.1.1. Prebisch-Singer-Hypothese
3.1.1.2. Erziehungszollargument: Infant Industry Theorem
3.1.1.3. Dumping
3.1.2. Instrumente der Importsubstitution
3.1.2.1. Zölle
3.1.2.2. Kontingente
3.1.3. Kritik an der importsubstituierenden Industrialisierung
3.2. Exportförderung
3.3. Zwischenergebnis

4. Der Einfluss von Handel auf die Entwicklung einer Volkswirtschaft aus empirischer Sicht
4.1. Brasilien - Industrialisierung durch Importsubstitution?
4.1.1. Die Volkswirtschaft Brasiliens vor der Weltwirtschaftskrise
4.1.2. Die erste Phase der Importsubstitution 1929 – 1954
4.1.3. Die zweite Phase der Importsubstitution 1955 - 1964
4.1.4. Das brasilianische Wirtschaftswunder 1964 - 1974
4.1.5. Rückkehr der Importsubstitutionspolitik
4.1.6. Importsubstitution als erfolgreiches Entwicklungskonzept?
4.2. Südkorea – Entwicklung durch Exportförderung?
4.2.1. Die Volkswirtschaft Südkoreas – Charakteristika und Entstehung
4.2.2. Die Importsubstitutionspolitik Südkoreas 1945 - 1961
4.2.3. Die 1. Phase der Exportförderungspolitik Südkoreas 1962 - 1973
4.2.4. Die 2. Phase der südkoreanischen Exportförderungspolitik 1974 - 1979
4.2.5. Die Liberalisierung ab 1980
4.2.6. Exportförderung als erfolgreiches Entwicklungskonzept?
4.3. Wichtige Aspekte eines Vergleichs der Ländererfahrungen

5. Schlussbetrachtung

A. Anhang

B. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2-1 Darstellung komparativer Vorteile Land A

Abbildung 2-2 Darstellung komparativer Vorteile Land B

Abbildung 2-3 Wohlfahrtseffekte nach Aufnahme von Handel

Abbildung 2-4 Wohlfahrtsgewinne im neoklassischen Modell

Abbildung 2-5 Angebotsmonopol und Importe

Abbildung 3-1 Importsubstitution durch Einführung eines Zolls (kleines Land)

Abbildung 3-2 Wirkung einer Vergabe von Importlizenzen (kleines Land)

Abbildung 3-3 Auswirkungen einer Exportsubvention

Abbildung I Anteil Kaffee- und Industriegüterexporte am Gesamtexport

Abbildung II Durchschnittlicher Zoll

Tabellenverzeichnis

Tabelle 2-1 Absoluter Kostenvorteil als Grundlage für Handel

Tabelle 2-2 Gewinne aus Spezialisierung pro Einheit

Tabelle I Jährliche Wachstumsraten des BIP sowie des Industrie- und Agrarsektor

Tabelle II Jährliche Wachstumsraten des allgemeinen Preisniveaus

Tabelle III Jährliche Wachstumsraten der Exporte insgesamt, im Agrar-, Bergbau- und Industriesektor

Tabelle IV Zentrale ökonomische Indikatoren in den 1960er Jahren

Tabelle V Anteil der Güterarten an Exporten

Tabelle VI Zentrale ökonomische Indikatoren in den 1970er Jahren

Tabelle VII Veränderung des Bruttoinlandsproduktes ausgewählter G20 zur Vorperiode

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Der Zusammenhang von Handel und der Entwicklung einer Volkswirtschaft ist seit Jahrzehnten Gegenstand volkswirtschaftlicher Diskussion und hat über die Jahre zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dies lässt sich u. a. auf einen Anstieg des Welthandels zurückführen. Während 1950 die Weltexporte noch ca. 60 Mrd. US-Dollar betrugen, wurden sie bis zum Jahr 1960 auf fast 120 Mrd.

US-Dollar verdoppelt und bis zum Jahr 2000 sogar verzwanzigfacht.[1] Diese Entwicklung ist vor allem im Zuge der Globalisierung und der Öffnung der Volkswirtschaften vieler Länder zu sehen. Allerdings partizipierten nicht alle Staaten im gleichen Maße an dieser Entwicklung. Während einige Volkswirtschaften ihr wirtschaftliches Handeln exportorientiert betrieben haben, haben andere versucht, die heimische Volkswirtschaft durch Protektionismus gegen Außenhandel abzuschirmen. Diese Unterschiede zeigen, dass besonders für Entwicklungsländer immer wieder die Frage nach der Strategie im Mittelpunkt steht, die die angestrebte Entwicklung ermöglicht. Diese Strategie kann auf unterschiedlichen theoretischen und politischen Ansätzen gründen.

Die vorliegende Arbeit soll dazu beitragen zu klären, welchen Einfluss Handel auf das Wachstum einer Volkswirtschaft hat. Ruft die Öffnung einer Volkswirtschaft Wohlfahrtseffekte hervor und ist dementsprechend der Entwicklung einer Volkswirtschaft zuträglich? Oder erschwert bzw. behindert die Teilnahme am Welthandel gar die erfolgreiche Entwicklung einer Volkswirtschaft? Zur Klärung dieser fraglichen Korrelation wird zunächst die Theorie des Außenhandels herangezogen und geprüft, in wieweit diese Rückschlüsse für die Beziehung zwischen der Teilnahme am Welthandel und der wirtschaftlichen Entwicklung von Staaten liefert. In diesem Zusammenhang werden in Kapitel 2 ausgewählte Ansätze der klassischen, neoklassischen und neuen Außenhandelstheorie speziell auf ihren erklärenden Beitrag zur Entwicklung einer Volkswirtschaft untersucht. Im Rahmen dieser Darstellung soll außerdem eine kritische Betrachtung der ausgewählten Theorien im Hinblick auf die Gültigkeit dieser für Entwicklungsländer gegeben werden. Auf Grund der zahlreich veröffentlichten Ansätze zu diesem Thema kann die Arbeit jedoch keine vollständige Analyse bieten, sondern wird sich auf Theorien, die in der volkswirtschaftlichen Diskussion vorherrschend sind bzw. waren, beschränken. Die vorliegende Arbeit wird sich im theoretischen Bereich darüber hinaus ausschließlich auf die bereits erwähnte Außenhandelstheorie konzentrieren und die Zusammenhänge von Handel und Entwicklung innerhalb der Wachstumstheorie ausblenden.

Die in Kapitel 2 gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen der Außenhandelstheorie haben darüber hinaus Einfluss auf die politische Ausrichtung von Volkswirtschaften in Bezug auf handelsinduziertes Wachstum. In Kapitel 3 sollen daher mögliche handelspolitische Ausrichtungen von Volkswirtschaften vorgestellt werden. Dabei können die politisch Verantwortlichen entweder eine exportfördernde oder eine protektionistische Politik befürworten. Auf Grundlage der Ausgangsfrage sollen diesbezüglich Argumente und Instrumente der beiden Alternativen theoretisch vorgestellt werden und die Strategien ebenfalls auf ihren fraglich positiven Einfluss auf die Entwicklung einer Volkswirtschaft untersucht werden.

Zur empirischen Überprüfung der vorangegangen Ergebnisse folgt in Kapitel 4 eine Darstellung von zwei Volkswirtschaften, die innerhalb der letzten 50 Jahre den Sprung vom Entwicklungsland zum Schwellenland geschafft haben – Brasilien und Südkorea. Es soll geprüft werden, inwiefern die Teilnahme am Welthandel zu dieser Entwicklung beigetragen hat und die zuvor beschriebenen Theorien bzw. Strategien anhand der Fallbeispiele Bestätigung finden.

Im abschließenden Kapitel 5 wird eine resümierende Übersicht über die erlangten Ergebnisse gegeben sowie in Folge dessen versucht, die Ausgangsfrage zu beantworten.

2. Der Einfluss von Handel auf die Entwicklung einer Volkswirtschaft aus Sicht der Außenhandelstheorie

Die Außenhandelstheorie bietet diverse Ansätze, z. B. zur Erklärung der Ausgestaltung internationaler Wirtschaftsbeziehungen, der Gründe für die Aufnahme von Außenhandel oder dessen Effekte auf eine Volkswirtschaft. Die nachfolgende Darstellung soll lediglich ausgewählte Theorien internationalen Handels betrachten und diese auf ihre Anwendbarkeit als Erklärung für den fraglichen Zusammenhang der Teilnahme am Welthandel und der damit verbundenen Wohlfahrtseffekte einer Volkswirtschaft prüfen. Dabei werden Wohlfahrtseffekte und die positive Entwicklung von Volkswirtschaften sinngemäß miteinander verknüpft.

2.1. Die klassische Außenhandelstheorie

Erste Argumente für die Aufnahme freien, grenzüberschreitenden Handels lassen sich in den Veröffentlichungen Adam Smiths (1723 – 1790) und David Ricardos (1772 – 1823) finden, deren Arbeiten die klassische Volkswirtschaftslehre entscheidend geprägt haben. Da eine zentrale Fragestellung der klassischen Volkswirtschaftslehre den Zusammenhang zwischen Wachstum und Handel betrifft, soll die nachfolgende Betrachtung mit der klassischen Außenhandelstheorie beginnen.

2.1.1. Absolute Kostenvorteile

Adam Smiths Theorie absoluter Kostenvorteile geht von einer 2 x 2 x 1– Ökonomie aus. Das heißt, zwei Länder produzieren zwei Güter, ausschließlich durch den Einsatz eines Produktionsfaktors (Arbeit). Unter der Annahme konstanter Skalenerträge, vollkommenen Wettbewerbs, nationaler Faktormobilität/internationaler Faktorimmobilität, nicht-existenten Transportkosten und unterschiedlichen Produktionsfunktionen beider Länder lässt sich ein Vorteil durch Handel erzielen, wenn jedes Land ausschließlich das Gut produziert, für dessen Produktion es absolut weniger Arbeitseinsatz benötigt.[2] Diese These begründet Smith wie folgt: Arbeitseinheiten, die in der Produktion des – im Vergleich zu Land 2 – absolut arbeitsintensiver produzierten Gutes B des Landes 1 gebunden sind, könnten durch Spezialisierung und Aufnahme von Außenhandel effizienter in der Produktion des Gutes A eingesetzt werden. Land 1 würde sich ausschließlich auf die Produktion des Gutes A spezialisieren und könnte dessen Produktion durch die frei gewordenen Faktorkapazitäten ausdehnen. Dies lässt sich durch ein Zahlenbeispiel verdeutlichen (vgl. Tabelle 2-1): Um eine Tafel Schokolade (Gut 1) herzustellen, benötigt Land A 3 Arbeitsstunden, während Land B für die selbe Menge Schokolade 12 Stunden benötigt. Beide Volkswirtschaften produzieren neben Schokolade auch Autos. Für die Produktion eines Autos bedarf Land A 6 Stunden und Land B 4 Stunden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2-1 Absoluter Kostenvorteil als Grundlage für Handel[3]

Die Produktionsverhältnisse zeigen, dass Land A Schokolade und Land B Autos schneller und damit kostengünstiger produzieren kann als das jeweils andere Land. Spezialisieren sich nun beide Länder auf die Produktion des jeweiligen Gutes, für das sie einen absoluten Kostenvorteil besitzen, kann Land A durch die 6 frei gewordenen Arbeitsstunden, die in der Autoproduktion benötigt wurden, 2 zusätzliche Einheiten Schokolade produzieren. Land B, das keine Schokolade mehr produziert, sondern diese nun importiert, kann die 12 ungebundenen Arbeitsstunden in die zusätzliche Produktion von 3 Autos investieren. Tabelle 2-2 zeigt die Steigerung des Outputs durch Spezialisierung und Aufnahme von Außenhandel. Trotz unveränderter Anzahl der Inputeinheiten konnte der weltweite Schokoladen- und Auto-Ertrag durch die Verlagerung des Produktionsfaktors Arbeit in die Produktion des absolut günstiger produzierten Gutes um 1 bzw. 2 Einheiten Schokolade bzw. Autos gesteigert werden. Im Zuge der Spezialisierung würde Land A einen Teil der Mehrproduktion des Gutes A im Tausch gegen Gut B exportieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2-2 Gewinne aus Spezialisierung pro Einheit[4]

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich durch die Aufnahme von Handel im Zuge der internationalen Arbeitsteilung der Output durch Spezialisierung erhöht hat.[5] Man spricht von Spezialisierungsgewinnen. Die Mehrproduktion von Gütern im Vergleich zur Autarkiesituation führt darüber hinaus zu einer gestiegenen Konsummöglichkeit und somit zu sogenannten Konsumgewinnen. Um Adam Smith s Theorie der absoluten Kostenvorteile allerdings als Erklärung für Wirtschaftswachstum und damit als Argument für die Öffnung der Volkswirtschaft als entwicklungspolitische Strategie heranziehen zu können, muss beachtet werden, dass dauerhaft absolute Unterschiede in der Produktivität des Faktors Arbeit zwischen zwei Ländern vorliegen müssen, um den entscheidenden absoluten Kostenvorteil herausbilden zu können.[6]

2.1.2. Theorie relativer Kostenvorteile

David Ricardos Theorie relativer Kostenvorteile gilt als Erweiterung der Theorie absoluter Kostenvorteile. Sie beschreibt Wohlfahrtseffekte durch Handel auch für Länder, die keinen absoluten Kostenvorteil besitzen. Ausgehend von den Annahmen des Smith ’schen Modells sollte sich demnach jedes Land auf das Gut spezialisieren, dass es zu den geringsten Opportunitätskosten herstellen kann, für das es also einen relativen (komparativen) Vorteil besitzt.[7] Das jeweils andere Gut sollte aus dem Ausland importiert werden. Die Wohlfahrtseffekte dieses Modells werden im Folgenden graphisch veranschaulicht. Dazu wird zunächst die Transformationskurve eingeführt, die die Produktionsmöglichkeiten der beiden Länder A und B für die Güter 1 und 2 darstellt. Abbildung 2-1 zeigt im Vergleich zu Abbildung 2-2 für Land B eine höhere Transformationskurve für beide Güter und stellt damit den absoluten Kostennachteil des Landes A dar. Entscheidend für die Vorteilhaftigkeit von internationalem Handel sind jedoch die relativen Kostenvorteile und damit die Steigung der beiden Transformationskurven.[8] Die Abbildungen zeigen, dass Land A in Autarkie annahmegemäß 10 Einheiten des Gutes 2 und 18 Einheiten des Gutes 1 produziert. Land B produziert in Autarkie 40 Einheiten Gut 1 und 20 Einheiten des Gutes 2. Betrachtet man die Steigungen der beiden Kurven, so wird deutlich, dass Land A sich auf die Produktion des Gutes 2 spezialisieren sollte, da die Opportunitätskosten einer zusätzlichen Einheit des Gutes 2 (€ 3/5) geringer sind als die des Landes B (€ 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-1[9] Abbildung 2-2[10]

Nehmen beide Länder nun gemäß der Theorie relativer Kostenvorteile Handel auf, stellen sich die Wohlfahrtseffekte am Beispiel des Landes B wie folgt dar (siehe Abb. 2-3): Durch die Öffnung findet nun ein Austausch der Güter statt und es bildet sich ein Preisverhältnis von Exportgut zu Importgut, das als terms of trade bezeichnet wird[11]. Die Nachfrage des Exportgutes des Landes B, die durch den zusätzlichen Absatz auf dem Weltmarkt gestiegen ist, impliziert eine Preiserhöhung. Das Importgut des Landes B wird hingegen billig im Ausland gekauft. Durch die Aufnahme von Handel ist es Land B nun möglich, im Tausch für seine exportierten Waren mehr Importgüter zu erhalten.[12] Gleiches gilt für Land A. Die terms of trade für Land B, die dementsprechend das Verhältnis der Waren, die im Tausch gegen Exportgüter importiert werden können, ausdrücken, sind gestiegen. Da durch die vollständige Spezialisierung des Landes B auf Gut 1 und die Aufnahme von Welthandel Produktions- und Absatzmenge nicht mehr identisch sein müssen, ergibt sich eine Konsummöglichkeitskurve, die über der Produktionsmöglichkeitenkurve liegt. Es ergibt sich der neue Konsumpunkt Q.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-3 Wohlfahrtseffekte nach Aufnahme von Handel[13]

Gut 2, das von Land B vollständig importiert werden muss, wird gegen die Exportmenge AB getauscht, während die restliche Produktionsmenge 0A von Gut 1 für den inländischen Konsum zur Verfügung steht und größer ist als die jeweilige Menge in der Autarkie-Situation.

„Bei einem System des vollkommen freien Handels wendet natürlich jedes Land sein Kapital und seine Arbeit solchen Zweigen zu, die für jedes am vorteilhaftesten sind. Dieses Verfolgen des individuellen Vorteils ist bewundernswert mit dem allgemeinen Wohle des Ganzen verbunden.“[14] (David Ricardo)

Diese Aussage David Ricardos aufgreifend lässt sich zusammenfassend festhalten, dass sich durch die Aufnahme von Außenhandel im Land B sowohl größere Konsummöglichkeiten (Konsumgewinne) als auch ein insgesamt größerer weltweiter Output (Spezialisierungsgewinne) ergeben haben. Diese Ergebnisse lassen sich auf das Land A übertragen. Damit können durch die Theorie relativer Kostenvorteile Wohlfahrtseffekte für beide Volkswirtschaften durch die Aufnahme von Außenhandel nachgewiesen werden. Diese sind umso größer, je deutlicher sich das Autarkiepreisniveau vom neuen Preisniveau unterscheidet. Da dies bei kleineren Ländern in stärkerem Maße der Fall sein wird, kann gemäß der Theorie komparativer Kostenvorteile von einem Beitrag des Außenhandels zur Entwicklung des Landes ausgegangen werden. Dementsprechend liefert die Theorie die Grundlage für das Freihandelspostulat, das besagt, dass der ungehinderte internationale Handel den größtmöglichen Wohlstand schafft.[15]

2.2. Neoklassische Außenhandelstheorie

Die Darstellung der neoklassischen Außenhandelstheorie soll anhand des Heckscher-Ohlin-Modells (H-O-M) erfolgen.[16] Dies ist nicht der einzige Ansatz dieser Epoche volkswirtschaftlicher Theorie, wohl aber der bekannteste. Das H-O-M gilt als Weiterentwicklung der Theorie komparativer Kostenvorteile und basiert auf den Annahmen unterschiedlicher Faktorausstattung in den einzelnen Ländern, unterschiedlicher Faktorintensitäten für verschiedene Güter und identischer branchenspezifischer Produktionsfunktionen.[17] Aus diesem Grund wird es auch Faktorproportionentheorem bezeichnet. Wesentliche Änderung im Vergleich zur klassischen Außenhandelstheorie ist die Berücksichtigung von zwei Produktionsfaktoren, Arbeit und Kapital. Des Weiteren werden die Grenzerträge nicht mehr als konstant angenommen, sondern gemäß der Knappheit von Ressourcen als abnehmend definiert.[18] Alle anderen Annahmen werden aufrecht erhalten. Anders als David Ricardo betrachten Heckscher/Ohlin nicht Produktivitätsunterschiede als Ursache für komparative Vorteile, sondern die unterschiedliche Ausstattung mit Produktionsfaktoren. Demgemäß sollte sich ein Land auf die Produktion desjenigen Gutes spezialisieren, für das es ein großes Angebot an Produktionsfaktoren bereit stellen kann.[19] Sollte also ein Land relativ gut mit dem Faktor Arbeit und nur knapp mit Kapital ausgestattet sein, sind Löhne verhältnismäßig günstig und Zinsen verhältnismäßig hoch. Diese Preisunterschiede bieten Anreiz für internationalen Handel. Durch die Spezialisierung im Zuge der Teilnahme am Welthandel wird der relativ billiger verfügbare Produktionsfaktor vermehrt in die gestiegene Produktion eingesetzt. Durch die erhöhte Nachfrage kommt es zu einem Preisanstieg des Einsatzfaktors auf ein höheres Niveau. Damit findet ein Angleich an das ausländische Preisniveau des Einsatzfaktors statt und die in Autarkie aufgetretenen Preisdifferenzen verringern sich.[20] Gleichzeitig führt die Spezialisierung zu einer Annährung der Güterpreise auf dem Weltmarkt. Die Wohlfahrtsgewinne durch die Aufnahme von Außenhandel stellen sich für das Land A graphisch in Abbildung 2-4 dar. Die Abbildung zeigt Land A, das annahmegemäß relativ reichlich mit dem Faktor Arbeit ausgestattet ist und dementsprechend arbeitsintensive Güter exportiert. Die Gesamtnachfrage der Volkswirtschaft in Autarkie zum Preis pA wird durch die Indifferenzkurve U ausgedrückt. Die Volkswirtschaft befindet sich vor Aufnahme von Handel im Tangentialpunkt von Indifferenzkurve und Transformationskurve im Gleichgewicht. Dort sind Produktions- und Konsumniveau der Volkswirtschaft identisch (PA = CA). Durch die gestiegene Nachfrage aus dem Ausland wird das Gut, bei dem die Volkswirtschaft einen komparativen Vorteil hat, teurer. Gleichzeitig kann das kapitalintensive Gut auf dem Weltmarkt billiger nachgefragt werden. Durch die Aufnahme von Handel haben sich die Güterpreise dementsprechend angeglichen und es entsteht ein neues Preisverhältnis (pF). Durch die Spezialisierung verschiebt sich die gestiegene Produktion des arbeitsintensiven Gutes entlang der Transformationskurve nach unten zum Punkt PF, in dem die relativen Kosten der Produktion gerade dem neuen Preisverhältnis entsprechen.[21] Der neue Konsumpunkt CF, der durch die Aufnahme von Handel nicht mehr dem Produktionspunkt entsprechen muss, liegt auf einer höheren Indifferenzkurve UF und verdeutlicht somit den Gewinn durch Handel.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-4 Wohlfahrtsgewinne im neoklassischen Modell[22]

Das H-O-M zeigt, dass sich auch in der neoklassischen Theorie Argumente für die Öffnung einer Volkswirtschaft nachweisen lassen: Neben der Vergrößerung des weltweiten Outputs und der Konsummöglichkeiten zeigt die Theorie, das die Aufnahme von Handel auch für Entwicklungsländer möglich und vorteilhaft ist, sobald sie ihre relativ reichlicher vorhandenen Ressourcen nutzen. Weitere Vorteile durch Handel sind der Angleich von Faktor- und Güterpreisen, der bestehende internationale Ungleichheiten egalisiert sowie das Ausnutzen von Massenproduktionsvorteilen.[23][24]

2.3. Kritik an der traditionellen Außenhandelstheorie als Grundlage für eine entwicklungspolitische Strategie

Die zuvor dargestellte Außenhandelstheorie zeigt eindeutige Wohlfahrtseffekte durch die Aufnahme von Handel sowohl für Entwicklungsländer als auch für bereits entwickelte Länder, basiert allerdings auf vielen Prämissen, die in der realen Wirtschaft in der Form nicht anzutreffen sind. Dass die Aufnahme von Handel gemäß der traditionellen Außenhandelstheorie für Entwicklungsländer unter Umständen nicht erfolgversprechend sein muss und welche Schwierigkeiten auftreten, zeigt die folgende Darstellung. Dazu werden getroffene Annahmen der traditionellen Außenhandelstheorie aus handelspessimistischer Sicht untersucht und in Frage gestellt.

2.3.1. Fixe Ressourcen

Die neoklassische Theorie geht von der unveränderbaren Verteilung der Ressourcen zwischen Ländern aus und impliziert damit statische komparative Vorteile. Die Realität zeigt jedoch, dass Ressourcen weder in Qualität noch in Quantität fix sind, sondern z. B. durch technologischen Fortschritt oder Lerneffekte ihre Produktivität steigern können.[25] Die dynamische Entwicklung der komparativen Vorteile stellt sich dann wie folgt dar: Ein entwickeltes Land, das sich annahmegemäß, aber auch empirisch höchst wahrscheinlich auf die Produktion von Gütern spezialisiert, die qualifizierte Arbeitskräfte bedürfen, kann wichtige Faktoren gezielt fördern, so dass sich der komparative Vorteil immer weiter ausbildet und verstärkt. Entwicklungsländer, die die Produktion einfacher Güter, hergestellt mit unqualifizierten Arbeitern, auf Kosten anderer Faktoren fördern, sind in ihrer Produktionssituation gefangen und damit in ihrem Entwicklungspotenzial eingeschränkt. Unter Berücksichtigung einer dynamischen Entwicklung komparativer Vorteile würde die Aufnahme von Handel auf Grundlage neoklassischer Außenhandelstheorie dazu beitragen, dass bestehende Strukturen hinsichtlich der Spezialisierung der Güterproduktion zum Nachteil des Entwicklungslandes ausgebaut werden. Im Idealfall sollten sich die komparativen Vorteile von Entwicklungsländern vielmehr im Verlauf der Entwicklung verlagern.

2.3.2. Nationale Faktormobilität

Die traditionelle Außenhandelstheorie geht davon aus, dass Faktoren nach Aufnahme von Außenhandel im Zuge der Spezialisierung entlang der Produktionsmöglichkeitenkurve kostenlos von einem Sektor in den relativ effizienter produzierenden Sektor verlagert werden können. Diese Annahme kann in der Realität in der Form nicht nachgewiesen werden. Besonders Entwicklungsländer, die sich in der Regel auf Grund historischer Gegebenheiten auf die Produktion von Primärgütern wie beispielsweise landwirtschaftlichen Erzeugnissen spezialisieren, sind weitgehend unflexibel. Produktionsstrukturen werden verhältnismäßig aufwendig aufgebaut und Infrastruktur geschaffen. Soll die Produktion umstrukturiert werden, ist dies kostspielig und schwierig.[26]

Todaro/Smith führen das Beispiel eines problematischen Übergangs vom Kleinbauerntum zur Bewirtschaftung von Plantagen an.[27] Um das Land langfristig konkurrenzfähig zu machen, müsste eine mehrsektorale Produktionsstruktur bzw. die Produktion von Sekundärgütern eingeführt werden. Gebundene Faktoren können jedoch nicht ohne weiteres in die Produktion eines komplexeren Gutes verlagert werden. Die in der traditionellen Außenhandelstheorie beschriebene Spezialisierung ist für Entwicklungsländer demnach nicht ohne weiteres umzusetzen.

2.3.3. Konstante Skalenerträge und vollkommener Wettbewerb

Durch die Annahme konstanter Skalenerträge ist eine für Entwicklungsländer entscheidende Tatsache in der neoklassischen Faktorproportionentheorie nicht berücksichtigt worden: Lernprozesse, Massenproduktion und Fortschritte in Technologie ermöglichen steigende Skalenerträge. Das Vorliegen steigender Skalenerträge, also ein überproportionaler Anstieg der Outputmenge bei steigendem Faktoreinsatz, ist eine weitaus realitätskonformere Annahme.[28] Große Unternehmen können auf Grund größerer Stückzahlen Kostenvorteile gegenüber kleineren, neueren Unternehmen aufweisen.[29] Diese Tatsache ist besonders für Entwicklungsländer von Relevanz. Entwickelte Länder, in denen am Markt etablierte Unternehmen durch steigende Skalenerträge Produktionskosten senken können, lassen Entwicklungsländer auf Grund einer schlechteren Produktionskostensituation wenig Chance ihre relativ reichlicher vorhandene Faktorausstattung – wie im H-O-Modell beschrieben – auszunutzen.

2.4. Neue Außenhandelstheorie

Die neue Außenhandelstheorie setzt an zahlreichen Kritikpunkten der traditionellen Außenhandelstheorie an. Vor allem Handel zwischen zwei Nationen mit gleicher Faktorausstattung wie beispielsweise zwischen zwei entwickelten, kapitalreichen Volkswirtschaften, oder der Austausch gleicher Güter, sogenannter intrasektoraler Handel, können durch die traditionelle Außenhandelstheorie nicht erklärt werden, sind aber in der Wirtschaft nachzuweisen. Nachfolgend sollen zwei Erklärungsansätze der neuen Außenhandelstheorie zu dieser Problemstellung dargestellt werden und ebenfalls wieder auf ihre Implikationen für die Aufnahme von Außenhandel geprüft werden.

2.4.1. Steigende Skalenerträge

Steigende Skalenerträge implizieren einen überproportionalen Anstieg der Outputmenge bei steigendem Faktoreinsatz (siehe Abschnitt 2.3.3.). Das bedeutet, dass mit steigender Ausbringungsmenge die Durchschnittkosten sinken und ein Anreiz zur Produktionsausdehnung und somit der Erschließung neuer, ausländischer Absatzmärkte besteht.[30] Da der Arbeitseinsatz gemäß dieses Ansatzes der neueren Außenhandelstheorie in jedem Land als begrenzt angenommen wird, muss für die zusätzliche Produktion Arbeit aus einem anderen Sektor verlagert werden. Dieser Sektor verzeichnet dementsprechend Produktionseinbußen. Die Theorie geht davon aus, dass die Volkswirtschaften sich auf die Produktion nur bestimmter Güter spezialisieren. Die jeweils anderen Güter werden importiert. Der internationale Handel würde zu einer Erhöhung der Auswahl der angebotenen Güter beitragen.[31] Durch unterschiedliche Nachfragepräferenzen entsteht in diesem Zusammenhang ein internationaler Austausch gleicher, aber nicht identischer Güter. Dies wird in der Literatur intrasektoraler Handel bezeichnet. Durch die vorteilhafte Kostensituation der am Markt etablierten Unternehmen entsteht außerdem ein erschwerter Marktzutritt für neue Unternehmen. Dadurch ergibt sich die Tendenz zur Monopolbildung und die Annahme des vollkommenen Marktes muss aufgegeben werden.[32]

Auf Basis steigender Skalenerträge und der damit einhergehenden Annahme unvollständigen Wettbewerbs lässt sich nun auch Handel zwischen zwei faktormäßig gleich ausgestatteten Ländern bzw. der Austausch von zwei gleichen, aber differenzierbaren Gütern erklären, der in der Form keinen klassischen komparativen Vorteil widerspiegelt. Besonders Handel zwischen Industrienationen, der nicht auf komparativem Vorteil beruht, kann durch das Vorliegen steigender Skalenerträge erklärt werden. Gerade bei der Produktion komplexerer Güter kann durch Massenproduktion die Kostensituation verbessert werden. Es findet demnach eine Spezialisierung auf Grund von Skalenerträgen statt. In Folge des Bedürfnisses nach Produktvielfalt kommt es zu einer Nachfrage ausländischer Güter und dementsprechend zu intrasektoralem Handel, also dem beidseitig gerichteten Güteraustausch innerhalb desselben Industriesektors.[33] So trägt die Teilnahme am Welthandel gemäß steigender Skalenerträge zu größerer Produktvielfalt bei.

2.4.2. Monopolistischer Wettbewerb und Außenhandel

Ausgehend von der Annahme, dass im Inland in der Autarkiesituation ein Angebotsmonopol besteht, lassen sich durch die Aufnahme von Außenhandel Wohlfahrtsgewinne nachweisen. Abbildung 2-5 stellt diese Situation graphisch dar. Die Gerade AB markiert die Preisabsatzfunktion sowie die Gerade AC dementsprechend die Grenzerlöse. Kurve GK entspricht den Grenzkosten der Produktion. In Autarkie bietet der Monopolist die Gütermenge an, bei der Grenzkosten und Grenzerlöse im Gleichgewicht sind.[34] Es ergibt sich im Punkt F die Autarkiemenge x , die dem Autarkiepreis p a zugeordnet ist. Die Konsumentenrente entspricht demnach dem Dreieck AFPa und die Produzentenrente der Fläche FEDpa.[35]

[...]


[1] Vgl.: Heller/Zweifel (1997), S. 1.

[2] Vgl.: Williamson (1983), S. 23.

[3] Eigene Darstellung.

[4] Eigene Darstellung.

[5] Vgl.: van Marrewijk (2003), S. 32.

[6] Vgl.: Kjeldsen-Kragh (2002), S. 91.

[7] Vgl.: Krugmann/Obstfeld (2004), S. 39.

[8] Vgl.: Carbaugh, R. (1995), S. 29.

[9] Eigene Darstellung, numerische Anlehnung an Rübel (2004), S. 27.

[10] Eigene Darstellung, numerische Anlehnung an Rübel (2004), S. 27.

[11] Vgl.: Zweifel/Heller (1997), S. 77.

[12] Vgl.: Rübel (2004), S. 29.

[13] Eigene Darstellung, in Anlehnung an Rübel (2004), S. 29.

[14] Ricardo (2006), S. 114.

[15] Doering (2003), S. 3ff.

[16] Das Modell wurde nach seinen Urhebern Elin Heckscher (1879-1952) und Bertil Ohlin (1899-1979) benannt.

[17] Vgl.: Zweifel/Heller (1997), S. 132.

[18] Vgl.: Rübel (2004), S. 36.

[19] Vgl.: Borchert (2001), S. 55.

[20] Vgl.: Carbaugh (1995), S. 70.

[21] Vgl.: Todaro/Smith (2006), S. 591.

[22] Eigene Darstellung, in Anlehnung an Todaro/Smith (2006), S. 592.

[23] Vgl.: Ebenda, S. 594.

[24] Der Begriff ‚traditionelle Außenhandelstheorie‘ fasst die klassische und die neoklassische Außenhandels- theorie zusammen.

[25] Vgl.: Torado/Smith (2006), S. 596.

[26] Vgl.: Ebenda, S. 599.

[27] Vgl.: Ebenda, S. 599.

[28] Vgl.: Zweifel/Heller (1997), S. 68.

[29] Vgl.: Krugman/Obstfeld (2004), S. 171.

[30] Vgl.: Rübel (2004), S. 146.

[31] Vgl.: Krugman/Obstfeld (2004), S. 173.

[32] Vgl.: Dixit/Norman (1998), S. 256.

[33] Vgl.: Krugman/Obstfeld (2006), S. 193.

[34] Vgl.: Bontrup (2004), S. 188.

[35] Vgl.: Dieckheuer (2001), S. 125.

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten

Details

Titel
Teilnahme am Welthandel als entwicklungspolitische Strategie
Untertitel
Eine vergleichende Darstellung zwischen Südkorea und Brasilien
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
48
Katalognummer
V130924
ISBN (eBook)
9783640365500
ISBN (Buch)
9783640365654
Dateigröße
1038 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Teilnahme, Welthandel, Strategie, Eine, Darstellung, Südkorea, Brasilien
Arbeit zitieren
Jil-Katharina Mahler (Autor), 2009, Teilnahme am Welthandel als entwicklungspolitische Strategie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130924

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