Seine wohl bedeutsamsten Taten vollbrachte Marcus Agrippa als oberster Feldherr und Flottenkommandeur. Viele Schlachte (einige davon werden in dieser Arbeit dargestellt) konnte er durch seine besonderen Fähigkeiten für sich entscheiden. Die wohl bedeutsamste seiner Seeschlachten schlug er 32 v.Chr. bei Actium. Als Kommandeur der Seeflotte Octavians war der Sieg über die Flotten von Marcus Antonius und Kleopatra seinem Kommando zu verdanken. Im Zusammenhang mit dem Verlauf dieser Schlacht ist die Rolle Agrippas besonders interessant. Obwohl die Protagonisten Octavian, der spätere Kaiser Augustus, und Marcus Antonius, der Besetzer des Ostens und Geliebter der ägyptischen Königin Kleopatra, anwesend waren, kämpfte Agrippa mit seinem Flottenverband gegen diesen Marcus Antonius5. Dieses Geschehen erscheint auf den ersten Blick doch sehr irritierend. Aus welchem Grund kämpften nun also nicht Octavian und Antonius gegeneinander? Sah Antonius Agrippa wohlmöglich also gefährlicher an? Woher rührte dieser ersichtliche Vorrang Antonius‘ für Agrippa?
Diese Fragen werden im Verlauf dieser Arbeit untersucht und beantwortet. Als Hauptquellen sollen hierfür die Schriften von Cassius Dio, Plutarch und Appian genutzt werden. Literarisch hat sich vor allem Johannes Kromayer schon Ende des 19. Jahrhunderts dezidiert mit der Schlacht auseinandergesetzt. Diese Inhalte hat Dewid Laspe genutzt und an den Geschehnissen der Seeschlacht weiter erforscht. Mit den Taten des Agrippa hat sich vor allem Reinhold genau befasst, wodurch seine Werk für diese Ausarbeitung sehr wertvoll ist.
Inhaltlich geht es anfangs um die Darstellung der Person Marcus Agrippa und die Zeit vor der Schlacht. Anschließend wird die Rolle Agrippas innerhalb Streitigkeiten zwischen Antonius und Octavian beleuchtet. Da die Schlacht bei Actium in Kern dieser Ausarbeitung steht, wird sie anschließend mit Vorbereitung, Durchführung und Folgen näher erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Wer war Marcus Agrippa?
2.1 Sein Leben
3.Agrippa im Konflikt zwischen Octavian und Antonius
3.1 Konflikt zwischen Octavian und Antonius
3.2 Agrippa und Antonius
3.2 Die Schlacht bei Actium
3.2.1 Ausgangslage
3.2.2 Verlauf
3.2.3 Folgen
4.Quellenkritik
5.Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Bedeutung von Marcus Vipsanius Agrippa als militärischer Stratege und zentraler Akteur, insbesondere im Kontext der Schlacht bei Actium. Ziel ist es zu ergründen, warum Agrippa trotz seiner militärischen Erfolge und seiner maßgeblichen Rolle für den Sieg Octavians im Geschichtsbewusstsein oft hinter diesem zurücktritt und welche militärischen Faktoren den Ausschlag für den Sieg bei Actium gaben.
- Die Biografie und der gesellschaftliche Aufstieg von Agrippa
- Das Spannungsfeld zwischen Octavian und Marcus Antonius
- Die militärische Strategie und Vorbereitung der Schlacht bei Actium
- Der tatsächliche Verlauf und die strategische Bedeutung des Sieges bei Actium
- Quellenkritische Untersuchung antiker Autoren als historische Zeugen
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Ausgangslage
Laut Cassius Dio (50,12-14) war die Ausgangslage für Antonius alles anderes als optimal. Die Soldaten wurden schlecht versorgt und viele steckten sich mit Krankheiten in der nahegelegenen Sumpflandschaft an. 1/3 der Rudermannschaft soll durch die negativen Umstände umgekommen sein. Aus diesem Grund beschreibt Plutarch (Ant. 64), dass Antonius die 60 ägyptischen Schiffe Kleopatras verbrennen ließ, da schlichtweg die Besatzung fehlte. Wie mehrere Autoren wie Plutarch, Florus, Paterculus und Cassius Dio übereinstimmend berichteten, ließ Antonius hauptsächlich kleinere Schiffe verbrennen um in der Schlacht auf größere Dreiruder bis Zehnruder zu nutzen. Es liefen also am Tag der Schlacht 170 Schiffe aus der Bucht bei Actium. Kromeyer analysiert aus diesen 170 Schiffen des Antonius eine ungefähre Truppenstärke von 22000 Mann.
Octavian hatte, wie erwähnt, schon 31 v.Chr. einen Teil seiner Flotte an Agrippa abgestellt, damit dieser die Schlachten an der Peloponnes für sich entscheiden konnte. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass Plutarch (Ant. 61) Octavians Flotte in einer Stärke von 250 Schiffen angibt, jedoch vernachlässigt er hier die Teilflotte Agrippas, die ca. 150 Schiffe betragen haben muss. Er selber, sowie Cassius Dio (50,31) bestätigt die Anwesenheit Agrippas. Durch die Angabe von Florus (epit 2,21,5) einer ungefähren Truppenstärke von 48.000 Mann, kann die Flottengröße auf der Seite Octavians also insgesamt auf 400 Schiffe beziffert werden. In Bezug auf die Art der Schiffe stellt Reinhold etwas erstaunliches fest. Er schreibt, dass sich Antonius in der Zusammenstellung seiner Flotte an der Schlacht von Naulochus orientierte. Agrippa hatte, wie erwähnt, große und tiefe Schiffe Pompeius besiegen können. Und in der Tat, hatte Antonius genau solche Schiffe für eine Seeschlacht gegen Agrippa erbauen lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Die Einleitung stellt die Person Marcus Agrippa vor, skizziert seinen Aufstieg und formuliert die Forschungsfrage bezüglich seiner Rolle in der Schlacht bei Actium.
2.Wer war Marcus Agrippa?: Dieses Kapitel behandelt die frühe Biografie, den sozialen Aufstieg und die politische sowie militärische Karriere Agrippas bis zum Prinzipat.
3.Agrippa im Konflikt zwischen Octavian und Antonius: Hier wird der politische Rahmen des Triumvirats beleuchtet, die militärische Rolle Agrippas bei Actium detailliert analysiert und die Schlacht in Verlauf, Ausgangslage und Folgen dargestellt.
4.Quellenkritik: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den antiken Hauptquellen (Cassius Dio, Plutarch, Appian, Velleius Paterculus und Tacitus) hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit und Voreingenommenheit.
5.Schlussfolgerung: Das Fazit würdigt Agrippas Leistungen als militärisches Genie, welches maßgeblich den Grundstein für die Herrschaft des Augustus legte, während sein Anteil am Gesamtsieg historisch oft in den Hintergrund trat.
Schlüsselwörter
Marcus Vipsanius Agrippa, Octavian, Marcus Antonius, Schlacht bei Actium, Prinzipat, Römische Republik, Flottenbefehlshaber, Quellenkritik, Cassius Dio, Plutarch, Bürgerkrieg, Militärstrategie, Römische Geschichte, Kleopatra, Triumvirat
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema der Arbeit?
Die Arbeit analysiert die historische Rolle von Marcus Vipsanius Agrippa während des Endkampfes der Römischen Republik, mit einem besonderen Fokus auf seinen Beitrag zum Sieg Octavians in der Schlacht bei Actium.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Es soll untersucht werden, ob Agrippas enorme militärische Verdienste im Schatten von Augustus zu Unrecht unterbewertet werden und welche taktischen Entscheidungen den Sieg bei Actium ermöglichten.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Der Autor nutzt die historische Analyse antiker Primärquellen wie Cassius Dio, Plutarch und Appian, um durch quellenkritische Einordnung zu objektiven Schlussfolgerungen über die Geschehnisse zu gelangen.
Was sind die thematischen Schwerpunkte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Biografie Agrippas, die Eskalation des Konflikts zwischen Octavian und Antonius sowie die detaillierte militärische anatomische Aufarbeitung der Schlacht von Actium.
Welche Rolle spielt die kritische Betrachtung der Quellen?
Da antike Historiker oft parteiisch waren oder literarische Freiheit walten ließen, ist die quellenkritische Einordnung essenziell, um Fakten von Fiktion und politisch motivierter Selbstdarstellung zu trennen.
Welche Keywords definieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Agrippa, Actium, Octavian, Antonius, militärische Strategie und Quellenkritik charakterisiert.
Wie bewertet der Autor Agrippas militärische Überlegenheit?
Der Autor führt an, dass Agrippas Siege gegen Pompeius bei Naulochus sowie seine geschickte Blockade und Umzingelungstaktik vor Actium als Nachweis für sein herausragendes strategisches Vermögen dienen.
War die Schlacht bei Actium laut Autor ein reiner Zufall?
Nein, der Autor argumentiert, dass obwohl eine Fluchtlücke durch das spontane Versagen von Arruntius entstand, die Gesamtsituation bei Actium ein militärisches Meisterstück Agrippas war, welches Antonius keine anderen Optionen ließ.
- Arbeit zitieren
- Veith Lelke (Autor:in), 2019, Marcus Vipsanius Agrippa als wahrer Sieger von Actium. Vorbereitung, Durchführung und Folgen der Schlacht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1309264