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E.T.A. Hoffmann - Das Fräulein von Scuderi: Zwischen Detektivgeschichte und Künstlerroman

Title: E.T.A. Hoffmann - Das Fräulein von Scuderi: Zwischen Detektivgeschichte und Künstlerroman

Seminar Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sonja Deges (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„Als Gegenposition zum geläufigen Verständnis der Scuderi - Erzählung als einer Kriminal- bzw. Detektivgeschichte hat die Forschung die Auffassung des Werkes als Künstlerroman entwickelt“ . Mit dieser Aussage weckt Burkhard Dohm das Interesse zur Auseinandersetzung mit E.T.A. Hoffmanns Erzählung aus dem Zeitalter Ludwig des Vierzehnten unter verschiedenen Gesichtspunkten.
Es stellt sich die Frage, ob „Das Fräulein von Scuderi“ nach Alewyn den Ursprung des Detektivromans darstellt: „Damit sind die literarische Herkunft und die geistige Heimat des Detektivromans gesichert. Er ist ein Kind nicht des Rationalismus und des Realismus sondern der Romantik“ oder dem Genre des Künstlerromans zuzuordnen ist:
„Die Geschichte von Cardillac ist auch als Künstlererzählung gedeutet worden. Im Lichte moderner Anschauungen, (…) die einen Zusammenhang zwischen Kunst und Verbrechen sehen und auf die existenzielle Verfallenheit des Künstlers an das Schaffen und das geschaffene Werk anspielen, kann man den Goldschmied in der Tat einerseits als eine antizipierende Version dieser Art von Künstlertum betrachten“ .
Im Folgenden soll nun eine Analyse des „Fräuleins von Scuderi“, anhand kennzeichnender Aspekte der beiden Genres, Aufschluss über dessen Zuordnung geben.
Nach einer kurzen Darstellung des Genres erfolgt zunächst die Analyse des „Fräulein von Scuderi“ aufgrund der Elemente, die sie als Detektivgeschichte auszeichnen. Dabei werden der Mord, die Detektivin, der unverdächtige Schuldige und der verdächtige Unschuldige im Fokus der Betrachtung stehen.
Im Anschluss erfolgt die Betrachtungsweise als Künstlerroman in Bezug auf René Cardillac, indem auf sein Verhältnis zur Kunst und sein pränatales Trauma näher eingegangen wird. Bevor es dann in der Schlussbetrachtung um die Klärung der Eingangsfrage nach der Einordnung der Erzählung in eines der beiden Genre geht, wird die Rolle der Scuderi, als Mutterfigur für Cardillac, diskutiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Fräulein von Scuderi als Detektivgeschichte

2.1 Der Mord

2.2 Die Detektivin

2.3 Der unverdächtige Schuldige

2.4 Der verdächtige Unschuldige

3. Das Fräulein von Scuderi als Künstlerroman am Beispiel Cardillacs

3.1 Cardillacs Verhältnis zur Kunst

3.2 Cardillacs pränatales Trauma

3.3 Die Scuderi als Mutterfigur

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Das Fräulein von Scuderi“ im Hinblick auf ihre gattungstheoretische Einordnung. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Zentrum, ob das Werk primär als Detektivgeschichte oder als Künstlerroman zu klassifizieren ist, wobei insbesondere die Rolle von René Cardillac und dessen psychologische Disposition analysiert werden.

  • Analyse der narrativen Elemente als Detektivgeschichte (Mord, Detektivin, Verdächtige)
  • Untersuchung der Erzählung als Künstlerroman am Beispiel Cardillacs
  • Psychologische Hintergründe von Cardillacs pränatalem Trauma
  • Die Funktion der Scuderi als Detektivin und Mutterfigur
  • Kritische Würdigung der literaturwissenschaftlichen Genre-Debatte

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Mord

„Eine Leiche wird gefunden. Die Umstände erlauben keine andere Diagnose als Mord. Aber wer ist der Täter? (…) Spuren werden gefunden, verfolgt und wieder verloren“9. Während bei der Schilderung der Pariser Giftmorde nachvollziehbare Motive, wie Rache, Reichtum und Geldgier, angegeben werden, bleibt das Motiv für die Juwelenmorde unerklärlich10: „Rätselhaft bleibt auch die genaue Kenntnis die der jeweilige Täter von Ort und Stunde des Rendezvous’ seines Opfers hat, sowie seine Fähigkeit, spurlos zu verschwinden“11. Dies veranlasst Degrais sogar zu dem Fehlurteil: „ Der Teufel selbst ist es, der uns foppt“12.

Mit dem Geständnis Oliviers wird das Rätsel um die Morde schließlich gelöst, aber nicht durch den Detektiv, sondern durch den verdächtigen Unschuldigen. Auch erfolgt diese Aufklärung nicht am Ende, sondern etwa in der Mitte der Erzählung, was gegen die Einordnung der Erzählung als Detektivgeschichte spricht13.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die wissenschaftliche Debatte ein, ob E.T.A. Hoffmanns Erzählung als Detektivgeschichte oder als Künstlerroman zu verstehen ist.

2. Das Fräulein von Scuderi als Detektivgeschichte: Dieses Kapitel prüft anhand klassischer Gattungsmerkmale, inwieweit das Werk die Anforderungen einer Detektivgeschichte erfüllt.

2.1 Der Mord: Der Mordfall wird als zentrales Element analysiert, wobei das Fehlen einer rationalen Aufklärung durch einen Detektiv hervorgehoben wird.

2.2 Die Detektivin: Die Untersuchung der Rolle der Scuderi zeigt, dass sie zwar detektivische Züge aufweist, aber eher als intuitive Figur denn als rationale Detektivin agiert.

2.3 Der unverdächtige Schuldige: Das Kapitel erläutert die Figur Cardillacs als „unverdächtigen Schuldigen“, der durch seine bürgerliche Stellung geschützt scheint.

2.4 Der verdächtige Unschuldige: Hier wird die Rolle des Olivier Brusson betrachtet, der aufgrund von Indizien fälschlicherweise als Täter verdächtigt wird.

3. Das Fräulein von Scuderi als Künstlerroman am Beispiel Cardillacs: Die Erzählung wird hier als Künstlerroman definiert, in dem das Genie im Konflikt mit seiner Umwelt steht.

3.1 Cardillacs Verhältnis zur Kunst: Es wird analysiert, wie Cardillacs Besessenheit und sein Selbstverständnis als Künstler zu seiner existentiellen Verfallenheit führen.

3.2 Cardillacs pränatales Trauma: Die Bedeutung des vorgeburtlichen Erlebnisses als psychologische Ursache für die Morde wird detailliert untersucht.

3.3 Die Scuderi als Mutterfigur: Die spezifische Beziehung zwischen Cardillac und der Scuderi als Projektion einer asexuellen Mutterfigur wird aufgezeigt.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass eine eindeutige Gattungszuordnung unmöglich ist und die Erzählung als „Anti-Detektivgeschichte“ zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Das Fräulein von Scuderi, Detektivgeschichte, Künstlerroman, René Cardillac, Mord, psychologisches Trauma, Literaturwissenschaft, Gattungsanalyse, Scuderi, Olivier Brusson, Kriminalistik, Romantik, Interpretation, Motivforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der literaturwissenschaftlichen Analyse von E.T.A. Hoffmanns Werk „Das Fräulein von Scuderi“ im Kontext der Genre-Zugehörigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Merkmale der Detektivgeschichte und des Künstlerromans sowie die psychologische Fundierung der Hauptfiguren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, zu klären, ob die Erzählung eher als Detektivgeschichte oder als Künstlerroman einzuordnen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse angewandt, die sich auf gattungstheoretische Aspekte und die Forschungsliteratur stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der detektivischen Elemente und die Untersuchung von René Cardillac als Künstlergestalt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind E.T.A. Hoffmann, Detektivgeschichte, Künstlerroman, psychologische Motivation und Genre-Debatte.

Warum wird Cardillac als „unverdächtiger Schuldiger“ bezeichnet?

Er gilt aufgrund seiner hochangesehenen bürgerlichen Stellung und seiner Professionalität als Goldschmied als über jeden Verdacht erhaben.

Welche Rolle spielt die Scuderi für Cardillacs psychologischen Zustand?

Sie wird von Cardillac als reine, asexuelle Mutterfigur idealisiert, von der er sich Erlösung von seinem inneren Zwang erhofft.

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Details

Title
E.T.A. Hoffmann - Das Fräulein von Scuderi: Zwischen Detektivgeschichte und Künstlerroman
College
University of Trier
Course
Seminar: E.T.A. Hoffmann - Romane und Erzählungen
Grade
1,3
Author
Sonja Deges (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V130961
ISBN (eBook)
9783640401888
ISBN (Book)
9783640401932
Language
German
Tags
Hoffmann Fräulein Scuderi Zwischen Detektivgeschichte Künstlerroman Thema: Das Fräulein von Scuderi
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Deges (Author), 2007, E.T.A. Hoffmann - Das Fräulein von Scuderi: Zwischen Detektivgeschichte und Künstlerroman, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130961
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