Die Abhängigkeit Deutschlands von Energieimporten vor 25 Jahren und heute


Hausarbeit, 2008
16 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- & Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Energiearten
2.1 Definition
2.2 Klassische Energieträger
2.3 Erneuerbare Energien
2.4 Kernenergie
2.5 Rohstoffverwendung und -herkunft

3. Energiebedarf

4. Außenwirtschaftliche Energiebetrachtung
4.1 Energiepreise
4.2 Devisenausgaben
4.3 Importe
4.4 Abhängigkeiten und Risiken

5. Fazit

6. Literatur- und Quellenverzeichnis

Abbildungs- & Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Reserven an fossilen Energieträgern

Abbildung 2: Anteil erneuerbarer Energien, 2007

Abbildung 3: Kernkraftwerke in Deutschland

Abbildung 4: Energieverbrauch pro BIP-Einheit in ausgewählten Ländern 1980 – 2004

Abbildung 5: Energieflussbild 2006 für die Bundesrepublik Deutschland in Mio. t SKE

Abbildung 6: Außenwirtschaftliche Energierechnung (in Mrd. €)

Abbildung 7: Primärenergieverbrauch nach Inlands- und Einfuhrenergie

Tabelle 1: Primärenergieverbrauch nach Energieträgern in Petajoule (PJ) bzw. Prozent

Tabelle 2: Nettoimporte in Prozent

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Energiekosten sind der „Brotpreis des 21. Jahrhunderts.“[1]

Das Thema Energiepolitik ist derzeit so brisant und drängend wie kaum ein zweites in Deutschland. Fast täglich gibt es neue Meldungen und Forderungen von Politikern aller Par- teien, die mit den aktuellen Entwicklungen, und hier maßgeblich den neuerlichen Preiserhö- hungen für Strom und Gas im Frühjahr 2008, in Zusammenhang stehen. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, deren Ursachen und Abhängigkeiten in dieser Arbeit näher untersucht wer- den sollen.

Vor diesem Hintergrund ist der Schwerpunkt nicht – wie sonst häufig bei der Betrachtung energiepolitischer Fragestellungen anzutreffen – auf die Energie erzeugung, mit den Bestre- bungen hin zu einer Stärkung der erneuerbaren Energien, sondern auf die Bedeutung der Energie importe für die Bundesrepublik Deutschland gelegt, auch wenn sich die Themen in der öffentlichen Diskussion sicherlich nicht immer isoliert voneinander betrachten lassen.

Dass der „Exportweltmeister“ Deutschland beim Thema Energieversorgung in den letzten Jahrzehnten maßgeblich auf Importe angewiesen war und bleibt, mag sicherlich zunächst überraschen. Schnell wird aber klar, dass Strom eben „nicht aus der Steckdose kommt“ und in Zeiten rasant steigender Energiebedarfe, das Importieren von Energie und Energieträgern ei- nen wesentlichen Faktor darstellt.

So soll bei dieser Betrachtung, in das zentrale Thema der Abhängigkeit von Energieimporten eingeführt werden, in dem zunächst eine Information über verschiedene Arten von Energie und deren Gewinnung dargestellt wird. Im Anschluss daran, lässt sich die Verschiebung der einzelnen Energiearten im Zeitverlauf deutlich machen und damit Gründe für die zunehmende Abhängigkeit von Importenergie finden. Hier ist auch die Frage nach den Herkunftsländern besonders interessant. Nachdem der Energiebedarf und dessen Entwicklung kurz erläutert wird, werden die Veränderungen im Zeitablauf, speziell von den 1980er Jahren bis in das Jahr 2007, eingehend deutlich gemacht. Auch die Folgen und Auswirkungen dieser rund 25 jähri- gen Entwicklung werden thematisiert. Schließlich rundet ein kurzes Fazit die Betrachtung ab.

2. Energiearten

2.1 Definition

Als Energiearten lassen sich grundsätzlich die Primär-, Sekundär, End- und Nutzenergie un- terscheiden[2]. Mit dem Begriff Primärenergie wird diejenige Form der Energie bezeichnet, die in der Natur vorkommt und keiner vom Menschen absichtlich verursachten Umwandlung un- terworfen wurde, z.B. die Sonnenenergie, Windenergie, Kernenergie, Kohleenergie, Mineral- ölenergie, Holzenergie, Torfenergie, etc.

Sekundärenergie ist die, z.B. in Raffinerien und Kraftwerken zu Brennstoffen und Elektrizität, umgewandelte Primärenergie.

Unter Endenergie wird die zum Endnutzer transportierte, verteilte und gelieferte Sekundär- energie verstanden, z. B. das Benzin an der Tankstelle und die Elektrizität aus der Steckdose. Nutzenergie ist schließlich der Teil der Endenergie, die dem Endnutzer für die gewünschte Energiedienstleistung zur Verfügung steht, z.B.: Heizwärme, Kühlwärme, von Motoren ge- leistete mechanische Arbeit, Licht, oder Schall.

2.2 Klassische Energieträger

Um die Abhängigkeiten auf den unterschiedlichen Stufen der Energieerzeugung zu verstehen, ist eine Kenntnis der Vorleistungsprodukte zur Energieerzeugung relevant.

Maßgeblich für die Erzeugung von Endenergie, ist zunächst die Gewinnung von Energieträ- gern, ihre Aufbereitung, ihr Transport, die Umwandlung für den Verbrauch, sowie die Ver- marktung durch die Energiewirtschaft. Als Grundlage der Energieversorgung dienen in Deutschland dazu die drei fossilen Primärenergieträger Kohle, Erdöl und Erdgas[3] . Diese Energieträger sind im Folgenden, besonders hinsichtlich der Einschätzung ihrer zukünftigen Bedeutung, kurz erläutert[4]:

- Steinkohle ist der Energierohstoff mit den weltweit größten Lagerstättenpotentialen und Vorratsmengen, die noch für viele Jahrhunderte die Versorgung sicherstellen können. Angesichts der sich schon heute abzeichnenden Verknappung von Erdöl und des zunehmenden Energiebedarfs von Schwellenländern wie China und Indien ist da- von auszugehen, dass die Bedeutung der Steinkohle als Energierohstoff zunimmt.
- Braunkohle ist ebenso wie die Steinkohle für viele Jahrhunderte verfügbar. Für Deutschland ist sie ein wichtiger heimischer Energierohstoff, der keine staatlichen Subventionen oder Einspeisevergütungen zur wirtschaftlichen, wettbewerbsfähigen Stromversorgung benötigt. Der Einsatz der Braunkohle ist auf die Stromerzeugung am Ort der bergbaulichen Gewinnung begrenzt.
- Erdöl kann voraussichtlich nur noch über wenige Jahrzehnte den weiterhin steigenden weltweiten Bedarf vollständig decken. Wann das weltweite Maximum der Rohölförde- rung überschritten sein wird, ist in Expertenkreisen umstritten, da die weitere Ent- wicklung von zahlreichen Unwägbarkeiten bestimmt sein wird.
- Erdgas wird noch viele Jahrzehnte als Energierohstoff zur Verfügung stehen. Durch die Notwendigkeit des Pipeline-Transports bleibt in der mittelbaren Zukunft eine enge Bindung der Verbraucherländer an wenige Hauptlieferländer bestehen. Die Bedeu- tung und die Möglichkeiten des Transports von verflüssigtem Erdgas (LNG) nehmen allerdings stetig zu und werden damit zukünftig die Erdgaslagerstättenpotentiale wei- terer Lieferländer erschließen können.

Die hohe Abhängigkeit von diesen fossilen Energieträgern wird besonders vor dem Hinter- grund der Nachhaltigkeit und begrenzten Ausbeutungsmöglichkeit kritisch gesehen. Aller- dings wird durch neue Technologieentwicklungen trotz der Ressourcenknappheit eine Steige- rung der Ausbeute, die Erschließung des Kohlenwasserstoffpotentials in Tiefwasserbereichen und arktischen Gewässern, sowie die Gewinnung aus Schwerstölen, Ölsanden und -schiefern nach Expertenmeinung zu einer Verlängerung der Reichweite von Erdöl und Erdgas führen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Reserven an fossilen Energieträgern[5]

Aus den verbleibenden Reserven von geschätzten 1.138 Mrd. SKE (Verteilung siehe Abbil- dung 1) schätzt der Weltenergierat (WEC), dass diese Energiereserven ausreichen, um die wachsende Energienachfrage bis weit in das 21. Jahrhundert hinein zu decken[6].

2.3 Erneuerbare Energien

In den letzten 20 Jahren haben die erneuerbaren Energieträger zunehmend an Bedeutung ge- wonnen. So hat im vergangenen Jahr die Nutzung der erneuerbaren Energien (EE) in Deutschland (Strom, Wärme, Kraftstoffe) bereits einen Beitrag von rund 8,5% (2006: 7,5%) am gesamten Endenergieverbrauch in Deutschland geleistet, und gemessen[7] am gesamten deutschen Primärenergieverbrauch, (13.878 PJ) hat sich der Anteil der erneuerbaren Energien innerhalb von nur 5 Jahren fast verdoppelt (in 2003: 3,5% auf rund 6,7% im Jahr 2007)[8].

Zur Zusammensetzung der Anteile, vgl. Abbildung 2.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Anteil erneuerbarer Energien, 2007[9]

Von einem wesentlichen Beitrag der Nutzung von Wasserkraft, Windenergie, Biomasse, Pho- tovoltaik, Solarthermie, Geothermie, Gezeitenenergie sowie Biodiesel, Pflanzenöl und Bio- ethanol zur Reduzierung der Importabhängigkeit kann damit zwar (noch) nicht gesprochen werden, was jedoch auch angesichts der primären Zielsetzung einer CO2 Neutralen Energie- gewinnung verständlich ist. Dennoch soll ihr Einsatz in den kommenden Jahren kontinuierlich gesteigert werden.[10]

2.4 Kernenergie

Unbeschadet aller Vorbehalte in Bezug auf die Kernenergie, steht mit Uran ein Energierohs- toff für die Stromerzeugung noch für Jahrhunderte zur Verfügung, insbesondere in Verbin- dung mit der technologischen Weiterentwicklungen bei friedlicher Kernenergienutzung. Bei der Erzeugung von Energie aus Uran wird zudem kein CO2 freigesetzt. Der Anteil der Kern- energie an der Stromerzeugung liegt in Deutschland bei knapp 30% (27,12% in 2004)[11]. Uran werde derzeit überwiegend aus politisch stabilen Ländern importiert, und von der Arbeits- gruppe Energierohstoffe des BMWi, „aufgrund seiner hohen Energiedichte und seiner sehr guten Lagerfähigkeit de facto als heimischer Energierohstoff betrachtet“[12].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Kernkraftwerke in Deutschland

Die im Jahr 2006 in Betrieb stehenden Kernkraftwerke[13] in Deutschland zeigt Abbildung 3. Zu beachten ist, dass viele der Kraftwerke vor 20 – 30 Jahren erstmals in Betrieb genommen worden sind. Seit 1991 wird in den neuen Bundesländern und Berlin-Ost keine Atomenergie mehr erzeugt.

[...]


[1] Westerwelle, Guido, FDP-Partei- und Fraktionschef, zitiert nach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 26.03.2007

[2] Die Aufstellung folgt Alcamo, Joseph: Globale Energiesituation und Umweltfolgen, Center for Environmental Systems Research (CESR), Universität Kassel, 2006, S. 5

[3] vgl. Statistisches Bundesamt: Datenreport 2006 Zahlen und Fakten über die Bundesrepublik Deutschland, Teil I: Energie und Rohstoffe, Wiesbaden, 2006, S. 370

[4] vgl. Arbeitsgruppe Energierohstoffe BMWi, Abteilung III: Verfügbarkeit und Versorgung mit Energierohstoffen, S. 3

[5] Werte nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, 2006

[6] vgl. Schiffer, Hans-Wilhelm, et al.: Energie für Deutschland 2006, World Energy Council (WEC), Berlin, 2006, S. 28

[7] berechnet nach der sog. „Wirkungsgradmethode“

[8] vgl. Böhme, Dieter, Dürrschmidt, Wolfhart, van Mark, Michael: Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland im Jahr 2007, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Berlin, 2008, S. 3

[9] vgl. ebd., S. 10

[10] vgl. dazu Gabriel, Sigmar, Bundesumweltminister: Klimasicherheit - Herausforderung des 21. Jahrhunderts, Vortrag anlässlich Gleneagles-Dialog 2007 - Dritte Konferenz der Energie- und Umweltminister über Klimawandel, saubere Energie und nachhaltige Entwicklung am 10.09.2007, Berlin

[11] nach Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e. V. bzw. DIW Berlin.

[12] vgl. Arbeitsgruppe Energierohstoffe des BMWi, S. 3

[13] vgl dazu auch nach Schiffer, Hans-Wilhelm, et al., die im Bau oder in Planung befindlichen Kraftwerke, differenziert nach Jahr der voraussichtlichen Inbetriebnahme, S. 68

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Abhängigkeit Deutschlands von Energieimporten vor 25 Jahren und heute
Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Meschede
Veranstaltung
Außenwirtschaftstheorie und -politik
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V130987
ISBN (eBook)
9783640370153
Dateigröße
900 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Abhängigkeit, Deutschlands, Energieimporten, Jahren, Energie;, Import;, Deutschland;
Arbeit zitieren
Stefan Glusa (Autor), 2008, Die Abhängigkeit Deutschlands von Energieimporten vor 25 Jahren und heute, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130987

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