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Schriftlichkeit im römischen Heer

Title: Schriftlichkeit im römischen Heer

Term Paper , 25 Pages

Autor:in: Ann-Cathrin Dittmer (Author)

History - Miscellaneous
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In dieser Arbeit soll die Frage erläutert werden, in welcher Form der Schriftverkehr im römischen Militär an verschiedenen Standorten ausgeprägt war und welche Rolle die Literalität im Prozess der Romanisierung einnimmt.

Hierzu soll zuerst die Literalität im Soldatenstand erläutert und in die wichtigsten Quellenarten eingeführt werden. Danach möchte ich mich im Schwerpunkt der Arbeit zwei Fallstudien widmen, die außergewöhnliche Fundorte für militärische Schriftstücke in den römischen Außengebieten darstellen. Die Ostraka von Bu Njem und die tabulae ceratae von Vindonissa stellen, neben den wohl prominentesten Funden der Täfelchen von Vindolanda zwei archäologische Fundorte dar, die durch ihre große Anzahl an Fundstücken und ihrem Erhaltungsgrad einen detaillierten Einblick in das Leben der Soldaten und ihren Dienstalltag gewähren. Die Siedlung Vindolanda am Hadrianswall ist sehr gut erschlossen und wissenschaftlich erforscht worden, daher möchte ich in dieser Arbeit von der Bearbeitung absehen und mich den weniger prominenten Fundorten Bu Njem im heutigen Libyen und Vindonissa in der Schweiz widmen. An geeigneter Stelle wird jedoch auf die Funde von Vindolanda verwiesen werden.

Die Erforschung militärischer Schriftlichkeit im römischen Reich fand vor allem von 1970 bis 2000 statt. Eines meiner Quellenwerke ist das Werk Robert O. Finks von 1971, der ein bis heute gültige Erfassung des römischen Militärschriftverkehrs auf Papyrus lieferte. Die Fundstelle in Bu Njem wurde von dem französischen Historiker Robert Marichal erforscht und die Ergebnisse 1992 publiziert. Es gelang ihm die Ostraka nahezu vollständig dechiffrieren, sodass hier die Sprachanalyse der Funde, vor allem durch James Noel Adams, angestoßen wurde. In der Schweiz gründete sich schon 1897 die Gesellschaft Pro Vindonissa2, die sich vollends der Erschließung, Forschung und dem Schutz der Fundstücke aus dem schweizerischen Legionslager widmete.3 Michael Alexander Speidel lieferte 1996 die vollständige Edition der Schreibtafeln.

Übergreifend lässt sich sagen, dass aktuell keine neueren Forschungen weder zu Bu Njem noch zu Vindonissa oder genereller Schriftlichkeit im römischen Heer vorliegen. Generell ist die Literaturlage keine massenhafte und viele Werke dieses Themenkomplexes sind bisher nur in ihrer Veröffentlichungssprache vorhanden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Schriftlichkeit in der römischen Armee

2.1. Die Ausprägung der Literalität im Soldatenstand

2.2. Schriftliche Quellen der römischen Armee

3. Schriftlichkeit in den römischen Provinzen – Zwei Fallstudien

3.1. Die Ostraka von Bu Njem

3.2. Die tabulae ceratae von Vindonissa

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Verbreitung der Schriftlichkeit innerhalb des römischen Militärs und deren Einfluss auf den Prozess der Romanisierung in den Provinzen. Dabei wird analysiert, in welcher Form der Schriftverkehr an verschiedenen Standorten stattfand und welche Rolle die Literalität für Soldaten und ihr ziviles Umfeld spielte.

  • Analyse der Literalität und des Bildungsgrades innerhalb des römischen Soldatenstandes.
  • Untersuchung verschiedener Quellengattungen wie Militärdiplome, Ostraka und Schreibtafeln.
  • Kontrastive Fallstudie zu den Ostraka von Bu Njem (Libyen) und den tabulae ceratae von Vindonissa (Schweiz).
  • Bewertung des Militärs als Multiplikator für Schriftlichkeit und lateinische Sprache in den Außengebieten.
  • Reflektion über das Forschungsbild zur allgemeinen Alphabetisierungsquote in der Antike.

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Ostraka von Bu Njem

Im heute libyschen Bu Njem ca. 200km von Kap Misurata entfernt, befand sich ab 201 n. Chr. an einer Oase eine römische Garnison zur Grenzsicherung gegen die Garamanten. Golas (heute Bu Njem) befand sich in der römischen Provinz Africa bzw. Tripolitania und lag 250km von Lepsis Magna entfernt, die zu den drei größten Städten der Provinz gehörte.

Die Garnison wurde von Soldaten der Legio III Augusta erbaut, aber überwiegend von Angehörigen der Cohors VIII Fida equitata und anderen kleinen numeri betrieben. Der Außenposten wurde im Durschnitt lediglich von ca. 50 Soldaten unterhalten, sodass es sich hier um einen sehr kleinen Standort der römischen Armee handelte.

Da in der lybischen Wüste kein Holz zum Beschreiben vorhanden war und Papyrus sehr teuer war schrieb man mit Tinte auf Tonscherben. Räumlich und inhaltlich ist neben Bu Njem der Fundort am mons claudianus, einem Steinbruch im Osten Ägyptens, in einem engen Zusammenhang zu betrachten, da auch hier Tonscherben beschrieben wurden und es sich ebenfalls um einen eher kleinen Standort der römischen Armee handelte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung der Schriftlichkeit für das Zusammenhalten des römischen Imperiums und Formulierung der Fragestellung zur Rolle der Literalität im Militärkontext.

2. Schriftlichkeit in der römischen Armee: Erörterung der Korrelation zwischen Dienstgrad, Bildung und Literalität sowie Vorstellung der verschiedenen Quellentypen des militärischen Schriftverkehrs.

3. Schriftlichkeit in den römischen Provinzen – Zwei Fallstudien: Detaillierte Analyse der Ostraka von Bu Njem und der tabulae ceratae von Vindonissa als archäologische Zeugnisse für das militärische und teils private Leben.

4. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung des Militärs als bedeutendem Multiplikator für Schriftkultur und Latein sowie Korrektur der früher angenommenen, überaus niedrigen Alphabetisierungsraten für die Antike.

Schlüsselwörter

Schriftlichkeit, römisches Heer, Literalität, Bu Njem, Vindonissa, Ostraka, tabulae ceratae, Militärdiplome, Romanisierung, Latein, Militär, Verwaltung, Alltagsgeschichte, Antike, Provinzen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle und Ausprägung der Schriftlichkeit im römischen Heer und wie diese zur Romanisierung in den verschiedenen Provinzen des Reiches beitrug.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Literalität der Soldaten, die Verwaltung des Heeres durch schriftliche Aufzeichnungen und der Einfluss der militärischen Präsenz auf die zivile Umgebung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, mittels der Analyse spezifischer Fundorte aufzuzeigen, wie differenziert Schriftlichkeit in verschiedenen Militärstandorten ausgeprägt war und als Integrationswerkzeug diente.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine archäologisch-historische Analyse angewandt, die primär auf der Auswertung von Primärquellen (Ostraka, Schreibtafeln) und dem Vergleich mit aktueller Forschungsliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Literalität im Soldatenstand und eine detaillierte Auseinandersetzung mit zwei Fallstudien: den Tonscherben von Bu Njem und den Wachstafeln von Vindonissa.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit kennzeichnen?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Schriftlichkeit, Literalität, römisches Militär, Ostraka, tabulae ceratae, Romanisierung und latinisches Sprachwesen definieren.

Warum war das Lesen und Schreiben im Militär für Soldaten wichtig?

Es war für administrative Zwecke, die Verwaltung von Soldquittungen, Ausrüstungsinventuren und die interne Kommunikation zwischen den Einheiten und Vorgesetzten essenziell.

Welcher Unterschied besteht zwischen den Funden in Bu Njem und Vindonissa?

Während in Bu Njem aufgrund mangelnder Holzressourcen auf Tonscherben (Ostraka) geschrieben wurde, fanden sich in Vindonissa zahlreiche Wachstafeln (tabulae ceratae), die Rückschlüsse auf einen höheren Grad an Alltagsschriftlichkeit im Westen erlauben.

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Details

Title
Schriftlichkeit im römischen Heer
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Author
Ann-Cathrin Dittmer (Author)
Pages
25
Catalog Number
V1310052
ISBN (PDF)
9783346785220
ISBN (Book)
9783346785237
Language
German
Tags
schriftlichkeit heer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ann-Cathrin Dittmer (Author), Schriftlichkeit im römischen Heer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1310052
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