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Die zukünftige EU Agrarpolitik im Zeichen der Osterweiterung

Title: Die zukünftige EU Agrarpolitik im Zeichen der Osterweiterung

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 34 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sebastian Müller (Author)

Business economics - Economic Policy
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Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) ist schon seit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft Bestandteil der europäischen Verträge. Sie umfasst die Landwirtschaft und den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Wegen ihrer Spezifik und den divergierenden nationalen Interessen kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Mitgliedsstaaten. Zu Gunsten gemeinsamer einheitlicher Rahmenbedingungen verzichteten die EU Länder auf einen Teil ihrer Souveränität. Kehrseite war der teilweise Ersatz marktwirtschaftlicher Prinzipien durch Reglementierung und Bürokratie.
Dies führte zu Fehlallokationen landwirtschaftlicher Produktionsmittel und in der Folge zu Überproduktion und Kostenexplosion. Mit 50 Prozent des EU Haushaltes kommt der GAP eine besondere Bedeutung zu. Dagegen sind der Anteil der Landwirtschaft am BIP und der Anteil der in der Landwirtschaft Beschäftigten recht gering.

Auf dem Weg zu einer erweiterten Union macht die Landwirtschaft einen der größten Problemkomplexe aus. Durch den weit höheren gesellschaftlichen und ökonomischen Stellenwert der Landwirtschaft in den Mittel- und Osteuropäischen Ländern (MOE-Länder) wird es große Auswirkungen auf die GAP geben und die Probleme werden weiter verschärft. Besonders für den Agrarhaushalt sind ohne durchgreifende Reformen sehr hohe Belastungen zu erwarten. Daher werden bei den Beitrittsverhandlungen mehrjährige Sonder- und Übergangsregelungen gefordert. Hinzu kommt die weitere Öffnung der EU Agrarmärkte für den Welthandel im Zuge der eingegangenen handelspolitischen Verpflichtungen in der WTO.

Verschiedene Reformen konnten die Fehlentwicklungen einschränken, jedoch wurde die notwendige Neuausrichtung der Agrarpolitik bis in die Endphase der Beitrittsverhandlungen hinausgeschoben. Um auch zukünftig die Ziele einer Gemeinsamen Agrarpolitik zu erreichen, wird die EU auf weitere grundlegende Reformen und einer damit verbundenen Liberalisierung der Agrarmärkte angewiesen sein.

In dieser Arbeit werden zunächst die Grundlagen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU darstellen, um im Anschluss Fehlentwicklungen und Reformen der Agrarpolitik mit dem Schwerpunkt der EU-Osterweiterung zu untersuchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der gemeinsamen Agrarpolitik der EU

2.1 Ziele und vertraglicher Rahmen

2.2 Grundprinzipien der Gemeinsamen Agrarpolitik

2.3 Instrumente der Gemeinsamen Agrarpolitik

2.3.1 Außenhandelsregelungen bei Einfuhr von Agrargütern

2.3.2 Außenhandelsregelungen bei Ausfuhr von Agrargütern

2.3.3 Binnenmarktregelungen

2.3.4 Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik

2.4 Die Akteure der Gemeinsamen Agrarpolitik

3. Die Entwicklung der Agrarpolitik und ihre Bewertung bis Mitte der 90-iger Jahre

3.1 Die Bewertung der Gemeinsamen Agrarpolitik

3.2 Erste Reformen

4. Geänderte Rahmenbedingungen und die AGENDA 2000

4.1 Neue Anforderungen an die EU-Agrarpolitik

4.2 Landwirtschaft und WTO

4.3 Die Osterweiterung der Europäischen Union

4.4 Die AGENDA 2000

4.5 Halbzeitbewertung der Agenda 2000

5. Die Beitrittsverhandlungen

5.1 Standpunkte der EU und der Beitrittsländer

5.2 Die Folgen des Beitrittes für die MOE-Länder

5.3 Sind die Beitrittsländer gerüstet?

5.4 Aktuelle Entwicklungen bei den Beitrittsverhandlungen

6. Schlussfolgerung

7. Anhang

8. Abkürzungsverzeichnis

9. Quellenverzeichnis

9.1 Bücher

9.2 Monografien, Aufsätze

9.3 Internet

9.4 Zeitungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union im Kontext der anstehenden EU-Osterweiterung. Das Hauptziel ist die Analyse der notwendigen Reformen des bestehenden Agrarsystems, um die finanzielle Stabilität der Union zu wahren und Fehlallokationen bei der Integration der mittel- und osteuropäischen Länder zu vermeiden.

  • Grundlagen und Instrumente der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU
  • Entwicklung und Bewertung der GAP bis zur Mitte der 90-iger Jahre
  • Die Auswirkungen der AGENDA 2000 und der WTO-Verpflichtungen
  • Herausforderungen der EU-Osterweiterung für den Agrarsektor
  • Analyse der Beitrittsverhandlungen und Standpunkte der beteiligten Parteien

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Bewertung der Gemeinsamen Agrarpolitik

Als positives Resultat der GAP lässt sich festhalten, dass sich der Europäische Markt für Agrargüter sehr stabil entwickelte und die Ziele Steigerung der Produktivität, Sicherstellung der Versorgung, Stabilisierung der Märkte sowie Schutz vor den Schwankungen der Weltmärkte umgesetzt werden konnten.

Schaut man sich aber die negativen Auswirkungen dieser Politik an, so wird deutlich, dass durchaus von einem Politikversagen gesprochen werden kann. Unterstellen wir die Berechtigung der Annahme eines Marktversagens im Agrarsektor (Marktkräfte führen nicht zu sozial-ökonomischen Optimum), so sollte die Entscheidung für einen politischen Eingriff (zur Annäherung an das Optimum) unter Berücksichtigung der Kosten-Nutzen Perspektive erfolgen. Entspricht der entstehende Nutzen nicht den Kosten bzw. konnten die angestrebten Ziele nicht umgesetzt werden, liegt ein Politikversagen vor.

Die GAP ist gekennzeichnet durch strenge Regulierung und umfangreichen Markteingriff. Heute umfasst die Gemeinschaftliche Marktorganisation 95 vH der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, 72 vH der Produkte fallen unter Preis und Abnahmegarantien, 25 vH werden durch Außenschutz vor der Konkurrenz des Weltmarktes abgeschirmt. Durch die Politik der unbegrenzten Mengenabnahme und der Sicherung hoher Preise wurden falsche Signale gesetzt, welche den Anreiz zur Maximierung der Agrarproduktion gaben. Als Folge der Verzerrten inländischen Konsum- und Produktionsstruktur kam es zu Fehlallokation und Wohlfahrtsverlusten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Gemeinsamen Agrarpolitik und Darstellung der Problemstellung im Hinblick auf die EU-Osterweiterung.

2. Grundlagen der gemeinsamen Agrarpolitik der EU: Erläuterung der vertraglichen Ziele, Grundprinzipien und Instrumente, die das agrarpolitische System der EU prägen.

3. Die Entwicklung der Agrarpolitik und ihre Bewertung bis Mitte der 90-iger Jahre: Kritische Analyse der bisherigen Agrarpolitik sowie Diskussion erster Reformansätze.

4. Geänderte Rahmenbedingungen und die AGENDA 2000: Untersuchung der neuen Anforderungen durch WTO und Osterweiterung sowie der Rolle der Agenda 2000 als Reformwerk.

5. Die Beitrittsverhandlungen: Darstellung der Verhandlungspositionen und der spezifischen Auswirkungen des Beitritts auf die mittel- und osteuropäischen Länder.

6. Schlussfolgerung: Fazit zur Notwendigkeit tiefergehender Reformen und zur künftigen Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik.

Schlüsselwörter

Gemeinsame Agrarpolitik, GAP, EU-Osterweiterung, Agrarsubventionen, AGENDA 2000, WTO, Strukturwandel, Direktzahlungen, Agrarmarktordnungen, Marktversagen, Politikversagen, MOE-Länder, Interventionspreise, Beitrittsverhandlungen, Protektionismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Problematik und Reformnotwendigkeit der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU vor dem Hintergrund der anstehenden Osterweiterung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Struktur der GAP, ihre ökonomischen Auswirkungen, die Herausforderungen der EU-Osterweiterung sowie die Reformbemühungen durch die Agenda 2000.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie die EU eine gerechte Mittelverteilung und eine langfristige Finanzierbarkeit der Agrarpolitik gewährleisten kann, ohne die Beitrittsländer zu benachteiligen oder bestehende Wohlfahrtsverluste zu perpetuieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse ökonomischer Grundlagen sowie die Auswertung von Kommissionsberichten, Vertragsinhalten und aktuellen Beitrittsverhandlungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Grundlagen der GAP, den historischen Entwicklungen, den Einflüssen von WTO-Vereinbarungen und der detaillierten Analyse der Beitrittsverhandlungen mit den mittel- und osteuropäischen Staaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Gemeinsame Agrarpolitik, Osterweiterung, Strukturwandel, Agrarsubventionen und die Agenda 2000.

Warum sind die Direktzahlungen ein kritisches Thema in den Verhandlungen?

Die Direktzahlungen sind problematisch, da sie Anreize für ineffiziente Produktionsstrukturen bieten und ihre Finanzierung bei gleichzeitigem Beitritt neuer Staaten die EU-Haushaltsgrenzen sprengen könnte.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zum Kopenhagener Kompromiss?

Der Autor bewertet den Kompromiss kritisch und führt an, dass er inhaltlich wenig mit wirtschaftlicher Vernunft zu tun habe und lediglich die bisherige fehlerhafte Subventionspolitik fortsetze.

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Details

Title
Die zukünftige EU Agrarpolitik im Zeichen der Osterweiterung
College
University of Leipzig  (Wirtschaftspolitik)
Grade
1,7
Author
Sebastian Müller (Author)
Publication Year
2002
Pages
34
Catalog Number
V13100
ISBN (eBook)
9783638188432
ISBN (Book)
9783638691338
Language
German
Tags
Agrar Politik Osterweiterung Integration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Müller (Author), 2002, Die zukünftige EU Agrarpolitik im Zeichen der Osterweiterung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13100
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