„Jede lebende Zelle benötigt zur Aufrechterhaltung ihrer allgemeinen und speziellen Funktions- und Leistungsfähigkeit einen ständigen Energiefluss“ (Geiss/Hamm, 1992, S. 17). Da der menschliche Körper aus biologischer Sicht ein großer Verband von Zellen und Zellstrukturen ist, die in Zusammenarbeit unterschiedliche Handlungen ausüben, wird ersichtlich, dass wir in allem was wir tun unserem Körper Energie abverlangen. Je nach Handlung ist dieser Energieverbrauch des Körpers kleiner (z.B. beim Schlafen) oder größer (z.B. bei Schwerstarbeit). Entscheidend ist es nun, dass der Mensch genügend Energie aufnimmt, um diesen Energieverbrauch – auch Energieumsatz genannt – wieder auszugleichen und somit seine Körperfunktionen und seine Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Energiespender ist hierbei die Nahrung, welche die dem Menschen sehr bedeutsamen Nährstoffe Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße enthält. Der Frage nach der Zusammensetzung und Menge der Mahlzeiten kommt in der heutigen Gesellschaft, in der Übergewicht und Fettsucht weitreichende Probleme darstellen, eine große Bedeutung zu. Um die Antworten zu verstehen ist es notwendig, dass man sich der Bedeutung des Energieumsatzes bewusst wird.
Wie sich dieser zusammensetzt, von welchen Faktoren der Energieumsatz abhängt, mit Hilfe welcher Methoden er sich bestimmen lässt, welche Bedeutung er für einzelne Sportarten und deren Ausübung hat und wieso trotz vieler wissenschaftlicher Untersuchungen immer noch eine gewisse Uneinigkeit im Themenkomplex des Energieumsatzes vor allem bezüglich des Sporttreibens vorherrscht, wird in dieser Seminararbeit zur Sprache kommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition und Erklärung des Energieumsatzes
2.1. Der Grundumsatz
2.2. Der Ruheumsatz
2.3. Der Arbeitsumsatz und Wirkungsgrad
3. Messmethoden des Energieumsatzes
3.1. Fahrradergometrie
3.2. Laufbandergometrie
4. Methoden zur Messung des Energieumsatzes
4.1 Direkte Kalorimetrie
4.2 Indirekte Kalorimetrie
4.2.1. Geschlossenes Spirometer
4.2.2. Offenes Spirometer
5. Der Energieumsatz bei differierenden Sportarten
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, den menschlichen Energieumsatz physiologisch zu definieren, die wissenschaftlichen Methoden zu seiner Bestimmung zu erläutern und die unterschiedlichen Energieverbräuche bei verschiedenen Sportarten kritisch zu beleuchten.
- Physiologische Grundlagen des Energieumsatzes (Grund-, Ruhe- und Arbeitsumsatz)
- Verfahren der Leistungsdiagnostik und Energieumsatzmessung
- Vergleich von direkter und indirekter Kalorimetrie
- Kritische Analyse von Kalorientabellen im Sportkontext
Auszug aus dem Buch
2.1. Der Grundumsatz
Dass der Mensch zur Aufrechterhaltung seiner vitalen Funktionen Energie benötigt kam oben schon zur Sprache. Nun ist es – im speziellen für die Medizin z.B. zur Überprüfung der Schilddrüsenaktivität – von Wichtigkeit einen Richtwert zu ermitteln, der sozusagen den täglichen Mindestenergieverbrauch eines Menschen verdeutlicht. Hierzu hat man folgende Voraussetzungen getroffen, unter welchen dieser Richtwert, als Grundumsatz bezeichnet, Gültigkeit besitzt: Die untersuchte Person muss sich vor sowie während der Untersuchung in vollständiger Ruhe befinden, was bedeutet, dass die Person im Liegen zu untersuchen ist und sie vorher keine körperliche Anstrengung unternommen haben darf.
Weiterhin muss der Untersuchte nüchtern sein (12 Stunden ohne Nahrungsaufnahme), wobei insbesondere im Voraus auf eine Aufnahme von Eiweißen zu verzichten ist, da dies eine erhöhte Stoffwechselaktivität von bis zu 24 Stunden zur Folge haben kann. Als letzter Punkt zur Erfüllung der Grundumsatzkriterien muss erwähnt werden, dass sich die Person in Behaglichkeits- bzw. Indifferenztemperatur befinden muss (ca. 20-22 °C) und keine erhöhte Körperkerntemperatur besitzen darf (Bartels&Bartels, 2001, S. 87). SCHMIDT und THEWS beschreiben diesen Umstand als „morgendlichen Ruhe-Nüchternumsatz bei Indifferenztemperatur“ (1997, S. 641).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Notwendigkeit des Energieflusses für lebende Zellen und führt in die Relevanz der Energiebilanz in der modernen Gesellschaft ein.
2. Definition und Erklärung des Energieumsatzes: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Grund-, Ruhe- und Arbeitsumsatz sowie den physikalischen Wirkungsgrad.
3. Messmethoden des Energieumsatzes: Hier werden die apparativen Möglichkeiten der Leistungsdiagnostik, insbesondere Ergometer, vorgestellt.
4. Methoden zur Messung des Energieumsatzes: Die technischen Verfahren der direkten und indirekten Kalorimetrie werden im Detail analysiert.
5. Der Energieumsatz bei differierenden Sportarten: Dieses Kapitel vergleicht den Energieverbrauch verschiedener Sportarten und diskutiert Einflussfaktoren wie Technik und Trainingszustand.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass allgemeine Kalorientabellen nur begrenzte Aussagekraft haben und im Leistungssport individuelle Analysen erforderlich sind.
Schlüsselwörter
Energieumsatz, Grundumsatz, Ruheumsatz, Arbeitsumsatz, Leistungsdiagnostik, indirekte Kalorimetrie, direkte Kalorimetrie, Spirometrie, physiologischer Brennwert, Wirkungsgrad, respiratorischer Quotient, Stoffwechsel, Sportphysiologie, Kalorientabellen, Belastungsintensität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der physiologischen Bestimmung des Energieverbrauchs des menschlichen Körpers in Ruhe und unter sportlicher Belastung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den biologischen Grundlagen des Energiestoffwechsels, den klinischen Messmethoden und der praktischen Anwendung in der Sportwissenschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Mechanismen des Energieumsatzes zu schaffen und zu klären, warum allgemeine Angaben zum Kalorienverbrauch im Sport häufig ungenau sind.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden beschrieben?
Hauptsächlich werden die direkte Kalorimetrie sowie die indirekte Kalorimetrie mittels offener und geschlossener Spirometersysteme erläutert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen, die Beschreibung technischer Messapparaturen wie Ergometer und die kritische Auseinandersetzung mit sportartspezifischen Verbrauchsdaten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind der respiratorische Quotient, das kalorische Äquivalent, der Wirkungsgrad sowie die Unterscheidung zwischen Grund- und Arbeitsumsatz.
Warum sind allgemeine Kalorientabellen oft unzuverlässig?
Da der Energieverbrauch stark von individuellen Faktoren wie Körpergewicht, Alter, Geschlecht, Trainingszustand und der konkreten Belastungstechnik abhängt, können sie nur grobe Richtwerte liefern.
Welche Rolle spielt die sportliche Technik für den Energieverbrauch?
Eine ökonomische Technik führt dazu, dass weniger Energie für die gleiche Leistung aufgewendet werden muss, was den Energieverbrauch im Vergleich zu untrainierten Personen signifikant senkt.
Was unterscheidet die direkte von der indirekten Kalorimetrie?
Die direkte Kalorimetrie misst die Wärmeabgabe des Körpers in einer isolierten Kammer, während die indirekte Kalorimetrie den Energieumsatz über den Sauerstoffverbrauch und die Kohlendioxidabgabe berechnet.
Warum findet die direkte Kalorimetrie heute seltener Anwendung?
Aufgrund des hohen apparativen und finanziellen Aufwands ist sie weniger praktikabel als die indirekte Kalorimetrie, die zudem ein mobileres Vorgehen ermöglicht.
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- Spatz Stefan (Author), 2005, Bestimmung des Energieumsatzes im Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131077