This work pointed out the political understanding of Hannah Arendt, a political philosopher of normative theory in the last century. By using her works Was ist Politik? and Vita activa oder Vom tätigen Leben her central fundamentals of human majority, politics, liberty and acting (behave) became represented. Hence it appeared what the philosopher means when she talks about political degradation and a realization of political liberty through acting.
In conclusion it turned out that Arendts normative political understanding is not transferable to reality of today because it includes an idealistic and utopian character.
Still Arendts representation of her central fundamentals is understandable and desirable.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitendes
2. Arendts Politikverständnis
2.1. Pluralität
2.2. Handeln
2.2.1. Das politische Handeln
2.3. Politische Freiheit
3. Niedergang der Politik?
3.1. Politik und Macht
3.2. Sinn und Ziel von Politik
4. Schluss
5. Zusammenfassung/ Abstract
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Politikverständnis von Hannah Arendt zu erläutern, wobei insbesondere ihre zentralen Grundbegriffe Pluralität, Handeln, Politik und Freiheit analysiert werden, um ein Verständnis für ihren normativen Begriff des Politischen zu entwickeln und die Frage nach der Degradierung des Politischen sowie der Realisierung politischer Freiheit zu klären.
- Analyse der Pluralität als Grundbedingung für Politik und menschliches Handeln.
- Differenzierung zwischen den Grundtätigkeiten Arbeiten, Herstellen und Handeln.
- Untersuchung des Zusammenhangs von Handeln, Sprechen und dem öffentlichen Raum.
- Reflektion über politische Freiheit, Machtpotential und die Gefahr des Niedergangs der Politik.
- Kritische Einordnung von Arendts theoretischem Ansatz gegenüber der heutigen Realität.
Auszug aus dem Buch
2.1. Pluralität
Pluralität ist die Grundbedingung für Politik. Durch das Zusammenkommen mehrerer Individuen kann es zu einem politischen Vorgang kommen; so schreibt Arendt in Vita activa von den „spezifisch politischen Formen des Zusammenseins, in denen man sich untereinander bespricht, um dann in Übereinstimmung miteinander zu handeln.“ (Arendt 1960: 148).
Das Zusammensein impliziert die Gemeinschaft, es ist öffentlich. Sie spricht von „politischen Formen des Zusammenseins“, durch Pluralität bedingte Politik impliziert demnach Besprechung untereinander, Einigung durch Übereinstimmung und somit die Möglichkeit des Handelns. Politik ist für Hannah Arendt öffentliches Handeln. Auf die Begriffe öffentlich und Handeln wird später differenzierter eingegangen.
Pluralität bezeichnet bei Arendt ein „prä-politisches Existenzial“ (Greven 1993: 79), es ist die Vorbedingung der Möglichkeit politischen Handelns (Bonacker 2002: 190) und ergibt sich aus der Personalität der Menschen, aus deren Vielheit und Verschiedenheit.
Im Zusammenhandeln erst wird künstlich das Gemeinsame der res publica hervorgebracht (Greven 1993: 79), das (politische) Handeln ist folglich eine künstliche Erzeugung durch die natürliche Pluralität der Menschen, die darin besteht, „das Wesen von einzigartiger Verschiedenheit sich von Anfang bis Ende immer in einer Umgebung von ihresgleichen befinden.“ (Arendt 1960: 167).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitendes: Die Einleitung führt in die Problemstellung ein und erläutert Arendts Ansatz, die Grundbegriffe der Politik angesichts einer scheinbar perfekt strukturierten modernen Welt kritisch zu hinterfragen.
2. Arendts Politikverständnis: Dieses Kapitel definiert die zentralen Grundbegriffe Pluralität, Handeln und Freiheit als konstitutive Elemente eines normativen Politikverständnisses.
2.1. Pluralität: Das Kapitel arbeitet heraus, dass Pluralität die unverzichtbare Grundvoraussetzung für jedes politische Handeln und das Entstehen von Gemeinschaft ist.
2.2. Handeln: Hier wird der Handlungsbegriff explizit von den anderen menschlichen Tätigkeiten wie Arbeiten und Herstellen abgegrenzt und als politisches Tätigsein identifiziert.
2.2.1. Das politische Handeln: Dieses Unterkapitel vertieft die Bedeutung von Kommunikation und Sprechen als notwendige Mittel, um im öffentlichen Raum Interessen zu vertreten.
2.3. Politische Freiheit: Das Kapitel erörtert Freiheit als Abwesenheit von Zwang und als dynamische Teilhabe an der öffentlichen Verständigung, die untrennbar mit dem Handeln verbunden ist.
3. Niedergang der Politik?: Es wird analysiert, unter welchen Bedingungen der politische Raum durch den Rückzug in das Private oder durch ein zweckgebundenes Verständnis (Herstellen statt Handeln) gefährdet ist.
3.1. Politik und Macht: Dieses Kapitel erläutert Macht bei Arendt nicht als Herrschaftsinstrument, sondern als positives Potenzial, das aus dem gemeinschaftlichen Handeln der Menschen entsteht.
3.2. Sinn und Ziel von Politik: Abschließend wird die Sinnfrage der Politik behandelt, wobei Arendt Freiheit als das zentrale, wenn auch nicht im Sinne eines festen Ziels messbare, Element postuliert.
4. Schluss: Der Schlussteil reflektiert die Anwendbarkeit von Arendts utopischem Idealansatz auf die heutige politische Realität.
5. Zusammenfassung/ Abstract: Das letzte Kapitel bietet einen kurzen Rückblick auf die behandelten Kernthemen und Begriffe der Arbeit.
Schlüsselwörter
Hannah Arendt, Politikbegriff, Pluralität, Handeln, politische Freiheit, öffentlicher Raum, Machtpotential, Vita activa, Normative Theorie, Zusammenhandeln, res publica, politisches Handeln, Zweck-Mittel-Kategorie, Gemeinschaft, Gesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Politikverständnis von Hannah Arendt und untersucht ihre theoretische Herleitung von Politik als öffentliches Handeln und Freiheit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Rolle der Pluralität als Vorbedingung für Politik, die Abgrenzung von Handeln gegenüber Arbeiten und Herstellen sowie die Konzeption von Macht und politischer Freiheit.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Arendts normativen Begriff des Politischen zu erläutern und aufzuzeigen, wie durch Handeln und Sprechen ein öffentlicher Raum der Freiheit geschaffen wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die primär auf der Interpretation und Analyse von Arendts Hauptwerken wie "Vita activa" und "Was ist Politik?" sowie zugehöriger Sekundärliteratur basiert.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Begriffe Pluralität, Handeln und Freiheit, setzt sich mit der Gefahr eines Niedergangs der Politik durch Zweck-Mittel-Denken auseinander und erläutert Arendts positives Machtverständnis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hannah Arendt, Pluralität, politisches Handeln, Freiheit, öffentlicher Raum und normative Theorie geprägt.
Warum hält Arendt den Begriff der Pluralität für so entscheidend?
Weil Politik laut Arendt nur im "Zwischen-den-Menschen" entstehen kann; ohne die Verschiedenheit und Vielheit von Menschen gäbe es keinen Bedarf für Sprache und gemeinsames Handeln.
Was bedeutet für Arendt die "Degradierung der Politik"?
Damit meint sie die Tendenz, Politik nur noch als Mittel zum Zweck (wie in der Technik oder Verwaltung) zu verstehen, anstatt sie als freies, zweckfreies Handeln im öffentlichen Raum zu begreifen.
Warum gilt Arendts Politikverständnis als utopisch?
Weil sie Handeln als völlig frei von Zwang und Notwendigkeit definiert, was in der heutigen, oft machtgeleiteten und zweckorientierten politischen Praxis kaum realisierbar ist.
- Arbeit zitieren
- Melanie Baschin (Autor:in), 2006, Hannah Arendts Verständnis des Politikbegriffes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131097