Für Marx ist die Arbeit der sinnliche Umgang mit der Natur. Es ist eine Bedingung jeglicher geistiger Tätigkeit des Menschen. In der Arbeit erzeugt der Mensch sich selbst und in der Natur erzeugt er das Objekt seines Tätigseins. Arbeit ist für Marx eine primäre Kategorie in der Charakterisierung des Menschen, gleichzeitig ist sie auch aktiver Kontakt mit der Natur. Er sieht den Menschen als Teil der Natur, mit der er in einer gegenseitigen Wechselwirkung steht. In der Arbeit, wie in der Natur erscheint erstmals die Theorie der Entfremdung. Der Begriff der Entfremdung, der von Hegel geprägt ist, hat Marx in der Geschichte an der Entwicklung des Privateigentums und der Arbeitsteilung festgemacht. In der vorliegenden Arbeit soll geklärt werden, in wie fern der Entfremdungscharakter bei Marx in den Bereichen Natur und Arbeit zu sehen ist. Zunächst beginne ich mit einer Begriffsdefinition, die den Zusammenhang in den darauf folgenden Kapiteln erklären soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriff der Entfremdung
3. Das Verhältnis Mensch zur Arbeit
4. Die Entfremdung von der Arbeit
5. Das Verhältnis Mensch zur Natur
6. Die Entfremdung von der Natur
7. Teilung der Arbeit und Eigentum
8. Fazit
9. Bibliografie:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Entfremdung bei Karl Marx, wobei der Fokus insbesondere auf den Bereichen der Arbeit und des Verhältnisses des Menschen zur Natur liegt. Ziel ist es, den Entfremdungscharakter in diesen Kontexten theoretisch zu durchdringen und die Zusammenhänge zwischen Produktionsweise, Privateigentum und menschlicher Selbstentfremdung aufzuzeigen.
- Grundlagen des marxistischen Entfremdungsbegriffs
- Wechselwirkung zwischen Mensch, Arbeit und Natur
- Die Auswirkungen der Arbeitsteilung auf das Individuum
- Historische Entwicklung der Eigentumsformen
- Verlust des Gattungswesens im kapitalistischen Produktionsprozess
Auszug aus dem Buch
4. Die Entfremdung von der Arbeit
In den ökonomisch-philosophischen Manuskripten ist der entscheidende Kernteil der entfremdeten Arbeit zu finden.„Aus der Nationalökonomie selbst, mit ihren eigenen Worten, haben gezeigt, daß der Arbeiter zur Ware und zur elendsten Ware herabsinkt, dass das Elend des Arbeiters im umgekehrten Verhältnis zur Macht und zur Größe seiner Produktion steht.“
Der Arbeiter wird umso ärmer, je mehr Reichtum er produziert. Er selbst kann sich das Produkt, was er herstellt nicht leisten. Er produziert für den Kapitalisten, der damit umso reicher wird, je mehr der Arbeiter produziert. Der Arbeiter wird um seine Arbeitskraft gebracht und er wird an sich zu einer beliebteren Ware, je mehr Waren er produziert. „Mit der Verwertung der Sachenwelt nimmt die Entwertung der Menschenwelt in direktem Verhältnis zu.“
Hierbei wird nicht nur die Ware von der eigentlichen Arbeit geschaffen, sondern sie produziert sich selbst und den Arbeiter als eine Ware. Dabei wird die Entfremdung des Produktes deutlich. Die Arbeit wird zum Gegenstand. Der Gegenstand, der produziert wird als fremdes Wesen bezeichnet. Es ist eine vom Produzenten unabhängige Macht. Also ist das Produkt der Arbeit die Arbeit selbst, die sich in diesem Gegenstand befindet. Marx nennt es die Vergegenständlichung der Arbeit. Durch die Verwirklichung der Arbeit kommt es zu einer Vergegenständlichung der Arbeit und gleichzeitig zur Entwirklichung des Arbeiters. Also wird die Vergegenständlichung als ein Verlust des Gegenstandes und die Aneignung als Entfremdung angesehen. Der Arbeiter wird nicht nur der notwendigen Gegenstände beraubt, wie das Leben, sondern auch der Arbeitsgegenstände beraubt. Je mehr Gegenstände der Arbeiter produziert, umso weniger kann er besitzen und umso mehr gerät er dabei unter die Herrschaft seines Produktes, dem Kapital.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Entfremdung bei Marx und die Bedeutung der Arbeit als sinnlichen Umgang mit der Natur.
2. Begriff der Entfremdung: Erläuterung der Definition von Entfremdung, insbesondere im Kontext von Marktwirtschaft, Arbeitsteilung und Lohnarbeit.
3. Das Verhältnis Mensch zur Arbeit: Analyse des Zusammenhangs zwischen Produktion, Lebensmitteln und der historischen Veränderung menschlicher Lebensweisen.
4. Die Entfremdung von der Arbeit: Untersuchung der ökonomisch-philosophischen Kernaspekte der entfremdeten Arbeit und der Vergegenständlichung.
5. Das Verhältnis Mensch zur Natur: Erörterung der grundlegenden Einheit von Mensch und Natur sowie der Rolle des Bewusstseins in der Gesellschaft.
6. Die Entfremdung von der Natur: Darstellung, wie durch Privateigentum und Habsucht die natürliche Basis des Gattungswesens entfremdet wird.
7. Teilung der Arbeit und Eigentum: Analyse der historischen Entwicklung der Arbeitsteilung und verschiedener Formen des Eigentums wie Stamm-, Gemeinde- und Feudaleigentum.
8. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Entfremdung als notwendigem, aber überwindbarem Prozess der menschlichen Entwicklung.
9. Bibliografie: Auflistung der verwendeten Primärquelle der „Frühen Schriften“ von Karl Marx.
Schlüsselwörter
Karl Marx, Entfremdung, Arbeit, Privateigentum, Gattungswesen, Arbeitsteilung, Kapitalismus, Produktionsweise, Selbstentfremdung, Lohnarbeit, Naturverhältnis, Warenproduktion, Produktivkräfte, Vergegenständlichung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die marxistische Theorie der Entfremdung und untersucht, wie der Mensch in der Arbeit und im Verhältnis zur Natur seine ursprüngliche Lebensgrundlage verliert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Entfremdung von der Arbeit, das Verhältnis des Menschen zur Natur, die Geschichte der Arbeitsteilung sowie die Entstehung und Formung von Privateigentum.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu klären, inwiefern der Entfremdungscharakter bei Marx in den Bereichen Natur und Arbeit manifestiert ist und welche Konsequenzen dies für den Menschen hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine textanalytische Untersuchung, die sich primär auf die "Frühen Schriften" von Karl Marx stützt, um seine philosophischen und ökonomischen Konzepte herauszuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Entfremdungsbegriff, die Auswirkungen der Arbeitsteilung auf die menschliche Selbstentfremdung und der Verlust der Natur als Lebensgrundlage detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Entfremdung, Privateigentum, Gattungswesen, Arbeitsteilung und der marxistische Begriff der Vergegenständlichung.
Warum ist laut Marx das Produkt der Arbeit dem Arbeiter fremd?
Das Produkt wird dem Arbeiter fremd, weil es unter kapitalistischen Bedingungen nicht ihm, sondern dem Kapitalisten gehört, der die Produktionsbedingungen kontrolliert.
Was bedeutet der Begriff "Gattungswesen" in diesem Kontext?
Das Gattungswesen beschreibt die Fähigkeit des Menschen zu freier, bewusster Tätigkeit, die sich in einer universellen und schöpferischen Auseinandersetzung mit der Welt äußert.
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- Magister Anika Geldner (Author), 2009, Karl Marx und der Entfremdungscharakter in Arbeit und Natur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131128