Sarah, ein Leben zwischen Geborgenheit, Liebe und Anspannung

Dokumentation unterschiedlicher Gespräche und Erlebnisse aus pränataler Zeit bis hin zur Vollendung des fünften Lebensjahres


Ausarbeitung, 2009
223 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Kapitel 1
Mein erstes Einzimmerappartement
Exkurs zum Thema: Angst, ihren Ursachen und Auswirkungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln
Meine Gefühle und Empfindungen in der pränatalen Zeit
„Stumme“ Gespräche zwischen dem Ungeborenen und dem werdenden Opa
Brief an Sarah oder Jan?

Kapitel 2
Es ist an der Zeit, endlich umzuziehen
Willkommen auf dieser Welt
Exkurs zum Thema: Liebe, allgemein und auf Kinder bezogen
Mein erstes Lebensjahr
Ein erster Brief an Sarah
Exkurs zum Thema: Liebe in ihrem facettenreichen Erscheinungsbild

Kapitel 3
Ich entdecke die Welt auf meine ganz persönliche Art
Ich habe in meinen kurzen Leben schon so allerlei angestellt
Meine Kräfte haben auch schon versagt
Was ich schon alles kann
Worüber ich mir so meine Gedanken mache
Die Sprüche aus dem Kindergarten
Hier sind meine schönsten Sprüche zusammengestellt

Kapitel 4
Das zweite Lebensjahr
Sonnen- und Schattenseiten zeigen sich sehr früh in meinem Leben
Briefe an Sarah
Wenn Eltern sich trennen
Exkurs: Zur Problematik von Beziehungsproblemen bei Kindern
Exkurs zum Thema: Spannung und Anspannung
Exkurs zum Thema gesunde Entwicklung – Depression und erkennen

Kapitel 5
Mit meinem dritten Lebensjahr beginnt langsam, aber doch sehr früh der Ernst des Lebens
Exkurs zum Thema: Geborgenheit und Vertrauen
Der Nikolaus hat mich auch schon besucht – Angst, was ist das?
Angst in der Vielfalt ihrer Erscheinungen
Die 7 goldenen Regeln für ein Leben mit Kindern

Kapitel 6
Das vierte Lebensjahr in seiner besonderen Problematik und Belastung
Mein erster Start in den Kindergarten
Ich ziehe schon wieder um - dieses Mal aber in die Nähe meines Opas
Exkurs: Die Problematik des Kaiserschnitts im Blick auf den Aufbau einer Beziehung
Der zweite Start in den Kindergarten
Der neue Kindergarten

Kapitel 7
Das fünfte Lebensjahr
Das Krankenhaus von innen erleben – die Operation –
Der Versuche, eigene Vorstellungen von Leben umzusetzen
Der Angst bewusst begegnen
Die erneute Anspannung einer Operation, wenn auch der Ablauf schon bekannt ist
Angst und Anspannung bis in das 6. Lebensjahr fortgesetzt

Kapitel 8
Sarah beschreibt ihr Verhältnis zu ihrem Opa
So verändert sich der Mensch; eine Kurzdokumentation von Sarahs Leben und ihre Entwicklung in Bildern dargestellt

Abschließende und zusammenfassende Gedanken

Glossar

Bibelstellen, chronologisch geordnet

Verwendete Literatur

Biografie

Vorwort

Es gibt im Leben so viele schöne Dinge, das allerschönste aber ist nach meiner

Einschätzung, die Nachricht vom noch ungeborenen Kind/Enkel und die Zeit des gemeinsamen Gehens eines Lebenswegs, begleiten zu dürfen, als Partner gefragt zu sein, geliebt zu werden.

Neues Leben, wenn auch noch ungeboren, bestimmt den Lebensablauf der betroffenen Familien, nimmt Einfluss an unendlich vielen Stellen und bereichert den Alltag in einer Form, die sich eigentlich kaum darstellen und beschreiben lässt.

Wir leben in einer Zeit, in der man für das Hochzeitsfoto schon vorausblickend einen Wechselrahmen kauft. Eine Frage vieler junger und heiratswilliger Menschen lautet: Heirat? Das ist das Problem, denn wie mache ich es richtig – bleibe ich alleine, dann habe ich niemanden zum Sprechen; lebt man aber zu zweit, dann hat man in der Regel nichts zu sagen! Probleme und Fragen, wohin das Auge blickt, die Gedanken schweifen.

Nur eines muss uns Menschen und uns Eltern im Besonderen klar sein:

Der Herrgott hat uns und unseren Kindern das Leben geschenkt,

und er ist es auch, der es dann ein Leben lang lenkt.

Frei umformuliert und ergänzt nach einem Song von Judith und Mel

Dabei ist es im Blick auf eine Elternschaft so enorm wichtig, dass sich die werdenden Eltern mit den neuen Leben und den möglichen Fragestellungen sachlich und liebevoll auseinandersetzen und sich darauf einstellen, dass das, was da auf sie zukommt, kein Besitz ist, kein persönlicher Besitz ist, den sie geschaffen haben und deshalb auch alle Rechte haben, sondern eine „Leihgabe in Verantwortung“ unseres lebendigen Gottes. Dabei wird der Begriff Verantwortung besonders groß geschrieben, denn er prägt die kommenden Monate und Jahre das Leben der Eltern.

Elternschaft heißt große Verantwortung zu übernehmen und dabei immer zu bedenken, dass das kleine Menschenkind viel Geduld und Liebe braucht, eine seelische Heimat braucht, Geduld braucht. Da hat es aber auch noch eine zweite Seite, die Seite des Grenzen Setzens. Grenzen setzen bedeutet, dass das Kind zur Überlebensfähigkeit in immer mehr Eigenverantwortung geführt wird, heißt aber auch, uneingeschränkt für das Kind da zu sein und wenn notwendig, ein Verbot oder eine Einschränkung zum Eintausendsten Mal zu erklären, so, dass es von dem Kind nachvollzogen und umgesetzt werden kann.

Grenzen setzen ist eine Gradwanderung die einen sehr sensiblen Bereich umfasst, der den Sinn oder auch den Unsinn der erforderlichen Grenzen, ergo gute, also sinnvolle Grenzen und unsinnige und damit unnötige Grenzen betrifft, da Sinn und Unsinn in diesem Bereich eben so nahe beieinander liegen wie Baum und Borke. Hier muss demzufolge sehr genau bedacht und sich selbst bewusst gemacht werden, dass falsch gesetzte Grenzen an dem Kinderseelchen sehr großen Schaden anrichten können, der möglicherweise in der Zukunft nicht mehr behebbar und somit korrigierbar ist. Grenzen, müssen also sehr überlegt und verantwortungsbewusst gesetzt werden, nicht als Strafe, sondern als Hilfe, als „Leitplanke auf der Straße des Lebens“, um sicher um die Hindernisse des Alltags herum zu fahren, ohne anderen zu schaden oder selbst sogar Schaden zu nehmen.

Um diese äußerst sensiblen und multikausalen Zusammenhänge zu verdeutlichen und nachvollziehbar zu gestalten, gehe ich auf eine Themen in überschaubaren Exkursen ein; Liebe, Geborgenheit, Angst und Anspannungen, beziehungsweise Spannungen bis hin zur Frage von Verhaltenauffälligkeiten und Depressionen bei Kindern, die mit Hilfe eines Kaiserschnittes zu Welt kamen, sind dabei die Schwerpunkte. Im Zuge dieser Problemfelder war es nicht möglich, ohne medizinische Informationen und Termini auszukommen. Ich habe versucht, alle Fachspezifischen Aussagen verständlich zu beschreiben und entsprechende Erklärungen nochmals im Glossar eingefügt.

Ziel meines Buches ist einerseits die Darstellung des Miterlebens einer wundervollen Entwicklung, aber auch die Anregung über unterschiedliche, sehr wohl aber problematische Themenkreise nachzudenken und dabei durchaus auch die eigene Erziehungsarbeit auch in Frage zu stellen oder zu hinterfragen, ohne dabei belehrend zu sein; ich verwende dabei in diesem Buch folgende, stilistisch Mittel und Wege:

- Tagebuchartige Darstellungen der Entwicklung
- Gedanken auf das Ungebornen Leben übertragen und aus Sicht des Ungebornen aus – beziehungsweise angesprochen
- Reale Sorgen und Gedanken der werdenden Eltern und der Familie aus der pränatalen Zeit und danach offen dargestellt

Ich wünsche Ihnen, lieber Leserin, lieber Leser, Freude und gute Gedanken beim Lesen.

Nehmen Sie teil an meinem Leben und dem Leben meines Enkelkindes, an den Sonnen – und Schattenseiten, so, wie sich das Leben eben gestaltet.

Hanau, im Frühjahr 2009

Kapitel 1

Mein erstes Einzimmerappartement

„Hallo, hier bin ich! Ihr habt ja noch nicht gemerkt, dass ich euch überraschen will. Kein Wunder, ich bin ja auch noch sehr klein, richtig winzig – aber ich bin da!

Meine Mama, bei ihr habe ich mein Appartement bezogen, hat auch noch keine Anzeichen für meinen Einzug festgestellt; keine Sorge, das kommt aber noch.

Jetzt wohne ich schon fast 8 Wochen in meiner neuen Wohnung; aber nun hat die Geheimniskrämerei schon bald ein Ende, denn nachdem es meiner Mama immer wieder so seltsam zumute ist, sie deshalb einen Arzt aufgesucht hat, hat er ihr von mir erzählt; nun weiß sie, dass ich bei ihr wohne, wenn auch nur vorübergehend. Nun ja, Mietvertrag haben wir keinen abgeschlossen, und ich muss eingestehen, dass ich ganz leise still und heimlich eingezogen bin.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ich bin sehr gespannt, wie meine Mama und mein Papa reagieren, was sie machen, wo sie jetzt doch wissen, dass ich vorübergehend bei meiner Mama eingezogen bin – ob mein Papa eifersüchtig wird? Er hat doch keinen Grund dazu, denn ich bin doch seine Tochter; ich glaube also nicht, dass ich mir darüber den Kopf zerbrechen muss.

Ich wohne jetzt schon den vierten Monat bei meiner Mama; jetzt hat sie keine körperlichen Beschwerden mehr; viel interessanter ist aber, dass mein kleines Herz schon richtig fest schlägt und schon wie ein richtig kleiner, süßer Mensch, den man einfach lieb haben muss, aussehe; ich kann auch schon spüren, ob etwas weh tut oder nicht. Meine Mama regt sich auf, wegen ganz unwichtiger Dinge, aber bekomme das schon mit, auch wenn ich nicht neugierig und noch so klein bin bin. Ich werde aber schon noch wachsen, ich habe ja noch Zeit.

Manchmal besuchen wir meinen Opa und meinen Onkel. Ich höre wie sie sprechen und sich riesig freuen, dass ich eingezogen bin, dass es mich gibt.

Nun bin ich schon ½ Jahr in meinem Appartement, habe mich riesig auf den geplanten Umzug in drei Monaten gefreut, als der Arzt, bei dem meine Mama immer nachsehen lässt, ob ich gesund bin, etwas ganz schlimmes gesagt hat. Ich habe nicht alles verstanden, also begriffen, denn er sagte, dass ich nicht umziehen darf und nicht kann; er erklärte ihr, dass ich in einigen Tagen auf die Welt kommen soll und dann sterben werde, weil ich noch so klein und hilflos bin; ich bin sehr traurig, denn ich habe mich doch schon gefreut, dass ich bald meine Familie kennen lernen werde. Vor Freude habe ich schon Purzelbäume geschlagen, dass ich richtig müde und erschöpft war und geschlafen habe – und nun soll alles vorbei sein!?

Was ist denn jetzt los? Meine Mama telefoniert und erzählt es meinem Opa. Sie ist dabei sehr aufgeregt und ich merke, dass mein kleines Herzchen auch schneller schlägt. Mein Opa meint, so sagt meine Mama später zu meinem Papa, dass sie zu einem anderen Arzt gehen soll, und dass sie sich nicht aufregen soll, denn das würde mir schaden. Recht hat er, der Opa, Aufregungen kann ich nicht brauchen, schon gar nicht, wenn ich doch wachsen und gesund sein soll.

Es ist doch nicht zu glauben – schon wieder Aufregungen über Aufregungen. Nun behauptet der Arzt doch, dass ich körperbehindert bin und einen Wasserkopf haben kann. Meine Mama soll jetzt zu einem Spezialisten gehen. Ich weiß, dass das alles nicht so ist; ach ja, und dass ist in meinem Zimmer sitze, das gefällt ihm auch nicht; er will, dass ich immer liegen soll; ich verstehe den Arzt nicht: Die Verbindung zu meiner Mutter ist nicht so ausgeprägt, das ich auch gut liegen könnte; warum soll das so schlecht sein, wenn ich es mir dann im Sitzen bequem mache, so wie es für mich am Schönsten ist?

Wieder auf und zum Arzt, dem Facharzt unter dem Ärzten. Ich mache es kurz: Keine Probleme, alles in Ordnung, mir geht es gut. So hat es der Superarzt auch aufgeschrieben. Nun hoffe ich, dass ich die restliche Mietzeit auch einmal in Ruhe verbringen kann und nicht immer aufgescheucht werde, weil schon wieder Untersuchungen anstehen.

Nun sind die letzten Wochen vor dem Umzug angebrochen. Meine Mama hört viel Musik, viele Choräle und summt auch manchmal mit; ich spüre aber, dass sie sich über meinen Umzug Sorgen macht, Angst hat. Die Ärztin, die mich nun betreut, macht ihr immer wieder Mut; eine „Gymnastiktante“ will mich mit Gewalt drehen, aber das gelingt ihr nicht. Ich setzte mich immer wieder auf meinen angestammten Platz und ziehe die Beine an mich heran.

Nun beherrscht die Angst meine Mama vollkommen, sodass sie mit der Ärztin abspricht, dass am kommenden Tag mein Umzug stattfinden soll. Sie soll dazu in die Klink gehen, der Rest wird sich dann ergeben. Ich bin gespannt, wie das werden soll!

Angst, beziehungsweise Ängste haben viele Ursachen und Auslöser. Ich denke, dass es deshalb angezeigt ist, hier einen Exkurs zum Thema Angst einzufügen:

Angst ist neben Trauer, Wut, Scham, Liebe und Freude ein ganz menschliches und jedem Menschen vertrautes Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung zeigt, beziehungsweise äußert. Auslöser können dabei durchaus erwartete Bedrohungen, wie etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein. Von den Begriffen wird dabei die objektunbestimmte Angst von der objektbezogenen Furcht unterschieden. Evolutionsgeschichtlich hatte die Angst eine wichtige Funktion als ein die menschlichen Sinne schärfender Schutzmechanismus, der in tatsächlichen oder auch nur vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes Verhalten, wie etwa eine Flucht einleitet. Angst kann sowohl bewusst als auch unbewusst auf einen Menschen einwirken. Entstehen durch Angst andauernde Kontrollverluste oder sogar Lähmungen, wird von einer Angststörung gesprochen[1],[2],[3].

Einige Gedanken zur Begriffsgeschichte der Angst:

Der Begriff Angst hat sich seit dem 8. Jahrhundert von indogermanisch anghu-, „beengend“ über althochdeutsch angust entwickelt. Er ist verwandt mit lateinisch angustus, „die Enge“ und angor, „das Würgen“.[4] Das Wort „Angst“ gibt es als Wortexport auch im Englischen. Es bedeutet so viel wie Existenzangst. Man spricht von „angst-ridden“ (von der Angst geritten, im Sinne von beherrscht). Vermutlich wurde das Wort 1849 von George Eliot eingeführt[5].

Was sagt die Philosophie zur Angst?

Die antike Stoa sah wie die Epikureer Angst als künstliche Emotion an, der mit Gelassenheit (Ataraxie) zu begegnen sei. Für Augustinus war die Angst das Gefühl, welches durch das Getrenntsein von Gott entsteht. Es lässt sich nur durch den Glauben wieder aufheben. Nach Georg Wilhelm Friedrich Hegel gehörte Angst zum notwendigen Übergang auf dem Weg des Bewusstseins zum Selbstbewusstsein. Die Überwindung der Angst wird durch Arbeit vollzogen. Søren Kierkegaard unterschied erstmals die ungerichtete Angst von der auf einen Gegenstand bezogenen Furcht. Für ihn war Angst die Angst vor dem Nichts und mithin der Ausdruck der menschlichen Wahlfreiheit und Selbstverantwortlichkeit. Martin Heidegger bestimmte Angst als eine Grundbefindlichkeit des Menschen, welche diesem die Unabgeschlossenheit des eigenen Verständnishorizontes zum Gewahrsein bringt und ihn zur Entschlossenheit befähigt[6],[7].

„Die Angst vor dem Tode ist die Angst „vor“ dem eigensten, unbezüglichen und unüberholbaren Seinkönnen. Das Wovor dieser Angst ist das In-der-Welt-sein selbst. Das Worum dieser Angst ist das Seinkönnen des Daseins schlechthin.“

– Martin Heidegger: Sein und Zeit (1927)[8].
Beispiele bekannter und uns allen vertrauter Ängste sind zum Beispiel die
- Prüfungsangst: Entweder Angst vor dem eigentlichen Schreiben einer Klausur oder die Angst die Klausur nicht zu bestehen.
- Flugangst: Angst von Personen (tritt sowohl bei Passagieren als auch bei Piloten auf), dass das Flugzeug unerwartet oder auch bei Problemen (beispielsweise Turbulenzen) abstürzen kann. Diese Angst tritt häufig bei Personen auf, welche einen Flugzeugabsturz überlebt haben; Sonderfall der Phobien.
- Todesangst: Tritt bei Personen auf, denen entweder eine unmittelbare Hinrichtung bevorsteht, oder welche qualvoll zu Tode gefoltert werden.
- Angst vor Ärzten: Häufig bei Kindern vorkommende Angst, einen Arztbesuch (sehr häufig Zahnarzt) wahrzunehmen oder zu wiederholen. Verliert sich häufig in den späteren Lebensjahren, weil sie meistens unbegründet ist.
- Angst vor Wasser (auch Aquaphobie genannt): Ein weiterer Sonderfall der Phobien, bei der die Betroffene Person Panikattacken bei Kontakt mit Wasser bekommt. Häufig dadurch ausgelöst, dass die Person im frühen Kindesalter gewaltsam mit Wasser in Berührung kam; eine unschöne und Angstauslösende Möglichkeit dabei könnte sein, dass der betroffene Mensch vorsätzlich in einen kalten See getaucht wurde.

Die körperlichen Symptome der Angst sind normale (also nicht krankhafte) physiologische Reaktionen, die bei (einer realen oder phantasierten) Gefahr die körperliche oder seelische Unversehrtheit, im Extremfall also das Überleben sichern sollen. Sie sollen ein Lebewesen auf eine „Kampf- oder Flucht-Situation“ vorbereiten:

- Erhöhte Aufmerksamkeit, Pupillen weiten sich, Seh- und Hörnerven werden empfindlicher
- Erhöhte Muskelanspannung, erhöhte Reaktionsgeschwindigkeit
- Erhöhte Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck
- Flachere und schnellere Atmung
- Energiebereitstellung in Muskeln
- Körperliche Reaktionen wie zum Beispiel Schwitzen, Zittern und Schwindelgefühl
- Blasen-, Darm- und Magentätigkeit werden während des Zustands der Angst gehemmt.
- Übelkeit und Atemnot treten in manchen Fällen ebenfalls auf.

Neben diesen individuellen Reaktionen hat das Zeigen von Angst (etwa durch den charakteristischen Gesichtsausdruck oder durch Sprache) gegenüber Anderen den sozialen Sinn, um Schutz zu bitten.

Diese sinnvollen - wahrscheinlich angeborenen - Reaktionen klingen nach Ende der bedrohlichen Situation relativ schnell wieder ab.

Die körperlichen Ausdrucksformen der Angst sind die gleichen, unabhängig davon, ob es sich um eine reale Bedrohung (Straßenräuber mit einem Messer) oder um eine Panikattacke aus heiterem Himmel handelt. Jeder vierte Patient mit Angststörung klagt über chronische Schmerzen[9],[10].

In der Hirnforschung wurde hart gearbeitet und kam dabei dann zu folgenden Ergebnissen:

Das Wechseln zwischen dem Entstehen von Angst bei Verteidigungs- und dem Erlöschen der Angst bei Explorationsverhalten ist für das Überleben von vielen Tieren lebensnotwendig, aber wie dieser Übergang durch spezifische neuronale Schaltungen erreicht wird, ist noch nicht hinreichend erforscht. Neurophysiologen nehmen an, dass bidirektionale Übergänge zwischen Zuständen hoher und niedriger Angst kontextabhängig durch sehr schnelle Veränderungen im Gleichgewicht der Tätigkeiten von zwei verschiedenen Gemeinschaften basaler Amygdala-Neuronen ausgelöst werden[11].

Ausgehend von der Amygdala (die Amygdala - lateinisiert aus dem griechischen αμυγδαλή „Tonsillen-Mandel“, abgeleitet vom altgriechischen Neutrum αμύγδαλον „Mandel“ bezogen auf die so bezeichnete Frucht, tritt jeweils paarig auf ‚Plural: ‚Amygdala’ - und ist ein Kerngebiet des Gehirns im medialen Teil des Temporallappens. Sie wird auch als Mandelkern oder lateinisch-fachsprachlich als das „Corpus amygdaloideum” bezeichnet und ist Teil des Limbischen Systems. Die Amygdala ist wesentlich an der Entstehung der Angst beteiligt und spielt im allgemeinen eine sehr wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen, sowie der Analyse möglicher Gefahren: sie verarbeitet dabei externe Impulse und leitet die vegetativen Reaktionen ein. Eine Zerstörung beider Amygdalae führt unweigerlich zum Verlust von Furcht- und Aggressionsempfinden, und somit zum Zusammenbruch der mitunter lebenswichtigen Warn- und Abwehrreaktionen) werden folgende Regionen erregt: periaquäduktales Grau, Locus coeruleus (Locus caeruleus - alte Schreibweise: Locus coeruleus- von lateinisch locus „Ort“ und caeruleus „himmelblau“; „himmelblauer Ort“) ist ein Teil der Formatio reticularis im Rhombencephalon, der sich durch einen hohen Gehalt an Noradrenalin auszeichnet. Er befindet sich im dorsalen Tegmentum des Pons kaudal von der Höhe der Colliculi inferiores des Mittelhirns (bei Tieren: Colliculi caudales) und zieht bis zur Einmündung des Aquaeductus cerebri in den vierten Ventrikel hinunter. Die Funktion : Noradrenerges System. Es wird eine Funktion bei der Orientierung und Aufmerksamkeit vermutet, weil alle Neurone gleichzeitig auf eine sensorische Eingabe mit einer Transmitterfreisetzung antworten und breite Erregung hervorrufen (Kandel und Mitarbeiter 1991).

Der Locus coeruleus ist Melaninhaltig und bei zahlreichen Erkrankungen mitbetroffen, so zum Beispiel bei Parkinson, dem Down- Syndrom, oder auch bei Alzheimer.
Der Nucleus locus caeruleus kann in 4 Teile untergliedert werden: Einen großen zentralen Nucleus, einen anterioren, einen Nucleus subcoeruleus und einen kleinen posterioren, dorsalen Subnucleus), Nucleus parabrachialis (Nucleus parabrachialis den oberen Kleinhirnstiel (Pedunculus cerebellaris superior) und die umgebende Nervenzellplatten (Nucleus parabrachialis medialis und lateralis); Schaltelemente für Afferenzen aus dem Solitarius- (Nucleus tractus solitarius) und Trigeminuskerngebiet.), das vegetative Nervensystem (VNS, auch autonomes Nervensystem -ANS- genannt, stellt zusammen mit dem somatischen Nervensystem eine funktionelle Einheit dar. Die „Autonomie“ bezieht sich auf den Umstand, dass über das VNS biologisch festliegende, automatisch ablaufende innerkörperliche Anpassungs- und Regulationsvorgänge vermittelt werden, die deswegen vom Menschen willentlich, also bewusst, nicht direkt, also allenfalls indirekt beeinflusst werden können) über den Hypothalamus und die so genannte Stressachse (die neuroendokrine Stressachse umfasst zum einen die Stresshormone –Glukocorticoide-, die über Hypothalamus –CRF- und Hypophyse –ACTH- aus der Nebennierenrinde mobilisiert werden: vor allem Cortisol und das partiell Cortisol-antagonistisch wirkende OHEAS - Dehydroepiandrosteron-Sulfat - stehen hier im Vordergrund; zum anderen sind hier auch die Neurotransmitter Serotonin und die Katecholamine -Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin - zu nennen, sowie im weiteren Sinne GABA und Glutamat. Vor allem Noradrenalin, Dopamin, Serotonin und Cortisol stehen in enger Wechselwirkung zueinander, sowohl bezüglich ihrer additiven oder auch antagonistischen Wirkungen, als auch hinsichtlich der Steuerung der Syntheseleistung –Enzymaktivität- und der Sekretion, der Ausschüttung von Cortisol aus der Nebennierenrinde und Adrenalin, sowie Noradrenalin aus dem Nebennierenmark, ebenfalls über den Hypothalamus gesteuert. Unter dem Hypothalamus versteht man einen Abschnitt des Zwischenhirns im Bereich der Sehnervenkreuzung - Chiasma opticum-. Medial wird der Hypothalamus vom dritten Ventrikel, kranial vom Thalamus begrenzt. Das Infundibulum, der so genannte Hypophysenstiel, verbindet den Hypothalamus mit der Hypophyse.

Die Angst aus psychoanalytischer Sicht betrachtet:

Nach Sigmund Freud (Sigmund Freud (* 6. Mai 1856 in Freiberg, Mähren, tschechisch Příbor; † 23. September 1939 in London), ursprünglich Sigismund Schlomo Freud, war ein bedeutender österreichischer Arzt und Tiefenpsychologe, der als Begründer der Psychoanalyse und als Religionskritiker einen sehr hohen Bekanntheitsgrad erlangte. Seine Theorien und Methoden werden noch heute kontrovers diskutiert: „Ist die Angst ein Abwehrmechanismus des Ich“. Der Psychiater und Psychoanalytiker Stavros Mentzos (* 1930 in Athen, ist ein Neurologe, Psychiater und Psychoanalytiker griechischer Herkunft. Mentzos studierte in seiner Heimatstadt Medizin. Von 1957 bis 1967 wirkte er an der Hamburger Psychiatrischen Universitätsklinik. 1960 erfolgten seine Promotion und 1967 dann seine Habilitation. Daneben absolvierte er eine Ausbildung zum Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und eine psychoanalytische Ausbildung. 1967 wurde er Erster Oberarzt der Psychiatrischen Universitätsklinik in Frankfurt am Main; von 1971 bis zur Pensionierung 1995, leitete er die Abteilung Psychotherapie/Psychosomatik, sowie er seit 1971 als Universitätsprofessor tätig war. Arbeitsschwerpunkte sind die Dynamik und Therapie von Psychosen, Persönlichkeitsstörungen und Neurosenlehre sowie die Psychosoziale Funktion von Konflikten) hält die Angst aufgrund der sie „begleitenden vegetativen Erscheinungen, sowie analoger Erscheinungen bei Tieren“, für ein „angeborenes und biologisch verankertes Reaktionsmuster“[12] und vergleicht sie mit der Schmerzreaktion. Im Anschluss an die Verhaltenstherapie fragt er sich, „ob nicht die Angst ein regelrechter Instinkt ist“[13].

Die Angst in verschiedenen Religionen etwas näher betrachtet:

Theologisch gesprochen sollte die Angst vom Glauben her überwunden werden. In allen Religionen geht es um die Entmachtung der Angst, auch dort, wo die Götter selbst uns als furchteinflössend erscheinen, womit aber eher eine Ehrfurcht als Furcht erzielt werden soll. Durch bestimmte Rituale und Opfer versuchte der Mensch von Urzeit an, ihm unheimliche Mächte zu beeinflussen und sie gnädig zu stimmen.

Die Epikureer strebten einen angstfreien Zustand an, indem sie zu zeigen versuchten, dass der Tod im Grunde den Menschen nichts angehe, weil er kein Ereignis des Lebens sei. Die Angst vor den Göttern sollte dadurch entmachtet werden, dass man für die Auffassung argumentierte, dass die Götter in einer abgetrennten Sphäre existierten und sich für die Sterblichen nicht interessierten.

Im Buddhismus besteht die „Erleuchtung“ darin, das Ich und sein vielfältiges Begehren als unheilvolle und Leid verursachende Illusion aufzudecken. Der Erleuchtete müsse nicht mehr aus der Angst um sich selbst leben, weil er erkannt habe, dass sein individuelles Selbst nur eine Täuschung sei: Er sei vom Ich befreit.

Der christliche Gott, ist in Jesus von Nazaret Mensch geworden, um dem Menschen seine wahre Wirklichkeit, nämlich sein unbedingtes Geborgensein in der Liebe Gottes im mitmenschlichen Wort zu offenbaren. Dieser Gott ist der in Allem der mächtige Gott, derjenige, ohne den nichts sein kann und ohne den nichts ist. Wer Anteil habe am Verhältnis Jesu zu Gott, ist nach der christlichen Botschaft zu wahrer Menschlichkeit befreit. Der Glaubende stehe nicht mehr unter der Macht der Angst um sich selbst, sondern werde eben durch den Glauben davon befreit, irgendetwas in der Welt zu vergöttern oder an der Welt zu verzweifeln, wenn ihm das fälschlich Vergötterte genommen wird: Darin besteht die Erlösung des Menschen, denn die Liebe Gottes ist stärker als alle Angst um sich selbst, und sie ist sogar stärker als der Tod. Der christliche Glaube versteht sich ursprünglich als die Gemeinschaft des Menschen mit Gott.

Im frühchristlichen Sonntagsgottesdienst war es darum ausdrücklich verboten zu knien, um so auszudrücken, dass der Christ Gott angstfrei auf Augenhöhe begegnen kann. Im Gegensatz dazu ist in der weiteren Geschichte des Christentums der Begriff der Ehrfurcht oft missverstanden worden. Vor der Reformation herrschte beispielsweise eine allgemeine Jenseitsangst unter den Menschen, die Erwartung einer neuen Sintflut war weit verbreitet. Insofern war die Frage Martin Luthers nach dem „gnädigen Gott“ in seiner Zeit eine sehr existentielle Fragestellung. Auch der Hexenwahn kann als Ausdruck von kollektiven Ängsten betrachtet werden. Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein sahen in Deutschland Katecheten beider Konfessionen die Drohung mit der Hölle als adäquates erzieherisches Mittel an.

Ekklesiogene Neurosen und psychotische Wahnvorstellungen hängen leider oft mit angstbesetzten religiösen Vorstellungen zusammen.

Meine Gefühle und Empfindungen in der pränatalen Zeit

- Angst und Sorge um Mutter und Kind
- Seelische Anspannung bei und nach jeden Arztbesuch
- Unverständliche Verhaltensweisen des Arztes
- Mutmachende Gespräche mit den werdenden Eltern
- Verzweiflung, die oft bis an die Grenze des Ertragbaren geht
- Bangen um das Leben und die Gesundheit des Kindes
- Riesige Erleichterung, als die Diagnose eines gesunden Kindes bekannt wird
- Dankbarkeit für die Zeit das miterleben dürfen
- Immer auf der Suche nach Gottes Hilfe
- „Stumme“ Gespräche vom werdenden Opa zum ungeborenen Enkelkind
- Der liebe Gott wird uns helfen und Dein Leben segnen
- Kind, ich liebe Dich und werde für Dich da sein
- Liebes, ungeborenes Kind, halte durch und kämpfe, denn Du sollst und wirst leben

Mein Brief an ein noch ungeborenes Kind, dessen Geschlecht noch nicht bekannt ist:

Liebe Sarah oder lieber Jan,

heute, es ist der 28.11.2003, haben Deine Mama und Dein Papa gespürt, wie Dein kleines Herz schlägt.

Es war 8.45 Uhr, als sie Dich spürten; ich bin so glücklich über dieses Erlebnis, denn bald bist Du da und ich kann ‚Dich in die Arme schließen, mein geliebtes Enkelchen!

In Gedanken drücke ich Dich aber heute schon, so wie jeden Tag, wenn ich an Dich denke und mich auf Dich freue, Dein Opa

Kapitel 2

Es ist an der Zeit, endlich umzuziehen!

Ein überaus dramatischer „Umzug“ nimmt seinen Lauf, fast hätte er tragisch geendet. Meine Mama und ich sind im Krankenhaus eingetroffen, haben die ersten Untersuchungen hinter uns und haben auch schon eine Nacht hier geschlafen. Morgen soll nun mein Umzug stattfinden, mit Hilfe des Kaiserschnitts soll ich sicher auf diese Welt gelangen.

Es ist kurz nach 7.00 Uhr. Die Schwester hat meiner Mama gesagt, dass sie nun in den Kreissaal muss, damit die Vorbereitungen für meinen Umzug getroffen werden können. Mama geht noch schnell meinen Opa anrufen und sagt ihm, dass in einer guten Stunde alles überstanden ist. Mein Onkel Sascha wurde in Marburg angerufen.

Sicher, bis der Eingriff ausgeführt werden konnte, gab es noch viele Probleme, denn eigentlich sollte ich mit Hilfe einer Periduralanästhesie (PDA)[14] auf die Welt gebracht werden, also mit einer Geburt, die in der Regel ohne Schmerzen verläuft.

Immer mehr Frauen entscheiden sich bei der Entbindung für eine Epiduralanästhesie.

Experten erklären, für wen die PDA geeignet

ist und wo ihre Risiken liegen. Punktgenau: Der Anästhesist platziert eine Nadel zwischen zwei Wirbeln im Epiduralraum. Um zu prüfen, ob die Nadel richtig sitzt, injiziert er eine kleine Menge Betäubungsmittel. Sobald es wirkt, wird ein Katheter durch die Nadel eingeführt und die volle Dosis gespritzt Das Entspannungsbad: gut und schön. Bauchatmung, Aromaöl – nette Versuche. Tatsache bleibt: Eine Geburt tut meist weh. Es sei denn, Ärzte unternehmen mit Schmerzmitteln etwas dagegen. 20 Prozent der

Frauen gebären heute mit PDA, schätzt Prof. Ulrich Lips, Oberärztlicher Leiter der Anästhesie bei Geburtshilfe an der Medizinischen Hochschule Hannover. Das heißt, die Schwangeren werden durch eine Spritze in die Wirbelsäule so betäubt, dass sie vom Schmerz viel weniger mitbekommen. 60 Prozent dieser Frauen haben sich die Narkose ausdrücklich gewünscht, berichtet Prof. Lips, die Tendenz allerdings steigend. In den USA und in Frankreich gehört die PDA längst zum Standard bei ganz normalen Geburten. Kritiker warnen aber auch vor Nebenwirkungen. Im weiteren Verlauf dieses Buches werden an verschiedenen Stellen auch zur Problematik, den Vor- und Nachteile kritische Anmerkungen als Denkanstösse gegeben.

Da aber meine Mama durch das Geschehen der vergangenen Monate so verkrampft und von Angst geschüttelt war, dass ich meine ungünstige Sitzposition für den Geburtsvorgang nicht aufgegeben hatte, entschied das behandelnde Ärzteteam, dass ein Kaiserschnitt der einzige Weg war um das Leben von meiner Mama und mir zu retten.

In der Zwischenzeit waren mein Opa und mein Onkel Sascha, er hatte sich ein Auto ausgeliehen, auf dem Weg in die Klinik. Mein Opa war zuerst da; er eilte auf die Entbindungsstation, denn er glaubte mich da zu sehen; dass er irrte, wurde im klar, als eine Ärztin ihn auf dem Flur sehnlich erwartete und mit den Worten „Kommen sie schnell, wir brauchen sie, ihre Tochter braucht sie!“ empfing. Meine Mama und ich waren noch im Kreissaal, ich aber noch nicht geboren. Viele Geräte waren an meiner Mama angeschlossen und alle waren sehr aufgeregt. Ich verstand nicht was hier eigentlich los war; mein kleines Herz schlug bei dieser Ungewissheit wie wild. Ich hörte meinen Opa, hörte wie er immer wieder sagte: „Rege dich doch nicht so auf, wir schaffen das schon. Der liebe Gott hat uns so weit kommen lassen, er wird nun alles zu Guten Ende führen“. In der Zwischenzeit war auch mein Onkel Sascha an unserem Bett. Er sagte auch, dass alles gut werden würde. Mein Papa war nicht zu hören. Ihm fehlten offensichtlich die Worte, die richtigen Worte?

Da wurde meine Mama langsam ruhiger und gefasster. Auch mein Herz beruhigte sich wieder langsam, als ich eine Ärztin hören sagte: Jetzt können wir es wagen!

Meine Mama wurde in den Operationssaal gebracht und alles ging dann sehr schnell; schon nach 20 Minuten war ich, die neue Erdenbürgerin geboren. Meine Opa und mein Onkel Sascha warteten noch im Kreissaal auf mich. Da wurde die Tür geöffnet, und in warme Tücher eingepackt, brachte man mich zu den beiden. Da war ich nun, gesund, munter und wohlbehalten. Eine unendliche Freude und Dankbarkeit dafür, dass ich normal entwickelt und ohne sichtbare Fehlbildungen in die Arme der Familie aufgenommen werden konnte, trieb allen Anwesenden die Tränen in die Augen. Eine Erstlingsuntersuchung bestätigte dann, dass soweit es jetzt zu sehen war, alles in Ordnung war.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Klein Sarah hatte 14 Tage früher als wir dachten, den Weg auf die Welt

angetreten, die ganze Familie in Anspannung und Aufregung versetzt, dann aber mit ihrem Erscheinen alle verzückt und unendlich glücklich und dankbar gemacht. Gottes Wissen steht eben doch über dem vermeintlichen Wissen der Mediziner, oder wie es ein Professor der Gießener Universitätsklinik einmal sagte: „Ich zwar ein Chirurg, aber Gott führt meine Hand. Aus diesem Grund bete ich vor jeder Operation“.

Endlich es war geschafft, und wir hielten die neue Erdenbürgerin, das Kind, unser Enkelkind und Nichte überglücklich und dankbar in den Armen. Herzlich willkommen auf dieser eigentlich doch sehr schönen, wenn auch krisengeschüttelten Welt. Liebe in pur, das war jetzt angesagt, sollte der neue Lebensschwerpunkt sein und werden!

Das Wort Liebe, ist aber ein sehr vielschichtiger Begriff; er umfasst so viele Perspektiven, hat so viele Facetten, dass es sehr schwer werden wird, ihn so zu beschreiben, dass er in seiner enormen Tragweite und Vielfalt dargestellt wird.

Aus diesem Grund folgen nun drei ganz unterschiedliche Ansätze mit dem Ziel, sich einer Definition von mehreren Seiten anzunähern:

Liebe (im mittelhochdeutschen Verständnis versteht sich Liebe so: „Gutes, Angenehmes, Wertes“) ist im engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen zu empfinden fähig ist. Analog wird dieser Begriff auch auf das Verhältnis zu Tieren oder Sachen angewendet. Im weiteren Sinne bezeichnet Liebe eine ethische Grundhaltung („Nächstenliebe“) oder die Liebe zu sich selbst, dem gesunden Egoismus („Selbstliebe“). Im ersteren Verständnis ist Liebe ein Gefühl oder mehr noch eine innere Haltung positiver, inniger und tiefer Verbundenheit zu einer Person, die den reinen Zweck oder Nutzwert einer zwischenmenschlichen Beziehung übersteigt und sich in der Regel durch eine tätige Zuwendung zum anderen Menschen hin ausdrückt. Hierbei wird nicht unterschieden, ob es sich um eine tiefe Zuneigung innerhalb eines Familienverbundes („Elternliebe“) handelt, um eine enge Geistesverwandtschaft („Freundesliebe“) oder ein körperliches Begehren („geschlechtliche Liebe“). Auch wenn letzteres eng mit Sexualität verbunden ist, so bedingt sich auch in letzterem Falle nicht zwingend beides; ich weise auf die so genannte „platonische Liebe“ hin.

Liebe schenkt Liebe

Liebe schenkt Leben

Leben schenkt Leid

Leid schenkt Sorge

Sorge schenkt Wagnis

Wagnis schenkt Glaube

Glaube schenkt Hoffnung

Hoffnung schenkt Leben

Leben schenkt Liebe

Liebe schenkt Liebe

Der deutsche Beziehungsforscher und Eheberater Hans Jellouschek fragt in seinem Buch "Wie Partnerschaft gelingt - Spielregeln der Liebe" weniger "Was ist Liebe" als vielmehr "Was bedeutet Liebe?". Da ich diese Aussagen für sehr wichtig und bedenkenswürdig halte, möchte ich hier eine Zusammenfassung seiner Antworten einfügen:

Liebe ist nicht Verliebtheit. Verliebtheit kann am Anfang da sein. Verliebtheit als Zustand vergeht aber in der Regel, auch die Gefühlsintensität nimmt ab - dennoch kann die Liebe bleiben.

Liebe ist ein Prozess und kein Ereignis, der Prozess muss aktiv gestaltet werden, er passiert nicht ohne unser Zutun.

Liebe ist ein Entwicklungsweg mit Höhen und Tiefen, das heißt, sie beinhaltet auch Krisen. Richtig genutzt werden dann Krisen zu Chancen, die durchaus dazu führen können, dass der Einzelne an ihnen zu wachsen kann; Krisen können aber auch die Beziehung in ernsthafte Gefahr bringen, beziehungsweise eine große Gefahr sein.

Liebe macht es erforderlich, dass der Ausgleich zwischen Autonomie und Bindung gefunden wird; dadurch kommt es zu einem Wechselspiel zwischen „Ich", „Du“ und „Wir", in denen sich auch die Zeiten der Nähe und der Distanz zueinander abwechseln.

Liebe heißt aber auch, eine gemeinsame Geschichte und das Gefühl zu haben, nicht alleine zu sein. Dieser Fragestellung intensiv nachgegangen, führt zu dem Ergebnis, dass Liebe mehrere (fünf) Komponenten hat:

Die erste Komponente der Liebe beinhaltet eine Erfülltheit -

Die Erfülltheit beschreibt das Glück, dem geliebten Wesen einfach nahe zu sein, sein zu dürfen. Das Gefühl einer inneren Ruhe, wenn wir das geliebte Wesen lachen, schlafen oder nachdenken sehen, und das unvergleichliche Glück, einander einfach nur zu umarmen, den anderen in den Armen zu halten.

Eine zweite Komponente der Liebe:Freude am Geben

Man ist glücklich darüber, andere glücklich zu machen. Der/die Liebende sagt sich, dass, das geliebte Wesen mit uns die unterschiedlichsten Arten des Glücks kennen lernt, die ihm sonst wahrscheinlich verschlossen geblieben wären, und dass wir ein neues Licht in das andere Leben gebracht haben, genauso, wie es selbst ein Licht in unser eigenes Leben gebracht hat.

Die weitere, die dritte Komponente der Liebe:Dankbarkeit

Wir sind erstaunt und entzückt über alles, was wir dem geliebten Wesen verdanken, über die Freuden, die es uns unentwegt spendet und schon gespendet hat, über die Art und Weise, wie es uns größer werden lässt, wie es unser Selbstvertrauen stärkt und bekräftigt, uns zu verstehen weiß, wie es Vergnügungen und Kummer mit uns teilt.

Eine vierte Komponente der Liebe:Selbstvertrauen

Es macht uns froh, dass wir selbst wir sind, denn schließlich liebt das geliebte Wesen ja gerade uns mit unseren Stärken und Schwächen. Wir werden geliebt, trotz aller Schicksalsprüfungen und Fehlschlüge, der Kritik an uns durch den anderen und der Unwirtlichkeit dieser Welt fühlen wir ein bisschen Vertrauen in uns, und das aufgrund der einen Sache, die für uns wirklich zählt: Der uns geschenkten Liebe!

Noch eine abschließende, fünfte Komponente der Liebe:Heitere Gelassenheit

Wir wissen um die Wechselfälle des Daseins und seinen immer traurigen Ausgang, aber wissen wir ebenso, dass uns das geliebte Wesen auf der Kreuzfahrt des Lebens begleiten und zur Seite stehen wird. Krankheiten, die Prüfungen des Lebens, alles wird für uns erträglich, wenn wir das geliebte Wesen an unserer Seite haben, in guten wie in schlimmen Zeiten, in glücklichen wie in schicksalsschweren Stunden.

Daraus er ergibt sich dann von selbst, dass Liebe in jeglicher Form, also als Liebe unter den Partner, zu oder von den Kindern, zur Familie oder wie auch immer sie sich gestaltet, eine sehr hohe Bedeutung hat, eine so wichtige Rolle spielt, dass erst durch sie das/unser Leben sinnvoll wird:

Wer ohne Liebe lebt, den lässt die Pflicht verdrießlich werden.

Wer ohne Liebe lebt, wird bei Verantwortung rücksichtslos werden.

Wer ohne Liebe lebt, wird in der Gerechtigkeit hart werden.

Wer ohne Liebe lebt, wird in der Erziehung widersprüchlich werden.

Wer ohne Liebe lebt, den lässt die Klugheit gerissen werden.

Wer ohne Liebe lebt, den lässt die Freundlichkeit heuchlerisch werden.

Wer ohne Liebe lebt, den lässt die Ordnung kleinlich werden.

Wer ohne Liebe lebt, wird in der Sachkenntnis rechthaberisch werden.

Wer ohne Liebe lebt, wird bei Macht gewalttätig werden.

Wer ohne Liebe lebt, wird bei Ehre hochmütig werden.

Wer ohne Liebe lebt, den lässt Besitz geizig werden.

Wer ohne Liebe lebt, wird im Glauben fanatisch werden.

Wer ohne Liebe lebt, den lässt die Leistung werden.

Wer ohne Liebe lebt, den lässt die Wahrheit eitel werden.

Wer ohne Liebe lebt, wird im Können egoistisch werden.

Wer ohne Liebe lebt, den lässt der Eifer eifersüchtig werden.

Wer ohne Liebe lebt, wird im Erfolg einsam werden.

Wer ohne Liebe lebt, wird im Leiden verbittert werden.

Wer ohne Liebe lebt, wird in der Überlegenheit ironisch werden.

Wer ohne Liebe lebt, wird in der Spontaneität unwirsch werden.

Wer ohne Liebe lebt, wird im Gehorsam sklavisch werden

Ein Leben ohne Liebe ist folglich ein sinnloses Leben!

Hallo, meine liebe Sarah,

heute, es ist Samstag, der 20. März 2004, habe ich dich zum 1. Mal bei dir zuhause besucht. Ich war aber nicht alleine, denn ein türkische Junge, den wir im Augenblick betreuen von nebenan war mit dabei. Erinnerst du dich, dass du schon am 13.03.2004 bei ihm in den Armen gelegen hast? Er möchte gerne dein „Onkel“ sein, dein türkischer Onkel. Er hat dich ganz lieb und zärtlich gedrückt, dich liebevoll geküsst und sich ganz zart von dir verabschiedet, als wir wieder nach Hanau fuhren. Vorher habe ich aber noch ein Bild von dir und deinem „Onkel“ gemacht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Noch eine kleine Information zum Schluss: Du wurdest am 16. Mai 2004 in der Kreuzkirche getauft. Deine Großeltern aus Frankfurt und dein Onkel Sascha wurden deine Paten. Ich, dein Hanauer Opa, habe dich in diesem Sonntagsgottesdienst getauft. Ich freute mich darauf, denn dann gehörst auch Du Jesus und dem lieben Gott!

So, meine Süße, nun muss ich mich beeilen, denn 1. muss ich noch kochen und 2. kommt später die „Tante Helga“ und dann will ich fertig sein. Ich drücke dich ganz lieb, küsse dich ganz zart und freue mich auf den nächsten Besuch von dir,

dein dich immer liebender Opa

Noch einen Gedanken muss und möchte ich hinzufügen:

Ich gelernt, wie wichtig doch Bezugspersonen für Kinder sind;

mir ist es ein Bedürfnis, meiner geliebten Sarah zu sagen: „Und wenn Du tausend Mal fällst, so werde ich Dich tausendmal aufheben, denn Liebe kennt keine Zahl, rechnet nicht auf und rechnet auch nicht vor; sie ist einfach da!

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Fazit

Tränen sind keine Schande;

Tränen aber in der Erziehung einzusetzen sind Erpressung und somit dem Kind gegenüber gemein und unverantwortlich!

So gestaltete sich Sarahs erstes Lebensjahr:

1. – 4. Woche

Sarah ist jetzt 52 cm. 3.420 Gramm schwer; sie macht bei jeder Ansprache unbewusste Grimassen. Am 26. März badet Sarah mit Mama zum ersten Mal. Es macht ihr sichtbaren Spaß.

Heute, Sarah ist schon 10 Tage jung und es ist der 29.02.2004 schreibe ich meinen 1. Brief an Sarah, denn nun weiß ich, dass es ein Mädchen ist, ein bezauberndes, kleines Mädchen. Herzlich willkommen auf dieser Welt!

Unsere liebe Sarah ist nun schon 54 cm. groß und wiegt inzwischen 4.120 Gramm; seit dem 26. März 2004 fängt Sarah nach unseren Einschätzungen an bewusster zu schauen; immer wenn Sarah bei mir in Hanau ist, so auch am 28.März, schmiegt sie sich in meine Arme, kuschelt sich auf dem Bauch fest an und schläft ganz offensichtlich gerne auf meinem Bauch, tief und fest.

Am 02.04.2004 erweckt sie den Eindruck, als würde sie sich das Zimmer anschauen. Am 18.April lacht sie um 7.30 Uhr ganz breit ihre Mama an. Bei jeder Ansprache, jedem Geräusch dreht sie den Kopf in die entsprechende Richtung, in der sie die Geräusche vermutet.

Dann kommt ihr erster Urlaub: Sarah ist vom 2.Mai – 7. Mai mit ihrer Mama in Hanau um Urlaub zu machen.

Sarah, zwischenzeitlich schon 2 Monate , macht uns durch „Gestik und Mimik“ sehr deutlich, dass sie am ganzen Körper geküsst und gestreichelt werden will. Seit Ende Mai lacht sie mit lauter Stimme.

3 Monate sind seit der Geburt vergangen, und unser „kleine Prinzessin“ ist schon um 10 cm. auf 58,5 cm. gewachsen; Ihr Gewicht hat sich nun von 3.010 Gramm auf 5.640 Gramm gesteigert.

Langsam geht es auf die „Breizeit“ zu. Am 09.05.2004, genau um 18.10 Uhr, isst sie den ersten Keksbrei. Er wurde aus Muttermilch und Butterkeks zubereitet; seit dem 10.06.04 kann Sarah auch Karottenbrei essen.

Am, 16.Mai 2004 ist dann der Tag der Taufe gekommen; die ganze Familie, auch unsere türkischen Freunde kommen zu diesem festlichen Anlass und Gottesdienst zu uns, beziehungsweise in die Kirche. Getauft wurde Sarah in der evangelischen Kreuzkirche in Hanau, nach Zustimmung der Gemeindepfarrerin in ihrem Heimatort und der Genehmigung durch die Dekanin hier vor Ort. Der Gottesdienst wurde von ihrem Hanauer Opa gestaltet, der sie dann auch anschließend getauft hat.

Sarah wird jeden Tag aktiver, greift jetzt schon nach ihrer Babyrassel, dem Beißring und ihrem Teddybär. Sie umarmt ihre Mama, Onkel Sascha und auch den Hanauer Opa. Sie gibt dabei ihre ersten „Küsschen“. Sarah ist anscheinend sehr verschmust. Wenn man sie ein wenig unter den Armen kitzelt, dann lacht sie laut.

Mit dem 4. Monat ist eine neue Phase im Leben der kleinen Sarah angebrochen. Ihre Eltern und ihr Opa planen ihren 1. Urlaub ohne Eltern. Vom 24. – 27. 6 war Sarah dann alleine beim Opa und Onkel Sascha in Hanau. Es gab keinerlei Probleme, sodass alle sich einig sind, dass ein solches „Unternehmen“ erneut stattfinden kann.

Seit dem 09.07.04 Sarah kann sich Sarah alleine auch den Bauch und auch wieder zurück drehen. Sie macht mit der flachen Hand „Ei“ in Mamas Gesicht und versucht, ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten entsprechend, verbalen Kontakt aufzunehmen. Nun geht es mit riesigen Schritten in der Entwicklung voran, denn am 18.07.04 Sarah isst ihre ersten Brotstückchen.

Der Speiseplan unserer „kleinen Maus“ erweitert sich ständig. So isst Sarah am 20.07.04 ihren 1. Butterkeks, und heute nicht als Brei verarbeitet. Kein Wunder, denn sie befindet sich ja schon in ihrem 5. Lebensmonat.

Onkel Sascha und ich holen Sarah am 01.08.04 zu uns nach Hanau, da Sonja sich verletzt hat. Eine ärztliche Untersuchung ergibt, dass sie am Knie operiert werden muss, und Sarah deshalb längere Zeit bei uns wird verbringen müssen.

Nun geht es Schlag auf Schlag, denn Sarah wird in den Tagesablauf einbezogen; so führt uns am 02.08.04 unser Weg den Praktikermarkt und im Anschluss daran in den Penny-Markt. Auf dem Heimweg isst sie ihre erste Milchschnitte und genießt sie offensichtlich.

Am Nachmittag geht sie mit uns Eis essen; in diesem Rahmen versucht auch sie ihr 1. Eis. Am 12.08. geht sie mit uns erneut in die nahe gelegene Eisdiele, leckt genüsslich an einer Kugel Eis, isst später zuhause das erste Brötchen und „schwimmt im Pool“ im Garten.

Am 13.08. sagt sie um 12.00 Uhr klar und deutlich „Opa“.

Ihr Speiseplan erweitert sich nun täglich, denn sie versucht alles; ihre neuesten Speiseplanbereicherungen sind Brötchen mit Butter und Quark. Am 18.08.2004 ist Sarah das 1. Mal auf einer kleinen Rutschbahn. Dieses Erleben bereitet ihr sichtbar und auch hörbar Vergnügen. Anschließend schaukelt sie in einem Schaukelring sowohl mit Onkel Sascha, als auch alleine und auch das macht ihr wieder sichtbare Freude.

In der Zeit vom 01.08. – 13.08.2004 waren Sarah und ich mit dem Elektrorollstuhl 64,9 km in und um Hanau herum unterwegs. Während der restlichen Zeit im August steigerten sich unsere Spaziergänge dann auf insgesamt 108 km.

Sarahs 6. Lebensmonat:

Ausflüge, Spaziergänge und der obligatorische Besuch auf dem Spielplatz mit dem Schaukelring prägen die folgenden Augusttage; auch am 19.08.04 schaukelt Sarah wieder, aber dieses Mal ganz alleine. Ihre Sprechversuche werden immer intensiver, deutlicher, und auch erfolgreicher, sodass am 23.08.04, als sie so vor sich hin plappert durchaus ein „Mama“ hineingelegt werden konnte.

Es geht eben auch für ein Kleinkind nichts über einen abwechselungsreichen Speiseplan; wen wundert es da schon, wenn klein Sarah am 25. August abends nur Brot isst, Honigbrot, um genau zu sein, und davon drei kleine Scheiben.

Heute, es ist der 28.08.2004 ist ein ganz besonderer Tag für mich: Sarah liegt auf der Babywippe neben mir. Sie zieht meinen Kopf mit beiden Händen nach unten zu sich heran und küsst mich ganz zart. Das bewegt mich, berührt mein Herz sehr tief.

Am 30.08.04 fährt Sarah zum 1. Mal mit mir im Aufzug zur Nachhilfe bei einem türkischen Mädchen aus unserem näheren Umfeld.

Ihre kulinarischen Ambitionen und Wünsche werden ständig durch neue Versuche erweitert; am 31.08.04 isst Sarah ihren 1. „hot dog“ in einem Möbeldiscounter. Heute darf sie wieder Aufzug fahren. In einem Kaufhaus/Möbelmarkt ist das ja etwas ganz anderes und sie schaut deshalb gespannt um sich.

Am 02.09.04 versucht Sarah sich alleine aufzusetzen. Sie hat Erfolg. Am 04.09. machen wir (Onkel Sascha und ich) einen ersten Besuch mit ihr zusammen auf dem Bürgerfest. Sie bekommt ein Lebkuchenherz geschenkt. Stolz trägt sie es vor sich her.

Am nächsten Tag besuchen wir wieder gemeinsam das Bürgerfest. Sie bekommt einen mit Gas gefüllten Luftballon von uns und einen „normalen“ Luftballon vom DRK im Festzelt der türkischen Mitveranstalter geschenkt.

Sarah ist von einer unbeschreibbaren Energie; heute ist wieder einer ihrer besonders aktiven Tage, denn sie versucht alleine aufzustehen, zieht sich an ihrem Onkel Sascha oder an mir (an einem Finger und am Körper) hoch. Ihre Bemühungen sind von Erfolg gekrönt.

Ein eher zufälliges Treffen am 07.09.2004 mit Frau B., der Kioskbesitzerin/Pächterin des Gymnasiums, dass Sascha besucht hatte, findet während eines Spaziergangs statt; sie Sarah das erste Mal und beschreibt sie: Ein „Goldfasan“ ist ihre Beschreibung für Sarah.

Am 09.09.2004 habe ich mit Sarah um 9.00 Uhr einen Termin beim Kinderarzt. Das Ergebnis dieses Besuches lässt sich so beschreiben: Ein aktives, ehrgeiziges und gesundes Kind. Es sind keinerlei Probleme, in welcher Form auch immer, erkennbar. Gegen den Brechreiz, der Sarah immer wieder quält, wurde uns als Hilfe ein Medikament (Nestargil oder auch Aptamil AR) auf natürlicher Basis genannt. Darauf spricht Sarah dann auch in den folgenden Tagen auch sehr gut an.

Ebenfalls am 09.09.2004 zieht sich Sarah an Onkel Sascha alleine hoch und steht auf den Beinen, dabei abwechselnd auf den Zehenspitzen, beziehungsweise auf den Fußsohlen.

Liebe, Zuwendung und körperliche Nähe sind unser kleines Mäuschen ganz wichtig. So zieht Sarah am 11.09.2004 den Kopf von ihrem Onkel Sascha zu sich heran und küsst ihn sehr liebevoll und ganz zart.

Die Liebe zu einem Kind ist ganz sicher etwas, was dann im Gegenzug vom Kind zum Erwachsenen hin ebenso spürbarer und erfahrbarer Liebe beantwortet wird. Das schränkt aber liebevolles Tun nicht ein, sondern motiviert fast unendlich. Die Bedeutung von Liebe im Babyalter möchte ich an einen Exkurs darstellen, dem die Gedanken von Michaela Müller-Budzinski, 2001-2009 USMedia, zugrunde liegen:

Das Wichtigste für ein Baby sind Liebe und Geborgenheit!

Insbesondere neugeborene Babys scheinen auf den ersten Blick nicht allzu viele Ansprüche zu stellen. Ein bisschen Milch, ab und zu eine neue Windel und sehr viel Schlaf. Doch auf den zweiten Blick gibt es da zumindest noch ein ganz besonders wichtiges Grundbedürfnis, das bei allen Babys dieser Welt, unabhängig von der Religion, der Nation oder Hautfarbe gleich ist: Das Bedürfnis nach Geborgenheit, Liebe und Zuwendung. Ich möchte schon an dieser Stelle zu bedenken geben, dass es schon im Volksmund heißt: Es kommt alles zurück, das Pech und das Glück! Da mir persönlich aber die Religion sehr wichtig ist, möchte ich auch hier die Bogen zur Heiligen Schrift spannen und dann wird erschreckend deutlich, wie nahe hier Volksmund und Theologie/Religion beieinander liegen; so heißt es im Brief des Apostel Paulus an die Galater „Was der Mensch sät, das wird er auch ernsten!“[15]

Wie enorm wichtig Zuwendung und Liebe für die gesunde Entwicklung eines Babys sind, wurde in verschiedenen Studien untersucht, die alle in ihrer Auswertung ein ähnliches Ergebnis aufweisen. Untersucht wurden dabei Kinder, die nur ungenügend betreut wurden und einen Mangel an Geborgenheit, Liebe und Zuwendung aufwiesen. Diese Kinder litten nicht nur an Krankheiten, sondern sie waren auch vor allem in ihrer psychischen Entwicklung deutlich beeinträchtigt. Sie hatten alle gemeinsam, dass sie später anfingen zu greifen, zu laufen, zu sprechen und sie hatten deutliche Kontaktschwierigkeiten sowie bereits erste, depressive Züge. Remo H. Largo, Autor und Professor für Kinderheilkunde, erklärte dazu, dass wir Geborgenheit und Zuwendung dann erleben, wenn unsere körperlichen Bedürfnisse befriedigt werden, uns vertraute Menschen ein Gefühl von Nähe geben und damit ein Gefühl des Angenommenseins vermitteln.

Nähe bedeutet in diesen ersten, stark prägenden Lebensjahren vor allem Körperkontakt. Das Gefühl, gehalten, berührt und gestreichelt zu werden, vermittelt dem Säugling Sicherheit und Geborgenheit. Diese fundamentalen Empfindungen sind grundlegend für die körperliche und psychische Entwicklung des Babys.

Das Gefühl von Geborgenheit und Zuwendung wird also in erster Linie durch Körperkontakt, Streicheln und Körperwärme sowie die Verfügbarkeit der Bezugsperson, wenn ein Kind nach Zuwendung und Schutz verlangt, vermittelt. Mit regelmäßigem Füttern und Pflegen allein ist es also nicht getan. Ein Baby braucht vor allem die Nähe zu vertrauten Menschen und das Gefühl, nicht allein zu sein. Wenn ein Baby schreit, will es ein Bedürfnis befriedigt haben. Welches das ist, ist zunächst gar nicht so einfach herauszufinden. Also wird zunächst gewickelt, dann gefüttert und wenn das Kleine dann immer noch schreit, hilft in den meisten Fällen bereits die Nähe zur Bezugsperson.

Bei dem Kind bildet sich so ein Grundgefühl heraus, das den weiteren Lebensweg entscheidend mitbestimmt. Es fühlt sich aufgehoben, die Menschen sind ihm wohl gesonnen, die Welt ist ein sicherer Ort, es erhält Schutz und Hilfe, wenn es sie braucht. Wie wichtig gerade Körperkontakt ist, zeigen Untersuchungen an Frühgeborenen.

Montague Francis Ashley Montagu, (in Ehrenberg, Israel am 28. Juni 1905 geboren, lebte in East London, England – am 26. November 1999, Princeton gestorben, New Jersey, war ein britisch-amerikanische Anthropologe und Humanist, der populär Themen wie Rasse und Geschlecht und ihr Verhältnis die Politik und Entwicklung. Er war der Berichterstatter, im Jahr 1950, der UNESCO-Erklärung Das Rennen Frage. Als junger Mann änderte er seinen Namen in "Montague Francis Ashley-Montagu" und ging von "Ashley Montagu" nach dem Umzug in die Vereinigten Staaten.) berichtet in seinem Buch "Körperkontakt" darüber, dass diejenigen Babys, die regelmäßig gestreichelt wurden, weniger häufig schrieen, aktiver waren und noch Monate später eine gesündere Wachstums- und Bewegungsentwicklung zeigten als die Babys, die nur selten berührt wurden. Die Haut ist nach Ashley Montagu das erste Kommunikationsmedium eines Babys. Jede weitere Berührung ist Nahrung für sein Nervensystem. Hautstimulationen wie beispielsweise bei der Babymassage nach Leboyer sind daher eine wichtige Kontaktaufnahme mit dem Baby. Die meisten Mütter und Väter suchen bereits intuitiv den Körperkontakt mit ihrem Baby. So wächst deutlich die Zahl derjenigen Eltern, die ihr Baby so oft wie möglich in einem Tuch oder Tragesack bei sich tragen. Das Baby erfährt dabei nicht nur den wichtigen Körperkontakt, es wird auch ständig neuen Reizen ausgesetzt, die es im Liegen kaum erlebt. Entscheidend dabei ist, dass jeder neue Reiz ist ein wichtiger Schritt für die Entwicklung ist. Idealerweise hat es die Natur so eingerichtet, dass der Mensch nicht nur das Bedürfnis hat, Liebe zu empfangen, sondern sie auch an andere zu geben.

Übrigens, was für Babys gilt, gilt auch für größere Kinder, und natürlich auch für uns Erwachsene, denn jeder Mensch, ob groß oder klein ist dabei bedeutungslos, wird bei einem Mangel an Zuwendung krank und/oder depressiv. Forscher fanden jetzt auch heraus, dass soziale Isolation ein ebenso hohes Erkrankungs- und Sterberisiko nach sich ziehen, wie sie es Rauchen, hoher Blutdruck oder Mangel an körperlicher Bewegung beinhalten. Nehmen Sie also Ihr Baby, Ihr Kind und alle Menschen die Sie lieb gewonnen haben, ruhig öfter einmal und ohne Hemmungen in den Arm.

Nicht nur in der profanen Wissenschaft wird über die Bedeutung von Liebe geforscht und geschrieben, die Bibel hat dazu auch etwas zu sagen. Wenn im Alten Testament von Liebe die rede ist, sie gebraucht dabei immer das Wort ahab, ahaba, dann meint sie zunächst die Liebe zwischen Mann und Frau[16], die Liebe zwischen Eheleuten; in der weiteren Erläuterungen wird dann deutlich, dass auch die Liebe von den Eltern zu den Kindern[17] und auch die Freundschaftlichen Beziehungen[18] gemeint sind.

Wenn allerdings die Liebe zwischen den Menschen zur Bevorzugung einer einzelnen Person führt, dann entstehen Konflikte, unabhängig von dem jeweiligen Bereich, ob in der Ehe, dem Kindschaftsverständnis und somit in der Erziehung oder auch dem Freundschaftsverständnis.

Die Systematische Theologie spricht bei Liebe von einem Optimum an persönlicher Liebe; dieses Verständnis geht aber weit über den persönlichen Bereich hinaus; ich möchte deshalb an Stelle auch nur auf das Gebot der Feindesliebe[19] hinweisen.

Biblische Liebe meint also die Nächstenliebe, sie ist christliche, biblische Liebe; dieses Wissen impliziert ein Minimum an eigener, persönlicher Liebe voraus, ich könnte auch eine gesunde Portion Egoismus sagen; sie setzt aber auch die Erkenntnis und das Wissen darum voraus, dass der Mensch, der sich selbst nicht liebt, dann auch sein Kind nicht lieben kann.

Echte Liebe, völlig unabhängig von ihrem Erscheinungsbild oder auch ihrer Interpretationsform, ist also immer personal zu verstehen und insofern niemals selbst-los.

Liebe unter den Menschen, um es kurz und bündig zusammenzufassen, ist der Grundwille Gottes für das Zusammenleben – Leben, beziehungsweise der Menschheit (an dieser Stelle sei noch einmal auf das doppelte Liebesgebot hingewiesen, das keinerlei Einschränkungen im Bezug auf den Personkreis kennt, auf die sich Liebe bezieht)[20].

"Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst".

Nur wenn sich jeder Einzelne über die Folgen seines Handelns und Denkens bewusst ist, können die Probleme unserer Zeit bewältigt werden, welche im Prinzip alle aus purem Egoismus entstehen. Sie sind Schöpfer der Ereignisse, die in Ihrem Leben eintreten, also seien Sie sich bewusst, wie und was Sie denken, sprechen und wie sie auch handeln." So weit der Exkurs.

7.Monat

Sarah wiegt jetzt 7.800 Gramm

Heute ist der 22.09.2004. Die Zeit mit ihr ist wieder vorbei und sie fährt mit ihrer Mama nach Bad Homburg zurück.

Sarah ist, wie schon beschrieben ein sehr aktives Kind, immer darauf bedacht, etwas Neues zu versuchen. Dazu gehört auch der Versuch, über die am Boden liegende Mama zu klettern. Am 27.09.04 hat Sarah Erfolg und krabbelt aus eigener Kraft über ihre Mama. Später steht sie alleine am Sessel auf (sie hat sich mühsam und mit mehreren Versuchen hochgezogen) und läuft ein paar Schritte; schon ertönt ihre Stimme - Mama, Opa/Apa und Papa ruft sie, gerade so, als wollte sie sagen: Seht ihr denn nicht, was ich hier geschafft habe? Nichts und niemand ist vor ihr sicher. Sie versucht überall aufzustehen, schaukelt in der Hockestellung, rutscht und nimmt Kontakt mit Kindern und Hunden auf und lacht viel.

8. Monate sind seit der Geburt vergangen.

Sarah ist jetzt 70 cm groß und wiegt stolze 8700 Gramm. Wieder einmal macht Sarah mit ihrer Mama Sonja vom 18.-24.Oktober Urlaub bei mir. Dabei haben wir zwei schöne Erlebnisse:

1. Sarah steht am 20.10.2004 Sekundenweise völlig frei im Zimmer, und
2. am 21.10.04 verliert Sarah auf dem Weg zu einem Kinderkleiderfachgeschäft einen ihrer Schuhe. Wir merken das aber erst viel später. Als wir am nächsten Tag den gleichen Weg noch einmal gehen, kommen wir an einem Autohaus (BMW) vorbei. Da wir den Schuh nirgendwo sehen konnten, versuche ich es in dem Autohaus und frage bei den Bediensteten nach. Wir werden fündig, wenn auch der Schuh bereits im Müll gelandet war.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nun beginnen so langsam und behutsam die ersten Versuche einer Reinlichkeitserziehung; so war Sarah am 01.11.2004 das erste Mal mit Erfolg auf dem Töpfchen. Sie lässt sich an den Händen führen, von ihrer Mama zum Opa und wieder zurück; sie reicht uns ihre Händchen und tanzt an unseren Händen den notwendigen Halt findend. Kein Wunder also, wenn nichts mehr vor ihr sicher ist, sie mit Vorliebe versucht den Tisch abzuräumen.

Zu meinem 54. Geburtstag besucht mich Sarah. Sie kommt nicht mit leeren Händen, denn ich bekomme von Sarah eine ganz liebe Karte, eine Tafel Opa-Schokolade und einen wunderschönen Blumenstrauß.

Vom 08.-14.Noveber machen Sarah und Sonja wieder einmal bei mir Urlaub.

Sarahs rechte Hand am 11.11.2004

Am 09.11.04 versucht Sarah ihre ersten, freien Schritte zu machen. Sarah schläft mittags mit mir zusammen im Bett. Nach dem Aufwachen lacht sie mich dann fröhlich an und ruft strahlend „Opa“ oder „Apa“. Sie ruft auch aus ihrem Bettchen, wenn sie mich abends ins Bett gehen hört; es ist offensichtlich Ziel, mich dazu zu bewegen, sie aus ihrem Bettchen zu mir ins Bett zu nehmen. Da ich das im Regelfall nicht mache, schläft sie dann ruhig bis zum Morgen weiter. Sei dem 16.11.04 hat telefonieren eine neue Dimension bekommen, denn Sarah antwortet am Telefon, wenn ich sie anspreche, sie etwas frage; antworten im Sinne von sie reagiert akustisch wahrnehmbar.

9.Monat

Vom 22.-28.11.04 ist Sarah mit Sonja in Hanau bei mir.

Am 23.11.2004 machen wir einen Einkaufsbummel; in Zuge dessen frühstücken wir im Kaufhof, wobei Sarah das ganze Lokal unterhält. Sie trinkt O-Saft, isst Ei, Brötchen und Schinken. Sie bekommt einen großen Kuschelbären aus dem Jubiläumsangebot. Zuhause bekommt sie gegrillte Schweinshaxe, Brötchen und Rührei.

Heute war Sarah wieder mit bei Sinan und Fidannur. Sinan schleppt sie ständig durch die Wohnung, drückt und küsst sie. Sie lässt sich alles bereitwillig gefallen.

Nach dem Abendessen haben wir einen Fußabdruck des rechten Fußes von Sarah gemacht. Angespannt hat sie beobachtet, was Mama und Opa da mit ihr machen.

24.11.2004, Sarah bekommt sie eine kleine Spieluhr (Brahms: Guten Abend gute Nacht…) vom Opa aus Hanau geschenkt.

Heute Mittag in der Küche sagt Sarah: Das da!

Heute (24.11.2004) hat Sarah ihre erste sprechende Puppe (Lizzy) von mir bekommen. Auf dem Weg nach Hause sagte Sonja zu Sarah: Sag schön danke zum Opa. Prompt sagt sie: Danke!

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Am 24.11.2004 ist eine Nachhilfeschülerin bei uns, sie will für die Präsentation für das Schulprojekt und dem entsprechenden Notenabschluss üben. Ich sitze während der Besprechung auf dem Sessel, vor mir steht ein Servierwagen. Ehe wir uns versehen, ist Sarah in den Servierwagen gekrabbelt, sitzt auf dem unteren Boden, und kommt dann krabbelnder Weise auf meiner Seite wieder heraus, um im Anschluss daran mit mir zu schmusen. Das Kind ist eben immer für eine Überraschung gut. Sarah stellt sich später hinter den Servierwagen, schiebt ihn vor sich her und versucht mit ihm als Gehwagen zu laufen.

Ähnliche Experimente sind für nicht mehr ungewöhnlich. Am 25.11.04 stand Sarah beispielsweise im Autositz alleine auf, nachdem sie heimlich hineingekrabbelt war.

Am 26.11.04 waren wir gemeinsam ganz oben,

in meinem Studierzimmer. Sarah lag still in der

Wippe, um zu schlafen, als ihre Mama und ich

Sarahs rechter Fuß am 23.11. 2004 aus dem Fenster schauten. Ein zufälliger Blick

ließ uns das Blut in den Adern erstarren. Sarah stand in der Wippe und sprang fröhlich

auf und ab.

Auf dem Weihnachtsmarkt in Bad Homburg erweitert Sarah am 01.12.2004 erneut Speiseplan, denn sie isst mit großem Genuss ihren ersten Crepes.

Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus, so auch bei ihr – Unruhe und leichte Verdauungsstörungen – erklären sich wie von selbst am 04.12.2004, denn Sarah hat ihren ersten Zahn bekommen (unten rechts -1-). Stolz steckt sie sich am 05.12.04 meinen Finger in den Mund und tippt auf den Zahn, sodass ich ihn nun auch fühlen kann.

Vom 05.12. – 15.12.2004 machen die beiden Damen erneut Urlaub in Hanau. Wen wundert es, wenn am folgenden Tag ein Besuch auf Marktplatz angesagt ist, auf dem auch der Nikolaus einen Besuch machen will. So hatte Sarah am 06.12.04 ihre ersten Begegnungen mit einem Nikolaus; die 1. Begegnung war doch recht überraschend für Sarah in der Fußgängerzone an der Volksbank; eine 2. Begegnung folgte dann in der Sparkasse. Beide Male war der Nikolaus sehr feinfühlig und behutsam mit Sarah, und bekam sogar etwas geschenkt. Anschließend machten wir gemeinsam einen Bummel über den Hanauer Weihnachtsmarkt.

Am 07.12. kommt Sarah im Schneeanzug zum Ausgehen fertig das erste Mal auf Rufen hin zu mir zum Rollstuhl, damit sie in den Baby Björn „gesteckt“ werden kann. Eine erneute Erweiterung des Speiseplans am 09.12.04 lässt das Kochen immer einfacher werden, denn nun isst sie zum ersten Mal Lachsfilet.

Am 11.12.04 war Sarah mit Onkel Sascha und mir im Hessen-Center, dem größten Einkaufzentrum in Umkreis. Hier gab es viel zu sehen und viel zu erleben und natürlich auch zu essen. Sie aß „schmatzend“ mit uns einen LKW (Brötchen mit Fleischkäse, Tomate und Gurke).

Es erweitert sich nicht nur ihr Speiseplan, sondern auch ihr Wortschatz. Sarah kann neue Worte so aussprechen, so, dass man weiß, wen oder was sie meint: Auto, Alf und für Sascha ruft sie Da … da oder auch Da … scha, gelegentlich auch Ball.

Ihr Bedürfnis nach Liebe hat sie heute, am 14.12.04 in besonderer Weise gezeigt, indem sie meine Hand genommen hat und sich selbst damit streichelte.

Im Keller stand Sarah heute etwa 10 Sekunden mit den Kissenknöpfen in der Hand völlig frei in der Waschküche. Sie versucht seit 2 Tagen aus der Hocke immer wieder frei aufzustehen. Es ist zu spüren, dass „krabbeln“ nicht mehr so befriedigend für sie ist, denn sie will jetzt immer mehr an der Hand laufen. Wenn sie ihren Onkel Sascha am Telefon hört, dann ruft sie laut: Da … da!

Nun sind die letzten drei Monate des ersten Lebensjahres angebrochen - Der 10. Monat:

Seit dem 23.12.2004 kann Sarah alleine im Zimmer aufstehen und auch frei stehen. An Heilig Abend, so sagt Sarahs Mama, mach sie ersten eigenen Schritte direkt auf den Tannenbaum zu.

Sarah ist vom 25.12.2004 bis zum 02.01.2005 zum Urlaub in Hanau. Seit dem 27.12.2004 hat sie ihren zweiten Zahn – unten links. Sarah holt sich mit Vorliebe den Baby-Björn von meinem Rollstuhl. Wenn etwas nicht so läuft, wie sie es möchte, dann sagt sie: „Gott o Gott“ (legen wir ihrem Gebrabbel in den Mund). 27.12.2004 Sarah steht bis zu 30 Sekunden frei im Zimmer. Sie kann jetzt schon Gegenstände alleine vom Boden aufheben, um dann wieder frei zu stehen. So spielt sie oben (in meinem Studierzimmer) mit dem kleinen Nusskorb; sie leert ihn aus und sammelt die Nüsse dann einzeln wieder ein; dabei lacht sie schelmisch. 28.12.2004 Sarah macht mit Onkel Sascha und mir einen „großen“ Ausflug zu Möbel Walther. Das Bummeln bereitet ihr auch hier wieder sichtbar Freude. Silvester 2004 Sarah „stiehlt“ sich oben vom Servierwagen einen Nikolaus, wird plötzlich ganz leise, setzt sich hin in eine Ecke, packt den Nikolaus aus und bricht sich große Stücke davon ab, um sie zu essen. Am Nachmittag war sie mit uns bei türkischen Freunden, um einen Neujahresgruß zu übergeben. Um 18.20 Uhr sagt sie klar das Wort „danke“ nach. Auf die Frage: Wo ist Onkel Sascha? Schaut sie ihn an, deutet nach ihm und sagt: „Da“! Sarah steht bis zu einer Minute frei im Zimmer. Beim täglichen Bad habe ich meinen besondern Spaß, denn mit ihrer Wasserpistole macht sie nur Unsinn: Sie „schlägt“ damit nach mir und nach Onkel Sascha; es bereitet ihr sichtbares Vergnügen das Geräusch des Treffens zu hören. Ihr Lieblingswort ist im Augenblick: „doddel, doddel“ und wird immer dann von ihr verwendet, wenn etwas nicht so funktioniert, wie sie es haben möchte. Das Lernauto, das sie zu Weihnachten bekommen hat, beherrscht sie. Völlig selbständig öffnet sie das Dach, die Türen und stellt dabei auch die Musik an. Sie hebt es hoch und wirft es auch frei stehend durch das Zimmer.

Sarah im Reisebett zu haben, ist auch ein besonderes Vergnügen: Sie schaut über den Bettrand und lacht; kommt man zu ihr, dann rutscht sie am durchsichtigen Seitenteil entlang, drückt den Mund dagegen und wartet so lange, bis sie dann endlich geküsst wird. Quietschend vor Vergnügen tapst sie dann an eine andere Stelle und wiederholt das ganze Spiel.

01.01.2005: Mama und Papa sind zum Essen in Hanau. Nach dem Essen spielen Sarah, Onkel Sascha und Sarahs Papa im Wohnzimmer am Boden. Da bekommt ihr Papa endlich seinen so heiß ersehnten, ersten Kuss von seiner Tochter Sarah.

01.01.2005: Sarah bekommt von meiner Freundin Helga Besuch; sie hat ihren Enkel Ben mitgebracht; er ist 5 Monate. Sie lacht ihn an, greift nach ihm und will ihn küssen, schafft es auch mehrmals. Mit „Tante Helga“ lacht sie.

Der 02.01.2005 wird der Besuchtag von Norman und Janine (Sohn und Schwiegertochter von Helga, einer Freundin von mir), denn sie kommen zu einem Kurzbesuch vorbei. Sarah geht zwar kurz zu Norman, nicht aber zu Janine; Sarah kommt wieder zu mir zurück und lächelt die beiden lieber aus der sicheren Entfernung an. Sie scheint sie nicht besonders zu mögen.

Sarah wird von Onkel Sascha nach den einzelnen Personen gefragt; wo ist der Opa? Sie schaut mich an und ruft: „Da!“ Das macht sie auf alle Fragen; da sagt Onkel Sascha: Wo ist der Alte? Sie schaut mich an und ruft ganz strahlend: „Da!“ Endlich kann ich laufen, könnte Sarah gedacht haben, als sie 09.01.2005 sie ihren ersten Schritte ganz alleine in der Zimmermitte macht. Mit gehört die Welt, das ist offensichtlich Sarahs Devise, denn aus dem Laufen wird am 04.01.05 klettern. Sarah klettert in Bad Homburg alleine auf das Sofa und fängt an zu hüpfen.

Am 11. und 12. Jan. 2005 meine beiden Damen wieder in Hanau zu Besuch. Wir lassen während dieses Aufenthaltes Bilder bei „PIX Fotos“ in Frankfurt machen. Wir haben im Zuge des Besuches auch einen Kinder-Autositz gekauft.

11. Monat

Am 20.01.2005 krabbelt Sarah alleine hinter ihrer Mama Sonja und mir in den Sessel (im Studierzimmer), lehnt sich an die Rückenlehne und fängt dann fröhlich an zu hüpfen.

Sarah ist vom 24.01. – 27.01.2005 mit Sonja in Hanau. Sie kommen Woche für Woche. Für mich wird deutlich, dass in der Familie, beziehungsweise in der Ehe etwas nicht stimmt. Wir kaufen für Sarah einen Rattansessel, ihren ersten, eigenen Stuhl. Am Abend des 24.01.05 läuft sie alleine und völlig frei vom Ledersessel zum Kindersessel und dem Bücherregal. Am 25.01.2005 hat sie alleine, das heißt ohne Hilfe, ihr ganzes Leberwurstbrot (in kleine Stückchen geschnitten) gegessen. Am Mittwoch dieser Woche wird deutlich, dass Einbildung auch Berge versetzen kann: Sarah läuft alleine, nur mit dem eingebildeten Halt am Strampelanzug, vom Tisch quer durch das Zimmer, hin zu meinem Computer. Sarah beschäftigt sich alleine, kann mit Dosen und allem was klappert spielen. In ihren Sessel lässt sie niemanden; er hat einen hohen Stellenwert in ihrem Leben bekommen, denn wenn er von Sonja an eine andere Stelle gestellt wurde, holt sie ihn schimpfend und bringt ihn an den vertrauten Ort zurück.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

So sieht Sarah auf einem der Fotografenbilder aus.

Sarah kommt am 28.01.2005 wieder, Sonja bringt sie. Das war Sarahs erste Zugfahrt, denn es schneite so sehr und die Strassen waren wohl so sehr glatt, dass Sonja nicht mit dem Auto fahren wollte. So wurden die U – Bahn und der Zug waren die neuen Verkehrsmittel.

Am 29.01.2005 waren wir (Sarah, ihre Mama, ihr Onkel Sascha und ich) zusammen im Panoramabad in Frankfurt. Der Lärm und die vielen unbekannten Menschen machten Sarah Angst. Sie kam vor lauter Angst vor dem Neuen nicht bis zum Wasser, sodass wir entschieden, das Schwimmbad wieder zu verlassen. Am 30.01.2005 macht Sarah dann im Flur, vor meiner Küche, ganz alleine 14 Schritte. Zum Mittagessen treffen wir uns mit Mama Sonja und Papa Stefan in Frankfurt bei Möbel Flamme. Sie bummelt mit uns durch das Möbelhaus, isst mit uns Wiener Würstchen und besucht die Kinderecke mit Kinderfilm, Luftballon, Bastelmöglichkeit. Sarah versucht immer häufiger und mit Erfolg, kurze Strecken ohne fremde Hilfe zu laufen.

Sarah darf weiterhin alleine bei ihrem Onkel und mir bleiben, Sonja und Stefan fahren aber nach Bad Homburg zurück. Sonja kommt dann aber am Montag wieder und bleibt mit Sarah bis 03.02.2005. Am 02.02.2005 war Sarah mit Mama Sonja und mir erneut im Panoramabad. Sie war zunächst sehr skeptisch und zögerlich, dann aber sichtbar zufrieden. Sie tobte zunächst im Planschbecken, später dann im Nichtschwimmerbecken. Sie war nur schwer aus dem aus dem Wasser zu bringen, obwohl sie hier und da schon etwas Wasser in den Mund bekommen hatte.

Sarahs nächster Urlaub mit Sonja war in der Zeit vom 06.02.05 – 09.02.05. Am 06.02.05 waren wir auf dem Flohmarkt bummeln. Für 07.02.05 war dann ein Schwimmbadbesuch (Panoramabad) in Frankfurt mit einem fünfjährigen, türkischen Jungen geplant. Der Schwimmbadbesuch war dann für beide Kinder ein riesiges Erlebnis. Sarah durfte Pommes-Frites essen und Fanta dazu trinken. Sie suchte sehr zu meiner Freude zu allen Kindern Kontakt und wollte eigentlich zu keinem Zeitpunkt aus dem Wasser.

Am Abend machte Sarah 20 Schritte alleine und frei durch mein Studierzimmer.

Nach dem Aufstehen hatte sie ersten Kontakt im Zimmer mit Schnee, den Sonja ihr in die Hand gab. Am 08.02.2005 war Sarah den Faschingsmarkt auf dem Hanauer Marktplatz besuchen. Angespannt beobachtete sie alles.

Laufen wird immer selbstverständlicher für Sarah, sodass sie es am 12.02.2005 schafft, 56 Schritte alleine durch die Wohnung zu machen. Heute, dem 13.02.2005 kommen Sonja und Sarah wieder nach Hanau. Am Abend schneide ich ihr einige Haare für ihr persönliches Album ab. Die beiden wollen dieses Mal bis zum 17.02.05 bleiben.

Am 14.02.2005 wollen wir zusammen mit dem türkischen Jungen wieder zum Panoramabad nach Frankfurt fahren. Im Schwimmbad läuft Sarah frei. Mittags hatte sie Schupfnudeln, im Schwimmbad Pommes-Frites gegessen. Es war ein wunderschöner Nachmittag. Am Abend bläst Sarah alleine auf der Flöte, die wir am Vormittag gekauft haben.

15.02.2005: Speiseplanerweiterung: Zu Mittag isst Sarah Kasseler mit Karotten und Kartoffelbrei mit sichtlichem Genuss.

Sie spielt alleine Flöte und auf dem Xylophon. Nach unserem gemeinsamen Bad macht sie auf dem Topf „Pipi“.

Sarah ist jetzt 1 Jahr

Sarah kommt am 19. Februar zur Geburtstagsfeier mit Mama und Papa nach Hanau. Sie bleibt bis zum 24.02.2005 in Hanau bei mir.

Geburtstag:

Speisekarte

Gratulanten:

Mama und Papa, Onkel Sascha; Seyma und Tuba; Oma und Opa aus Frankfurt; Uroma aus VS (telefonisch); Andrea und Helga telefonisch, Besuch am 22.02.05 von Mehmet, Heike u. Romi

Geburtstagspost:

Oma; BEK; Abel aus Bad Homburg; Oma und Opa aus Frankfurt; Baby Butt; E-Mail von Hipp; E-Mail von My Toys; Alete/Milupa; Frau Kansy, Merem mit Familie; Onkel Sascha und Opa Hanau.

Geburtstagsgäste:

Mama, Papa, Onkel Sascha, Oma und Opa aus Frankfurt, Sinan; Helga und Tante Andrea,

Geschenke:

Blumen, Dreirad, Auto-Kindersitz, pädagogisches Spielzeug zur Förderung der Feinmotorik, Herzanhänger, Gutschein, Puppe, Pulli, Spieluhr, Maikäfer mit verschiedenen Kinderliedern, silbernes Armband mit verschiedenen Anhängern, Tasche und passenden Hut, Medaillon, Spardose, Geburtstagsfeier als solche, Puppe von Mehmet

Sarahs Wortschatz mit einem Jahr

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kapitel 3

Ich entdecke die Welt auf meine ganz persönliche Art

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ich habe keine Angst

vor Tieren; ich streichele einen zahmen Falken, auf dem Bürgerfest 2007

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ich entdecke meine Kletterfähigkeiten, auch wenn ich noch etwas Hilfe brauche,

auf dem Hanauer Bürgerfest am 08.09.2007

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ich entdecke die Technik dieser Welt im Oktober 2007

Ich habe in meinen kurzen Leben schon so allerlei angestellt:

Als mein Opa in der Küche war und das Essen vorbereitete, habe ich mich an das Aquarium geschlichen. Ich wollte wissen, wie sich Fische anfühlen. Da habe ich einfach einen Fisch aus dem Aquarium genommen; der war aber so glitschig und hat so gezappelt, dass ich nicht halten konnte; er ist aus meinen Händen gerutscht, und weil ich meinem Opa nichts davon gesagte habe, ist mir der Fisch dabei auf den Boden gefallen und dadurch jämmerlich auf dem Teppich erstickt;

Am 24.11.2004 ist eine Nachhilfeschülerin bei uns; sie will die Präsentation ihrer Arbeit für das Schulprojekt mit meinem Opa besprechen, notwendige Ergänzungen einfügen um einen entsprechend guten Notenabschluss erreichen zu können. Ich sitze während dieser Besprechung auf dem Sessel, vor mir steht ein Servierwagen. Ehe mein Opa sich versieht, bin ich in den Servierwagen gekrabbelt und sitze auf dem unteren Boden; erst als ich krabbelnder Weise auf der anderen Seite wieder herauskrabbele, um im Anschluss daran mit meinem Opa zu schmusen, sieht es, was ich gemacht habe. Lachend sagt er: „Das Kind ist eben immer für eine Überraschung gut“. Später stelle ich mich hinter den Servierwagen und schiebe ihn vor mich her und versuche, mit dem Servierwagen als Gehwagen zu laufen.

Ähnliche Experimente sind für Sarah nicht mehr ungewöhnlich. Am 25.11.04 stand Sarah beispielsweise im Autositz alleine auf, nachdem sie zuvor heimlich hineingekrabbelt war.

Am 26.11.04 waren wir alle ganz oben in meinem Studierzimmer. Sarah lag zum vermeintlichen Einschlafen in ihrer Wippe, während ihre Mama und ich aus dem Fenster nach draußen schauten. Ein zufälliger Blick zurück auf Sarah, ließ uns das Blut in den Adern erstarren. Sarah stand in ihrer Wippe und sprang fröhlich auf und ab.

Am 06.04.2005 hat sich Sarah meinen Haustürschlüssel „gestohlen“.

Sarah und ihr erster Verehrer

09.05.2005

Sarah hat ihren ersten Verehrer gefunden, denn am 02.05.05 Sie bekommt sie von Steven, er wird am 08.05.05 zwei Jahre, einen Blumenstrauß (Löwenzahn) geschenkt.

Sarahs Kräfte haben auch schon versagt und sie ist zusammengebrochen:

Das erste Mal:

Ein ganz schlimmer Tag für Onkel Sascha und mich war der 01.11.2005, als Sarah gegen 19.00 Uhr so seltsam ruhig wurde. Sie fühlte sich warm an. Als ich gegen 19.30 Uhr Sarahs Körpertemperatur überprüfte, hatte sie 38,60 Grad. Dann kam Onkel Sascha vom Baden und sagte zu mir: „Schau, Sarah schläft ein; sie war wohl doch sehr müde und überfordert“. Als er sie anschließend hinlegen wollte, es war gegen 20.10 Uhr, fiel ihr Kopf nach hinten weg, sie verdrehte die Augen und war nicht mehr ansprechbar. Eine erneute Temperaturüberprüfung ergab ein Messergebnis von 40,60 Grad. Wir hatten riesige Angst um sie. Jetzt nur keine Panik, war unser erster Gedanke. Sascha bereitete sofort kühle Wadenwickel für sie vor, und verabreichte ihr anschließend ein Zäpfchen gegen Fieber und lagerte sie auf meinem Bauch. Nach dem gut 10 Minuten verstrichen waren, reagierte Sarah wieder. Wir verständigten Sarahs Mutter, verabredeten uns in der Notaufnahme der Bad Homburger Klinik, da wir die Ursache dieses Geschehens nicht kannten und große Sorgen und Angst um Sarah hatten, und verließen gegen 20.30 Uhr Hanau. Es war gerade 21.00 Uhr, als wir die Klinik erreichten. Mama Sonja kam unmittelbar nach uns an. Die Untersuchung ergab, dass ein Infekt der Ohres und des Gehörgangs ursächlich für das Fieber waren. Die Lunge war aber auch nicht frei, die Bronchien waren verschleimt. Der Arzt war sehr lieb zu Sarah, verordnete ihr ein Nasenspray, Zäpfchen gegen das Fieber und einen Saft gegen den Husten. So war der von Sarah geplante Urlaub sehr schnell für unser „Popelchen“ wieder zu Ende.

Das zweite Mal:

Schon am 21.01.2007 erleben wir gegen 16.40 Uhr das Drama vom 01.11.2005 erneut; Sonja will mit Sarah zurückfahren. „Ich will beim Opa bleiben!“ ruft Sarah traurig und energisch zugleich. Dann der Schlag: Sarah legt sich zurück, verdreht sie Augen, der Mund öffnet sich, das Körperchen zuckt, das Kind reagiert kaum noch!

Wir kennen das schon von unserem Erleben am 01.11.2005; beide Male war Sarah krank, nur dieses Mal hätte der Zusammenbruch vermieden werden können, wenn Sonja nicht mit dieser Ignoranz, Kälte, Aggression im Bezug auf den Kinderwunsch agiert hätte.

Sascha und ich konnten, Gott sei es gedankt, noch einigermaßen gelassen reagieren, indem wir ihr die Kleider vom Leib „rissen“, sie ruhig ansprachen, das Körperchen und das Köpfchen streichelten und sie mit kühlen Umschlägen auf der Stirn relativ schnell wieder zu Reaktionen bringen konnten.

Als wir im 1. Obergeschoss waren sagte ich ihr dann, dass sie heute nicht zurück muss, dass sie mit mir in meinem Bett schlafen darf und ich die ganze Nacht bei ihr bleiben werde. Immer noch im Abgleiten drückte ich sie an mich und sagte: „Kind, ich habe solche Angst um dich!“ Durchgedrungen an ihr Bewusstsein sagt sie ganz leise: „Opa, du musst keine Angst haben!“ Da wusste ich, dass wir es geschafft hatten.

Als wir endlich wieder auf der sicheren Seite waren, war die Freude groß, dass Sarah noch lebte. Sonja auf dieses Geschehen angesprochen antwortete: „Ich habe alles sehr wohl gesehen und auch verstanden, auch dass sie beinahe gestorben wäre. Ich wäre auch dieses Mal Schuld gewesen, wieder Schuld gewesen, wie beim 1. Mal, denn beide Male war ich dabei, aber ich war einfach unfähig in irgendeiner Weise zu reagieren“. Eine unruhige Nacht folgte.

Das dritte Mal:

11.07.2007

Sarah hat sich nicht gut gefühlt. Ihre Mama wollte sie wieder mit nach Bad Homburg mitnehmen; dabei hat sie sich, weil sie lieber bei uns in Hanau bleiben wollte so aufgeregt und geweint, dass das geschwächte Körperchen erneut die Kraft verlor und sie die Augen „buchstäblich“ verdrehte. Eine riesige Angst erfasste uns auch dieses Mal, aber sie kam sofort wieder zu sich; ich beruhigte sie und versprach ihr, dass so lange bleiben kann, bis sie wieder ausreichende Kräfte hat, um mit ihrer Mama sicher nach Bad Homburg zu fahren!

Was ich schon alles kann:

Sarah kann zu meinem großen Erstaunen schon die ersten, kleinen Aufträge ausführen: So bringt sie nach Aufforderung sofort einen kleinen Ball zu mir, öffnet Schranktüren und schließt sie auch wieder, oder sie bringt mir auf meinen Wunsch hin das richtige Spielzeug! Am 08.03.05 hat sie das erste Mal ganz leise still und heimlich einen Tetra Pack (ACE Saft) aufgeschraubt.

09.03.2005

Sarah hat sich beim Baden das 1. Mal doch recht erstaunlich ordentlich gewaschen. Ihre Haare, ihre Brust und ihr Bauch sind von diesem selbständigen und alleinigen Tun betroffen.

13.03.2005 Seit heute kann sie in die Hocke gehen und sich anschließend wieder aufrichten.

Seit dem 15.03.05 kann sie „Sascha“ sagen

16.März 2006,

Sarah singt heute zum ersten Mal: „Alle meine Entchen!“

17.03.2005

Sarah hat das Gartentürchen alleine aufgemacht und das Grundstück verlassen.

22.03.05 Sarah war heute auf der Wochenstation, um Müri und ihre Baby „Ali“ zu besuchen

23.05.2005

Sarah zieht sich alleine eine Sandale an.

13.06.2005

Sarah kann die ersten Zwei-Wort-Sätze; „Mama, da!“

13.06.2005

Sarah kann jetzt alleine ordentlich aus einem Glas trinken.

15.06.2006

Sarah fährt in Tolliwood alleine, aber erstaunlich sicher mit einem Elektroauto.

16.06.2005

Sarah kann nun ihren Namen „Sarah“ sagen.

10.12.2005

Sarah isst zum ersten Mal Käsefondue.

03.06.2006

Zum ersten Mal fährt sie alleine mit dem Dreirad (in Tolliwood).

15.6.2006

vormittags beim Feuerwehrfest im Niederissigheim, Hüpfburg, nachmittags im TOLLIWOOD. Sie fährt alleine Dreirad und mit dem Elektroauto.

27.02.2007

Ich kann alleine mit dem Fahrrad fahren.

15.04.2007

Sarah klettert die Haushaltsleiter alleine und rückwärts hinunter.

11.09.2007

Als Sarah mit Onkel Sascha die Schlafsäcke und den Rest für eine Übernachtung in meinem Arbeitszimmer mit offener Terrassentür richtet und er zu ihr sagt, dass sie im Treppenhaus aufpassen und schön hören soll, antwortet sie ihm: „Ich bin doch nicht unhörig“. Entgegen aller Erwartungen schlafen wir die ganze Nacht oben.

09.12.2007

Beim Nikolaus im Panoramabad, sagt Sarah ein Gedicht auf, und bekommt dafür sogar noch eine 2. Geschenktüte. Sonja ist dabei; die Spannung ist wie so oft hoch, aber es geht gut, da Sarah weiß, dass sie mit Onkel Sascha und mir zurück nach Hanau fahren darf. Auch heute ist Sarah wieder trocken.

25.02.2008

Ich kann schon beim renovieren helfen und Tapeten von der Wand ablösen.

17.03.2009

Sarah sieht beim Schreiben in Photo des Gehirns. Spontan kommt sie und sagt: „Das ist mein Gehirn“.

02.05.2009

Sarah schält mit mir das erste Mal alleine Spargel.

Worüber ich mir Gedanken mache

07.12.06

Am Abend gehen wir auf den Weihnachtsmarkt.

Sarah fragt im Bett: „Opa, warum gibt es gute und böse Menschen? Warum gibt es lügende Menschen? Warum machen die bösen Menschen alles kaputt?“

09.03.07

„Opa, warum bist du krank“? „Wirst du wieder gesund“? „Das ist aber schade, dass du krank bist und nicht mehr gesund wirst“! „Opa, ich brauche dich doch“!

08.11.2008

Wenn die Menschen tot sind, bleiben sie dann für immer im Grab?

Wo ist der liebe Gott?

Wie sieht der liebe Gott aus?

Meine Sprüche aus dem Kindergarten

Im neuen Kindergarten, im Herbst 2008

Sarah nennt einen Jungennamen und erzählt dann:

„Dieser Junge hat mir die Hand geküsst“.

Einige Tage später, es betraf wieder diesen Jungen:

„Er hat mich geküsst.

Ich war ganz aufgeregt.

Ich hatte rote Wangen.

Er hatte auch rote Wangen.

Opa, es war einfach so romantisch!“

Hier hat mein Opa meine schönsten Sprüche zusammengestellt, im Wesentlichen sind sie sogar nach dem Datum geordnet:

07.9.2005

Heute bekam ich die erste Liebeserklärung: Sie legte ihren rechten Arm um meinen Rücken, den linken auf den Bauch, drückte sich an und sagte: „Apa lieb!“

17.11.2005

Besondere Sprüche:

„Mann, so ein Mist“!

„Mann, Mann, Mann!“

04.12.2005

Als Sarah aufwacht, ist ihr Onkel schon unterwegs und nicht mehr im Haus. Sarah kommentiert: „Sascha weg! Schande! Sascha Zug weg!“

04.02.2006

„Der Opa hat gehustet! Ich will auch so husten wie der Opa!“

20.02.2006
„Onkel Sascha, bringst du die Nudeln hoch?“ ruft sie Sascha im Keller zu.

20.02.2006

„Machst du da?“
Onkel Sascha, kommst du leicht hoch?“

„Ganz alleine machen!“

„Nein! Will ich nicht! Schmeckt nicht!“

„Onkel Sascha, heb auf!“

„Onkel Sascha, hinlegen!“

„Chips, wollte ich!“

„Jetzt weiß ich das!“

„Das merke ich mir!“

Sagt zu Sascha, nachdem er das Treppenhaus gestrichen hat: „Schön siehst du aus, du kleines Ferkel!“

„Ich hab dich lieb (Opa) Onkel Sascha!“

„Hast du das geschafft!“
“Gott o Gott!“

20.02.2006

„Opa, kommst du gleich wieder runter?“ ruft sie zu mir nach oben, als ich aufräumen muss.

20.02.2006

„Ich komme sofort!“ ruft sie immer dann, wenn sie nicht sofort kommen will.

20.02.2006

Sie mich und sagt unvermittelt: „Brauchst nicht weinen Opa, alles gut!“ Das Gleiche macht sie mit ihrem Onkel Sascha.

20.02.2006

„Logisch!“

14.03.2006

„Ich bin es leid!“, sagt Sarah, wenn es etwas nicht nach ihrem Willen geht.

31.03.2006

Montag: Bin Sarah alleine. Als Sascha da ist, gehen wir zum Spielplatz am Main, machen einen Abstecher zum Kiosk in der Karlsbaderstrasse und dann nach Hause. Als ich beim Baden Seifenblasen mache: „Du kannst das ja, Opa“; freut sich Sarah.

03.04.2006

„Onkel Sascha muss arbeiten, Geld verdienen“. Dabei reibt sie dir Fingerspitzen.

03.04.2006

Sarah hält dem Tele-Tuby Hähnchen an den Mund: „Das schmeckt? Gell, das schmeckt dir!“

09.04.2006

Sonntag: Sarah spielt, nachdem wir auf dem Flohmarkt waren. Sie nimmt Alf und sagt: „Alf, ich bin Sarah“!

09.04.2006

„Onkel Sascha, ich schlafe“. „Ist gut Sarah“. „Ich schlafe ja gar nicht!“

Als ich am 11.04.06 Sarahs Fleisch zum Mittagessen klein schnitt, „erwischte“ es meinen Zeigefinger auch! Später erzählte Sarah Onkel Sascha und auch ihrer Mama:

„Opa Finger abgeschnitten!“

15.04.2006

„Opa, brauchst du auch einen Schnuller?“ „Ich bin sofort gleich zurück!“

17.04.2006

„Ich trinke Saft, Opa; willst du auch Saft?“

17.04.2006

In der Badewanne: „Opa, wir müssen uns waschen, sonst stinken wir wie die Säue!“

18.04.2006

Nach dem Baden. „Na du kleiner Jammerlappen“ sagt Sarah zu mir und klopft mir ermunternd auf die Schulter.

27.04.06

In der Klinik bleibe ich mit dem Rollstuhl an der Seite hängen. „Du wirst aufpassen!“ sagt sie zu mir.

15.05.2006

Am Abend möchte sie eine Rumkugel. Das hört sich dann so an: „Opa, ich will eine Kugelwaffel!“

20.05.2006

„Opa, was machst du da? Schreibst du die Sätze vom Mädele auf?“ Sarah macht das Licht an. Ihr Kommentar dazu: „Schau Opa, mit ohne Licht!“

22.05.2006

Das Licht über dem Aquarium in der Polsterecke schaltet sich automatisch an. Sarah kommt ganz stolz, lacht und sagt: „Jetzt machen die Fische wieder die Augen auf!“

25.05.2006 2006

„Der Duft ist all“. Warum? „Weil er leer ist!“

Beim Baden: „Du bist eine Süße, Opa!“

25.05.2006

Beim Baden zeigt sie mir die Wasserpistole und sagt: „Das ist eine Wassertole; mit der kann man in der Badewanne schwitzen!“

26.05.06

Aufgeregt „schreibt“ Sarah auf einem Blatt; auf die Frage, was sie macht antwortet sie: „Ich muss meine Sätze aufschreiben“.

26.05.2006

„Opa, was ist das da oben?“ Luft und Wolken. „Was kann man mit Luft machen?“ Atmen „Woher kommt die Luft, Opa?“ vom lieben Gott.

26. Mai 2006

„Opa, brauchst du auch einen Schnuller?“

„Ich bin sofort gleich zurück!“

„Ich sitze neben Onkel Sascha!“

„Ich bin ein Punker!“

„Du bist eine Süße, Opa!“

„Der Duft ist all“. Warum? „Weil er leer ist!“

02.06.2006

„Ich muss erst aufessen, dann kann ich trinken“.

„Opa hat gut gekocht“.

02.06.06

Beim Baden macht Sarah Sascha einen Pickel an der Nase weg. Sie spült mit Badewasser nach. „Brauchst nicht jammern. Lass die Augen zu. Gleich ist alles vorbei.

03.06.2006

Nach dem Frühstück sagt Sarah: „Ich hab aufgegessen; du brauchst dir keine Sorgen machen, Opa“.

03.06.06

Wenn sie den Peugeot ihrer Mutter sieht, dann sagt sie: „Das da ist Mamas Auto!“

Wenn sie den Fiat von Onkel Sascha sieht kommentiert sie: „Das ist unser Auto!“

03.06.2006

Beim Weg zum Einkauf: „Ich kann rutschen; die Sonne scheint, es ist warm“.

03.06.2006

Nach der Busfahrt mit Onkel Sascha: „Der Bus hat für mich geklingelt. Das muss ich gleich dem Opa erzählen“.

03.06.2006

Wenn ihr etwas nicht gefällt, wie zum Beispiel Haare waschen, dann sagt sie: „Das ist nicht gut!“

04.06.2006

„Die Hose ist angebunden am Knie, da kann ich nicht reinschlüpfen“, erklärt Sarah ihrer Mama, als sie sie zum Fahren nach Bad Homburg anziehen will.

04.06.06

Sie schüttet auf der Terrasse oben alle Figuren aus der Spielkiste aus. Ich sammle sie wieder ein. „Du bist ein braves Mädchen, Opa!“

28.06.2006

„Wo ist mein Planschbecken?“

04.07.2006

Ruft zu Sascha: „Bye Bye, wir sehen uns!“

04.07.2006

Sarah haut mit der Hand auf den Tisch; „das kann doch nicht wahr sein! Ich will nicht bei der Mama bleiben!“

21.07.06

„Wo ist meine Wassertole? Ich will schwitzen!“

24.07.2006

Sarah fragt mich: „Opa, stinkst du? Ich rieche gut, ich war baden!“

26.07.2006

Sarah fragt mich: „Opa, stinkst du?“ Sie will offensichtlich wieder baden und Unsinn machen.

09.08.2006

Sarah am Telefon: „Opa, ich will zu uns; ich will nicht mit der Mama einkaufen, ich will zu uns!“

30.08.2006

Sarah am Telefon: „Opa, ich will zu uns fahren!“ (sie meint damit, dass sie zu Onkel Sascha und zu mir will).

21.08.2006

Onkel Sascha zu Sarah: Du musst vorsichtig gehen! Antwort von Sarah: „Du bist doch an meiner Hand!“

26.08.2006

Na du kleine Stinkmaus! Sarah antwortet: „Opa, ich stinke nicht, ich habe mich im Schwimmbad gewascht!“

31.08.2006

Sarah fragt Sonja am Telefon, als wir miteinander sprechen: „Fahren wir zum Opa?“

03.09.2006

„Ich habe sehr gejammert!“ Warum hast du denn gejammert? „Weil du nicht das warst, weil der Opa nicht da war!“

12.09.2006

„Opa, ich mache schnell die Tür zu; sonst kommt die Mama rein!“

04.10.2006

„Opa, du hast mir die Zeit gestohlen; gib sie mir wieder, du Schurke!“

06.10.2006

Sarah singt: „Opa, ich liebe dich! Ich will dir einen Kuss geben! Danke für das Essen, das du mir machst!“

08.10.2006

Im Bad: „Danke, das du mit mir nach Tolliwood gefahren bist; ich habe mich bei Onkel Sascha bedankt, dass ihr mit mir mit wart!“

23.10.2006

Als sie sich unbeobachtet fühlt deckt die Futterklappe des Aquariums ab und hält die Hand in das Wasser. Daraufhin angesprochen erklärt sie mir: „Ich wollte die Baby-Fische streicheln!“

Sarah am 23.10.2006

Sie schnappt das Wort „Bösewicht“ auf und mach daraus „böses Gewicht“!

23.10.2006

Es ist nach 19.00 Uhr, als Sarah Erdnüsse verlangt. Sie rennt im wahrsten Sinne des Wortes mit Sascha zum Supermarkt und kauft ein. Von der Strasse aus ruft sie mir zu: „Ich habe alleine bezahlt und auch das Rückgeld genommen. Ich gehe jetzt rein!“

23.10.2006

Sarah sieht die Matratze ihres Kinderbettes auf meinem Schrank liegen. Sie fragt mich, warum sie denn da liegt. Als ich ihr erkläre, dass ich sie brauche, wenn Onkel Sascha auch einmal ein Baby hat, lacht sie und sagt: „Opa, das Baby vom Onkel Sascha schläft doch in deinem Bett!“

05.12.2006

Sarah schimpft: „Was soll das, dass du mich immer rufst?“ „Das kann ich nicht leiden“.

12.12.2006

Gespräch mit Sarah am Telefon:

„Bist du im Internet, Opa?“ Ja, aber ihr wart doch auch im Internet, Schätzchen. „Nein, Opa“, sie lacht, „wir waren immer in der Wohnung, die ganze Zeit!“

09.02.1007

„Opa, kommt bei dir auch das Sandmännchen im Fernsehen und Nils Holgerson?“

20.02.2007

Auf dem Spielplatz sagt Sarah zu Onkel Sascha: „Gib mir bitte den Graber“ (die Schaufel meint sie).

20.02.2007

Sarah ist wieder bei uns; „Mein Kindersitz fehlt noch! Jetzt können wir endlich wieder mit unserem Auto fahren!“

21.02.2007

„Opa, warum hat der Fisch mich gebossen?“

23.02.2007

Auf dem Weg zum Spielplatz, sie fährt mit dem Roller, ruft sie: „Nicht so schnell. Ich kann nicht so schnell. Ich bin doch noch ein bisschen klein!"

23.02.2007

Onkel Sascha muss den Fuchs „Mürre“ spielen, nachdem die beiden wieder gebadet haben.

09.03.2007

„Opa, warum bist du krank?“

„Es ist sehr schade, dass du krank bist!“

„Opa, ich brauche dich doch!“

25.03.2007

Sarah berichtet: „Heute waren wir im Cafe Maria“; wir waren tatsächlich in einer Cafeteria;

25.03.2007

Da ihr Pulli ist etwas lang, bittet sie mich: „Opa, Krempel mir mal die Hosenärmel um!“

16.04.2007

Erzählt in der Bäckerei, dass sie in den Kindergarten kommt. Wo ist der Kindergarten? „Na beim Opa natürlich!“

29.04.2007

Am Telefon: „Opa, seid ihr auch traurig, weil ich nicht bei euch bin? Ich will so gerne zu euch!“

08.05.2007

Sarah: „Opa, heute Morgen habe ich dich schikaniert, aber ich habe mich entschuldigt!“

17.05.2007

„Opa, nimm so viele Tabletten wie du willst, damit du wieder aufstehen kannst!“

23.05.2007

Germone gibt Sarah einen Kuss; Sarah dazu: „Da war es mir ganz warm ums Herz!“

27.05.2007

Sarahs Mama macht nicht, was eigentlich geplant war; darauf Sarah zu mir: „Ich habe eine verlogene Mama!“

31.05.2007

Nach der Busfahrt mit Onkel Sascha: „Der Bus hat für mich geklingelt. Das muss ich gleich dem Opa erzählen“.

05.06.2007

Ich esse eine Rumkugel. „Was hast du gegessen?“ Eine Rumkugel. „Ich will auch Hundekugeln!“

13.06.2007

„Opa“, Sarah zeigt auf den Boden „setzt dich zu mir auf den Boden. Hast du heute Morgen deine Tablette genommen?“ Ja. „Dann geht es auch!“

22.07.2007

Wir haben Brummbären gesammelt (Brombeeren) und selbst Marmelade gemacht.

31.07.2007

Sarah fragt Onkel Sascha: „Wozu ist das gebräuchlich?“

13.08.2007

Am Vormittag stellt Sarah fest: „Du bist der liebste Opa auf der Welt!“

Sarah spielt im Vorgarten, reitet auf dem Besen und ist lieb; als plötzlich die Hecke brennt (ich wollte Unkraut abrennen) und Passanten von der Straße beim Löschen der Hecke helfen, geht sie lieb zur Seite, stört nicht und ist einfach nur lieb.

Beim Mittagessen holt sie sich Nachschlag. Sie sagt: „Ich habe Riesenhunger, der Magen b(r)ummt schon“. Nach dem Mittagsschlaf ist sie etwas schwieriger und keiner weiß warum.

Am Abend sagte Sarah: „Onkel Sascha, ich werde mein Leben mit dir verbringen!“ Ist das eine Drohung, fragt er zurück. „Nein, eine Strafe“, antwortet sie.

15.08.2007

„Opa, so lange du lebst bin ich immer für dich da und versorge dich!“.

22.08.2007

Wir bringen Sarah in den Kindergarten. Zuvor erklärt sie: „Ich bin die Schwimmbäderin (Bademeisterin)“.

24.08.2007

„Ich liebe dich! Du bist der beste Opa auf der Welt! Das war ein wunderschöner Tag!“

02.10.2007

Sarah am Telefon: „Ich habe ein ernstes Wort mit meiner Mutter gesprochen!“

30.10.2007

„Opa, mir ist gerade klar geworden, dass ich auf die Toilette muss!“

24.03.2008

Als Sascha und ich am Abend ein Glas Wein trinken, will Sarah auch probieren, was wir trinken. „Schmeckt“, kommentiert sie, „ich bin ein Alkoholer“.

18.4. 2008

Beim Abendessen im Panoramabad entfernt Sarah die Wurstpelle mit folgenden Worten: „Ich habe die Wurst schon ausgezogen!“

28.04.2008

„Der Pirat war bei mir in der Nacht und hat so furchtbarich gelacht. Derwegen müsst ihr jetzt zuhören“.

02.06.2008

„Meine Mutter kocht sehr scharf; das mag ich nicht und das schmeckt mir nicht“.

Im November 2008

Auf dem Weg zum Planet Kinderland: „Ich weiß das schon, logisch; wo ist das Problem?“

02.11.2008

„Ich möchte nicht darüber reden, warum ich in die Hose gemacht habe!“

1. Advent 2008

„Opa, die Oma in Frankfurt ist auch alt und alleine. Wenn du sie heiratest, dann seid ihr zwei ein schönes Paar“.

„Opa, ich heirate dich; du bist der liebste Opa auf der ganzen Welt. Ich werde immer und ewig für dich sorgen!“

18.12.2008

Sarah beim Abendessen: „Lieber, kleiner Teddybär, willst du meiner sein, dann marsch mit dir in meinen Mund hinein!“

15.02.2009

„Ich habe euch beide so lieb! Ich habe dich ganz doll lieb, noch viel ärger, Opa! Dich habe ich auch ganz arg lieb, Onkel Sascha!“

18.02.2009

„Ihr verwöhnt mich, macht was mir viel Freude macht; ihr macht mich heute wieder ganz glücklich!“ „Morgen habe ich Geburtstag, ich bin schon ganz nervös!“

Am Abend des Geburtstages im Bett: „Das war ein wunderschöner Tag; die Geschenke von euch sind wundervoll!“

19.02.2009 – Sarahs Geburtstag

„Opa, du hast mich heute wieder glücklich gemacht!“

11.05.2009

„Opa, du kannst am Besten kochen. Das schmeckt mir wieder phantastisch.“

„Ich habe die Faxen dick!“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Frühstück in der Honyewell

Der Affe am Treppengeländer hat heute von Sarah einen neuen Namen bekommen: „Bambanuscha“.

Kapitel 4

Das zweite Lebensjahr

Sonnen – und Schattenseiten zeigen sich sehr früh in Sarahs Leben

Wenn Eltern sich trennen

13. – 15. Monat

Sarah war wieder einmal in Hanau. Ihr Aufenthalt umfasste die Zeit vom 28.02. – 03.03.05.

Am 28.02.05 ist Sarahs dritter Zahn, links oben, „durchgebrochen“. Das „Zahnen“ als solches scheint ihr keine weiteren Probleme zu bereiten, denn sie hat weder Fieber, noch sonst irgendwelche, wie auch immer gearteten Probleme. Sie ist bei mir, denn die Probleme in der Ehe der Eltern nehmen zwischenzeitlich bedenkliche Formen an; da das miterleben dieser Spannungen nach meiner Einschätzung für das Erleben und eine Entwicklung des Kindes ganz sicher nicht gut sind, kommt sie zu mir/uns. Um über diesem Weg den beiden Elternteilen Raum zu geben, ihre Schwierigkeiten besprechen und wie auch immer austragen zu können, ohne dabei das Kind in irgendeiner Form zu belasten zu müssen, ist Sarah in dieser schwierigen Zeit erneut hier bei uns.

Zuhause in Bad Homburg, und das wird bei Telefonaten mit den beiden Elternteilen deutlich, haben sich die Fronten unerklärlich verhärtet, hat es zwischenzeitlich so massive und wohl unlösbare, zwischenmenschliche Probleme, sodass es für Sarah einfach besser ist, wenn sie zu uns kommt und möglichst lange bleibt, so wenig wie möglich davon miterleben muss. Diese Trennungsphasen zwischen den Eltern und dem Kind, umgesetzt in Kind in Hanau und Eltern in Bad Homburg, sollten im eigentlichen Sinne einer Aufarbeitung der Probleme dienen. Das erklärte Ziel war es, in dieser Zeit die Probleme anzusprechen, sie zu offen und ehrlich zu besprechen, anzugehen und dann endlich nach vernünftigen Lösungswegen zu suchen, und wenn erforderlich, dann auch mit Hilfestellung von außen durch entsprechende Beratungsstellen. Schon im Interesse von Sarah wäre das der einzige und sinnvolle Weg gewesen. Nun sinkt meine Hoffnung immer mehr, dass die Zeit sinnvoll genutzt wurde, und die häusliche Atmosphäre sich wieder beruhigen würde, da die Probleme scheinbar unlösbar und auch überwindbar sind.

Sarah ist erneut vom 07.03. – 09.03.05 zum Urlaub in Hanau.

Seit dem 07.02.2005 geht Sarah jeden Montag mit Sonja und mir zum Schwimmen nach Frankfurt. Heute, es ist der 07.März 2005, bekommt Sarah im Schwimmbad zwei Flummis, damit sie im Wasser besser spielen kann. Der erste Ball schwimmt auf dem Wasser, der zweite Ball geht erst etwas unter, schwimmt dann aber doch an der Wasseroberfläche.

Sarah kann zu meinem großen Erstaunen schon die ersten, kleinen Aufträge ausführen: So bringt sie nach Aufforderung sofort einen kleinen Ball zu mir, öffnet Schranktüren und schließt sie auch wieder, oder sie bringt mir auf meinen Wunsch hin das richtige Spielzeug! Am 08.03.05 hat sie das erste Mal ganz leise still und heimlich einen Tetra Pack (ACE Saft) aufgeschraubt.

Am 09.03.2005 hat sie mit mir ihr das erste Postpaket (Produktforschung) ausgepackt. Sie nimmt alle möglichen, unterschiedlichen Produkte aus dem Päcken, schaut mich fragend an, ob das Eine oder Andere nicht doch für sie ist, und legt es dann ordentlich zu den bereits angeschauten Waren. Ein breites Lächeln liegt auf ihrem Gesicht. Ganz offensichtlich leidet sie nicht unter der heimischen Spannung, der Trennung vom Vater und zeitweise auch von der Mutter. Am Abend hat sie sich beim Baden das 1. Mal doch recht erstaunlich ordentlich gewaschen. Ihre Haare, ihre Brust und ihr Bauch sind von diesem selbständigen und alleinigen Tun betroffen.

Nun hat Sarah ihren 4. Zahn bekommen; es handelt sich dabei um den 2. Zahn oben rechts.

Weiter geht es nach dem bereits vertrauten und eingeübten Muster, denn Sarah ist vom 14.03. – 17.03.2005 wieder in Hanau. Am 14.03.05 war sie, wie immer, montags mit mir im Panorama-Bad; sie spielte mit einem Jungen und seinem Vater, die aus Persien kommen. Seit heute kann sie in die Hocke gehen und sich anschließend wieder aufrichten. Seit dem 15.03.05 kann sie „Sascha“ sagen, wenn sie will. Sarah macht mit mir einen „Ausflug“ zum Papier-Container, kann einige Altpapiere einwerfen; der kleine Ausflug findet einen weiteren Höhepunkt mit einem Besuch im häuslichen Garten, denn hier gibt es vieles zu sehen und auch zu erleben. Sarah betrachte eingehend die Blumen, muss daran riechen und sie unbedingt befühlen, denn schließlich muss sie ja wissen, was Blumen sind; nur zu hören reicht eben nicht aus, sondern es muss schon auch noch ein Sehen möglich sein. Theorie und Praxis sind so intensiv im Leben und Lernen der Kinder miteinander verzahnt. Vor dem Abendessen war sie zum Spielen noch auf der Terrasse im 2. OG. Am Mittwoch haben wir Onkel Sascha vom Bahnhof abgeholt, als er von Marburg zurückkam. Wir mussten die lange Treppe im Bahnhof nach oben erklimmen, um aufrichtigen Bahnsteig zu sein. Nachdem er angekommen und Sarah ihn gesehen hatte, konnte sie ihm frei entgegengehen. Ihr Strahlen dabei war unbeschreiblich schön, die Augen leuchteten blitzten geradezu und das Kind bebte innerlich buchstäblich vor Wiedersehensfreude.

Selbständig zu sein hat sicher viele Vorteile, aber durchaus auch so seine Schattenseiten, denn machte Sarah am 17.03.05 ihren ersten, eigenständigen Ausflug; sie hatte dazu das Gartentürchen alleine aufgemacht und das Grundstück verlassen, um sich das nähere Umfeld einmal etwas genauer zu erkunden.

22.03.05 Sarah war heute auf der Wochenstation, um Müri, die Freundin einer mit uns verbundenen Familie aus der Türkei, und ihr Neugeborenes Baby „Ali“ zu besuchen. Sarah hat beim allabendlichen Bad zum ersten Mal eine Dush - Gel - Dose richtig auf dem Wannenrand abgestellt. Am 24.03.2005 war Sarah mit uns zusammen im größten Möbelhaus Hessens, firmiert unter Möbel Walther und leider nicht mehr existent, um dort Polstermöbel und ein Gästebett zu kaufen. Dabei kauften wir dann zwei Buggys, einen für ihre Mama in Bad Homburg und einen für uns in Hanau. Am Ostermontag machte sie dann mit Onkel Sascha und mir auf die Frankfurter „Dippenmesse“. Lose zu kaufen, sie auszuwählen und zu öffnen, bereitete ihr dabei einen ganz besonderen Spaß. Später ließen wir für sie vor Ort eine Tasse mit einem Bild von ihr anfertigen. 27.03.2005 – Ostersonntag – Der familiäre Bruch wird immer deutlicher, Sarah kommt mit Sonja, ohne Papa;

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ich werde darüber informiert, dass Sarah heute und auch die folgenden Tage bei mir in Hanau bleibt; Sonja dagegen fährt am Nachmittag wieder nach Bad Homburg zurück und kommt erst am 04.04.05 wieder.

Als am folgenden Tag die neuen Polstermöbel für mein Studierzimmer (am 29.03.2005) geliefert wurden, schauten sie den Handwerkern beim Aufstellen und der Montage der einzelnen Elemente im Zimmer ganz genau zu, um nicht zu sagen: auf die Finger. Nichts sollte und durfte ihren Blicken entgehen. Das neue Sofa ist noch etwas hoch für sie, etwas höher als das bisherige, alte, sodass sie noch nicht alleine „hinaufsteigen“ kann. Ich schaute einen Moment aus dem Fenster, hatte Sarah nicht fest im Blickfeld und traute meinen Augen nicht, als ich mich umdrehte: Sarah, mit einem Bein und einer Hand am Tisch auf der einen Seite und mit der anderen Hand und dem 2. Bein am Sofa, auf der anderen Seite abgestützt, versuchte sie alleine auf das Sofa zu kommen.

Seit dem 30.03.2005 sagt sie: „Apapa“ für „Opapa“, „auf“ und „ab“.

Zusammen machen die beiden noch Urlaub bis zum 07.04.2005 bei mir.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Am 01.04.2005 bekommt Sarah in einem Baumarkt von einem älteren Ehepaar € 0,50, um sich ein Eis zu kaufen und dann zu essen. Mit Sascha kaufen wir den versprochenen Sand für den Sandkasten auf der Terrasse vor dem Wohnzimmer, den sie im Anschluss daran, also nach dem Füllen mit „Beschlag“ belegt und mit sichtbarer Freude darin spielt. Heute geht sie bei unseren türkischen Freunden nicht auf dem den Arm. Gutes Zureden will auch nicht helfen. Au dem Nachhauseweg schläft Sarah dann erschöpft ein.

Grundsätzlich wird aber schon jetzt deutlich, dass sie hat einen eigenen Kopf und Willen hat, und nur das machen, was sie selbst auch wirklich tun möchte. Am 04.04.2005 trinkt Sarah zum 1. Mal alleine mit einem Strohhalm ihren Saft aus einem Glas. Als ich im Sessel sitze, trägt sie meine Krücke alleine durch das Haus. Am Nachmittag spielt sie mit Sabrina, Linda und Oksan lange auf den Parkplätzen vor unserem Haus.

Sowohl in der sprachlich als auch in der intellektuellen Entwicklung haben wir eine Erweiterung: Schnell = snell uns weg für weg, wenn sie etwas nicht haben kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

05.04.2005 Heute waren Ali mit Müri in der Zeit von 11.00 Uhr bis 15.30 Uhr zu Besuch bei uns. Sarah bekam von Müri einen Kugelschreiber mit einem Elefanten geschenkt, der natürlich sofort ausprobiert werden musste.

Am 06.04.2005 hat sich Sarah meinen Haustürschlüssel „gestohlen“. Aufgeregt versucht sie den Schlüssel selbst in das Türschloss zu stecken. Nach mehreren Versuchen trifft sie das Schlüsselloch endlich, ist aber doch noch zu klein, um den Schlüssel auch wirklich hinein schieben zu können.

07.04.2005 Sarah macht immer wieder mit Erfolg „Pipi“ auf dem Topf, so auch heute wieder. Sie geht nun regelmäßiger und mit mehr Erfolg auf das Töpfchen. Seit heute (09.04.2005) kann Sarah „Hase“ sagen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vesperpause vor dem Haus

Ab 11.04.205 macht Sarah wieder Urlaub in Hanau, dieses Mal aber nicht alleine. Sie will mit ihrer Mama bis zum 14. des Monats bei mir bleiben.

Am 12.04.2005 waren Sarah, Sonja und ich bei „Möbel Walther“. Mit sichtbarem Genuss isst Sarah dort ihr Wurstbrötchen, leckt zufrieden das Eis und trinkt grinsend ihren Orangensaft aus einem Glas. Im Anschluss an diese Vesperpause kaufen wir für Sarah eine Kuscheldecke und einige andere Kleinigkeiten. Es war für alle ein wunderschöner Vormittag. Zufrieden kehren wir nach Hanau zurück.

Am Abend holt sich Sarah meine Hand, beziehungsweise meinen Finger und führt mich dann durch das Zimmer.

13.04.2005 – Heute ist Sperrmülltag; Sarah beobachtet das Geschehen ganz genau, darf sogar noch in den Müllzerkleinerer schauen. Die Müllmänner winken ihr noch nach, als sie nach getaner Arbeit weiterfahren.

Am 14.04.2005 war der vorläufig letzte Impftermin für Sarah. Sie darf sich nun 5 Jahre vom Impfen erholen.

Am 17.04.2005 treffen sich Sarah, Mama Sonja, Onkel Sascha und ich im Möbelhaus Flamme in Frankfurt. Sarah hat im Kinderparadies viel Freude; sie „malt“ ein Bild und bekommt zu ihrer großen Freude ein Malbuch und noch zwei Luftballons geschenkt; sie isst ihre Wurst bei Onkel Sascha auf dem Arm und besichtigt mit uns die Ausstellung. Zwischendurch spielt sie mit Onkel Sascha verstecken, öffnet alle Küchenschubladen und trägt durch ihr frohes Wesen zur Unterhaltung der anderen Gäste bei.

Vom 18.04. – 21.04.2005 macht sie wieder mit Sonja Urlaub in Hanau. Wir machen einen Besuch bei Mehmet, Fatma und Meltem, unseren Freunden im nahe gelegenen Hebbelweg. Sie bekommt im Zuge dieses Besuches viele Geschenke; auch hier wird Sarah, wie bei so vielen anderen Menschen und Freunden, sehr geliebt und verwöhnt.

Sarah ist vom 25. – 28.04.05 mit Sonja erneut in Hanau. Die beiden kommen nun regelmäßig zu uns und bleiben in der Regel über mehrere Tage bei uns.

Sarah sagt am 25.04.05 das 1. Mal „Ama“. Sie setzt sich alleine auf ihr Dreirad, wenngleich die Art des sich Setzens mich mehr an eine Bergtour, das Besteigen eines Berges erinnert. Am 27.04.05 ist mein „Schnuckelchen“ mit uns bei Aydin zum Geburtstagsessen eingeladen. Sie spielt mit Seyma, der Tochter des Hauses und macht die ganze Wohnung mehr oder weniger unsicher.

Sarah ist mit Sonja vom 02. – 05.05.05 in Hanau. Sarah hat ihren ersten Verehrer gefunden, denn am 02.05.05 Sie bekommt sie von Steven, er wird am 08.05.05 zwei Jahre, einen Blumenstrauß (Löwenzahn) geschenkt. Am Nachmittag waren wir drei zum Maimarkt, der auf dem Hanauer Marktplatz stattfindet. Sie durfte mit dem Kinderkarussell fahren. Das machte ihr bei der ersten Runde Spaß, da es nur im Kreis fuhr. Bei der 2. Runde ging es auch noch auf und ab; da wollte sie aus dem Fahrzeug wieder heraus. Am Abend kauften wir einen großen Ball für sie; damit schießt sie nun gerne auf den Opa.

Am 03.Mai hat Sarah ein Zelt, ein Iglu und einen dazu gehörenden Verbindungskanal bekommen. Wir haben alles zunächst im Wohnzimmer aufgebaut, um ihre Reaktion beobachten zu können. Sie freut sich sehr darüber und ist auch sofort, ohne jeden Hinweis, durch den Tunnel gekrabbelt, bleibt „verschwunden“ und hat viel Freude daran, wenn wir sie nun „suchen“ müssen.

Am 3. Mai war sie mit ihrer großen „Freundin Tuba“, ihrer Mama und mir zu einem Moscheebesuch in der Gärtnerstraße. Sarah war aber nicht zur Hausbesichtigung mitgegangen, sondern sie kaufte lieber mit Opa im türkischen Geschäft, das ebenfalls in diesem Gebäude, in dem sich die Moschee befindet untergebracht ist, ein. Seit dem 04. Mai zeigt sie ganz bewusst auf Flugzeuge und ruft strahlend: „DA!“

5. Mai 2005 – Sarah spricht auf ihr eigenes „Kindertonbandgerät“. Das Mikrophon schließt sie nach einigem üben alleine an, und ist dabei auch auf ihre Leistung sehr stolz.

Am 06.05.2005 ist unten rechts der 2. Zahn durch. Sie zeigt uns allen den Zahn und zeigt dann im wahrsten Sinne des Wortes Zähne, denn Sarah beißt dann kräftig zu.

Am 08. Mai 2005 kommt Sarah wieder nach Hanau. Voraussichtlich bleibt sie bis nach dem 24. Juli 2005 bei mir. Es war dann aber der 09.07.2005 der Tag ihrer Rückkehr, denn Sarahs Papa ist an diesem Tag aus der ehelichen Wohnung ausgezogen. Es war Sarahs Eltern offensichtlich nicht möglich aufeinander zuzugehen, und einen partnerschaftlichen Neuanfang und Weg zu finden; für sie waren die ehelichen Probleme offenbar nicht zu lösen und die bereits entstandenen gegenseitigen Verletzungen waren für beide wohl unüberwindbar geworden, sodass es leider zu keinem so sehr er/gewünschten Neuanfang kam, kommen konnte. Sonja kommt mit Sarah auch jetzt, nach dem Auszug von Papa Stefan, 1 Mal in der Woche für einen Tag nach Hanau.

Am Sonntag, dem Muttertag spielt sie mit Steven, so wie bei jeder anderen, sich bietenden Gelegenheit.

Am 09.05.2005 hat sie von der Firma Kirby (die für eine Werbevorführung zu mir in das Haus kam) einen Ball und eine Puppe bekommen. „Jan“ (Oksan) kommt ihr bei jeder Begegnung strahlend entgegen, lacht sie an und zeigt ihr, dass sie sich gerne mit ihr beschäftigt. Sarah ihrerseits spielt gerne mit den großen „Kindern“.

Heute ist der 10. Mai 2005. Sarah ist seit 13.55 Uhr alleine in Hanau. Sie beschäftigt sich alleine, denn sie spielt sehr intensiv mit einem Puzzle aus leichtem Holz.

13. Mai 05, der 2. Zahn unten links ist da. Kleine Aufgaben führt sie problemlos aus: Bringe die Schuhe bitte zu Onkel Sascha. Hole bitte deinen Schnuller. Bringe bitte die Klötzchen. Suche bitte den Hammer oder ähnliche Aufträge auszuführen bereiten ihr keinerlei Probleme. Sarah ist insgesamt sehr kontaktfreudig und geht ohne jede Hemmungen auf alle Kinder zu. Die von ihr angesprochenen Kinder, unabhängig von ihrem jeweiligen, persönlichen Alter, spielen gerne mit ihr, gehen lächelnd und wohlwollend auf ihre Wünsche und Bitten ein, die sie bewusst oder unbewusst immer mit einem gewinnendem Lächeln verbindet.

Am 16. Mai winkt Sarah das 1. Mal richtig von der oberen Terrasse. Immer häufiger ruft sie „hallo“ und nicht „halla“. Am 17.05.05 fährt sie mit Muhammet, einem Jungen aus der Nachbarschaft, Onkel Sascha und mir nach Marburg. Wir bringen Onkel Sascha mit dem vielen Gepäck dem Auto an seinen Studienort zurück. Auf dem Rückweg nach Hanau schläft sie im Raum Gießen ein und schläft durch, bis wir wieder in Hanau angekommen sind, das heißt konkret, nachdem wir die Autobahn verlassen haben, direkt auf der B 8/40, etwa 5 Minuten vor der Haustür, wacht Sarah wieder auf.

Wenn Sarah die Pferde der Reitschule in Dörnigheim sieht, wir kommen dort immer auf dem Weg zum Einkauf vorbei, ruft sie immer laut: „Wauwau!“

Sarahs neuer Wortschatz am 09.05.2005

Ama = Oma (02.05.05)

Happa = hoppla

Versucht: Mädele

Tuba

Seyma

Buzeu = Flugzeug

Ba = Mann

Moma = Muhammet

Na, na, na

Oh je

Tau = Taube

Sarahs Antworten auf die Fragen:

Wie macht der Hund? Wau

Wie macht das Herz? Bum, bum

Wie macht die Uhr? Tick, tack

Wo ist das Flugzeug? Da

Ihr Wortschatz erweitert sich:

Mem mem = Fahrgeräusch eines Autos

Leis = Fleisch

eis = Eis oder auch heiß

alt = kalt

lell = schnell

ähem = ich möchte etwas

ningel = Klingel

ninge-ning = klingeling

da di = Schatzi

Mann = Mann

Ba ba = Baby

Nane = Banane

As = Ar…

lell - schnell

16. – 18. Monat

Am 19. Mai 2005 hat sie zum ersten Mal einen Feldhasen in Dörnigheim über den Waldweg rennen gesehen. Im Augenblick ist bei ihr alles Wau Wau, so auch der Hase. Am 20. Mai war sie mit Blumen bei Aydens Frau, um ihr zum Geburtstag zu gratulieren. Später waren wir im Supermarkt einkaufen und sind wieder einmal mit dem Lift in das 1. Obergeschoss gefahren. Nachdem der Lift bei der ersten Fahrt ruckte, hat sie bei der zweiten Fahrt einwenig geweint. Am Samstag, dem 20. Mai haben wir mit dem E-Stuhl (Elektrorollstuhl) im Linienbus einen Ausflug zum Marktplatz (Wochemarkt) gemacht. Das machte ihr sichtbare Freude. Später war Sven (ein Freund von Onkel Sascha und mir) aus Bonn zu Besuch bei uns. Am nächsten Tag wollte sie Eis essen. Auf dem Main konnten wir am Schloß Phillipsruhe einen Schwan beobachten, der seine 5 Jungen schützend unter den Flügeln hatte. Am Abend fuhr sie zum ersten Mal auf dem Tretroller von Ismails Schwester Lara (Kinder in der Nachbarschaft). An diesem Sonntag haben wir Merem, Fidannur und Sinan (Familienangehörige von Müri, unserer türkischen Freundin) im nahe gelegenen Park getroffen. Sarah hat die Trinkflasche auf den Boden geworfen und Sinan hat sie ihr aufgehoben. Das machte Sarah so viel Spaß, dass sie das so oft wiederholte und dabei so lachen musste, bis ihr vor lauter Lachen die Tränen über das Gesicht liefen. Am 23.05.2005 haben wir Frau Riedel, eine frühere Nachbarin von uns, besucht. Sie schenkte ihr einen Teddybär, für den sie eine Jacke und einen Schal gestrickt hatte. Bei einem Juwelier habe ich zwei kleine, silberne Kinderringe für Sarah erstanden. Als wir uns richteten, um wieder nach draußen zu gehen, zog sich Sarah das 1. Mal den rechten Schuh (Sandale) alleine an.

Wenn Sarah in das Bett geht, dann zieht sie sich Ihren Schlafsack abends alleine an und morgens dann wieder alleine aus. Für den Mittagsschlaf braucht sie keinen Schlafsack. Ist sie besonders gut „drauf“, dann zieht sie sich auch alleine den Pullover aus. Am 25.05.05 war Sarahs Mama da, um uns zu besuchen. Sie brachte ihr einen Luftballon und eine Stofffigur (Esel) mit dem Namen Bruno mit.

27.-29.05.05 hatten wir ein schönes Wochenende mit Sascha zusammen.

Sarah hat zum 1. Mal einen Gottesdienst, in dem ich der Liturg war, in Wachenbuchen besucht und miterlebt. Sonja hatte diesen Gottesdienst auch besucht. Als Sascha wieder nach Marburg fährt, weint Sarah den ganzen Weg nach Hause. Am 28. und 29. Mai haben wir unser Mittagessen mit viel Freude und Spaß im Garten gegrillt.

30.05.05

Sarah geht alleine die Kellertreppe nach oben und ruft auf meine Frage: „Wo bist du, Sarah“ ganz schüchtern „hier!“ Sie sitzt auf dem Sofa im Wohnzimmer. Von Mehmet hat sie ein grünes Bobby-car bekommen. Zunächst schafft sie es nur rückwärts zu fahren.

31.05.05 Sarah lernt die Stute „Nora“ in der Nähe einer Supermarktkette kennen. Sie streichelt sie an der Nase, im Gesicht und klatscht ihr an den Hals. Sie darf sogar auf der Stute sitzen.

01.06.05 Sarah spielt mit den Nachbarskinder. 5 Jungen ahmen sie in ihrer Bewegung und Gestik nach; sie ist die „Anführerin“. Alle Kinder lachen. Heute hat sie aus Silberdraht einen Anhänger mit ihrem Namen bekommen. Am 3. Juni habe ich Sarah die 1. Haarlocke abgeschnitten, die ihr ständig über der Stirn in die Augen hing. Beim Einkauf in einer großen Supermarktkette sagt Sarah ganz laut: „As“. Nach einem ausgedehntem Spaziergang isst Sarah ihren ersten Döner, den wir in einem türkischen Geschäft an der Rosenau gekauft haben. In dieser Woche darf sie zum ersten Mal alleine in der großen Badewanne baden. Das bereitet ihr sichtlichen Spaß, aber sie zeigt auch, dass sie gerne mit Opa zusammen in der Wanne sein möchte.

Am 11.06.05 setzt sie während des Spielens in meinem im Küchenunterschrank untergebrachten Handmixer die richtigen Rührstäbe ein. Als wir später (Sarah, Sascha und ich) an Schloß spazieren gehen, „fährt“ sie alleine auf der Seilbahn (Sascha immer im Hintergrund, für den Fall der Fälle, denn es handelt sich dabei um eine Schwebebahn). Auch auf der Rutschbahn gibt es keine Probleme; sie setzt sich tapfer neben ihren Onkel Sascha und rutscht mit ihm zusammen nach unten.

Wortergänzungen am 11.06.2005:

Sascha seit 10.06.05

Tsüs = tschüss seit dem 10.06.2005

Mehmet seit 10.06.05

Seit dem 13.06.2005 sagt sie die ersten Zweiwortsätze: „Mama, da!“

Ebenfalls seit dem 13. Juni trinkt sie alleine und ordentlich aus dem Glas. Heute war Sonja wieder für einen Tag zu Besuch in Hanau.

Am 14. Juni hatten wir auf der B 8/40 ein tolles Erlebnis: Eine ältere Dame fuhr mit dem Fahrrad an Sarah und mir vorbei, blieb stehen und kam dann wieder zurück, auf uns zu. Sie drücke ihre Bewunderung über dieses schöne und liebe Kind aus. Nachdem sie sich verabschiedet hatte, eine einige Meter gefahren war, rief Sarah: „Tsüs“. Die Dame wollte antworten, drehte sich um, rief ebenfalls tschüs und fiel dann dabei in das Gras; das Vorderrad hatte einen „achter“. Bis zur Burgallee begeleitete sie uns dann noch; danach ging jeder wieder seiner Wege.

Am 15. Juni schälte Sarah ihre 1. Banane selbst und verzehrte sie mit Genuss. Es ist höchste Vorsicht bei der Wortwahl und jeder unüberlegter Äußerung geboten, denn unser kleines Schätzchen versucht jedes Wort nachzusagen. Sonja sagte, dass Sarah Münchner Weißwurst isst. Ich gab sie ihr zu essen; es war ein Fehler, wie ich später feststellen musste, denn eine Stunde später erbrach sie die Wurst im Stehen und weinte dabei bitterlich.

16.06.2005 Der dritte Zahn, oben rechts ist durch! Nun hat sie insgesamt 7 Zähne.

Seit heute kann Sarah auch „Sarah“ sagen.

Wortschatz:

Lasch = Flasche

Süße/ Süßer

Nie = Knie

plats = platsch

Besuch am 18.06.2005 (Entfernung: 67 km) in Steinau an der Strasse:

Am 18.06.05 waren Sarah, Onkel Sascha und ich im Erlebnispark in Steinau an der Strasse. Der dortige Streichelzoo machte Sarah besonders viel Freude, denn dort konnte sie die Ziegen und Hühner „jagen“. Gut, sie trat dabei in Ziegendreck.

Große Freude hatte sie auch an den Fahrgeräten, dem Bobby-car und den verschiedenen Schaukeln. Die Hasen erschreckte sie mit ihrem Finger, beziehungsweise mit ihrem freudigen Geschrei. Beeindruckt hat uns besonders, dass Sarah bei einem sich drehenden Fahrgerät die Kette am „Eingang“ sah, sie nahm, eingehend betrachtete und dann sah, dass sie an der anderen Seite eingehängt werden musste. Niemand sagte oder zeigte es ihr, als sie aufstand und den Haken an der Kette säuberlich einhängte.

Danach waren wir noch bei „Möbel Walter“ und haben Kerzenständer und am dortigen Bäckereiverkaufsstand Brot gekauft. Alles in allem war es ein wunderschöner Tag, wenn auch für alle sehr anstrengend.

Sarah versucht seit dem Wochenende (18.06.05) meinen Kopf mit ihren Händen zu fassen, um mich dann zu küssen, zu schmusen oder um mich einfach nur in ihre Nähe zu ziehen. Sie führt meine Hand, um an bestimmten Stellen, wie am Rücken oder auch am Bauch gestreichelt zu werden. Heute, es ist der 20.06.05 suchte sie ihren Onkel Sascha in seinem Bett. Da er nicht zu sehen war, schaute sie unter der Bettdecke, dann unter dem Paradekissen und schließlich dann auch unter den kleinen Kopfkissen nach; nachdem sie keinen Erfolg hatte, sagte sie: „Sascha weg“.

20.06.2005

versucht gute Nacht und schlaf gut zu sagen

Fallad = Fahrrad

23.06.2005

Han = Hand

Leich = bis gleich

Lille = Brille

Mert

Am Abend ergriff sie meine Hände, klatschte und sang „backe, backe Kuchen“; dabei strahlte und lachte sie. Sarah versucht „schlaf gut“ und „gute Nacht“ zu sagen. Sie nimmt meinen Kopf mit beiden Händen, zieht mich zu sich heran, um mich dann zu küssen. Am 21. Juni sagt sie „Affe“. Am nächsten Tag zeigt die auf meine Brille und sagt: „Lille“. Sarah versucht alles nachzusagen. Manche Worte hören sich ganz lustig an: Aus Fleisch wird „Leisch“, ein kurzes winken und „leich“ heißt dann bis gleich. Klar deutlich ruft sie: „Sarah“ und „Sascha“. Wenn sie etwas gibt, dann sagt sie: „Du du“, das heißt dann bitte. Am 23. Juni ist Sonja wieder zu Besuch in Hanau. Auch am 28. Juni ist ihre Mama wieder zu Besuch bei uns. Seit dem 30.06.05 kann Sarah ihren Schlafsack alleine öffnen und versucht ihn dann alleine auszuziehen. Aufträge wie „Hole bitte die Schuhe“, „lege das bitte dahin zurück, wo du es her hast“ oder ähnliches führt sie klar und problemlos aus. Aus einem Glas trinkt sie alleine, aber nur dann, wenn sie wirklich will. Wenn ihr etwa verboten wurde, dann bedeutet sie mit dem Zeigefinger ein Nein und sagt dazu „nein, nein!“

Am 02.07.2005 machen wir wieder einen Ausflug zu „Möbel Walter“. Sie hat viel Freude in der dort aufgestellten „Hüpfburg“. Hier haben wir ihren ersten Scooter in „grün“ gekauft. Nach einigem üben hat sie verstanden, dass man mit den Händen lenken und gleichzeitig mit einem Fuß vom Boden abstoßen muss. Sie schafft das 4 – 5 Mal.

Am 04.07. 2005 zieht Sascha von Marburg nach Hanau zurück. Stolz sitzt Sarah in ihrem Kindersitz in einem VW Sprinter (den wir für den Umzug angemietet haben) und beobachtet alles, was um sie herum geschieht, ganz genau. Am Ziel angekommen findet sie eine schöne Beschäftigung für sich selbst: Sie lacht im Haus in Marburg so fröhlich durch das Geländer im Treppenhaus, wenn jemand nach oben kommt, beziehungsweise beobachtet und lacht dann, wenn sie sieht, wie jemand die Treppe nach unten geht.

Am nächsten Tag wird der Peugeot von Papa Stefan auf Mama Sonja umgemeldet. Dazu fahren wir mit Sarah nach Bad Homburg, übergeben Sonja den Kraftfahrzeugbrief und essen zusammen in einem Restaurant in der Luisenstraße. Da sich Sarah sehr „nass“ gemacht hat, wir aber die Windel vergessen haben, kaufen wir Windeln und Sascha wickelt Sarah auf einer Parkbank.

Am 09.Juli 2005 zieht Sarahs Papa Stefan aus der ehelichen Wohnung endgültig aus. Wir fahren nach Bad Homburg um auf Sonjas Bitten den Zylinder an der Abschlusstür auszutauschen. Es wird dabei deutlich, dass es heute vielleicht schon möglich ist, Sarah bei ihrer Mama in Bad Homburg zu lassen. Sie spielt in ihrem Zimmer, begrüßt den Zwerghasen und läuft in der Wohnung umher. Wir schleichen uns aus der Wohnung. Am nächsten Tag müssen wir noch einmal nach Bad Homburg, da Sarahs Wäsche ja noch in Hanau war; der Umzug von Sarah zurück nach Bad Homburg war zu diesem Zeitpunkt nicht geplant gewesen. Alles verläuft aber reibungslos, denn wir schleichen uns auch an diesem Tag wieder aus der Wohnung, ohne uns zu verabschieden; wir wollen Sarah doch unter keinen Umständen wehtun.

Am 21. Juli 2005 haben Sascha und ich Sarah im Nord-West-Zentrum abgeholt. Wir gehen zusammen im Supermarkt einkaufen. Als Sarah den Bäcker sieht, ruft sie freudig: „Brezel!“. Einige Meter weiter ist eine Metzgerei. „Leisch“, ruft Sarah. Einkaufen macht ihr sichtliche Freude.

24.07.05 Sarah zieht sich alleine die Schuhe an.

25.07.05 Sarah, Sascha und ich sind zur Geburtstagsfeier von Ben L. am See in Hanau-Steinheim eingeladen. Am nächsten Tag war Sonja zu Besuch bei uns in Hanau, da am Peugeot ein Problem mit der Hecktür aufgetreten ist; da das Auto bei einem Hanauer Händler gekauft wurde und Garantie hat, will sie das Problem auch bei diesem Autohändler vorstellen und beheben lassen.

27.07.05 Sarah hebt den Telefonhörer ab und ruft „Halla“ hinein.

Vor dem Supermarkt ist ein Stand vom ADAC. Ein Minimotorrad steht davor. Sarah setzt sich darauf.

Am 30.07.05 feierten wir mit Sonja und Sascha zusammen Saschas Geburtstag. Am Abend waren wir gemeinsam im Hotel „Anker“ essen. Sarah unterhielt alle Gäste auf der Restaurant-Terrasse.

Am 31.07.05 war Sarah mit uns in Rüdigheim. Dort hatte ich einen Taufgottesdienst zu halten. Nach dem Mittagessen in Hanau fuhr Sarah wieder mit ihrer Mama Sonja zurück nach Bad Homburg.

Am 04.08.05 war Sarah einen Tag in Hanau, denn der Peugeot wurde nun in Ordnung gebracht, die notwendigen Ersatzteile waren vorrätig.

Am 13.08.2005 haben Sascha und ich Sonja und Sarah in Bad Homburg besucht. Sarah sah mich vor dem Haus und lief strahlend in meine Arme, klammerte sich fest und drückte sich an. Das war eine Bilderbuchbegrüßung. Mit Onkel Sascha wollte sie Kuchen kaufen gehen, kam aber ohne Kuchen zurück, da der Bäcker sein Geschäft bereits geschlossen hatte.

19.-21. Monat

Sarah ist vom 21.-25.08.05 alleine in Hanau. Ihre Feinmotorik und Beobachtungsgabe scheinen sich nun schon deutlich auszubilden. So zieht sie die Kapsel meines Filzschreiber alleine ab und steckt sie auch alleine, ohne Probleme und ohne zu zögern wieder sicher auf.

Saschas Computer schaltet sie am 22.08.2005 alleine an.

Beim Baden hat sie etwas Neues entdeckt: Mit der Brause kann man alle nass machen. So „duscht“ sie Sascha und mich. Es bereitet ihr Freude, wenn Sascha mit dem Mund Wasser auffängt und sie anschließend damit anspritzt.

Sie steht in der Badewanne und spritzt das Wasser mit beiden Händen aus der Wanne. Alles Gegenstände, sie sich in der Wanne befinden müssen raus: „Meissen!“, das ist ihr ganzer Kommentar dazu.

Auf der großen Rutschbahn am Spielplatz in der Dresdner Strasse rutscht sie alleine und quietscht dabei vor Vergnügen.

Wenn sie im Fernsehen Tiere sieht, dann schaut sie angespannt und konzentriert Fernsehen.

30.08.2005 Der 9. Zahn (oben links, der dritte) ist durch! Das Gebiss vervollständigt sich langsam.

Sarah macht vom 04.09.-08.09.2005 Urlaub in Hanau.

Am 04. und am 05. September war sie mit mir und Sascha, beziehungsweise waren Sarah und ich dann alleine auf dem Bürgerfest.

Am 06.09.2005 waren wir bei „Möbel Walther“, haben für Sarah einen Teller und einen Becher mit „Bärchen“ gekauft.

Am 07.09.2005 haben wir am Vormittag „Blinkschuhe“, am Nachmittag Sandalen in der Innenstadt gekauft.

Beim Baden versucht sie auf dem Wannenrand zu sitzen und zu balancieren. Sarah will mit mir baden. Sie zieht sich aus, kommt ohne Windel an die Badewanne, läuft wieder weg; nach einem kurzen Moment kommt sie wieder, hat ihren Hocker mit, stellt ihn an den Wannenrand, steigt auf den Hocken und will nun in die Wanne springen. Sascha hilft ihr dabei.

Sarah macht alleine die Haustür auf. Auf die Frage: „Sarah, wie alt bist du?“ antwortet sie mit einem nach oben gerichteten Daumen!

Heute bekam ich die erste Liebeserklärung: Sie legte ihren rechten Arm um meinen Rücken, den linken auf den Bauch, drückte sich an und sagte: „Apa lieb!“

So sah der Fahrchip für die erste, eigene „Autofahrt“ auf dem Bürgersfest aus.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sarah soll wieder vom 18.September – 22.September 2005 in Hanau Urlaub machen. Mal sehen, was wir unternehmen können.

Am Abend haben Sascha und ich Sarah in Bad Homburg abgeholt.

19.09.05 Sarah macht plötzlich im Wohnzimmer ganz alleine und ohne jede Hilfe einen richtigen Purzelbaum.

Ebenso spontan fällt sie mir um den Hals und sagt: „Apa lieb!“ Dabei umarmt sie mich.

Sarah hat mit mir im neu eröffneten Schuhgeschäft im Maintal Hausschuhe gekauft. Sie suchte sie aus und bezahlte sie mit meinem Geld.

21.09.05 Wir machen wieder einen Besuch bei „Möbel Walther“. Sie trinkt zum ersten Mal Malzbier, und das aus einem Glas. Sie kauft für sich einen Staubwedel und bezahlt auch hier selbstständig.

22.09.05 wir hören Kindermusik. Dabei erkennt Sarah die Melodie von „backe, backe Kuchen…“ und fängt an zu klatschen.

Wenn ich sie in das Bett bringe, ihr dann nichts in das Ohr singe (summe), dann fängt sie an zu singen. Reagiere ich nicht, dann singt sie so laut, dass ich sehr wohl singe.

Wenn wir abends aus dem Fenster schauen, Sarah Menschen vorbeigehen sieht, ruft sie laut: „’nabend“!

Nach Frau K., einer Nachbarin schräg gegenüber, rief sie so laut und deutlich deren Namen, dass sie sich im etwa 20 Meter entfernten Garten umdrehte und nach dem Fenster schaute, in dem Sarah zu sehen war. Sie versucht auch nach anderen Nachbarn zu rufen, aber das klappt noch nicht so gut.

Türen öffnet Sarah seit dem 21.09.05 selbstständig, wobei es keine Rolle spielt, ob es sich um die Haustür oder eine Zimmertür handelt.

Sarahs 10. Zahn oben rechts ist durch (27.09.2005). Sarah telefoniert täglich mit mir und erzählt alles, was sie so den ganzen Tag über macht.

03.10.05 Sascha und ich haben Sarah in Bad Homburg besucht. Wir spielten und lachten miteinander. Als Sascha später anrief, um zu sagen, dass wir wieder gut in Hanau angekommen sind, sagte Sarah: „Sascha, Auto, mem, mem“!

Sarah ist von 09.10. – 13.10.05 in Hanau

Sarah kommt in das Haus; sie sieht die Skaterpuppe, die wir beim ihrem letzten Besuch gekauft haben. Zuerst holt sie die Puppe; dann geht sie und holt das Skateboard und im Anschluss daran die Funkbedienung. Alles geschieht in Ruhe und in völliger Selbstständigkeit. Leider hustet sie sehr und hat ein Schnupfnäschen. Wir müssen in der Apotheke Medikamente für sie holen.

In Park von Philippsruhe läuft das normale Programm: Rutsche, Schwebeseil und Bergsteigen. Die Besichtigung der Enten darf natürlich nicht fehlen.

Am 10.10.05 macht sie ständig und überall Purzelbäume. Beim Einkauf von warmen Hosen in Frankfurt, probiert sie geduldig an und sagt: „Meins, Mädele!“ Auch in der Apotheke ist sie geduldig, als wir uns um Medikamente bemühen

15.10.2005

Um 14.40 Uhr treffen sich Sonja, Sarah, Stefan, Sascha und ich in Bad Homburg, in der Luisenstraße, einer Fußgängerzone.

Sarah ist auf dem Weg zum Treffen in meinen Armen eingeschlafen. Heute soll sie auch gegen den Willen von Sonja ihren Papa nach der Trennung zum ersten Mal (so wurde uns gesagt) sehen. Papa Stefan geht lächelnd neben meinem Rollstuhl; er sieht Sarah ständig an; wir haben das Cafe einer Großhandelskette für eine Pause, und somit auch als einen unbelasteten Ort für diese Begegnung gewählt. Während wir uns unterhalten wacht Sarah langsam auf. Sie schaut Stefan sehr skeptisch an, dreht sich aber wieder weg. Auf unser anraten lockt er sie mit einem „Nimm 2“ zu sich hin. Sie nimmt es ihm zögernd aus der Hand. Langsam wird sie aber zutraulicher, lässt sich berühren, bittet ihn um Hilfe, um die Steine, die neben ihm stehen, erreichen zu können. Beim Bummel durch Bad Homburg haben die beiden dann viel Spaß. Immer wieder sagt Sarah „Papa“. Natürlich hat sie ihr Können vorgeführt und alle möglichen Tierlaute nachgemacht. Sie schaukelte mit ihm, lachte mit ihm, hat einfach Spaß mit ihm.

Um etwa 16.30 Uhr trennen sich unsere Wege wieder. Wir kehren dazu zu unserem Treffpunkt zurück. Der Abschied fällt Stefan offensichtlich schwer, denn Sarah war bis zu diesem Zeitpunkt auf seinen Armen und hielt ihn noch fest, um noch bei ihm zu bleiben. Er schaut Sarah noch so lange nach, wie er sie sehen kann.

Ihr neues Lieblingswort:

„Bongbong“

Wieder in Hanau, gehen wir auf den Spielplatz am Wassergraben; sie darf rutschen, schaukeln und im Sand spielen.

11.10.05 Sarah zieht sich ihre Jacke alleine an (später auch wieder aus) und wir gehen spazieren, kaufen Strumpfhosen und eine Mütze. Meine Tasche macht sie zu und sagt: „Handy, Opa, Tasche, zu!“

Abends holen wir gemeinsam ihren Onkel Sascha vom Bahnhof ab.

12.10.05 wir machen die ersten Videoaufnahmen von Sarah. Sie ist dabei etwas befangen, spielt und reagiert aber dennoch recht aktiv.

Als wir am nächsten Tag das Video Sonja zeigen, hört sie das „Schnappilied“. Völlig konsterniert schaut sie zum CD-Player, denn der muss doch nach ihrem Wissen die „Sik“ machen. Auf alle Fragen auf dem Video antwortet sie.

Diese Tiere kennt Sarah und kann die entsprechenden Laute nachmachen:

Hund

Katze

Kuh

Schlange

Vogel

Fisch (macht Fischmund)

Tiger

Ziege

Hahn

Bär

Hühner

Pinguin (Pingemin)

Schaf

Esel noch etwas unsicher

Elefant

Der Strom macht „bsssss“

20.10.2005

Heute waren Sascha und ich in Bad Homburg. Als Sarah aufgewacht war, stand ich schon an ihrem Bett. Sie lachte, schmiegte sich sofort an und rief dann nach Sascha. Wir hatten dann zwei schöne Stunden in Bad Homburg, spielten und lachten miteinander. Ich musste ständig neben ihr sitzen, auf dem Sofa, auf der Kindersitzgruppe oder auf dem Boden. Sie verlangte nach meiner Hand und führte mich durch die Wohnung. Traurig war, dass sie beim Abschied sagte, dass sie „mit Hause“ wollte, sagte „Mama. Tasche, mit“.

Wie so oft verlaufen Telefongespräche mit Sarah so, wie am 25.10.2005:

Sarah verlangt wie fast immer am Telefon nach Sascha und mir. Nach dem üblichen „Hallo“ und den gängigen Inhalten sagt sie zum Ende des Gespräches: „Sascha, Auto, fahren, weg, Opa“.

Ihr nächster Aufenthalt ist vom 01.11.-06.11.2005 in Hanau geplant.

Sascha und ich haben Sarah am 01.11.2005 abgeholt. Sie hat noch geschlafen als wir kamen, lachtest dann aber, als ich in dein Zimmer kam, wolltest aus dem Bett auf meinen Arm und sofort nach deinem Onkel Sascha schauen. Kurz nach 15.00 Uhr fuhren wir dann mit dir von Bad Homburg nach Hanau zurück. Du gingst an Onkel Saschas Hand voraus zum Auto, lachtest und sagtest fröhlich: „tschüs“.

Leider sollte das nicht so bleiben, denn nach einem kurzen Einkauf und einem lustigen Nachmittag wurde Sarah gegen 19.00 Uhr deutlich ruhiger. Sie fühlte sich warm an. Als ich gegen 19.30 Uhr Sarahs Körpertemperatur überprüfte, hatte sie 38,60 Grad. Dann kam Onkel Sascha vom Baden und sagte zu mir: „Schau, Sarah schläft ein; sie war wohl doch sehr müde und überfordert “. Als er sie dann hinlegen wollte, es war gegen 20.10 Uhr, fiel ihr Kopf nach hinten weg, sie verdrehte die Augen und war nicht mehr ansprechbar. Eine erneute Überprüfung der Körpertemperatur ergab ein Messergebnis von 40,60 Grad. Wir hatten riesige Angst um sie. Sascha machte ihr Wadenwickel und verabreichte ihr ein Zäpfchen gegen Fieber und lagerte sie auf meinem Bauch. Nachdem gut 10 Minuten verstrichen waren, reagierte Sarah wieder. Wir verständigten Sarahs Mutter, verabredeten uns in der Notaufnahme der Bad Homburger Klinik und verließen gegen 20.30 Uhr Hanau. Es war gerade 21.00 Uhr, als wir die Klinik erreichten. Sonja kam unmittelbar nach uns an. Die Untersuchung ergab, dass ein Infekt der Ohres und des Gehörgangs die ursächlich für das Fieber war. Die Lunge war auch nicht frei, denn die Bronchien waren verschleimt. Der Arzt war sehr lieb zu Sarah, verordnete ihr Nasenspray, Zäpfchen gegen das Fieber und einen Saft gegen den Husten. So war der geplante Urlaub sehr schnell zu Ende.

Sarah war am 05. und 06.11.2005 in Hanau. Sie feierte mit mir meinen Geburtstag. Als Geschenk bekam ich von ihr eine Holzscheibe, die sie auf der einen Seite „bemalt“ hat. Wir machten einen gemeinsamen Ausflug zu einem neu eröffnetem, großen Möbelgeschäft in Weiterstadt. Es war ein beeindruckendes Erlebnis für Sarah, denn dort konnte sie Karussell und eine Autobahn fahren so oft sie wollte. An einer Imbissbude aßen wir dann eine Bratwurst. Im Geschäft selbst war sie nicht zu halten. Überall musste sie schauen, Türen öffnen und schließen, eben alles berühren und zeigen. Am Abend kam Stefan noch für 2 Stunden zu uns nach Hanau. Er spielte in einer so liebenswerten Art mit Sarah, wie wir es noch nie erlebt hatten. Sein strahlendes Gesicht verriet die Freude, die es auch ihm machte, als Sarah sich nur mit ihm beschäftigte, unter ihm durchkrabbelte, sich von ihm tragen und schaukeln ließ und ihn dann auch noch küsste.

Ihr Näschen „läuft“ leider noch immer. Zu uns war Sarah zärtlich und liebevoll wie immer. Es war ein unvergesslicher schöner Geburtstag mit Sarah.

Heute, 09.11.2005 habe ich wie jeden Tag mit Sarah telefoniert. Sie sagte: „Opa, Auto, abholen!“

Der nächste Besuch von Sarah in Hanau ist für den kommenden Tag, also den 10.11.2005 geplant; wenn sie in Ordnung ist, dann holen wir sie wieder gegen Mittag in Bad Homburg ab. Sie kann dann bis zum 16.11.2005 in Hanau bleiben.

Als wir Sarah wie verabredet abholten und dabei am Arbeitsplatz meines Schwiegersohns vorbeikamen, rief Sarah im Auto ganz aufgeregt: „Papa, Papa, arbeitet!“

Am 11.11.05 waren wir im Frankfurter Zoo. Fische scheint Sarah besonders zu mögen. Mit großem Interesse schaute sie nach allen Tieren. Ein Buch über den Frankfurter Zoo kauften wir am Ende des Besuches.

12.11.05 Ein Besuch bei meinem Freund Heinrich und seiner Familie in Orleshausen und im Anschluss daran dann in Büdingen bei Derryls Mutter. Der kleine Welpe bei Derryl sprang sie an, leckte über ihr Gesichtchen und sie lachte laut. Es folgte dann ein Einkaufsbummel in Büdingen. Das Mittagessen wurde als Picknick an der Autotür mit gegrillten Hähnchen und Saft umgestaltet. Ihr Gewicht an diesem Abend: 12,9 kg, allerdings mit Windel und Body. Am 14.11. wiegt Sarah immer noch 12,9 kg (als sie kam wog sie 12,5 kg).

Am 15.11.05 spielt Sarah mit Schwester Kerstin vom Pflegedienst, lässt sich berühren und sich auch die Schuhe binden.

An Nachmittag waren wir in Frankfurt, um für Sarah eine Winterjacke zu kaufen. Sie hat sich dabei so sehr in eine Jacke verliebt, dass sie sie im Geschäft nur mühsam wieder auszog. Zuhause musste sie dann die Jacke, die Mütze und die Handschuhe anziehen und so durch das Wohnzimmer laufen.

Am 16.11.2005 hat Sarah mit Sascha ihre erste, bewusste Zugfahrt unternommen. Ich habe die beiden am Hanauer Hauptbahnhof abgesetzt und anschließend am Nordbahnhof in Hanau wieder abgeholt. Diese Zugfahrt bereitete Sarah viel Freude.

Am 16.11.05 holte Sonja Sarah dann wieder ab.

Beim Anziehen für den Einkauf hielt Sascha ihr die alte Jacke hin. „Nein! Die da!“ rief Sarah und zeigte auf die neue Jacke. Als sie für die Heimfahrt angezogen werden sollte sagt Sarah: „Mama hause“:

Auch heute konnte Sarah, die mit Schnupfen und den Folgen einer Ohrentzündung zu uns kam, wieder gesund und fit nach Bad Homburg zurückkehren.

Eine Kontrolluntersuchung beim Kinderarzt in Bad Homburg ergibt am 17.11.2005, dass Sarah 84 cm groß ist und 12750 Gramm (völlig ausgezogen) wiegt. Das Nasenspray wird nun nur noch einmal täglich (abends) eingesetzt.

Besondere Sprüche:

„Mann, so ein Mist“!

„Mann, Mann, Mann!“

Muschelmann = Matruschka

Briefe an Sarah

Hallo, meine liebe Sarah,

heute, es ist Samstag, der 20. März 2004, habe ich dich zum 1. Mal in Bad Homburg besucht. Ich war aber nicht alleine. Ercan, der türkische Junge von nebenan war dabei. Erinnerst du dich, dass du schon am 13.03.2004 bei ihm im Arm gelegen hast? Er möchte gerne dein „Onkel“ sein, dein Onkel Ercan. Er hat dich ganz lieb und zärtlich gedrückt, dich liebevoll geküsst und sich ganz zart von dir verabschiedet, als wir wieder nach Hanau fuhren. Vorher habe ich aber noch ein Bild von dir und deinem „Onkel“ gemacht.

Noch eine Information zum Schluss: Du wirst am 16. Mai 2004 in der Kreuzkirche in Hanau getauft. Deine Großeltern aus Frankfurt und dein Onkel Sascha werden deine Paten. Ich, dein Hanauer Opa, werde dich taufen. Ich freue mich darauf!

So, meine Süße, nun muss ich mich beeilen, denn 1. muss ich noch kochen und 2. kommt später die „Tante Helga“ und dann will ich fertig sein. Ich drücke dich ganz lieb, küsse dich ganz zart und freue mich auf den nächsten Besuch von dir,

dein dich immer liebender Opa

[...]


[1] Klaus Dörner, Ursula Plog: Irren ist menschlich: Lehrbuch der Psychiatrie/Psychotherapie. Bonn 1996, Seite41f

[2] Anton Hügli, Poul Lübcke (Hrsg.): Philosophie-Lexikon, Reinbek bei Hamburg 1998, Seite 39f

[3] http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/Angst.shtml 25-07-2008

[4] Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Berlin 1999

[5] http://www.etymonline.com 25-07-2008

[6] Anton Hügli, Poul Lübcke (Hrsg.): Philosophie-Lexikon, Reinbek bei Hamburg 1998, Seite 39f

[7] BROCKHAUS Philosophie, Mannheim 2004, Seite 21

8 Martin Heidegger: Sein und Zeit, Tübingen 1993, Seite 251

0[9] „Angststörung kann Schmerzen bereiten“, Ärzte-Zeitung, 18. Januar 2007, Seite 11

[10] Analyse der Einweisungsdiagnose in einer universitären Schmerzambulanz unter dem besonderen Aspekt des Anteils therapiebedürftiger psychischer Störungen (unter anderem Angst) bei Patienten mit (chronischen Schmerzen), Dissertation, 2002

[11] http://www.nature.com/nature/journal/vaop/ncurrent/full/nature07166.html 25-07-2008

[12] Stavros Mentzos, Neurotische Konfliktverarbeitung, Einführung in die psychoanalytische Neurosenlehre unter Berücksichtigung neuer Perspektiven, Frankfurt am Main 1984, Seite 30

[13] Stavros Mentzos: Neurotische Konfliktverarbeitung, Einführung in die psychoanalytische Neurosenlehre unter Berücksichtigung neuer Perspektiven, Frankfurt am Main 1984, Seite 30

[14] Illustration: W&B/ U.Möhle

[15] Die Bibel, Brief an die Galater, Kapitel 6, Vers 7

[16] 1. Buch Mose, Kapitel 24, Vers 67: „Da führte sie Isaak in das Zelt seiner Mutter Sara und nahm die Rebekka, und sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb. Also wurde Isaak getröstet über seine Mutter“.

[17] 1. Buch Mose, Kapitel 22, Vers 2: „Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde“.

[18] 1. Buch Samuel, Kapitel 18, Vers 1 und Vers 3: „Als David aufgehört hatte, mit Saul zu reden, verband sich das Herz Jonathans mit dem Herzen Davids, und Jonathan gewann ihn lieb wie sein eigenes Herz. 3 Und Jonathan schloß mit David einen Bund, denn er hatte ihn lieb wie sein eigenes Herz“.

[19] Matthäusevangelium, Kapitel 5, Vers 38-42: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Auge um Auge, Zahn um Zahn«. 39 Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. 40 Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. 41 Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei. 42 Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will“.

[20] Matthäusevangelium, Kapitel 22, Vers 34-39: „Als aber die Pharisäer hörten, dass er den Sadduzäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. 35 Und einer von ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und fragte: 6 Meister, welches ist das höchste Gebot im Gesetz? 7 Jesus aber antwortete ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«. 38 Dies ist das höchste und größte Gebot. 39 Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«“.

Ende der Leseprobe aus 223 Seiten

Details

Titel
Sarah, ein Leben zwischen Geborgenheit, Liebe und Anspannung
Untertitel
Dokumentation unterschiedlicher Gespräche und Erlebnisse aus pränataler Zeit bis hin zur Vollendung des fünften Lebensjahres
Autor
Jahr
2009
Seiten
223
Katalognummer
V131133
ISBN (eBook)
9783640364855
ISBN (Buch)
9783640364664
Dateigröße
59052 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freude und Dankbarkeit, Ängste, Liebe, Scheidung, Tagebuch, Goldene Regel für den Umgang mit Kindern, Kinder erfordern immer Ruhe und Geduld - sich selbst in den Hintergrund bringen, das Kind verstehen und in seinen Problemen annehmen, Ein Kind braucht immer Liebe, Verständnis und Geduld sind Grundvoraussetzung für die Erziehung, Was auch immer geschieht - ein Kind darf nie an der Liebe der Eltern zweifeln, Vertrauen - die Grundlage für eine sinnvolle Erziehung, verzeifelte Kinder, Depressionen im Kindesalter
Arbeit zitieren
Religionspädagoge Günter-Manfred Pracher (Autor), 2009, Sarah, ein Leben zwischen Geborgenheit, Liebe und Anspannung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131133

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