In der heutigen Zeit sehen sich die Kinder und Jugendlichen täglich mit einer großen Auswahl an Medien konfrontiert. Eine wachsende Mehrheit der Schüler verfügt über eigene Fernseher, Radios, CD-Spieler, PCs, Handys und haben einen uneingeschränkten Zugang zum Internet. Diese kulturelle Entwicklung muss der Deutschunterricht beachten und nutzen. Heute ist die Literaturwissenschaft, trotz anfänglichen Abwehrversuchen, in der Medienwissenschaft angekommen und ein Teil von Wissenschaftsdisziplinen, die sich nachhaltig mit Medien beschäftigen. Deswegen beschäftigt sich meine Hausarbeit mit Medien im Deutschunterricht und untersucht, ob sich Medien im Deutschunterricht wirklich eignen. Es wird aufgezeigt wie sich die Medien im Laufe der Jahrhunderte veränderten und die Medienentwicklung wird in vier Phasen dargestellt und deren Merkmale aufgezeigt. Denn es gilt für die Mediendidaktik, die häufig verborgen gebliebenen Referenzen und Reflexionen auf Mediales und Medien in Gegenständen vergangener Jahrhunderte zu entdecken und die Verflechtungen und gegenseitigen Bezüge und Verweise zu analysieren.
Will man dieser Aufforderung der Mediendidaktik im Deutschunterricht nachkommen, benötigt man ein geeignetes Beispiel zur Verdeutlichung für die Schüler. Hierfür eignet sich als Beispiel „Krabat“, da es einerseits in sehr vielen Medienformen vorliegt und andererseits inhaltlich passend für die gewählte Klassenstufe (8.Klasse, Realschule) ist. Der Stoff „Krabat“ wird in verschiedenen Medienformen analysiert und in das jeweilige Medienparadigma eingeordnet. Des weiteren wird die Eignung und Bedeutung der Mediengeschichte für den Deutschunterricht aufgezeigt und in einer didaktischen Analyse zusammengefasst. Dann wird eine mögliche Unterrichtsreihe dargestellt, auf eine Unterrichtseinheit mit Unterrichtsskizze genauer eingegangen und die methodischen Hintergrunde dazu aufgezeigt.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die 5 Paradigmen der Mediengeschichte
2.1 Das orale Paradigma
2.2 Schrift als Paradigma
2.3 Das audio-visuelle Paradigma
2.4 Das multimediale Paradigma
3. Textanalyse und Einordnung in die Medienparadigmen
3.1 Das Buch „Krabat“ von Otfried Preußler
3.2 Die Volkssage des Krabat
3.3 Das Hörspiel „Krabat“ von Otfried Preußler
3.4 Der Kinofilm „Krabat“ von M. Kreuzpaintner (2008)
3.5 Der Videoclip „Krabat“ von ASP
4. Didaktische Analyse
4.1 Bedeutung für den Deutschunterricht
4.2 Bezug zum Bildungsplan
4.3 Die Bedeutsamkeit der Sache
4.4 Intentionen des Unterrichts
5. Methodische Analyse der Unterrichtseinheit
6. Unterrichtsskizze
7. Schlusswort
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der Mediengeschichte anhand verschiedener Paradigmen und verknüpft diese theoretische Analyse mit dem Werk „Krabat“ von Otfried Preußler. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche mediale Umsetzungen der „Krabat“-Stoffe in den Deutschunterricht integriert werden können, um Schülern einen kompetenten und reflektierten Umgang mit Medien zu vermitteln.
- Phasen und Merkmale der Mediengeschichte
- Medienparadigmatische Analyse des Stoffes „Krabat“
- Didaktische Bedeutung der Mediengeschichte im Deutschunterricht
- Kompetenzförderung durch handlungsorientierte Medienarbeit
- Entwurf einer unterrichtspraktischen Einheit
Auszug aus dem Buch
Die 5 Paradigmen der Mediengeschichte
Die Mediengeschichte ist sehr komplex und auf den ersten Blick schwer überschaubar. Zu viele Entwicklungen und Geschehnisse fanden im Laufe der Zeit statt. Deswegen ist es sinnvoll die Mediengeschichte differenziert anzuschauen und in vier Paradigmen zu beschreiben.
2.1 Das orale Paradigma
Der Ursprung der Sprache befindet sich nicht in der Schriftlichkeit, sondern in der Mündlichkeit. Das bedeutet, dass Sprache ein akustisches Medium benötigt und zwar die menschliche Stimme. Da die Benutzung in der Regel jedem Menschen zugänglich ist, spricht Mediendidaktik Deutsch von der Stimme als Primärmedium. Dieses Paradigma findet sich kulturgeschichtlich in der Frühphase der menschlichen Entwicklung wieder.
Das orale Paradigma, das nur den Mensch als Medium hat, besitzt den Nachteil, dass jedes Wissen mündlich weitergegeben werden muss und so immer begrenzt bleibt. Das Wissen ist nur in den Köpfen der Menschen speicherbar.
Das bedeutendste Merkmal dieses Paradigmas ist der Raum natürlicher Sprecher-Hörer-Interaktion. Die Reichweite ist sehr begrenzt und größere Distanzen sind unüberwindbar. In solch einem Bereich der primären Mündlichkeit gewinnt die Interaktion und Kommunikation zwischen Sender und Empfänger an großer Bedeutung. Die Kommunikation findet immer kontextabhängig und in unmittelbarer Interaktion mit dem Gesprächspartner statt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hinführung zur Relevanz von Medien im Deutschunterricht und Vorstellung des Beispiels „Krabat“.
2. Die 5 Paradigmen der Mediengeschichte: Systematische Darstellung der historischen Entwicklung von Kommunikationsmedien von der Mündlichkeit bis zur Multimedialität.
3. Textanalyse und Einordnung in die Medienparadigmen: Analyse verschiedener „Krabat“-Adaptionen (Buch, Sage, Hörspiel, Film, Videoclip) und deren medienparadigmatische Zuordnung.
4. Didaktische Analyse: Begründung des Themas für den Deutschunterricht unter Berücksichtigung bildungsplanrelevanter Kompetenzen.
5. Methodische Analyse der Unterrichtseinheit: Beschreibung des handlungsorientierten Unterrichtsaufbaus und der methodischen Vorgehensweise.
6. Unterrichtsskizze: Tabellarische Übersicht der zeitlichen und inhaltlichen Planung der Unterrichtsstunde.
7. Schlusswort: Fazit zur Bedeutung der Auseinandersetzung mit Mediengeschichte im schulischen Kontext.
8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Materialien.
Schlüsselwörter
Mediengeschichte, Medienparadigmen, Krabat, Deutschunterricht, Medienkompetenz, Otfried Preußler, Orales Paradigma, Literales Paradigma, Multimedialität, Didaktik, Bildungsplan, Medienanalyse, Handlungsorientierung, Unterrichtsplanung, Mediensozialisation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der mediengeschichtlichen Entwicklung und der Frage, wie diese im Deutschunterricht am Beispiel der verschiedenen Medienfassungen des Stoffes „Krabat“ vermittelt werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der Medienparadigmen, der Analyse literarischer und audiovisueller Medien sowie der didaktischen Umsetzung im Schulunterricht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Schüler durch die Analyse von „Krabat“-Adaptionen ein tieferes Verständnis für Medienentwicklungen entwickeln und Medienkompetenz erlangen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse zur Einordnung der Medienformen in historische Paradigmen sowie eine didaktische Strukturierung für die Unterrichtsgestaltung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Medienparadigmen, die Analyse verschiedener „Krabat“-Medienprodukte und die didaktisch-methodische Planung einer Unterrichtseinheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mediengeschichte, Medienparadigmen, Krabat, Medienkompetenz und didaktische Analyse.
Warum wird gerade der Stoff „Krabat“ für die Analyse gewählt?
„Krabat“ eignet sich besonders gut, da der Stoff in sehr vielen unterschiedlichen Medienformaten vorliegt und somit die verschiedenen Paradigmen der Mediengeschichte anschaulich verdeutlichen kann.
Welchen Bezug nimmt die Arbeit auf den Bildungsplan?
Die Arbeit orientiert sich an den Kompetenzbereichen des Bildungsplans für die Realschule, insbesondere im Hinblick auf den Bereich „Umgang mit Texten und Medien“.
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- Daniel Haver (Author), 2009, Die Phasen der Mediengschichte im Deutschunterricht - am Beispiel von "Krabat", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131150