Bildungs- und Kompetenzstandards in der Berufsausbildung

Bildungs- und Kompetenzstandards als Rahmen beruflichen Lernens am Beispiel eines Zwischenberichts der BIBB-Studie


Hausarbeit, 2008

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Bildungs- und Kompetenzstandards als Rahmen beruflichen Lernens: Ergebnisse aus dem Zwischenbericht der BIBB-Studie: Kompetenzstandards in der Berufsausbildung
2.1. Ausgangslage
2.2. Forschungsziele und Fragestellung
2.3. Studienkonzeption und Herangehensweise
2.4. Projektverlaufm
2.5. Kompetenzmodelle
2.5.1. Kode-Modell nach ERPENBECK
2.5.2. Kompetenzmatrix nach ACHTENHAGEN/ BAETHGE
2.5.3. Kompetenzmodell nach BADER/ MÜLLER
2.5.4. Kompetenzgefüge nach DILGER/ SLOANE
2.5.5. Expertise-Modell nach DREYFUS/ DREYFUS
2.5.6. Modellentwurf von Kompetenzen der Forschungsgruppe
2.6. Ausbildungsordnungen
2.7. Weiterer Projektverlauf

3. Eigene Bewertung

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Die deutsche Berufsbildung ist ein hochwertiges Produkt. […]

Dieser Anspruch manifestiert sich in den Begriffen

„berufliche Handlungsfähigkeit“ und „Handlungskompetenz“

die eine lange ordnungspolitische Tradition und

Bedeutung in der Berufsbildung haben.

Manfred Kremer, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung

(anlässlich des Forums „Kompetenzermittlung für die Berufsbildung – Verfahren, Probleme und Perspektiven im nationalen, europäischen und internationalen Raum am 7. und 8. Oktober 2008)

1. Einleitung

Der Kompetenzbegriff in seiner Unschärfe und uneinheitlichen Verwendung beschäftigt seit den 1970er Jahren die Berufsbildungsforschung. Die Ursachen und Gründe hierfür sind eine umfangreiche Diskussionsgrundlage für Bildungsforscher. Doch hinsichtlich der Folgen sind sich zumindest viele einig, das Bildungssystem wird sich dahingehend verändern, dass kompetenzbasierte Bildungsstandards eine Bewertung und Vergleichbarkeit – auch im internationalen Rahmen – der beruflichen Ausbildung herstellen sollen. Analog zu den Bildungsstandards des Elementarbereichs und den entsprechenden Benchmarks, wie IGLU und PISA, werden seit Jahren Kompetenzbegriffe, Kompetenzdimensionen sowie deren Verknüpfung diskutiert.

Die hier vorliegende Arbeit soll dies an einem aktuellen und noch nicht abgeschlossenen Projekt des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) verdeutlichen. Innerhalb wird der Studie wird der Kompetenzbegriff hinsichtlich eines kleinen gemeinsamen Nenners aller Kompetenzdefinitionen genutzt, um das Forschungsziel zu erreichen. Das entwickelte Kompetenzstrukturmodell der Forschungsgruppe wird mittels einer Evaluation in zwei Ausbildungsberufen überprüft und soll im Anschluss Gestaltungshinweise zur Erstellung von kompetenzbasierten Ausbildungsordnungen liefern. Ob dies gelingen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht betrachtet werden. Jedoch ist der hier darzustellende Forschungsablauf mit seinen theoretischen Ansätzen ein hinreichender Grund zur Darstellung des Zwischenberichts zu Kompetenzstandards in der Berufsausbildung und reiht sich somit in die fortlaufende Diskussion innerhalb des Seminars „Bildungs- und Kompetenzstandards als Rahmen beruflichen Lernens und Lehrens“ ein. Diese Diskussion, welche ebenso im Seminar keinen endgültigen Abschluss finden konnte, soll hier fortgesetzt werden und handelt von der aktuellen Entwicklung der dualen Ausbildung in Deutschland sowie den Schwierigkeiten bei der Einführung von Kompetenzstandards in der Berufsbildung.

Die vorliegende Arbeit beschreibt dazu die schwierige Ausgangslage und die daraus resultierenden Forschungsziele und Fragestellungen. Der Verdeutlichung halber werden die Studienkonzeption und der Projektverlauf ebenso vorgestellt. Der Schwerpunkt der Ausarbeitung liegt auf der Vorstellung der Kompetenzstrukturmodell sowie des Kompetenzentwicklungsmodells. Ein Ausblick auf den weiteren Forschungsverlauf schließt die Darstellung des Zwischenberichts ab. Eine Bewertung des Forschungsprojekts beendet die Arbeit und soll eine weitere Diskussionsgrundlage bieten.

2. Bildungs- und Kompetenzstandards als Rahmen beruflichen Lernens: Ergebnisse aus dem Zwischenbericht der BIBB-Studie: Kompetenzstandards in der Berufsausbildung

2.1. Ausgangslage

Der Kompetenzbegriff wird seit Jahren in der Wissenschaft diskutiert und findet momentan noch keinen Abschluss. Es gilt dem Primarbereich mit seinen Bildungsstandards gleichzuziehen und Kompetenzstandards in der beruflichen Bildung zu etablieren. Ähnlich der Schulevaluation und dem Bildungsmonitoring soll in der dualen Berufsausbildung in Deutschland eine Vergleichbarkeit unter den Berufen und kompetenzbasierten Ausbildungsordnungen erreicht werden. So diskutiert man auf Grundlage dieser – für den Primarbereich geltenden – Bildungsstandards über selbige in der beruflichen Bildung. Des Weiteren gilt es die duale Berufsausbildung, welche auch auf Bundesländerebene differiert, mit dem Kompetenzbegriff des European Qualification Frame (EQF) und European Creditsystem for Vocational and Educational Training (ECVET) in Einklang zu bringen, ohne dabei die Qualität der deutschen Berufsausbildung zu beeinträchtigen.

2.2. Forschungsziele und Fragestellung

Um Kompetenzstandards in der Berufsausbildung zu etablieren, ist es notwendig kompetenzorientierte Ausbildungsordnungen, welche nach §5 des BBiG inhaltlich gerichtet vorgegeben sind, zu entwickeln. D.h. der Erwerb der Fähigkeiten und Fertigkeiten ist mit all seinen Arbeitsprozessen so zu „übersetzen“, dass sie den Dimensionen von Kompetenz zugeordnet werden können. Welche Dimensionen von Kompetenz dabei genutzt werden, wird nach der Analyse existierender Kompetenzdefinitionen durch die Forschungsgruppe für dieses Projekt festgelegt und exemplarisch für je eine Ausbildungsordnung des kaufmännischen und des gewerblich-technischen Bereichs durchgeführt. Ein weiteres Anliegen der Mitarbeiter des BIBB ist die Erarbeitung einer Empfehlung zur Erstellung kompetenzbasierter Ausbildungsordnungen. Diese Anleitung spiegelt sowohl die Erfahrungen der Forschungsgruppe wider und soll zu einem einheitlichen Verständnis beitragen, was unter einer kompetenzbasierten Ausbildungsordnung zu verstehen ist. Somit hat sich die Forschungsgruppe um Frau Dr. Kathrin Hensge folgender Forschungshypothese angenommen: „Berufliche Handlungsfähigkeit lässt sich in einem allgemeinen Modell von Kompetenzen hinreichend formalisieren und konkretisieren. Aus den beruflichen Handlungen lässt sich ein berufsspezifisches Anforderungsgefüge gewinnen, das in Aufgabenstellungen konkretisiert und überprüft werden kann.“[1]

Im weiteren Verlauf wird die praktische Umsetzung des Versuchs aufgezeigt und werde die einzelnen wichtigen Schritte bei der Herangehensweise darstellen. Dies soll lediglich wiedergebend erfolgen, da die Konzeption der Studie hinter den Inhalten der Diskussion steht. An entsprechenden Stellen werde ich vertiefend Erklärungen liefern, welche der Zwischenbericht nicht darreicht.

2.3. Studienkonzeption und Herangehensweise

Das Forschungsteam des BIBB konzipierte eine Untersuchung mit zwei Teilschritten. Zunächst steht die Entwicklung und theoretische Fundierung eines allgemeinen Kompetenzmodells im Vordergrund, um dieses im Anschluss durch eine empirische Untersuchung zu überprüfen.

Für diesen Ansatz ist es vorab wichtig vorhandene Kompetenzbegriffe hinsichtlich ihrer Anschlussfähigkeit an die berufliche Bildung zu beleuchten. Das Aufgreifen existierender Kompetenzmodelle, die im Hinblick auf theoretische, konzeptionelle, politische und praktische Überlegungen ausgewählt wurden, war der nächste Schritt. Folglich sollte ein Kompetenzmodell auf die Ausbildungsordnungen projiziert und somit berufsspezifische Kompetenzgefüge ermittelt werden, welche mittels der empirischen Untersuchung validiert werden sollen. Den Abschluss der Studie soll ein Expertengespräch bilden, bei dem Vertreter aus Wissenschaft und Praxis die Ergebnisse hinsichtlich der Handhabbarkeit in der Praxis beurteilen und somit wesentliche Punkte zur Erstellung der Gestaltungshinweise für kompetenzbasierte Ausbildungsordnungen beitragen.

Zum jetzigen Zeitpunkt dauert die empirische Untersuchung noch an, so dass die beiden letzten Schritten noch nicht im Zwischenbericht vom April 2008 erwähnt wurden, Da der Forschungszeitraum jedoch im Dezember 2008 endet und noch keine Verlängerung hierfür bekanntgegeben wurde, kann davon ausgegangen werde, dass erste Ergebnisse zu Beginn des Jahres 2009 vorliegen werden.

2.4. Projektverlauf

Ein erster entscheidender Schritt innerhalb der Studie war herauszufinden, ob der Kompetenzbegriff, den Klieme für den allgemeinbildenden Bereich formuliert hat, auch dem beruflichen Handlungskontext genügen würde. Die drei Schritte der Kompetenzmessung im allgemeinbildenden Bereich umfassen die Umsetzung konkretisierter Bildungsziele in Kompetenzmodelle zur anschließenden Überprüfung und Darstellung (Monitoring). Dies gestaltet sich bei der Übertragung auf die berufliche Bildung schwieriger, da das Kompetenzverständnis der beruflichen Bildung über jenes des allgemeinbildenden Bereichs hinausgeht. In der Berufsausbildung spielen neben Fachkompetenzen auch überfachliche Kompetenzen eine Rolle. Sie fokussiert dabei das Handeln in komplexen Lern- und Arbeitssituationen und stellt das selbstorganisierte Handeln heraus. Im nächsten Schritt galt es nun Kompetenzmodelle zu erörtern und die berufliche Handlungsfähigkeit – als Leitziel der Berufsausbildung – zu operationalisieren. Die Darstellung von überberuflichen und berufsspezifischen Kompetenzen durch eine Kompetenzmatrix war nun das Ziel der Forschungsgruppe. Die Berücksichtigung ordnungspolitscher Vorgaben, wie die Begrifflichkeiten der beruflichen Handlungsfähigkeit oder der Fokussierung innerhalb der Ausbildungsordnungen auf den Handlungsbezug, schließen neben der Analyse der theoretischen und konzeptionellen Grundlagen die Vorüberlegungen ab. Theoretische Grundlage der Studie war die Anthropologie von Heinrich Roth. Seiner Theorie nach ist die mündige moralische Entscheidungshandlung die höchstmögliche Stufe menschlichen Handelns. Auf die berufliche Ausbildung bezogen wird die ganzheitliche Handlungsfähigkeit auf die Sach-, Sozial- und personale Kompetenz des Auszubildenden übertragen. Äußere Faktoren, wie die Lernumwelt, Sozialisations-, Lern- und Erziehungsprozesse bedingen diese Entwicklung. Auf Grundlage dieser Theorie entwickelt Lothar Reetz das Konzept der Schlüsselqualifikationen. Er ist somit maßgeblich an der Entwicklung der Dimensionen: Fach-/ Methodenkompetenz, personale Kompetenz und der daraus resultierenden Sozialkompetenz beteiligt.[2]

Im Folgenden werden nun die Kompetenzmodelle anhand des Zwischenberichts und weiterführender Literatur kurz vorgestellt. Ausführlicher wird hierbei auf die das Kode-Modell von John Erpenbeck und das Berufsbildungs-Pisa von Frank Achtenhagen eingegangen. Eine ausführlichere Vorstellung der Kompetenzmodelle würde an dieser Stelle den vorgegebenen Rahmen sprengen. Eine Auswertung der Auswahl wird erst im anschließenden Teil der vorliegenden Arbeit vorgenommen.

[...]


[1] Vgl. Hensge (2008b), S.3

[2] Vgl. Hensge (2008b), S.7

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Bildungs- und Kompetenzstandards in der Berufsausbildung
Untertitel
Bildungs- und Kompetenzstandards als Rahmen beruflichen Lernens am Beispiel eines Zwischenberichts der BIBB-Studie
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Veranstaltung
Bildungs- und Kompetenzstandards als Rahmen beruflichen Lernens und Lehrens
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V131218
ISBN (eBook)
9783640367870
ISBN (Buch)
9783640368174
Dateigröße
1150 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildungs-, Kompetenzstandards, Berufsausbildung, Rahmen, Lernens, Beispiel, Zwischenberichts, BIBB-Studie
Arbeit zitieren
David Wolf (Autor), 2008, Bildungs- und Kompetenzstandards in der Berufsausbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131218

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