Diese Arbeit möchte sich mit dem Gedicht als Unterrichtsgegenstand auseinandersetzen.
Dazu wird zunächst erläutert, was Gedichte überhaupt sind und was sie für Wirkungen haben können. Dann soll untersucht werden, warum Gedichte im Unterricht eingesetzt werden sollten und welche Gedichte für welche Altersstufe geeignet sind. Abschließend werden sowohl traditionelle als auch moderne handlungs- und produktionsorientierte Beispiele genannt, auf welche Art und Weise Gedichte im Unterricht behandelt werden können.
Inhaltsverzeichnis
I: Das Gedicht im Unterricht
1. Was ist ein Gedicht?
1.1. Definition
1.2. Geschichte des Gedichts
1.3. Gedichtsarten
1.3.1.Die Ballade
1.3.2.Das Stadtgedicht
1.3.3.Das Liebesgedicht
1.3.4.Die Jahreszeiten im Gedicht
2. Anwendung im Unterricht
2.1. Wirkungen von Gedichten
2.2. Zweck der Behandlung von Gedichten
2.3. Beispiele von Bearbeitungsmöglichkeiten
2.3.1.standardisierter Unterricht
2.3.2.handlungs- und produktionsorientierter Unterricht
3. Abschlußbemerkung
II: Planung einer Unterrichtseinheit
1. Die Unterrichtseinheit
2. Die Unterrichtsstunde
3. Unmittelbare Unterrichtsvoraussetzungen
4. Sachanalyse
5. Didaktische Analyse
6. Methodische Möglichkeiten
7. Geplanter Unterrichtsverlauf
8. Das Gedicht
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Rolle des Gedichts als Gegenstand des Deutschunterrichts, wobei insbesondere der Übergang von einem rein kindlichen Verständnis hin zu einer differenzierten und analytischen Auseinandersetzung mit lyrischen Texten im Mittelpunkt steht. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Schüler durch moderne, handlungs- und produktionsorientierte Methoden motiviert werden können, Gedichte als komplexe Sinnzusammenhänge zu erschließen.
- Die theoretische Einordnung und Wirkung lyrischer Sprache.
- Altersgerechte Auswahl und didaktische Aufbereitung von Gedichttypen (Balladen, Stadtgedichte, etc.).
- Der Wechsel von einer fragend-entwickelnden zur handlungsorientierten Unterrichtsmethodik.
- Die konkrete Planung einer Unterrichtseinheit am Beispiel von Goethes "Der Zauberlehrling".
- Förderung von Selbstreflexion und metaphorischem Verständnis bei Schülern.
Auszug aus dem Buch
Die Wirkung von Gedichten
Gedichte hinterlassen eine Wirkung, sie bewirken etwas. Die Sprache des Gedichts dringt „unter die Haut“.
Gebundene Rede ist einprägsam und markanter als Prosa. Die gebundene Form ist etwas Wohltuendes, sowohl in akustischer wie auch in visueller Hinsicht. Sie hinterläßt, ganz abgesehen von den vielen verschiedenen Möglichkeiten des Gehaltes, zunächst das gute Gefühl gestalteter Ordnung.
Das Gedicht kann erklären, aufklären, veranschaulichen und vieles mehr. Es kann ein Vergnügen bereiten, es als vollendete Form zu erleben. Dagegen kann ein ganz andersartiges Gedicht Vergänglichkeit annehmbar machen. Zugleich erfreut auch dieses Gedicht durch seine Schönheit, man weiß aber, daß diese Schönheit jetzt Bestandteil des auf andere Weise gar nicht zu fassenden Gehaltes ist. Also hat das Gedicht die einzigartige Möglichkeit, Leid und Trauer auf tröstliche Weise darzustellen, und unter Umständen kann es auch Zustimmung bewirken.
Zum dritten kann wiederum ein anderes Gedicht desillusionieren. Das Gedicht provoziert, fordert heraus.
Dann gibt es die sogenannte Lehrdichtung: Das Gedicht vermittelt hierbei das Wissen um objektive Wahrheiten in künstlerischer Form; oft sind die Lyriker somit Lehrer (=> z.B. Schiller, dem es oft darum geht, allgemeine Ideen und Vorstellungen philosophisch abstrakter Natur in ein sinnlich anschaubares Bild zu übertragen.)
Und endlich kann das Gedicht in seiner Qualität als gebundene Form ganz allgemein gesellige Kultur stützen, es kann einer Gemeinschaft Traditionen schenken oder eine Anregung zu gemeinsamer Erinnerung sein. So kann gerade das Gedicht so etwas sein wie Heimat der Sprache oder auch Sprache der Heimat.
Diese Wirkungen sollen hier nicht nur als solche aufgeführt sein. Sie stehen zugleich als Begründung, warum es besonders wichtig ist, Kinder schon früh in die Gedichtwelt einzuführen.
Zusammenfassung der Kapitel
I: Das Gedicht im Unterricht: Eine theoretische Fundierung des Gedichts als Unterrichtsgegenstand, die dessen Bedeutung, Wirkung und didaktische Einordnung untersucht.
1. Was ist ein Gedicht?: Definition und geschichtlicher Abriss der Gattung sowie Differenzierung verschiedener Lyrikformen wie Balladen und Stadtgedichte.
2. Anwendung im Unterricht: Untersuchung der Wirkungsweise von Gedichten und Darstellung unterschiedlicher didaktischer Herangehensweisen, insbesondere unter dem Aspekt der Handlungs- und Produktionsorientierung.
3. Abschlußbemerkung: Zusammenfassendes Schlusswort zu den behandelten Themen der ersten Sektion.
II: Planung einer Unterrichtseinheit: Ein praktischer Entwurf für eine Unterrichtseinheit zum Thema "Der Zauberlehrling" von J.W. von Goethe.
1. Die Unterrichtseinheit: Darstellung der Lernziele und grober inhaltlicher Ablauf der dreistündigen Unterrichtsreihe.
2. Die Unterrichtsstunde: Konkrete Planung einer Einzelstunde, die den Fokus auf die Rekonstruktion des Textes und die Stimmungslage legt.
3. Unmittelbare Unterrichtsvoraussetzungen: Analyse des Leistungsstandes und der Vorerfahrungen der siebten Klasse.
4. Sachanalyse: Literaturwissenschaftliche Betrachtung der Ballade „Der Zauberlehrling“ hinsichtlich Inhalt, Struktur und pädagogischem Gehalt.
5. Didaktische Analyse: Begründung der Relevanz des Themas für Schüler in Bezug auf kritisches Denken und ästhetische Bildung.
6. Methodische Möglichkeiten: Detaillierte Vorstellung von Methoden zur Erschließung lyrischer Texte, von der Antizipation bis zur darstellerischen Gestaltung.
7. Geplanter Unterrichtsverlauf: Tabellarische Übersicht der geplanten Zeitstruktur, Lehrer- und Schüleraktivitäten sowie Sozialformen.
8. Das Gedicht: Wiedergabe des Originaltextes von Johann Wolfgang von Goethes „Der Zauberlehrling“.
Schlüsselwörter
Lyrik, Gedichtanalyse, Literaturdidaktik, Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht, Der Zauberlehrling, Johann Wolfgang von Goethe, Ballade, Sprachlehre, Unterrichtsplanung, Sekundarstufe I, Literaturvermittlung, ästhetische Bildung, Lehrer-Schüler-Verhältnis, Interpretation, Lyrikunterricht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Rolle des Gedichts im Deutschunterricht und analysiert, wie Lehrer lyrische Texte bei Schülern der Sekundarstufe I einführen und erfolgreich bearbeiten können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und Funktion von Lyrik, der altersgerechten Auswahl von Gedichten sowie innovativen methodischen Ansätzen für den Literaturunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Übergang von einer bloßen inhaltlichen Betrachtung hin zu einer reflektierten, schöpferischen Auseinandersetzung mit Gedichten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine didaktische Arbeit, die theoretische Grundlagen aus der Literaturdidaktik mit praktischen Unterrichtsentwürfen und methodischen Vorschlägen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Reflexion über Gedichte und eine praktische Anwendung in Form einer geplanten Unterrichtseinheit zu Goethes „Der Zauberlehrling“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Literaturdidaktik, handlungs- und produktionsorientierter Unterricht, Lyrik, Balladen und didaktische Analyse.
Warum wird gerade „Der Zauberlehrling“ als Beispiel gewählt?
Die Ballade bietet eine hohe Identifikationsmöglichkeit für Schüler, da sie Themen wie Selbstüberschätzung, Fehlverhalten und das Verhältnis zwischen Meister und Lehrling auf greifbare Weise behandelt.
Welche Rolle spielt die „schöpferische Nachgestaltung“?
Die schöpferische Nachgestaltung hilft den Schülern, das „Papierene“ der Literatur zu überwinden und durch aktives Mimen, Inszenieren oder Illustrieren ein unmittelbares Verständnis für die Textstruktur zu gewinnen.
- Arbeit zitieren
- Kathrin Schwarz (Autor:in), 1999, Unterrichtsentwurf zu Goethes "Zauberlehrling", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13124