Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der kontrastiven Analyse des Deutschen und Russischen im Bereich Phonetik. Auf Basis der ermittelten Unterschiede (auf segmentaler und suprasegmentaler Ebene) werden Prognosen zu möglichen Aussprachefehlern bei russischsprachigen DaF-Lernenden erstellt und diese mithilfe von Tonaufnahmen von einem russischen Sprecher überprüft. Des Weiteren werden auf Basis dieser Tonaufnahmen ein Transkript und eine Fehleranalyse erstellt. Am Ende der Arbeit folgen auch didaktische Empfehlungen und konkrete Ausspracheübungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Information
3. Suprasegmentale Ebene
3.1. Intonation
3.2 Rhythmus
3.3 Betonung
3.4 Satzakzent
3.5 Silbenstruktur
3.6 Assimilation
4. Segmentale Ebene
4.1. Vokale
4.2 Konsonanten
5. Schriftsystem
6. Fehlerprognose
7. Fehleranalyse
8. Didaktische Hinweise
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit liefert eine phonetisch-kontrastive Analyse zwischen dem Deutschen und dem Russischen. Ziel ist es, die spezifischen phonetischen Merkmale der russischen Sprache zu beschreiben, potenzielle Interferenzbereiche bei Lernenden mit russischer Muttersprache zu identifizieren und didaktische Empfehlungen zur Überwindung dieser Aussprachehindernisse abzuleiten.
- Phonetisch-kontrastive Gegenüberstellung von Russisch und Deutsch
- Suprasegmentale Analyse von Intonation, Betonung und Rhythmus
- Segmentale Untersuchung der Vokal- und Konsonantensysteme
- Empirische Fehleranalyse bei russischsprachigen Deutschlernern
- Didaktische Strategien zur Verbesserung der Aussprache
Auszug aus der Publikation
3.1. Intonation
Russisch ist eine Akzent- bzw. Intonationssprache, d.h. die Tonhöhenvariation dient zur Unterscheidung von Aussagen, Fragen, Aufforderungen. Die Intonation spielt im Russischen eine bedeutende Rolle. Ein und derselbe Satz kann unterschiedlich ausgedrückt werden und verändert dabei seinen Sinn. Die Intonation im Russischen ist freier und melodischer als im Deutschen. Fast jedes Wort im Satz kann hervorgehoben werden. Im Jahr 1960 schlug E. A. Bryzgunova die Beschreibung der Intonation der russischen Sprache unter Verwendung des Konzepts der Intonationskonstruktion vor, die in der wissenschaftlichen Veröffentlichung der russischen Grammatik enthalten war. Es wurde üblich, methodische Handbücher zum Unterrichten von Russischen als Fremdsprache zu verwenden. Bryzgunova unterscheidet im Russischen 7 Intonationskonturen (Musatov, 2006, S. 127-134):
- Die erste Kontur lässt sich beobachten, wenn die Abgeschlossenheit in neutralen Aussagesätzen ohne inhaltliche Hervorhebung ausgedrückt wird. Vor dem Intonationszentrum ist die mittlere Tonhöhe, die im Zentrum allmählich abfällt und im postzentralen Teil niedrig wird.
Beispiel: Я иду домой. [ja ɪdu dɐˈmoɪ]̯ „Ich gehe nach Hause.“
- Die zweite Kontur wird in Ergänzungsfragen realisiert. Die Konstruktion ähnelt sich der ersten, aber unterscheidet sich darin, dass das Zentrum hier mit einer Betonung ausgesprochen wird, starker als in der ersten Konstruktion. Der präzentrale Teil hat eine mittlere Tonhöhe und der postzentrale Teil ist niedrig. Das Fragewort ist betont.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt das Thema der phonetisch-kontrastiven Analyse vor und erläutert die Struktur der Arbeit zur Untersuchung sprachlicher Interferenzen.
2. Allgemeine Information: Bietet einen Überblick über den Status der russischen Sprache, ihre Verbreitung und die existierenden Dialektgruppen.
3. Suprasegmentale Ebene: Behandelt die melodischen und rhythmischen Aspekte wie Intonation, Rhythmus, Wortbetonung, Satzakzent, Silbenstruktur sowie Assimilationsprozesse.
4. Segmentale Ebene: Vergleicht das Vokal- und Konsonantensystem des Russischen und Deutschen detailliert miteinander.
5. Schriftsystem: Untersucht die Unterschiede zwischen dem kyrillischen und dem lateinischen Alphabet sowie die Inkonsistenzen in der Laut-Buchstaben-Beziehung.
6. Fehlerprognose: Leitet auf Basis der phonologischen Unterschiede potenzielle Schwierigkeiten für russische Lernende des Deutschen ab.
7. Fehleranalyse: Evaluiert die Aussprache eines Probanden anhand der erstellten Prognosen und dokumentiert spezifische phonetische Defizite.
8. Didaktische Hinweise: Formuliert konkrete Anleitungen und Übungsvorschläge, um die identifizierten Aussprachefehler zu korrigieren.
9. Fazit: Fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bestätigt die Relevanz der phonetischen Übungen für das Sprachniveau Lernender.
Schlüsselwörter
Kontrastive Analyse, Phonetik, Phonologie, Intonation, Konsonantensystem, Vokalsystem, Fehlerprognose, Interferenz, Sprachdidaktik, Palatalisierung, Assimilation, Lautbildung, Aussprache, Muttersprache, Russische Sprache.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die phonetischen Unterschiede zwischen Russisch und Deutsch, um die Ursachen für spezifische Aussprachefehler bei russischsprachigen Deutschlernern aufzudecken und pädagogische Empfehlungen zur Fehlerkorrektur zu formulieren.
Welche Teilgebiete der Phonetik stehen im Fokus des theoretischen Teils?
Zentral sind sowohl suprasegmentale Aspekte wie Intonation, Rhythmus und Satzakzent als auch segmentale Faktoren wie die Differenzierung von Vokalen, Konsonanten, Palatalisierung und Assimilationsregeln.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Arbeit untersucht, welche phonetischen Besonderheiten des Russischen typische Interferenzen beim Erwerb der deutschen Aussprache verursachen und wie diese gezielt didaktisch adressiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung genutzt?
Es erfolgt eine kontrastive Sprachanalyse, ergänzt durch eine empirische Überprüfung mittels einer Fehleranalyse anhand der mündlichen Rede eines Probanden sowie einer systematischen Prognose von Aussprachefehlern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Gegenüberstellung beider Sprachsysteme und die darauf aufbauende Analyse von Sprachdaten, um phonetische Interferenzerscheinungen greifbar zu machen.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Kontrastive Analyse, Phonetische Interferenz, Vokalsystem-Vergleich, Palatalisierung und Didaktische Aussprachekorrektur geprägt.
Warum spielt die Palatalisierung im Russischen eine so entscheidende Rolle?
Sie ist im Russischen ein distinktives Merkmal, das die Bedeutung von Wörtern verändern kann. Die Übertragung dieses Gewohnheitsverhaltens auf die deutsche Aussprache führt bei Lernenden oft zu palatalisierten Konsonanten, die im Deutschen nicht normgerecht sind.
Welche Rolle spielt der sogenannte Knacklaut in dieser Untersuchung?
Der Knacklaut ist eine deutsche Besonderheit, die im Russischen fehlt. Die Arbeit zeigt auf, dass der Knacklaut für russische Lernende eine Herausforderung darstellt, da sie dazu neigen, Vokalübergänge zwischen Wörtern zu glätten, anstatt einen Vokalneuansatz zu setzen.
- Arbeit zitieren
- Anastasiia Zabrodska (Autor:in), 2019, Kontrastive Analyse des Deutschen und Russischen im Bereich Phonetik. Mögliche Aussprachefehler bei russischsprachigen DaF-Lernenden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1312785