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Informationstechnologie für Afrika

Vom 100$-Laptop zum 0$-Computer - Eine Analyse aus der Sicht der Schweiz

Titel: Informationstechnologie für Afrika

Bachelorarbeit , 2008 , 75 Seiten , Note: 2.25

Autor:in: Tobias Vogel (Autor:in)

Informatik - Software
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wir leben in einer Welt mit einer tiefen Kluft zwischen Arm und Reich. In den reichen Ländern erlebt die IT ein anhaltendes Wachstum, in den armen Ländern, namentlich in Afrika, fehlt sie noch weitgehend. Um den Menschen in der Dritten Welt den Anschluss an das Computer-Zeitalter zu ermöglichen, wurde das Projekt "One Laptop per Child" (OLPC) und der ClassmatePC entwickelt. Einzelne Organisationen liefern ausgediente PCs aus der ersten in die Dritte Welt. Diese Projekte haben aber bis heute keinen Durchbruch erzielt. Afrika hat den Anschluss an das IT-Zeitalter noch nicht gefunden. Während in Europa jeder zweite Einwohner über einen Internetanschluss verfügt, ist es in Afrika nicht einmal jeder 25.
Computergeräte finden sich in Afrika erst in der staatlichen Verwaltung und in den Universitäten, nicht aber oder nur ausnahmsweise in Privatbesitz. Angefragte Hilfswerke betonen zwar die Wichtigkeit von Grundbildung und Berufsausbildung, halten aber die Vermittlung von IT-Kenntnissen und die Ausstattung von Schulen in der Dritten Welt mit Computergeräten nicht für prioritär.
Für die "Computerisierung" der Entwicklungsländer Afrikas fehlt zur Zeit die nötige Infrastruktur: Elektrizitäts- und Telefonnetze sind vielerorts nicht verfügbar oder mit grossen Mängeln behaftet. Die oben erwähnten OLPC und ClassmatePC entsprechen den Vorstellungen der Industrienationen und weisen gegenüber herkömmlichen Secondhand-PCs keine überzeigenden Vorteile für die Dritte Welt auf. Zudem fehlt es vollständig an Konzepten zur Entsorgung ausgedienter Computer.
Zusammenfassend fragt sich, ob Afrika "von aussen her" mit IT versorgt werden soll. Solange die Menschen in Afrika nicht einmal ihre Grundbedürfnisse decken können, fehlt auch die Nachfrage nach Informationstechnologie. Soweit Hilfswerke Schulen mit Computern ausrüsten wollen, stehen genügend ausgediente, aber noch voll funktionstüchtige PCs aus der ersten Welt zur Verfügung.
Afrika ist noch nicht bereit - "Africa is not yet ready", sagt Gideon H. Chonia, ein Ghanese, der jahrelang sein Heimatland mit Secondhand-Computern aus der Schweiz beliefert hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Arbeits-Hypothese

3 Auseinandersetzung

3.1 Weshalb ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema wichtig?

3.2 Wie wurde untersucht?

3.2.1 Methodik

4 Bedeutung von Informationstechnologie

4.1 für die Schweiz

4.2 für Entwicklungsländer in Afrika

4.3 Verhältnis Internetbenutzer zur Bevölkerung

5 Schweizer IT-Projekte in Entwicklungsländern Afrikas

5.1 Projekte verschiedener schweizer Institutionen/Hilfswerke

6 Das Internet in Afrika

6.1 aus politischer Sicht

6.2 aus afrikanischer Sicht

7 Bedarfsfrage (IT in den Entwicklungsländern Afrikas)

8 Transportfrage

9 Energieversorgung

10 Verfügbarkeit von Daten

11 OLPC - der 100$-Laptop

12 ClassmatePC

13 Vergleich des OLPC mit dem ClassmatePC

14 Ausrangierte PC’s der Schweiz als Alternative zu OLPC/ClassmatePC

14.1 Verfügbarkeit

14.2 Verwendbarkeit

14.3 Im Vergleich mit dem OLPC-Laptop und dem ClassmatePC

14.3.1 Material

14.3.2 Energie

14.3.3 Kosten

14.3.4 Entsorgung nach Gebrauch

15 Ergebnisse der Untersuchung

16 Résumé

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Sinnhaftigkeit spezialisierter IT-Projekte für Entwicklungsländer, wie den OLPC-Laptop, und vergleicht diese mit dem Einsatz ausrangierter, voll funktionsfähiger Hardware aus der Schweiz, um der Forschungsfrage nachzugehen, ob Afrika primär spezielle Billig-Computer benötigt oder ob eine nachhaltige alternative IT-Versorgung vorzuziehen ist.

  • Kritische Analyse der Notwendigkeit von Informationstechnologie für Afrika.
  • Vergleich von spezialisierter Hardware (OLPC, ClassmatePC) gegenüber gebrauchter IT-Hardware.
  • Evaluierung der technischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen in afrikanischen Einsatzgebieten.
  • Untersuchung von Entsorgungskonzepten und ökologischen Auswirkungen des IT-Exports.
  • Befragung schweizerischer Hilfswerke und Experten zu IT-Förderung in Entwicklungsländern.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Alle sieben Sekunden stirbt ein Kind unter zehn Jahren an Hunger. Weit über 800 Millionen Menschen sind dauernd schwer unterernährt. Zwischen der Sahara und Südafrika leben fast 200 Millionen Menschen ohne ausreichende Nahrung, etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung Afrikas. Im letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts (1990 – 2000) ist die Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen um rund 100 Millionen gestiegen (Ziegler 2003, p. 60).

Gleichzeitig wächst der Welthandel mit beeindruckender Geschwindigkeit. In weniger als zehn Jahren hat sich das Welthandelsvolumen verdreifacht (Ziegler 2003, p. 12). Das grösste Handelsvolumen erzielt neben Brennstoffen der Informations- und Kommunikationssektor (Ziegler 2003, p. 65).

Das Vermögen der 15 reichsten Menschen der Erde übertrifft das Brutto-Inlandprodukt sämtlicher afrikanischer Staaten zwischen der Sahara und Südafrika (Ziegler 2003, p. 60). Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer – eine Binsenwahrheit.

Obwohl sich die Verbreitung des Internets in allen Schichten und in sämtlichen Gebieten des täglichen Lebens ständig erhöht, ist die Nutzung des Internets nach wie vor in erster Linie den so oder so bereits Privilegierten vorbehalten (Kim 2003, p. 228).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beleuchtet das existenzielle Gefälle zwischen den industrialisierten Nationen und den afrikanischen Entwicklungsländern unter besonderer Berücksichtigung der ungleichen Verteilung von Wohlstand und IT-Zugang.

2 Arbeits-Hypothese: Stellt die These auf, dass die Produktion neuer Billig-Computer für Afrika wenig sinnvoll ist, solange voll funktionsfähige Gebrauchtgeräte aus der Schweiz dort zum Nulltarif bereitgestellt werden könnten.

3 Auseinandersetzung: Erläutert die Relevanz des Themas und beschreibt die methodische Vorgehensweise, bestehend aus Literaturanalyse, Experteninterviews und Daten aus Hilfsprojekten.

4 Bedeutung von Informationstechnologie: Analysiert den Stellenwert der IT in der Schweiz sowie ihre komplexe Rolle und die infrastrukturellen Hürden in afrikanischen Ländern.

5 Schweizer IT-Projekte in Entwicklungsländern Afrikas: Dokumentiert die geringe Priorität, die viele Schweizer Hilfswerke der IT-Förderung beimessen, und stellt einzelne Projektinitiativen vor.

6 Das Internet in Afrika: Untersucht die Diskrepanz zwischen der politischen Vision einer Informationsgesellschaft und der komplexen sozialen und afrikanischen Realität.

7 Bedarfsfrage (IT in den Entwicklungsländern Afrikas): Hinterfragt, ob der Bedarf an IT in Afrika tatsächlich durch "technologische Entwicklungshilfe" gedeckt werden muss oder ob Bildungsgrundlagen vorrangig sind.

8 Transportfrage: Thematisiert die logistischen Herausforderungen und Kosten, die mit dem Versand gebrauchter Computer nach Afrika verbunden sind.

9 Energieversorgung: Diskutiert die energetischen Probleme vor Ort und die Unzulänglichkeit westlicher Computerlösungen für Regionen mit instabilen oder fehlenden Stromnetzen.

10 Verfügbarkeit von Daten: Beschreibt die frustrierende Internetrealität in vielen afrikanischen Gebieten, geprägt von geringer Bandbreite und hohen Verbindungskosten.

11 OLPC - der 100$-Laptop: Analysiert das "One Laptop Per Child"-Konzept auf seine technologische Tauglichkeit und kindgerechte Umsetzung.

12 ClassmatePC: Betrachtet die INTEL-Alternative, deren Design und Softwareumgebung im Vergleich zum OLPC bewertet werden.

13 Vergleich des OLPC mit dem ClassmatePC: Zieht ein kritisches Fazit zur technischen Leistungsfähigkeit, Akkukapazität und Bedienbarkeit beider Modelle im direkten Praxistest.

14 Ausrangierte PC’s der Schweiz als Alternative zu OLPC/ClassmatePC: Untersucht die Machbarkeit einer Strategie, bei der hochwertige Gebraucht-Hardware aus der Schweiz zur IT-Versorgung genutzt wird.

15 Ergebnisse der Untersuchung: Fasst zusammen, dass die untersuchten Billig-Laptops oft hinter den Erwartungen zurückbleiben und eine nachhaltige IT-Versorgung noch nicht realisiert wurde.

16 Résumé: Zieht das Fazit, dass Afrika nicht mit kurzfristigen Computer-Spenden, sondern mit einer langfristig durchdachten Entwicklung geholfen werden sollte, gemäß der Aussage: "Africa is not yet ready".

Schlüsselwörter

Informationstechnologie, Entwicklungsländer, Afrika, OLPC, ClassmatePC, Computer-Spenden, digitale Kluft, IT-Infrastruktur, Elektroschrott, nachhaltige Entwicklung, Bildungsförderung, Schweiz, Technologietransfer, Internetzugang, Entwicklungshilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Bachelor-Arbeit untersucht kritisch die Sinnhaftigkeit von spezialisierten IT-Projekten für Entwicklungsländer, insbesondere Afrika, und stellt diese gegen die Nutzung gebrauchter IT-Hardware aus Industriestaaten.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?

Die Schwerpunkte liegen auf der Verfügbarkeit von IKT, der Infrastrukturproblematik, ökologischen Fragen der Entsorgung, der technischen Evaluation von Laptops wie dem OLPC und dem ClassmatePC sowie der Rolle von Hilfsorganisationen.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Es soll geklärt werden, ob die Produktion spezieller Billig-Computer für den Export nach Afrika zielführend ist oder ob die Verwendung bereits existierender, ausrangierter PC-Hardware aus der Schweiz eine bessere Alternative darstellt.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?

Der Autor nutzte einen Mix aus Literaturrecherche, quantitativen Fragebögen an Hilfswerke sowie qualitative Experteninterviews und direkte Praxistests der genannten Computer-Modelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die technologische Relevanz, die energetischen und infrastrukturellen Anforderungen in Afrika, die Eignung spezieller Bildungs-Laptops sowie die logistischen Aspekte gebrauchter IT.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Informationstechnologie, digitale Kluft, nachhaltige Entwicklung, OLPC, ClassmatePC, technologische Entwicklungshilfe und Elektroschrott-Problematik.

Warum schneiden OLPC und ClassmatePC im Praxistest des Autors oft schlecht ab?

Der Autor bemängelt die instabile Software, die unzureichende Ausreifung der Gerätekonzepte und ihre mangelnde Anpassung an die spezifischen Umweltbedingungen (Staub, fehlende Stromnetze) in afrikanischen Einsatzgebieten.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die "Computerisierung" Afrikas?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Afrika aktuell nicht von der einseitigen Zufuhr westlicher Technik profitiert, da grundlegende infrastrukturelle Voraussetzungen fehlen und Projekte oft an der Realität vor Ort vorbeigehen.

Ende der Leseprobe aus 75 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Informationstechnologie für Afrika
Untertitel
Vom 100$-Laptop zum 0$-Computer - Eine Analyse aus der Sicht der Schweiz
Note
2.25
Autor
Tobias Vogel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
75
Katalognummer
V131286
ISBN (eBook)
9783640383955
ISBN (Buch)
9783640384235
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Welche Informationstechnologie Afrika Eine Analyse Sicht Schweiz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Vogel (Autor:in), 2008, Informationstechnologie für Afrika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131286
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Leseprobe aus  75  Seiten
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