Zur Ernährung in der römischen Antike steht der historischen Forschung reichhaltiges Quellenmaterial zur Verfügung.
Die durch den klassischen Zugriff über Schriftquellen gewonnenen Erkenntnismöglichkeiten liefern ein detailliertes Bild über den Nahrungsmittelkonsum in Rom und dem Mittelmeerraum, besitzen aber keinen repräsentativen Charakter für die nordwestlich gelegenen gallischen und germanischen Provinzen und Britannien.
In den Kastellen des Limes liefern gerade die Inhalte der Abfallgruben und Mannschaftslatrinen aufschlussreiche Hinweise auf die damaligen Lebensbedingungen. Trotzdem sind den Methoden aus Archäologie und Naturwissenschaften Grenzen gesetzt, denn sie ersetzen nicht die Auswertung schriftlicher Quellen, aber sie bereichern, modifizieren und präzisieren diese in vielfacher Weise.
Hieraus erwächst die Bedeutung der seit 1973 in Nordengland im römischen Auxiliarkastell Vindolanda (heutiges Chesterholm) nahe des Hadrianswalls gefundenen Schreibtäfelchen, die in die Zeit von 90-125 n. Chr. datiert wurden, als einzigartiger Quellengruppe.
Die vorliegende Arbeit fragt nach konkreten Erkenntnissen zur Ernährungssituation am britannischen Limes: Sie setzt sich zum Ziel, dem Nahrungsmittelkonsum der Menschen in Vindolanda anhand dieser Quellenlage Kontur zu verleihen.
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Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Auxiliarkastell Vindolanda
- Historischer Überblick
- Schriftkulturelle Zeugnisse
- Nahrungsmittelkonsum
- Getreide
- Olivenöl und Fischsauce
- Wein und Bier
- Fleisch
- Exkurs Herkunft der Nahrungsmittel
- Zusammenfassung
- Anhang
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Nahrungsmittelkonsum im römischen Auxiliarkastell Vindolanda am Nordbritannischen Limes. Anhand der in Vindolanda gefundenen Schreibtäfelchen aus der Zeit von 90-125 n. Chr. soll ein Einblick in die Ernährungssituation der dort stationierten Soldaten und Offiziere sowie deren Familien gewonnen werden. Die Arbeit analysiert die verschiedenen Nahrungsmittelgruppen, die in Vindolanda konsumiert wurden, und vergleicht diese mit dem Nahrungsmittelkonsum im Zentrum des Römischen Reiches.
- Die Rolle von Vindolanda als römisches Auxiliarkastell am Nordbritannischen Limes
- Die Bedeutung der Vindolanda-Tafeln als schriftkulturelle Zeugnisse des Alltagslebens
- Die Analyse des Nahrungsmittelkonsums in Vindolanda anhand der Tafeln
- Der Vergleich des Nahrungsmittelkonsums in Vindolanda mit dem im Zentrum des Römischen Reiches
- Die Frage nach der Herkunft der Nahrungsmittel und der Bedeutung lokaler Märkte
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Ernährung in der römischen Antike ein und erläutert die Bedeutung der Vindolanda-Tafeln als einzigartige Quelle für die Erforschung des Alltagslebens am Limes. Das zweite Kapitel widmet sich dem Auxiliarkastell Vindolanda, indem es einen historischen Überblick über seine Entstehung und Entwicklung sowie die Bedeutung der Schriftkultur in Vindolanda liefert. Das dritte Kapitel analysiert den Nahrungsmittelkonsum in Vindolanda anhand der Vindolanda-Tafeln. Es werden die verschiedenen Nahrungsmittelgruppen, wie Getreide, Olivenöl und Fischsauce, Wein und Bier sowie Fleisch, betrachtet und mit dem Nahrungsmittelkonsum im Zentrum des Römischen Reiches verglichen. Ein Exkurs beleuchtet die Frage nach der Herkunft der Nahrungsmittel und der Bedeutung lokaler Märkte. Die Zusammenfassung fasst die Erkenntnisse aus dem alltäglichen Schriftgebrauch und deren Stellenwert im Rahmen der Schriftkultur zusammen.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen den Nordbritannischen Limes, das Auxiliarkastell Vindolanda, die Vindolanda-Tafeln, Nahrungsmittelkonsum, Ernährung, römische Antike, Schriftkultur, Alltagsleben, Militär, Soldaten, Offiziere, Familien, Getreide, Olivenöl, Fischsauce, Wein, Bier, Fleisch, lokale Märkte.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die „Vindolanda-Tafeln“?
Es handelt sich um hölzerne Schreibtäfelchen aus dem römischen Auxiliarkastell Vindolanda in Nordengland (90-125 n. Chr.), die Briefe und Dokumente des Alltagslebens der dortigen Soldaten und Familien enthalten.
Was erfährt man durch die Tafeln über die Ernährung am Limes?
Die Tafeln belegen den Konsum von Getreide, Fleisch, Wein, Bier sowie importierten Luxusgütern wie Olivenöl und Fischsauce (Garum), was ein detailliertes Bild der Versorgungslage liefert.
Woher stammten die Nahrungsmittel in Vindolanda?
Ein Teil wurde lokal produziert oder auf regionalen Märkten erworben. Typisch römische Produkte wie Olivenöl mussten jedoch über weite Strecken aus dem Mittelmeerraum importiert werden.
Wie unterschied sich die Ernährung am Limes von der in Rom?
Während die Grundnahrungsmittel ähnlich waren, war der Konsum in den Nordprovinzen stärker durch lokale Gegebenheiten (z. B. mehr Bier statt Wein, lokales Getreide) geprägt, ergänzt durch römische Importe.
Warum sind archäologische Funde allein nicht ausreichend?
Archäologische Funde in Abfallgruben zeigen zwar, was gegessen wurde, aber nur die Schreibtäfelchen liefern Informationen über Preise, Bestellmengen, Lieferanten und die soziale Organisation der Verpflegung.
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- Christina Bost (Author), 2009, Alltäglicher Schriftverkehr am Nordbritannischen Limes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131293