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Die Ordinatio Imperii Kaiser Ludwigs des Frommen unter dem Aspekt der Reichsteilungen und der Reichseinheitsidee

Titel: Die Ordinatio Imperii Kaiser Ludwigs des Frommen unter dem Aspekt der Reichsteilungen und der Reichseinheitsidee

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 31 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Kjell Ostenrath (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit soll die Thronfolgeordnung der Ordinatio Imperii des Jahres 817 und die Vorgeschichte des Vertrags von Verdun unter dem Aspekt der Teilungspraxis und der Reichseinheitsidee skizzieren und der Frage nachgehen, welche Intentionen, konkreten politischen Maßnahmen und Vorgänge in den Regierungsjahren Kaiser Ludwig des Frommen eine maßgebliche Rolle spielten, und damit letztendlich den Niedergang der karolingischen Dynastie einleiteten.

Beim Gedanken an die karolingische Reichsidee werden naturgemäß Assoziationen an Karl den Großen geweckt. Mit einer gewissen Berechtigung sieht man in Karl die Höhepunkte und den Glanz des karolingischen Zeitalters, welches gewöhnlich auch mit Vorstellungen eines karolingischen Großreiches verbunden wird. Dabei verwischt aber unmerklich der Unterschied, der zwischen Reichsidee und der Darstellung ihrer Idee bestehen kann. Hierbei stellt sich aber die Frage, inwieweit eine Idee überhaupt systematisch aufgezeigt werden kann, denn die karolingische Reichsidee wurde im Grunde genommen niemals ganzheitlich realisiert. Sie blieb immer umstritten und stellte damit in Wirklichkeit nur einen Kompromiss dar. Letzten Endes blieb es nur bei einer Idee, die richtungsweisend für maßgebende Kreise wurde, ohne voll und ganz das Schicksal des Reiches zu bestimmen. Auf der anderen Seite war die karolingische Reichsidee in ihrer Wirksamkeit nicht ganz so schwach, da sie in Verbindung mit dem Wirken der karolingischen Dynastie doch erheblich über eine einfache Reichsvorstellung hinausragte. So prägte sie in großem Maße die politischen Aktivitäten ihrer Zeit, welche schicksalsbestimmend für das gesamte fränkische Großreich waren. Unter einer an dramatischen Ereignissen geprägten Regentschaft Ludwigs des Frommen kommt den Entscheidungen der Jahre 817 bis 833 für den weiteren Verlauf der abendländischen Geschichte grundlegende Bedeutung zu. In dem Versuch, die Einheit des Reiches als bewusste Idee umzusetzen und für die Zukunft zu sichern, wurde der Aufbau eines karolingischen Großreichs, der schon zu Lebzeiten des Merowingerkönigs Chlodwig als zentraler Bestandteil seiner Bemühungen auszumachen ist, in seinem Bestreben um Integration vollendet. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kritische Betrachtung zu den Autoren der zeitgenössischen Quellen und ihrem Aussagewert

2.1 Die Gesta Hludowici imperatoris von Thegan

2.2 Die Vita Hludowici imperatoris des Astronomus

2.3 Das Historiarum libri IV des Nithard

3. Der Tod Karls des Großen und der Regierungsantritt Ludwigs des Frommen

4. Die Reichseinheitsidee im Zuge des Generationenwechsels in der Reichsführung

5. Die wichtigsten Personen des Reformwerks

6. Die Ordinatio Imperii und ihre Bestimmungen zu den Teilungen und der Thronfolge

7. Die zweite Heirat Ludwigs des Frommen und das daraus resultierende dynastische Problem

8. Die loyale Palastrevolution des Jahres 830 und ihre Folgen

9. Die Ereignisse des Jahres 837 bis zum Vertrag von Verdun 843

10. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Thronfolgeordnung der Ordinatio Imperii des Jahres 817 sowie die Vorgeschichte des Vertrags von Verdun unter dem Blickwinkel der praktizierten Reichsteilungen und der Idee einer Reichseinheit. Dabei wird analysiert, welche politischen Intentionen und Maßnahmen unter Kaiser Ludwig dem Frommen den Niedergang der karolingischen Dynastie maßgeblich eingeleitet haben.

  • Kritische Analyse zeitgenössischer Quellen (Thegan, Astronomus, Nithard)
  • Die Reichseinheitsidee als zentraler Leitgedanke der karolingischen Politik
  • Die Ordinatio Imperii von 817 als versuchtes Instrument zur Sicherung der Einheit
  • Dynastische Konflikte durch die Heirat Ludwigs mit Judith und die Geburt Karls des Kahlen
  • Prozess der sukzessiven Reichsauflösung bis hin zum Vertrag von Verdun

Auszug aus dem Buch

Die Ordinatio Imperii des Jahres 817

Das entscheidende Anzeichen politischer Schwäche Ludwigs des Frommen lässt sich an den Abhängigkeiten von seinen Beratern verifizieren. Die führenden Kleriker haben ihr Reformprogramm, angetrieben von der Einheitsidee, zunächst auf dem kirchlichen Gebiet durchgesetzt. So wurde eine Reichskirche mit einer neuen kirchlichen Gesetzgebung sowie eine Kanoniker- und Mönchsreform auf den Weg gebracht. Hiermit wurde auch zugleich das Fundament für eine Neugestaltung der politischen Verhältnisse im Frankenreich gelegt: Die im Juli 817 auf der Aachener Reichsversammlung erlassene Ordinatio Imperii.

Der Anlass für die Nachfolgeregelung war ein Unfall in der Aachener Pfalz gewesen, bei dem Ludwig der Fromme am Gründonnerstag schwer verletzt wurde; des Weiteren wurde die Frage bezüglich des Kaisertums erneut aufgeworfen, da Papst Stephan V. bei seiner Reise durch das Fränkische Reich im Oktober 816 zu Reims angeblich Ludwig mit der Krone des Kaisers Konstantin gekrönt hatte. Der Kaiser, sein Beraterstab und die Großen des Reiches waren sich einig darüber, dass eine Nachfolgeordnung das Reich in sich stabilisieren und die fränkische Herrschaft dadurch gesichert werden sollte. Eine relativ große Gruppierung dachte zudem daran, das Reich unter den Söhnen Ludwigs nach gebräuchlichem fränkischen Recht aufzuteilen. Sodann wird der älteste Sohn Ludwigs des Frommen, Lothar, zum kaiserlichen Mitregenten und zu seinem Nachfolger ernannt und seine beiden jüngeren Brüder Pippin und Ludwig werden in den Stand von Unterkönigen erhoben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird das Interesse an der karolingischen Reichsidee und die Bedeutung der Regentschaft Ludwigs des Frommen in den Kontext der abendländischen Geschichte gestellt.

2. Kritische Betrachtung zu den Autoren der zeitgenössischen Quellen und ihrem Aussagewert: Analyse der Zuverlässigkeit und des historiographischen Kontextes der Werke von Thegan, Astronomus und Nithard.

3. Der Tod Karls des Großen und der Regierungsantritt Ludwigs des Frommen: Untersuchung der ursprünglichen Nachfolgepläne Karls des Großen, insbesondere der Divisio Regnorum von 806.

4. Die Reichseinheitsidee im Zuge des Generationenwechsels in der Reichsführung: Darstellung, wie sich das politische Bewusstsein nach dem Tod Karls des Großen im Hinblick auf eine Reichseinheit veränderte.

5. Die wichtigsten Personen des Reformwerks: Vorstellung der Schlüsselfiguren am Hofe Ludwigs, die maßgeblich an der Ausgestaltung seiner Reformpolitik beteiligt waren.

6. Die Ordinatio Imperii und ihre Bestimmungen zu den Teilungen und der Thronfolge: Analyse des Gesetzes von 817, das eine kaiserliche Oberhoheit über die Unterkönigreiche der Söhne Ludwigs festschrieb.

7. Die zweite Heirat Ludwigs des Frommen und das daraus resultierende dynastische Problem: Erörterung der Auswirkungen der Heirat mit Judith und der Geburt Karls des Kahlen auf die bestehende Thronfolgeordnung.

8. Die loyale Palastrevolution des Jahres 830 und ihre Folgen: Beschreibung der ersten großen innerdynastischen Krise und des Kampfes um die Restitution der alten Machtverhältnisse.

9. Die Ereignisse des Jahres 837 bis zum Vertrag von Verdun 843: Aufzeichnung der finalen Phase des Zerfalls, die zur territorialen Neuordnung durch den Vertrag von Verdun führte.

10. Fazit: Abschließende Bewertung der Ordinatio Imperii als theoretisches Ideal, das an der politischen Wirklichkeit eines heterogenen Großreichs scheiterte.

Schlüsselwörter

Ordinatio Imperii, Ludwig der Fromme, Reichseinheit, Karolingische Reichsidee, Thronfolge, Teilungspraxis, Karl der Kahle, Lothar I., Reichsadel, Hofpolitik, Fränkisches Reich, Historiographie, Karolinger, Dynastie, Vertrag von Verdun.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundsätzliche Thema dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Scheitern der Bemühungen um eine Reichseinheit im Karolingerreich unter Ludwig dem Frommen, fokussiert auf die ordnungspolitischen Bestimmungen der Ordinatio Imperii von 817.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die karolingische Reichsidee, die Thronfolgeplanung im 9. Jahrhundert, der Einfluss von Hofberatern und der Episkopat sowie die Spannungsfelder zwischen kaiserlicher Zentralgewalt und den Interessen der Söhne Ludwigs.

Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Analyse?

Das Ziel ist es, die Intentionen Ludwigs des Frommen bei der Nachfolgeregelung darzulegen und aufzuzeigen, warum dieses Konzept letztlich zur Schwächung und Auflösung der karolingischen Dynastie beitrug.

Welche Quellenbasis liegt der Untersuchung zugrunde?

Die Arbeit stützt sich primär auf zeitgenössische Biographien und Berichte, namentlich das Werk von Thegan, die Vita Hludowici imperatoris des Astronomus sowie das Geschichtswerk des Nithard.

Was steht im Zentrum des Hauptteils der Arbeit?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse der Ordinatio Imperii, den familiären Konflikten nach der Heirat Ludwigs mit Judith und den daraus resultierenden Rebellionen, die das Reich destabilisierten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt am besten charakterisieren?

Reichseinheit, Ordinatio Imperii, Ludwig der Fromme, Thronfolge und Zerfall des karolingischen Großreichs.

Welche Bedeutung kommt der Ordinatio Imperii konkret zu?

Sie gilt als bewusster Versuch, das Reich als Einheit zu bewahren, indem eine kaiserliche Oberhoheit über die Unterkönigreiche der Söhne etabliert wurde, womit man sich von der älteren Tradition gleichrangiger Teilungen absetzte.

Warum wird die Rolle der Kaiserin Judith als kritisch eingestuft?

Judith wird als treibende Kraft für die Interessen ihres Sohnes Karl des Kahlen dargestellt, was das dynastische Machtgefüge untergrub und zu den späteren Konflikten mit den Söhnen aus Ludwigs erster Ehe führte.

Wie bewertet der Autor den Regierungsstil Ludwigs des Frommen?

Der Autor zeichnet das Bild eines Herrschers, der trotz moralischer Integrität und dem Festhalten an einer christlichen Einheitsidee an der politischen Realität und der mangelnden Kooperationsbereitschaft der Großen scheiterte.

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Details

Titel
Die Ordinatio Imperii Kaiser Ludwigs des Frommen unter dem Aspekt der Reichsteilungen und der Reichseinheitsidee
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Historisches Institut - Lehrstuhl für Mittlere Geschichte)
Veranstaltung
Der Zerfall des karolingischen Großreichs
Note
1,7
Autor
Kjell Ostenrath (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
31
Katalognummer
V1312986
ISBN (PDF)
9783346784766
ISBN (Buch)
9783346784773
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ordinatio Imperii Kaiser Ludwig der Fromme Karolinger Dynastie Reichsteilung Reichseinheitsidee Gesta Hludowici imperatoris Thegan Vita Hludowici imperatoris Astronomus Historiarum libri IV Nithard Karl der Große Reichsführung Reformwerk Thronfolge Dynastisches Problem Palastrevolution Vertrag von Verdun 843 Großreich Franken Regentschaft Merowinger Chlodwig König Abendland Reichseinheitspartei Karlsreich Thronfolgeordnung Teilungspraxis Hofkapelle Staatengenese Mittelalter Mediavistik Biographie
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Kjell Ostenrath (Autor:in), 2012, Die Ordinatio Imperii Kaiser Ludwigs des Frommen unter dem Aspekt der Reichsteilungen und der Reichseinheitsidee, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1312986
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  31  Seiten
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