Die folgende Arbeit befasst sich mit dem gestiefelten Kater. Es wird der Frage nachgegangen, wieso gerade der Kater, eine Katze, zum Titelhelden des Märchens wird und eben nicht beispielsweise ein Hund.
Dafür werden zunächst Märchen im Allgemeinen, Tiere in Märchen und die Anthropomorphisierung von Tieren in Märchen dargestellt. Zum Schluss wird das Märchen des gestiefelten Katers behandelt, indem die Stellen, in denen die Katze vermenschlicht wird, aufgezeigt werden und ein Versuch der Rechtfertigung der Katze in dem Märchen unternommen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Märchen
2.1 Märchen - allgemein
2.1.1 Das Volksmärchen – Merkmale
2.2 Der gestiefelte Kater – Wissenswertes
2.3 Das Märchen: Der gestiefelte Kater
3. Tiere
3.1 Tiere im Märchen
3.2 Hilfreiche Tiere im Märchen
3.3 Katzen in Märchen
4. Anthropomorphisierung
4.1 Anthropomorphisierung - Definition
4.2 Anthropomorphisierung im Märchen
4.2.1 Märchenendogene Anthropomorphisierung
4.2.2 Märchenexogene Anthropomorphisierung
5. Der gestiefelte Kater - Analyse
5.1 Anthropomorphisierung des Katers
5.2 Warum Katze und nicht Hund?
5.3 Warum Stiefel und nicht Handschuhe?
6. Zusammenfassung
6.1 Zusammenfassung
6.2 Persönliche Stellungnahme
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die anthropomorphe Gestaltung von Tieren in Märchen, insbesondere am Beispiel des gestiefelten Katers. Dabei wird analysiert, warum die Wahl auf eine Katze als Protagonisten fiel, welche Bedeutung die Stiefel für die Charakterisierung und den Handlungsverlauf haben und wie die Vermenschlichung innerhalb der Märchenlogik zu bewerten ist.
- Anthropomorphisierung als zentrales narratives Element
- Vergleichende Analyse der Tierwahl (Katze vs. Hund)
- Symbolik und Bedeutung der Stiefel im Märchen
- Märchenendogene vs. märchenexogene Anthropomorphisierung
- Kritische Betrachtung der moralischen Ambivalenz des Titelhelden
Auszug aus dem Buch
5.2 Warum Katze und nicht Hund?
Diese zugegebener Maßen provokante Titelbezeichnung soll zeigen, warum der Protagonist dieses Märchens eine Katze sein muss und kein anderes Tier. Der Hund steht hiermit stellvertretend für jede andere erdenkbare Tierform und ist nur wegen dem häufig anzutreffenden Dualismus zwischen Katze und Hund hier als Beispiel aufgeführt, wird aber dennoch vergleichend der Katze gegenüber gestellt, da Hunde sehr viele Wesenzüge entgegen der Katze aufweisen.
Einer Katze wird nach KAUFMANN (1991) Pfiffigkeit, Beobachtungsgabe und Erfindungsgeist zugeschrieben. All diese Dinge besitzt auch der Kater in dem vorliegenden Märchen. Er benötigt die Pfiffigkeit und den Erfindungsgeist, um überhaupt seine Tat zu planen. Er ist so intelligent, dass er dem König die Rebhühner und Kaninchen besorgt, um sich bei ihm einzuschmeicheln. Zudem besitzt er die Beobachtungsgabe und weiß, dass der König Rebhühner und Kaninchen bevorzugt. Woher der Kater dieses Wissen erlangt hat und wann er diese Vorlieben des Königs in den, im Märchen beschriebenen Plan einbezieht, wird nicht deutlich. Anscheinend besteht der, größtenteils auf Beobachtungen, beruhende Plan des Kater bereits vor Beginn des Märchens und kommt innerhalb diesem zur Ausführung. Die genauen Gründe bleiben dem Leser unbekannt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und Motivation für die Analyse der spezifischen Tierwahl und der Vermenschlichung im Märchen.
2. Märchen: Definition des Märchens, der Volksmärchen-Merkmale und Einordnung der spezifischen Erzählung „Der gestiefelte Kater“.
3. Tiere: Untersuchung der Rolle und Funktion von Tieren als Helferfiguren, mit besonderem Fokus auf die Darstellung von Katzen.
4. Anthropomorphisierung: Theoretische Grundlagen der Vermenschlichung und Differenzierung zwischen endogenen und exogenen Wandlungsprozessen.
5. Der gestiefelte Kater - Analyse: Detaillierte Untersuchung der Anthropomorphisierung des Katers, der Begründung für die Wahl der Katze und der Symbolik der Stiefel.
6. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Ambivalenz der Katze und abschließende persönliche Reflexion zur pädagogischen Relevanz des Märchens.
Schlüsselwörter
Anthropomorphisierung, Märchen, Gestiefelter Kater, Vermenschlichung, Hilfreiche Tiere, Volksmärchen, Symbolik, Charles Perrault, Literaturanalyse, Tierdarstellung, Märchenanalyse, Ambivalenz, Kater, Gattung, Märchenforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, warum im Märchen „Der gestiefelte Kater“ eine Katze als Titelheld gewählt wurde und welche Bedeutung ihre Vermenschlichung (Anthropomorphisierung) für den Verlauf der Geschichte hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Analyse von Tieren als hilfreiche Märchenfiguren, die Theorie der Anthropomorphisierung sowie die Interpretation spezifischer Symbole wie die Stiefel.
Was ist die Forschungsfrage?
Die Arbeit geht den Fragen nach, warum gerade eine Katze und kein Hund als Protagonist fungiert und warum das Attribut der „Stiefel“ für die Rolle des Katers konstitutiv ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Verfasserin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse und vergleichende Interpretation der Märchenmotive sowie deren theoretische Einbettung in die Märchenforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Anthropomorphisierung des Katers, der Vergleich zwischen Katze und Hund als Märchenfiguren sowie die tiefere Symbolik der Stiefel im Kontext des Handlungsverlaufs detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Anthropomorphisierung, Märchen, gestiefelter Kater, Vermenschlichung, hilfreiche Tiere, Symbolik und literarische Charakteranalyse.
Warum spielt die Katze eine so ambivalente Rolle?
Die Katze ist einerseits eine hilfreiche Figur, die dem Müllersohn zu Reichtum verhilft, bedient sich andererseits aber listiger und teils mörderischer Methoden, was den Ambivalenzen im realen Mensch-Katze-Verhältnis entspricht.
Welche Bedeutung haben die Stiefel für den Kater?
Die Stiefel sind ein Statussymbol, das dem Kater Freiheit verleiht, seinen aufrechten Gang ermöglicht und ihn aus der Sphäre eines gewöhnlichen Tieres in die einer agierenden, menschlich agierenden Figur hebt.
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- Christina Schlicker (Author), 2006, Warum gestiefelter Kater und nicht handschuhtragender Hund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131318