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Platons Kugelmenschen und die Liebe

Titel: Platons Kugelmenschen und die Liebe

Hausarbeit , 2012 , 11 Seiten , Note: 2

Autor:in: Philipp M. Jauernig-Biener (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Es scheint eine Eigenart des Menschen zu sein, dass er die Welt um sich herum verstehen will. Ein Phänomen, auf dem sein Interesse liegt, will er erklären können und ist er dazu nicht in der Lage, sucht er Antworten, damit es ihm gelingt. Der objektive Wahrheitsgehalt seiner Lösung kann dabei als nebensächlich angesehen werden, vom Mythos muss nicht zum Logos gegangen werden, solange die selbst gestellten Axiome im Leben des individuellen Menschen durch seine Antwort nicht verletzt wurden.

So ist es auch bei Platons, im Symposion beschriebenen, Kugelmenschen für die weitere Betrachtung unerheblich, ob daran gezweifelt werden kann, dass sie wirklich existiert haben können. Selbst wenn seine Ausführungen zum Verhalten der, aus göttlicher Strafe heraus, voneinander getrennten Menschen nur als Metapher zu verstehen sein sollten, gibt er dennoch eine Antwort auf die Frage, weshalb wir als Menschen dem Begehren zu anderen hin unterworfen sind: Es ist uns angeboren. Und dieser simplen Antwort wird selbst ein Biologe zustimmen müssen, auch wenn die Begründung dafür sicher anders ausfallen würde.

Wie bei so vielen Begriffen scheint auch der der Liebe nur im ersten Moment leicht erklärbar zu sein, gerade weil er im verwendeten Kontext für gewöhnlich auch verstanden wird und das ist es, was die Schüler im Unterricht als Erstes erkennen sollen. Das Interesse allerdings soll nicht auf der Erklärung der speziellen Liebesbegriffe liegen, auch wenn der Weg über sie zum Ziel führen wird. Stattdessen sollen die Schüler am Ende der Unterrichtseinheit in der Lage sein, die Liebe so erklären zu können, dass sich ihre Definition in jedem ihrer Teilaspekte wiederfinden lässt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Liebe

3. Freundschaft und Liebe

4. Platons Kugelmenschen

5. Nächstenliebe

6. Reflexionen

7. Mögliche Probleme

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit entwickelt ein didaktisches Konzept für den Philosophieunterricht in der achten Klasse, um den vielschichtigen Begriff der „Liebe“ zu erforschen. Das primäre Ziel ist es, Schülern einen Zugang zur Komplexität dieses Begriffes zu ermöglichen, der über oberflächliche Assoziationen hinausgeht und zu einem tieferen, erkenntnisorientierten Verständnis führt.

  • Phänomenologische Annäherung an den Begriff „Liebe“ im Unterrichtskontext.
  • Unterscheidung und gegenseitige Abgrenzung von Freundschaft, Eros und Nächstenliebe.
  • Integration klassischer philosophischer Texte, insbesondere Platons Symposion.
  • Reflexion über mögliche negative, überspitzte Ausprägungen von Liebesformen.
  • Pädagogischer Umgang mit emotionaler Zurückhaltung von Schülern im Unterricht.

Auszug aus dem Buch

4. Platons Kugelmenschen

Um sich dem Verständnis des Begriffes „Liebe“ weiter zu nähern, wird ein Ausschnitt aus Platons Symposion behandelt (189 St. – 192 St.; von „Unsere ehemalige Naturbeschaffenheit nämlich(…)“ bis „(…) und das Streben nach dem Ganzen den Namen Liebe“). Der Text wird an einen Schüler zum Vorlesen ausgegeben und soll zunächst von den anderen Schülern nur gehört werden. Im Anschluss soll der Text von den Schülern rekapituliert werden, wobei zum besseren Verständnis auch passende Bilder an die Tafel gezeichnet werden können. Sollten dabei Probleme in Form von Erinnerungslücken oder verschiedenen Auffassungen auftreten, wird der Text noch einmal vorgelesen, damit der Inhalt aus der Erinnerung heraus bekannt ist.

Nachdem der Text durch die Rekonstruktion verinnerlicht wurde und auftretende Fragen von Seiten der Schüler beantwortet wurden, nach Möglichkeit auch durch andere Schüler, wird jedem der nun bekannte Text ausgeteilt. Es folgt die Aufgabenstellung in Partnerarbeit, die Kennzeichen der hier beschriebenen Liebe herauszuarbeiten.

Den Schülern soll dabei auffallen, dass Platon im Symposion darauf eingeht, dass die Liebenden zumindest für die Zeit der Liebe nur einander und niemand Weiteres brauchen. Sie findet also zwischen genau zwei Menschen statt und selbst wenn ein Partner gewechselt werden sollte, verändert sich diese Zahl nicht.

Wichtig ist ebenfalls, dass die Schüler aus dem Text heraus lesen, dass das Begehren, der Eros wie es auch genannt wird, in der Natur des Menschen liegt. Demzufolge ist es etwas, dass zum Menschsein dazugehört und die Schüler sollen erkennen, dass es keineswegs falsch ist, solche Gefühle zu besitzen. Ihnen sollte aber klar werden, dass dieses Gefühl nicht zwangsweise auf dieselbe Art erwidert werden muss, aber kann, worin schließlich auch der Unterschied zur Philia liegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Interesse am Thema Liebe im Philosophieunterricht und stellt die Relevanz der philosophischen Auseinandersetzung mit diesem facettenreichen Begriff dar.

2. Die Liebe: Dieses Kapitel beschreibt den Einstieg in die Unterrichtseinheit, bei dem durch Assoziationsübungen mit Symbolen die Vielschichtigkeit und begriffliche Schwierigkeit von „Liebe“ erarbeitet werden.

3. Freundschaft und Liebe: Hier wird der Begriff der Freundschaft als Zugang gewählt, um Kennzeichen zu identifizieren, die sowohl auf Freundschaft als auch auf Liebe zutreffen, und so die begriffliche Nähe zu beleuchten.

4. Platons Kugelmenschen: Dieses Kapitel widmet sich der gemeinsamen Arbeit mit dem Symposion, um das Begehren (Eros) und die partnerschaftliche Liebe philosophisch zu fundieren.

5. Nächstenliebe: Anhand eines Gedankenspiels wird die Nächstenliebe (Agape/Caritas) eingeführt, um den Schülern die Bedeutung der Liebe als eine über persönliche Bindungen hinausgehende Haltung zu vermitteln.

6. Reflexionen: Die Schüler systematisieren die bisher gelernten Liebesformen (Selbstliebe, Ideenliebe, Fanatismusproblematik) und erarbeiten eine allgemeine Definition.

7. Mögliche Probleme: Es werden didaktische Strategien diskutiert, um mit emotionaler Hemmung oder Verweigerungshaltung von Schülern beim sensiblen Thema Liebe umzugehen.

Schlüsselwörter

Liebe, Philosophieunterricht, Platon, Symposion, Kugelmenschen, Eros, Freundschaft, Philia, Nächstenliebe, Agape, Caritas, Selbstliebe, Unterrichtsmethodik, Ethik, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit entwirft ein didaktisches Konzept für den Philosophieunterricht in der achten Klasse, um das Thema „Liebe“ philosophisch zu erschließen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definition und Unterscheidung von Liebesbegriffen, der Eros bei Platon, die Bedeutung der Freundschaft sowie die Nächstenliebe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Schülern zu einem tieferen, reflektierten Verständnis des Begriffes „Liebe“ zu verhelfen, das über Alltagsvorstellungen hinausgeht.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit nutzt phänomenologische Annäherungen, Textanalysen (Platon), Gedankenexperimente und diskursive Unterrichtsformen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Unterrichtsschritte, von der Begriffsklärung über die Analyse antiker Texte bis hin zur Diskussion ethischer Probleme und negativer Aspekte bei Liebesformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Liebe, Eros, Philia, Nächstenliebe, Platon, Symposion und philosophische Didaktik.

Wie gehen die Schüler mit den „Kugelmenschen“ um?

Die Schüler lesen und rekonstruieren den Text, um die Merkmale des Eros und die menschliche Sehnsucht nach Ganzheit als natürliches Phänomen zu verstehen.

Wie wird mit der Verweigerungshaltung von Schülern umgegangen?

Der Autor schlägt vor, die Verweigerung ernst zu nehmen, zu beobachten und in das Unterrichtsgespräch zu integrieren, anstatt sie bloß zu sanktionieren.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Platons Kugelmenschen und die Liebe
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Philosophie)
Veranstaltung
Das Schiff des Theseus – Ein Lehrstück im Philosophieunterricht
Note
2
Autor
Philipp M. Jauernig-Biener (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
11
Katalognummer
V1313454
ISBN (PDF)
9783346789709
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Platon Kugelmenschen Didaktik Ethik Unterricht Liebe Freundschaft Nächstenliebe Unterrichtsentwurf
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philipp M. Jauernig-Biener (Autor:in), 2012, Platons Kugelmenschen und die Liebe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1313454
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Leseprobe aus  11  Seiten
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