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The "smarter" Wall. Die US-Mexikanische Grenze als technologische Zone

Titel: The "smarter" Wall. Die US-Mexikanische Grenze als technologische  Zone

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2022 , 14 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Lasse Bartols (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Empirische Kulturwissenschaften
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Was alle „Border Studies“ gemeinsam haben ist, dass sie sich mit den Prozessen der Grenzstabilisierung und der Grenzdestabilisierung beschäftigen. Damit werde ich mich unter anderem auch in dieser Hausarbeit beschäftigen und zwar werde ich die Grenze zwischen der USA und Mexiko genauer betrachten. Es geht darum, ob und warum die Grenze zwischen den USA und Mexiko eine technologische Zone ist. Hierbei werde ich mich allerdings zuerst auf die Theorie des „Human Territoriality“ von Robert Sack beziehen und klären, was genau in seinen Augen ein „Territorium“ ist. Robert D. Sack ist Professor für Geographie und integrierte liberale Studien an der „University of Wisconsin“ und verfasste 1983 sein Werk „Human Territoriality: A Theory“. Nachdem ich auf seine Theorie eingegangen bin, werde ich klären, was überhaupt technologische Zonen sind und wie diese laut dem Soziologen Andrew Barry funktionieren. Andrew Barry ist Dozent für Humangeographie an der Universität Oxford und hat im Jahr 2006 in dem „European Journal of Social Theory“ seine Theorie zu den Technologischen Zonen wiedergegeben. Anschließend geht es dann darum, inwiefern die Grenze zwischen Mexiko und den USA eine technologische Zone ist und was für Folgen die sogenannte „smarter Wall“ sowohl für den Raum an der Grenze, als auch für die Menschen dort hat. Eine Grenze trennt zwei aneinander liegende Territorien. Sack benutzt in seiner Theorie immer wieder den Begriff „territory“ um Gebiete zu beschreiben. In der deutschen Sprache gibt es aber einen Unterschied zwischen einem „Gebiet“ und einem „Territorium“. Ein Gebiet beschreibt einfach nur eine Fläche von bestimmter Ausdehnung und ein Territorium ist ein Hoheitsgebiet eines Staates, mit festgesetzten Grenzen. Während „territory“ im englischen häufiger in der Alltags- und Fachsprache verwendet wird, ist der Begriff Territorium im deutschen eher ein antiquierter, hochtrabender Begriff, der häufig in historischen Zusammenhängen fällt. Wenn also von „territory“ die Rede ist, ist das Territorium, also ein umgrenztes (Staats-)Gebiet gemeint. Wie bereits am Anfang erwähnt, gibt es noch zahlreiche andere und auch aktuellere Theorien in Bezug auf Grenzen wie beispielsweise die von Paasi aus dem Jahr 2020, in der er mit einer strukturalistischen Herangehensweise Grenzen als Prozesse versteht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Territory (Robert D. Sack)

3. Technological Zones (Andrew Barry)

4. The „Smarter Wall“

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht, inwiefern die Grenze zwischen den USA und Mexiko als technologische Zone (nach Andrew Barry) betrachtet werden kann, wobei die territoriale Kontrolltheorie von Robert D. Sack als theoretisches Fundament dient, um die Auswirkungen der sogenannten „smarter wall“ zu analysieren.

  • Analyse der territorialen Machtstrukturen nach Robert D. Sack.
  • Untersuchung des Konzepts technologischer Zonen nach Andrew Barry.
  • Evaluation der „smarter wall“ als technologische Überwachungszone.
  • Kritische Betrachtung von Überwachungsinstrumenten wie Drohnen, KI und Smartphone-Tracking.
  • Diskussion über ethische sowie menschenrechtliche Implikationen der Grenzsicherheit.

Auszug aus dem Buch

4. The „Smarter Wall“

Die US-amerikanisch-mexikanische Grenze ist ein gutes Bespiel dafür, wie Technologien in Grenzübergänge eingreifen und zur Verfestigung oder aber auch zur Destabilisierung dieser Grenzen beitragen. Die Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko erstreckt sich über 3145 Kilometer und reicht von San Diego (Kalifornien) und Tijuana (Baja California) am Pazifik im Westen sowie zwischen Matamoros (Tamaulipas) und Brownsville (Texas) am Golf von Mexiko im Osten. Über diese lange Grenze, die zum einen das US-amerikanische als auch das Mexikanische Territorium voneinander trennt, kam es in der Vergangenheit zu mehreren illegalen Aktivitäten wie z.B. Drogenhandel und Schmuggel oder aber auch zur illegalen Migration. Migration stellte schon immer ein Problem für Staaten dar, weil Migration Verunsicherung in der Bevölkerung aber auch bei der Regierung auslöst (vgl. Schwegmann 2018). Wie in der Theorie von Sack erwähnt, ist der Staat an Formen der Kontrolle seiner Staatsbürger gebunden. Diese benötigen idealerweise einen festen Wohnsitz damit sie erfasst, beherrscht oder aber auch beschützt werden können.

Um die illegale Migration und den Drogenschmuggel zu stoppen, wollte der damalige Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, 2017 eine umstrittene Mauer errichten lassen. Diese Mauer fungiert als physische Barriere und einige Experten zweifeln daran, wie sinnvoll und effizient diese Mauer sei. Sie sind der Meinung, dass eine technologische Mauer viel effizienter wäre. Die von den politischen Befürwortern dargelegte Vision besteht darin, eine technische Barriere zu errichten, die aus einem Flickenteppich von Instrumenten und Gadgets wie Drohnen oder Sensoren besteht, um die Überwachung und Identifizierung von Personen zu unterstützen, die die Grenze unbefugt überschreiten. Insbesondere in abgelegenen Landabschnitten zwischen den etablierten Einreisehäfen sollen diese technologischen Zonen errichtet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Border Studies ein und definiert die Forschungsfrage, ob die Grenze zwischen USA und Mexiko eine technologische Zone darstellt, basierend auf den Theorien von Robert D. Sack und Andrew Barry.

2. Territory (Robert D. Sack): Das Kapitel erläutert Sacks Verständnis von Territorialität als Machtstrategie zur Kontrolle von Personen und Räumen durch Klassifizierung und Abgrenzung.

3. Technological Zones (Andrew Barry): Hier wird Barrys Theorie der technologischen Zonen dargestellt, die Grenzen nicht als geographische Barrieren, sondern als Räume gemeinsamer Standards und technischer Praktiken definiert.

4. The „Smarter Wall“: In diesem Kapitel wird die US-amerikanisch-mexikanische Grenze als Fallbeispiel für eine technologische Zone mit ihren spezifischen Überwachungsinstrumenten (Drohnen, KI, Sensoren) untersucht.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die „smarter wall“ eine technologische Zone ist, die über klassische territoriale Grenzen hinausgeht und neue ethische sowie soziale Herausforderungen hinsichtlich der Überwachung mit sich bringt.

Schlüsselwörter

Border Studies, Human Territoriality, Robert D. Sack, Technological Zones, Andrew Barry, smarter wall, Grenze USA-Mexiko, Grenzsicherheit, technologische Überwachung, Drohnen, Künstliche Intelligenz, Smartphone-Tracking, Macht und Kontrolle, Migration, technologische Instrumente.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die räumlichen Veränderungen an der US-mexikanischen Grenze durch den Einsatz moderner Technologien und verknüpft dies mit politikgeographischer Theorie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind territoriale Machtausübung, das Konzept technologischer Zonen und die Auswirkungen digitaler Überwachungstechnik auf gesellschaftliche und staatliche Grenzen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, warum und wie die Grenze zwischen den USA und Mexiko heute als „technologische Zone“ fungiert.

Welche wissenschaftlichen Theorien dienen als Grundlage?

Die Arbeit nutzt Robert D. Sacks „Human Territoriality“ zur Erklärung von Macht durch Territorien und Andrew Barrys Konzept der „Technological Zones“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Konzepte und wendet diese konkret auf die „smarter wall“ an, wobei der Fokus auf Instrumenten wie Drohnen, Sensoren und biometrischen Daten liegt.

Was kennzeichnet die „smarter wall“ laut der Arbeit?

Die „smarter wall“ ist ein hybrider Flickenteppich aus physischer Sperre und digitaler Überwachungstechnik, der darauf abzielt, die physischen Grenzen des Nationalstaates technisch zu erweitern.

Warum wird Palantir im Zusammenhang mit der Grenze erwähnt?

Das Unternehmen Palantir wird als Beispiel für die Kooperation zwischen privaten Technologieunternehmen und den US-Grenzschutzbehörden (ICE) bei der Identifizierung und Verfolgung von Migranten genannt.

Welche Kritik äußert die Arbeit an technologischen Grenzanlagen?

Die Arbeit weist auf ethische Bedenken hin, etwa die algorithmische Voreingenommenheit, die Überwachung von Menschenrechten und die Tatsache, dass technische Barrieren Migranten oft auf gefährlichere Routen zwingen.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
The "smarter" Wall. Die US-Mexikanische Grenze als technologische Zone
Hochschule
HafenCity Universität Hamburg
Note
2,0
Autor
Lasse Bartols (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
14
Katalognummer
V1313524
ISBN (PDF)
9783346788566
ISBN (Buch)
9783346788573
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Technologie Smart Grenzen Räume Territorium territory Paasi Robert D. Sack Andrew Barry
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lasse Bartols (Autor:in), 2022, The "smarter" Wall. Die US-Mexikanische Grenze als technologische Zone, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1313524
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Leseprobe aus  14  Seiten
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