Beitrag zur Entstehung und Entwicklung des Musicals

Nach einem Skript von Caroline-Christin Piersig


Referat (Ausarbeitung), 2009

29 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis.

1. Einleitung

2. Das Musical
- Ausgewählte Definitionen zur Musikgattung Musical
- Zur Entstehung des Begriffes Musical
- Die Abgrenzung von Musical, Operette und Oper
- Über die Geschichte und Ursprünge der Musicals
- Das Filmmusical und moderne Musicals
- Weiterentwicklung des Musicals
- Bekannte Musical-Komponisten

3. Das Musical Starlight Express
- Die Entstehung des Musicals Starlight Express
- Inhalt des Musicals Starlight Express
- Erste Töne und Musik vom Musical Starlight Express
- Die Hauptrollen und ihre Verkörperung im Musicals Starlight Express
- Das Starlight Express Theater hob den Vorhang für Deutschlandpremiere
- Ein Comic, ein Märchen, ein Musical-Welterfolg
- Das Musical Starlight Express bricht alle Rekorde
- Das Starlight Express Theater Bochum hebt den Vorhang für die deutsche Erstaufführung

4. Resonanz des Musicals Starlight Express

5. Literaturverzeichnis
Weiterführende Literatur

6. Vita des Autors

7. Abstract

1. Einleitung.

Die besondere Begeisterung für die ständig an Interesse gewinnende Musikrichtung Musical [1] begann mit einem Musicalbesuch am 08. November 1997 in der Starlight-Express-Halle Bochum und baute sich durch ein intensives Literaturstudium dazu aus. Einen wichtigen Anteil daran hat insbesondere das damals, also vor zwölf Jahren gesehene Musical Starlight Express [14], denn dies hatte mich unwahrscheinlich beeindruckt und regte mich an, diese vorliegende Arbeit unter dem Titel „Beitrag zur Entstehung und Entwicklung der Musicals“ zu schreiben.

Aus der Fülle, der im Schrifttum dazu vorhandenen Bücher wie auch Musiklexika und den darin getätigten Aussagen über Musicals im Allgemeinen und zu dem Musical Starlight Express im Besonderen, kann in dieser Abhandlung nur ein kleiner Ausschnitt davon wieder gegeben werden. An Hand von Autorenansichten werden die treffendsten Beispiele für die Beschreibung der Musikrichtung Musical wiedergegeben. Aufgezeigt wird für dieses Genre, aufbauend auf dem Schrifttum [1], [17] [29], [30], [46], [49], daß das Musical eigentlich eine relativ lange Entwicklungsgeschichte besitzt. Nämlich seine Anfänge liegen am Ende des 18. Jahrhunderts und reichen bis zu ihrer dynamischen Entwicklung in der Gegenwart.

An den Anfang der Betrachtungen sind die Definition Musical wie auch einiges zur Explikation dieser Theaterrichtung, aber auch zu seiner Abgrenzung zu der früher entstandenen Operette und Oper gestellt. Es folgen Ausführungen zu den Faktoren, die die Entwicklung der Musicals prägten. Eingebunden sind auch Anschauungen bekannter Autoren zu den Themen: der Begriffsbildung, der Geschichte, der Ursprünge, der Entwicklung und der Weiterentwicklung sowie Komponisten von Musicals. Anhand des erfolgreichsten Musicals Starlight Express von Andrew Lloyd Webber, wird etwas näher auf seine Inhalte und Wirkungen eingegangen, wobei dies von der Entwicklung bis zu seinem Welterfolg betrachtet wird. Abgerundet wird die Thematik mit einem Überblick der in Deutschland erfolgreich laufenden Musicals, wobei auch ein kleiner Blick auf das neueste Musical von dem Sänger und Komponisten Udo Jürgens stammende "Ich war noch niemals in New York", das im Dezember 2007 in Hamburg Premiere hatte, geworfen wird.

Mit den ausgewählten und zusammengestellten Tafel im Text, wird das Ziel verfolgt, den Inhalt des Beitrages zur Entstehung und Entwicklung der Musicals beispielhafter zu gestalten und einen kleinen Beitrag für das Interesse dieser musikalischen Komödie, neben der Oper, Operette, Revue, Show, Pantomime, dem Varieté, Konzert, Ballett, zu wecken.

[1] Renner, H.: Renners Führer durch Oper, Operette, Musical, Mainz 1979; 1997.

[14] Programm Starlight Express, Bochum: Kramps Druckereibetriebe 1997.

[17] Musical, Microsoft Encarta Enzyklopädie 2004, Ursprünge.

[29] Riemann Musik Lexikon, Mainz: B. Schott´s Söhne 1967.

[30] Musiklexikon, Stuttgart, Weimar: J. B. Metzler 2005.

[46] Quellenangaben zum Sachwort Musical in Riemann Musik-Lexikon,

Mainz: B. Schott´s Söhne 1967, vgl. a. [29].

[49] Quellenangaben zum Sachwort Musical in Musiklexikon in vier Bänden, dritter

Band, Stuttgart – Weimar: Verlag J. B. Metzler 2005, vgl. a. [30].

2. Über das Musical im Allgemeinen.

- Ausgewählte Definitionen zur Musikgattung Musical.

„Musical, das ist die Kurzform für musical comedy, musikalische Komödie, oder musical play, musikalisches Spiel, eine Mischgattung des Musiktheaters, in der Musik, Gesang, Tanz und Show eine Einheit bilden“ nach H. H. Eggebrecht [4]. Und Bering formuliert: … „es kann auch ein“ … ´Musical Drama´ sein, welches eine dramatische oder gar tragische Geschichte erzählt“ [6]. Musical ist auch … „eine Kurzform für die englischen Begriffe … ´Musical Fable´ und ´Musical Revue´“ bzw. Schmidt-Joos ist es …“eine in New York entstandene, i. d. R. zweiaktige Form populären Musiktheaters, die Elemente des Dramas, der Operette, des Varietees und, in Ausnahmefällen, der Oper miteinander verbindet“ [17].

Tatsächlich hat das Musical so viele Stile und Formen, dass nicht nur eine Definition und eindeutige Abgrenzung von anderen Genres gefunden wurde. Heutzutage ist es die international gebräuchliche Bezeichnung für eine amerikanische Gattung des musikalischen Unterhaltungstheaters, ein (meist reich ausgestattetes) Bühnenstück mit gesprochenem Dialog, Gesang (Songs, Ensembles, Chöre) und Tanz [29], [30], [46], [49].

Aus dem Schrifttum lässt sich zusammenfassen, dass „das Musical ein musikalisches Stück mit folgenden Charakteristika ist: der Lebensnähe, Popularität, Themen, Sprache, gehobene Landessprache zwischen Gassenjargon und Gelehrtenpalaver, der Musik“. Weiterhin gilt: „Musical = Operette + Amerika“ [6].

Auch Olaf Jubin meint: „Bei dem Begriff Musical handelt es sich um die Substantivierung eines Adjektivs, dessen wörtliche Übersetzung - ´musikalisch´ - ebenfalls die Musik als wichtigsten Baustein der Theatergattung hervorhebt“. „Musical ist ein eindeutiges Produkt des marktwirtschaftlich orientierten und nur am unmittelbaren Erfolg ausgerichteten … Aufführung“ sowie: „Kunst ist Geschäft“ … „Showbusiness“ [7].

„Musical ist ein sich stets änderndes Genre, das für die jeweiligen Trends der Zeit aufgeschlossen ist …“ „Es ist deshalb der Versuch, eine eindeutige Definition für Musical zu finden, gar nicht möglich und wohl auch nicht anzustreben“ [10].

Ein Kongress einigte: „Ein Musical ist eine Theaterproduktion, die aus Live-Darbietungen in den Bereichen Schauspiel, Tanz, Gesang und Musik besteht“ [14]. Und letztendlich die Erklärung Udo Jürgens des Musicals: „Es ist ein Singspiel bzw. eine moderne Ausprägung der Operette, mit durchgängiger Handlung, die durch die gesungenen Texte weitertransportiert wird“ [26].

[4] Eggebrecht, H. H. (Hrsg.): Meyers Taschenlexikon Musik in 3 Bänden. Mannheim/Wien/Zürich 1984, Band 2; Band 3.

[6] Bering, R.: Musical. Köln 1997.

[7] Jubin, O.: Entertaiment in der Kritik, Herbolzheim 2005.

[10] Sonderhoff, J.; Weck, P.: Musical, Augsburg 1996.

[14] Programm Starlight Express, Bochum: Kramps Druckereibetriebe 1997.

[17] Musical, Microsoft Encarta Enzyklopädie 2004, Ursprünge.

[26] Weber, Th.: Udo Jürgens: Definition Musical, thomas.weber@publicum.ch;

[29] Riemann Musik Lexikon, Mainz: B. Schott´s Söhne 1967, s. a. [46].

[30] Musiklexikon, Stuttgart & Weimar: J. B. Metzler 2005, s. a. [49].

- Zur Entstehung des Begriffes Musical.

Umfangreiche Erklärungen, wie es zu dem Begriff „Musical“ gekommen ist, gibt u. a. Olaf Jubin: „Entertaiment in der Kritik: Eine komparative Analyse von amerikanischen, britischen und deutschsprachigen Rezensionen zu den Musicals von Staphan Sondheim und Andrew Lloyd Webber“ ... „Der Terminus ´Musical´ entstand in den 40er Jahren in den USA (nach Raymond Mander und Joe Michenson: Musical Comedy. A Story in Pictures.) und wurde erst 1950 auch außerhalb der Vereinigten Staaten verwandt“ … „Zuvor wurden amerikanische und englische Stücke mit Musikeinlagen zunächst einmal mit ´musical comedy´ genannt, bis sich die Varianten ´musical play´ entwickelten“ [7].

Festgehalten ist im Schrifttum [29] auch, daß die Theaterkritiker C. Schmith und D. Ewen die Entwicklung des Musicals bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts verfolgen konnten. Ihr ausgewählter Bezugspunkt ist das 1866 in New York aufgeführte Schaustück „The Black Crook“, einer so genannten Extravaganza mit einer bunt zusammengewürfelten Handlung, Liedern, Chören, Balletten und sensationellen Bühneneffekten. Und aus dem Riemann Musik Lexikon [29], von Willibald Gurlitt begonnen und Hans Heinrich Eggebrecht fortgeführt und herausgegeben, ist zu erfahren, daß die eigentliche Entwicklung ab etwa 1900 begann. Die Vereinigung verschiedener Arten musikalisch-theatralischer Unterhaltung (Mistrel show, Burlesque, Extravaganza, Vaudeville, Operette, Pantomime, Balett, Revue) schufen die heutige eigenständige, anerkannte Musikrichtung „Musical“.

„Zum besseren Verständnis dieser Begriffsdimensionierung Musical“, so O. Jubin, … „haben die verschiedenen Beteiligten an Musical-Produktionen ihre Werke häufig unter anderen Bezeichnungen oder mit einem spezifizierenden Untertitel präsentiert, um den Zuschauer eine genauere Vorstellung davon zu vermitteln, was sie erwartet, und …die die Autoren aus den ´Libretti´ … ´Cast Recordings´ … ´Konzeptionen´ entnahmen“ [7].

Wichtig ist, “Lloyd Webber verzichtete mit Cats 1981 konsequent auf eine nähere Spezifizierung, weil er vermutlich hofft, damit auch einer potentiellen restriktiven Katalogisierung zu entgehen” [7].

Beschrieben ist auch: „Ursprünglich war der Begriff ´Musical´ eine Verkürzung von Musical Comedy“, … und „Musical ist im Englischen wie im Amerikanischen Sprachgebrauch ein Adjektiv“ [6].

Früher hat es dem Publikum genau erklärt, was da musikalisch ver- oder bearbeitet war und dementsprechend auf der Bühne zu sehen war: Musical Drama, Musical Comedy, Musical Play, Musical Fable.

Olaf Jubin schreibt weiterhin in seinem Buch beziehungsweise seiner Dissertation: „Doch diese ganzen Detailbezeichnungen waren dem Showgeschäft zu lang. Es verlangt nach kurzen, griffigen und einprägsamen Slogans, um auf sich aufmerksam machen zu können.“ … „Die war für die Amerikaner kein Problem. Sie waren mit ihrer Sprache generell nicht zimperlich, also schufen sie einfach ein Kürzel. Sie machten aus dem Adjektiv ein Substantiv, der Name ´Musical´ war geboren“ [7].

[6] Bering, R.: Musical, Köln 1997.

[7] Jubin, O.: Entertaiment in der Kritik, Herbolzheim 2005.

[29] Riemann Musik Lexikon, Mainz: B. Schott´s Söhne 1967, vgl. a. [46].

- Die Abgrenzung von Musical, Operette und Oper.

„Das Musical ist ein Import aus den Vereinigten Staaten, seit 1960 auch aus England [2]. Der Musikkritiker Hammerstein formulierte: „Es gibt nur ein Element, was ein Musical unbedingt haben muß – Musik“ ... „Die musikalische Vielfalt reicht vom opernhaften Charakter in Werken Kurt Weil’s, ´Street Szene´, über Frederick Loewes ´May Fair Lady bis hin zu den jazzinspirierten Klängen in Leonard Bernsteins West Side Story und der Rockmusik in Galt McDermots Hair“ [6].

Und nach Joachim Sonderhoff und Peter Weck [10] sowie R. Behring [6] gilt: „Musical bedarf der Professionalität, Universalbegabung, funktionierenden Theaterorganisation.“; dabei sollte ein Librettist „folgende Regeln berücksichtigen: ein Musical verlangt nach Gefühl, Spannung, Liebesbeziehung, glaubwürdige Menschen, Charakteren, ablenkenden, doch den Ablauf stützenden Nebenhandlungen, Detailgenauigkeit, Humor.“ Als Gattung, so Renner, gibt es das Musical seit knapp 40 Jahren; aber ihre Ansätze liegen weiter zurück, seine eigentliche Entwicklung setzt spürbar nach dem 1. Weltkrieg ein“ [1].

Die Operette (im Italienischen Werkchen bzw. kleine Oper) ist heute ein musikalisches Bühnenwerk mit vorwiegend heiterem, häufig satirisch-persififilierendem, volkstümlichem, unterhaltsamem Charakter, gesprochenem Dialog und unkomplizierten, meist von Lied, Chanson und Tanz beeinflussten, musikalischen Formen“ [1], [2], [4]. Von H. Renner ist zu erfahren: „´Die Operette´ oder ´kleine Oper´ ist ein Ableger der opera buffa, der opéra comique und des Singspiels.“

Und nach [29], [30] ist sie ein Bühnenstück vorwiegend heiteren Charakters mit gesprochenen Dialogen, Gesang und Tanz, ein- bis dreiaktig, wobei die Szenenfolge zumeist von populären musikalischen Formen einschließlich moderner Tänze und Märsche bestimmt wird. Ihren Höhepunkte findet sie in den jeweils aktuellen Tänzen der Zeit; so sind es bei Jacques Offenbach (1819-1880) der Cancan und Galopp, Johann Strauss - Sohn (1825-1899) der Walzer, die Polka und Mazurka, Paul Lincke (1866-1946) der Marsch, Emmerich Kálmán (1881-1953) der Csárdás, Jean Gilbert (1879-1942) der Foxtrott.

Und die Oper ist [29], [30] ein musikalisches Genre, Synthese aus Musik, Bühnendichtung (Drama) und szenischer Darstellung, in der alle oder Teile der Dialoge gesungen werden, ferner mit rein instrumentalen Teilen (Ouvertüre, Zwischenspiele, Begleitmusiken).

Im Allgemeinen gilt: Im Musical hat die Bühnenproduktion absoluten Vorrang gegenüber der Partitur, anders als in der Operette, deren Gewichtung zugunsten der Musik, meist auf Kosten des Textes, ausfällt. Die Show ist im Musical also in gewisser Weise wichtiger als die Musik für sich allein.

[1] Renner, H.: Renners Führer durch Oper, Operette, Musical, Mainz 1979; 1997.

[2] Axton, Ch. B.; Zehnder, O.: Reclams Musicalführer, Stuttgart 1994; 2002.

[4] Eggebrecht, Hans Heinrich (Hrsg.): Meyers Taschenlexikon Musik in 3 Bänden. Mannheim/Wien/Zürich 1984, Band 2, Band 3.

[6] Bering, R.: Musical. Köln 1997.

[8] Siedhoff, Th.: Das Handbuch des Musicals, Mainz 2007.

[10] Sonderhoff, J.; Weck, P.: Musical, Augsburg 1996.

[29] Riemann Musik Lexikon, Mainz: B. Schott´s Söhne 1967, vgl. a. [46].

[30] Musiklexikon, Stuttgart, Weimar: J. B. Metzler 2005, vgl. a. [49].

- Über die Geschichte und Ursprünge der Musicals.

„Frühe Vorläufer des amerikanischen Musicals waren Stücke wie The Archers (1796) und The Mountaineers of Scheitzerland“ [17]. Und: Sonderhoff und Weck schreiben: „Musical ist zweifelslos eine amerikanische Erfindung, wenngleich seine Wurzeln europäischen Ursprungs sind. Vielleicht ist das Musical die amerikanische Antwort auf die aus Europa importierte Operette“ [10], [29], [30]. „Dieses Genre entstand in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den USA, vor allem am New Yorker ´Broadway´. Es entwickelte sich aus amerikanischen und europäischen Formen des leichten Unterhaltungstheaters und der Show, u. a. aus Operette, komischer Oper, Pantomime, Minstrel Show, Varieté, Vaudeville, Burleske“ [4]. Noch etwas weiter gefasst haben es die Autoren Axton und Zehnder: „Entstanden ist das Musical aus ganz verschiedenartigen Typen der Bühnenshow, wie sie nur das amerikanisch-angelsächsische Theater kennt. Zu nennen wären die Afterpieces des Sprechtheaters, die englische Ballard Opera, Tom and Jerry Shows, Pantomime, Burleske, Minstel, Zirkus, Extravaganza, Burly Show, Vaudeville und Music Hall, Farce Comedy, Melodrama, Revue usw., selbstverständlich auch Oper und Operette“ [2]. Und in Bering wird vermittelt: „Am New Yorker Broadway, dem Zentrum der Bewegung, entstand jene Melange aus Alter und Neuer Welt, aus europäischer Operette und amerikanischen Elementen wie dem Jazz oder dem Vaudeville, die Verschmelzung von Gesang, Schauspiel und Tanz, von Tragik und Komik, Pathos und Parodie: das musical – der originärste Beitrag zum Welttheater“ [6].

„Als erstes Musical überhaupt, wie erwähnt, gilt das 1866 produzierte „The Black Crook“ [29]. „Das erste Werk, was als ´musical comedy´ bezeichnet wurde, gelangte am 14. Oktober 1883 im Londoner ´Gaiety Theatre´ zur Uraufführung und trug den Titel ´A Gaiety Girl´“ [7]. „Die Heimat des Musicals ist der Broadway. Hier wurde es geboren“ [10], [17], [29], [30].

Für die geschichtliche Entwicklung des Musicals gilt verbreitet folgende Auffassung: „Keine andere Theatergattung ist so sehr der Zeit und den Modetrends unterworfen. Für jedes Musical muß stets eine neue Formel entwickelt werden. Jedes Model lässt sich nur einmal erfolgreich anwenden. Musical bedarf Spitzenleistungen von Spitzenkräften, Topmanagern und finanzkräftigen Geldgebern, und braucht Erfolg. So kann es überall entstehen, wo die notwendigen Voraussetzungen gegeben sind“ [10].

Und, so lassen sich heute nach [29], [44] beim Musical zwei Hauptlinien unterscheiden: Eine „europäische“, beginnend mit Werken von Komponisten, die aus der englischen und mitteleuropäischen Operettentradition kamen, und eine „amerikanische“, die sich im bewussten Gegensatz zur europäischen Operette stellt.

[2] Axton, Ch. B.; Zehnder, O.: Reclams Musicalführer, Stuttgart 1994, 2002.

[4] Eggebrecht, H. H. (Hrsg.): Meyers Taschenlexikon Musik in 3 Bänden. Mannheim/Wien/Zürich 1984, Band 2, Band 3.

[6] Bering, R.: Musical. Köln 1997.

[7] Jubin, O.: Entertaiment in der Kritik. Herbolzheim 2005.

[10] Sonderhoff, J.; Weck, P.: Musical, Augsburg 1996.

[17] Musical, Microsoft Encarta Enzyklopädie 2004, Ursprünge.

[29] Riemann Musik Lexikon, Mainz: B. Schott´s Söhne 1967, vgl. a. [46].

[30] Musiklexikon, Stuttgart, Weimar: J. B. Metzler 2005, vgl. a. [49].

[44] Schmidt-Joos, S.: Das Musical, München 1965.

Hinzuzufügen wäre noch, bedingt durch die Experimentierfreudigkeit der Autoren, hat das Musical sich weitestgehende Unabhängigkeit von allen Handlung und Besetzung betreffenden Schemata erhalten. Dies begründet sich insbesondere im typisch amerikanischen Theaterbetrieb mit seiner strikten Trennung zwischen Inszenierung und Produktion, nämlich ein Musical wird „produziert“, d. h., ein Werk wird für eine bestimmte Aufführung in einem ganz bestimmten Theater, für ein ganz bestimmtes Ensemble geschrieben, das den Anforderungen an einen „singing and dancing actor“ entsprechen muß. Die außerordentlich hohen künstlerischen Ansprüche, die in Amerika an eine Musicalproduktion gestellt werden, führen dazu, daß eine Musicalfertistellung unter Umständen mehrere Jahre en suite laufen kann. Davor geht die Produktion durch die „tryouts“, Probevorstellungen in der „Provinz“, die dem Musical damit zur Perfektion verhelfen. Und erst danach folgt die „open night“ in einem Brodway-Theater, die damit das Datum der Uraufführung markiert [30].

Anzumerken wäre außerdem noch: bemerkenswert für Musicals in Europa ist, daß es da immer noch ein ständig steigendes Publikumsinteresse verzeichnet. Die läßt sich auch begründen. Nämlich, da das Musical sich in der Öffentlichkeit als zukunftsorientierte Musikrichtung präsentiert und Neuschöpfungen durch innovative Weiterentwicklungen getragen werden, steht es weiterhin im Mittelpunkt der fast grenzenlos Interessiertheit der Zuschauer weltweit.

- Das Filmmusical und moderne Musicals.

Das moderne Musical hat recht schnell die Gunst des Publikums gewonnen, da es sich stetig, zeitbedingt anpasst. Die Gründe dafür liefert eine Analyse von Jubin Entertaiment in der Kritik, nämlich, es sind: „Wunsch nach Unterhaltung, Wunsch, die eigenen Illusionen bestätigt zu bekommen, Bedürfnis nach gesteigerten Emotionen, Streben nach Informationen über neue Stücke, Stoffe und künstlerische Ausdrucksmittel, Wunsch, sich selbst und die Gesellschaft besser verstehen zu können“ [7]. „Die Entwicklung des Filmmusicals, die durch die Entwicklung des Tonfilms in den 1930er Jahren ins Rollen gebracht wurde und parallel zur Weiterentwicklung am Broadway verlief, machte die Gattung ´Musical´ weltweit beliebt.“ … „ Das Medium Film eröffnete dem Musical völlig neue Dimensionen und ermöglichte mehr Perfektion sowie üppigere Ausstattung.“ … „So wurde das Musical zur Handelsware und entwickelte sich zu einer mächtigen Unterhaltungsindustrie“, z. B. auch zum „Rock-Musical“ [19].

[...]

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Beitrag zur Entstehung und Entwicklung des Musicals
Untertitel
Nach einem Skript von Caroline-Christin Piersig
Autor
Jahr
2009
Seiten
29
Katalognummer
V131395
ISBN (eBook)
9783640366392
ISBN (Buch)
9783640366125
Dateigröße
529 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musical, Musical-Operette-Oper, Starlight Express, Literaturüberblick
Arbeit zitieren
Dipl.-Ing. (FH), Dipl.-Ing., Dr.-Ing. Wolfgang Piersig (Autor), 2009, Beitrag zur Entstehung und Entwicklung des Musicals, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131395

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