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Die römische Germanenpolitik unter Constantius II. und Julian – Kooperation oder Alleingang?

Title: Die römische Germanenpolitik unter Constantius II. und Julian – Kooperation oder Alleingang?

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 30 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: M.A. Hannah Kronenberger (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Wenn man sich etwas ausführlicher mit den Geschehnissen des 4. Jahrhunderts in Gallien beschäftigt, kommt man nicht umhin zu bemerken, dass Constantius II. in sämtlichen Quellenbeschreibungen relativ schlecht, der vielgepriesene „Philosophenkaiser“ Julian jedoch ausgesprochen gut wegkommt. Schaut man sich die Ereignisgeschichte an, ist diese Darstellung der Quellen allerdings nicht so ohne weiteres zu verstehen. Warum beispielsweise wird Julian, obwohl der doch trotz anfänglicher Erfolge in Gallien einen Großteil der römischen Armee in Persien in den Untergang geführt hat, als fähiger Feldherr dargestellt? Und warum wird im Gegensatz hierzu dem Constantius trotz seiner Siege über Schapur II. in der gängigen Sekundärliteratur unterstellt, er habe aus Furcht vor einer eventuellen Niederlage und deren Verantwortung seine Feldherrren vorgeschickt? Entsprechen die in den Quellen öfters erhobenen Vorwürfe, Constantius II. habe Julian aus unlauteren Motiven heraus zum Caesaren ernannt der Wahrheit? Und ging die Erhebung des Julian zum Augustus – ein Ereignis, dass nach allen damals gängigen Definitionen nur als Usurpation angesehen werden kann – in der Tat allein und ohne Einverständnis seiner selbst von den Soldaten aus? Diese Fragen und die allgemeine Quellenlage lassen auf vielfältige Konflikte zwischen Julian und Constantius II. schließen.
Die Fragen, die in dieser Arbeit diskutiert wird, lauten: Inwieweit wirkten sich diese Konflikte nun auf die gallisch-römische “Germanen-Politik“ des 4. Jahrhunderts aus? Waren die Ansätze im Vorgehen gegen die Germanen von Julian und Constantius II. von Grund auf verschieden oder verfolgten sie eine gleiche Linie? In welchen Punkten spielten die beiden Mächtigen ein gemeinsames Spiel gegen den äußeren Feind? Oder gab es Situationen in denen der innere Zwist so überhand nahm, dass sie sich in ihrem Vorgehen gegen „den gemeinsamen Feind“ eher behinderten?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Quellenlage

2.1 Zeitzeugen

2.1.1 Julian

2.1.2 Ammianus Marcellinus

2.1.3 Libanios

2.2 Spätere Geschichtsschreibung

2.2.1 Zosimos

2.2.2 Sokrates

3 II. Die römische Germanenpolitik unter Constantius II. und Julian – Kooperation oder Alleingang?

3.1 Constantius II. und seine Gallienpolitik hinsichtlich Germaniens vor Julian

3.2 Die Niederschlagung der Usurpationen des Magnentius und des Silvanus – sinnvoll oder egoistisch?

3.3 Der Friedensschluss des Constantius II. mit Gundomadus und Vadomarius 354

3.3.1 Reaktion auf Gallus oder „Abschreckungstaktik“?

3.3.2 Verrat oder Vermittlung?

3.4 Julian in Gallien - Kommandeur oder Marionette?

3.5 Constantius II. 3. Feldzug gegen die Alamannen 356 – „Ergänzung“ zu Julians militärischen Operationen oder Kontrollgang?

3.6 Die Gallienpolitik hinsichtlich der Germanen unter Julian - Der Alamannenfeldzug 356/7

4 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen den politischen Ambitionen von Constantius II. und Julian sowie deren Auswirkungen auf die römische Germanenpolitik im Gallien des 4. Jahrhunderts. Im Zentrum steht die Frage, ob die beiden Herrscher eine gemeinsame Strategie verfolgten oder ob ihr innerer Konflikt die Verteidigung der Reichsgrenzen gefährdete.

  • Analyse der Quellenlage und Glaubwürdigkeit antiker Historiker wie Ammian und Libanios
  • Untersuchung der römischen Politik unter Constantius II. gegenüber usurpierten Gebieten
  • Vergleich der militärischen Ansätze und Taktiken gegenüber germanischen Stämmen
  • Hinterfragung der Machtverhältnisse und des Vertrauensverhältnisses zwischen Constantius II. und seinem Caesar Julian

Auszug aus dem Buch

3.5 Constantius II. 3. Feldzug gegen die Alamannen 356 – „Ergänzung“ zu Julians militärischen Operationen oder Kontrollgang?

Uns ist bekannt, dass Julian im Jahre 356 seinen ersten Feldzug gegen die Germanen, insbesondere gegen die Alamannen, unternahm. Des Weiteren ist uns für diese Zeit ein Feldzug des Constantius II. ebenfalls in dieses Gebiet überliefert. Auf Grund dieser Informationen stellt sich nun praktisch zwangsläufig folgende Frage: In wieweit stellten diese zwei Feldzüge eine gemeinschaftliche militärische Unternehmung dar? Aus den oben bereits erläuterten Fakten geht des Weiteren die Frage hervor: Inwiefern kann man Constantius II. Kontrollabsichten gegenüber Julian unterstellen?

Um diese Fragen zu beantworten sind erst einmal folgende Punkte in Erfahrung zu bringen: Wie stellen die Quellen - unabhängig vom tatsächlichen Hergang - die Situation dar? Geben die Quellen genügend Informationsmaterial, um die beiden Feldzüge rekonstruieren zu können? Und: Wie wahrscheinlich war eine Kooperation auf Grund früherer Ereignisse und Einstellungen der Handelnden zueinander?

Die letzte Frage wurde bereits in den vorangegangenen Kapiteln in Ansätzen beantwortet. Der in den Quellen immer wieder erhobene Vorwurf gegen Constantius II. er habe Julian in Gallien in den Tod oder zumindest in Schwierigkeiten schicken wollen, hat sich meines Erachtens als haltlos erwiesen. Die private Beziehung zwischen den beiden war offensichtlich nicht sonderlich gut. Doch scheint dies die Einstellung des Constantius II. gegen Julian in politischer Hinsicht nur in geringem Maße beeinträchtigt zu haben. Immerhin war die Erhebung des Julian zum Caesar die Tat des Constantius II., weshalb davon ausgegangen werden kann, dass eben jener die Situation irgendwie im Griff zu haben glaubte. Sicherlich ging er nicht davon aus, sich hiermit irgendwie zu schaden. Warum sonst hätte er seinen „Erzrivalen“ auch noch offiziell die Mittel zur Machtergreifung in die Hände geben sollen? Allerdings sollte auch hier wieder die etwas übervorsichtige Art des Constantius II. in Betracht gezogen werden. Dass er also nicht doch auch Kontrollabsichten hegte, ist nicht ganz auszuschließen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Diskrepanz in der quellenbasierten Darstellung von Constantius II. und Julian und führt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen ihres Konflikts auf die gallische Germanenpolitik ein.

2 Quellenlage: Dieses Kapitel prüft kritisch die Zuverlässigkeit der Zeitzeugen und späteren Chronisten wie Ammian, Libanios und Zosimos für die historische Aufarbeitung.

3 II. Die römische Germanenpolitik unter Constantius II. und Julian – Kooperation oder Alleingang?: Das Hauptkapitel analysiert die politische Strategie, militärische Einsätze und Usurpationen, um das komplexe Machtgefüge und die operative Zusammenarbeit der beiden Herrscher zu beleuchten.

4 Schlusswort: Das Fazit resümiert, dass die innere Rivalität zwischen Constantius II. und Julian zwar Irritationen verursachte, jedoch keinen direkten negativen Einfluss auf die Verteidigung Galliens hatte, da Machtkalkül und Reichssicherung weiterhin primär waren.

Schlüsselwörter

Constantius II., Julian, Germanenpolitik, Gallien, Spätantike, Ammianus Marcellinus, Libanios, Usurpation, Alamannen, römische Armee, Machtpolitik, Kaiser, Grenzschutz, Foedus, Quellenkritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der politischen und militärischen Dynamiken zwischen dem Kaiser Constantius II. und seinem Unterkaiser (Caesar) Julian im gallischen Raum während des 4. Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Quellenkritik, die Einschätzung der persönlichen Beziehung zwischen den Vettern, die Abwehr von Germaneneinfällen sowie die Interpretation der römischen Germanenpolitik als Verteidigungs- oder Offensivstrategie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob der interne politische Zwist zwischen Constantius II. und Julian die Wirksamkeit der Verteidigung Galliens gegen germanische Stämme negativ beeinträchtigte oder behinderte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Autorin stützt sich primär auf eine quellenkritische Auswertung antiker Berichte (insbesondere Ammian und Libanios) unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur, um historiographische Verzerrungen aufzudecken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Ereignisse wie die Niederschlagung von Usurpationen, Friedensschlüsse mit Germanenstämmen sowie die militärischen Feldzüge von 356 und 357.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Germanenpolitik, Spätantike, Quellenkritik, Machtpolitik und die spezifische Herrscherbeziehung zwischen Constantius II. und Julian aus.

Warum wird Constantius II. in den Quellen oft negativ dargestellt?

Die Autorin führt die negative Darstellung von Constantius II. primär auf die pro-julianische Färbung der meisten antiken Quellen zurück, die den "Philosophenkaiser" Julian glorifizieren wollten.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit in Bezug auf die "Germanengefahr"?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Verteidigung Galliens trotz der persönlichen Spannungen zwischen den Herrschern funktionierte, da beide ein machtpolitisches Interesse an der Sicherung des Reiches hatten.

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Details

Title
Die römische Germanenpolitik unter Constantius II. und Julian – Kooperation oder Alleingang?
College
LMU Munich  (Abteilung Alte Geschichte)
Course
Gallien in der Spätantike
Grade
2.0
Author
M.A. Hannah Kronenberger (Author)
Publication Year
2008
Pages
30
Catalog Number
V131403
ISBN (eBook)
9783640414659
ISBN (Book)
9783640412716
Language
German
Tags
Germanenpolitik Constantius Julian Kooperation Alleingang
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Hannah Kronenberger (Author), 2008, Die römische Germanenpolitik unter Constantius II. und Julian – Kooperation oder Alleingang?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131403
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