Filmanalyse: Napola – Elite für den Führer


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

19 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Vorbetrachtung: Kino als Ort der geschichtlichen Aufklärung?
1.2 Vorgehen

2 Kontext des Filmes
2.1 Produktion des Filmes
2.1.1 Drehbuch, Dreh und Hauptdarsteller
2.1.2 Der Regisseur Dennis Gansel
2.1.3 Inspiration zum Film NAPOLA
2.2 Historischer Hintergrund
2.2.1 Der nationalsozialistische Staat
2.2.2 Die Napola

3 Analyse des Filmes „Napola – Elite für den Führer“
3.1 Handlung des Filmes „Napola – Elite für den Führer“
3.2 Figuren, Figurenkonstellation und Raumkonstellation
3.2.1 Charakterisierung und Einordnung der Figuren
3.2.2 Figuren- und Raumkonstellationen
3.3 Musikalische Unterlegung des Filmes
3.4 Symbolik im Film

4 Diskussion der Altersfreigabe
4.1 Einordnung des Filmes
4.2 Beurteilung des Filmes hinsichtlich der FSK-Freigabe

5 Zusammenfassung

Anhang: Sequenzplan

Quellenverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Vorbetrachtung: Kino als Ort der geschichtlichen Aufklärung?

Das Thema „Medienkompetenz von Kindern“ macht auch vor dem Phänomen Kino nicht halt. Die FSK (freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) entscheidet, welche Filme für welche Altersgruppe freigegeben werden. Jedoch ist mit dieser „Freigabe keine pädagogische Empfehlung oder ästhetische Bewertung verbunden.“[1] Deshalb ist es von großer Notwendigkeit, Kinofilme, die beispielsweise im Unterricht eingesetzt werden, immer daraufhin zu untersuchen, ob sie der Medienkompetenz der jeweiligen Konsumenten entsprechen. In Bezug auf Filme, die den Krieg thematisieren, egal, ob Kriegs-, Antikriegs-, Dokumentar-, Trickfilme oder Dramen, muss darauf geachtet werden, dass diese eine intensive Vor- und Nachbereitung verlangen, wenn sie Kindern oder Jugendlichen vorgeführt werden.

1.2 Vorgehen

Um medienpädagogische Aussagen über den Film „Napola – Elite für den Führer“ treffen zu können, soll zu Beginn der Arbeit der Kontext des Filmes dargestellt werden. Diesem Schritt folgt eine Filmanalyse. Das letzte Kapitel wird sich mit der medienpädagogischen Relevanz des Filmes beschäftigen und sich mit der Altersfreigabe der FSK auseinander setzen. Um die Analyse genauer durchführen zu können, wird ein Sequenzplan angefertigt, welcher im Anhang zu finden ist.

2 Kontext des Filmes

2.1 Produktion des Filmes

2.1.1 Drehbuch, Dreh und Hauptdarsteller

Das Drehbuch zum Film schrieb Dennis Gansel[2] in Kooperation mit Maggie Peren. Gansel fugnierte ebenfalls als Regisseur des Filmes. Gedreht wurde das Werk vorwiegend in Prag beginnend im Herbst 2003. Die Hauptdarsteller sind Max Riemelt (Friedrich), Tom Schilling (Albrecht), Devid Strisnow (Vogler), Justus von Dohnányi (Heinrich Stein) und Alexander Held (Friedrichs Vater).

2.1.2 Der Regisseur Dennis Gansel

Dennis Gansel wurde 1973 in Hamburg geboren. Er studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Sein Filmdebüt hatte er mit dem RAF-Politthriller „Das Phantom“. Dieser wurde im Mai 2000 im Fernsehen ausgstrahlt. Neben dem 3SAT-Zuschauerpreis und dem Jupiter von CINEMA für den besten TV-Film 2000 erhielt er für dieses Werk drei mal den Adolf-Grimme-Preis. Mit „Mädchen,Mädchen“, einer Komödie, feierte er seinen ersten Kinoerfolg und begeisterte damit mehr als 1,8 Millionen Zuschauer.[3]

Der Film „Napola – Elite für den Führer“, der Gegenstand dieser Arbeit ist, erhielt ebenfalls viele Auszeichnungen. Schon vor dem deutschen Kinostart mit dem Deutschen Filmpreis für das beste noch nicht verfilmte Drehbuch ausgezeichnet. Auf dem Viareggio European Filmfestival 2004 wurde sein Werk als bester Film ausgezeichnet und erhielt bei „The Hamptons“, einem US-Filmfest, den Puplikumspreis.[4]

2.1.3 Inspiration zum Film NAPOLA

Inspiriert wurde Gansel von seinem Großvater. Dieser erzählte ihm von seiner Vergangenheit als Fähnrich einer deutschen Kriegsschule im Dritten Reich. Später war er sogar Ausbilder auf einer Artillerieschule. Der junge Gansel konnte nie verstehen, wie sein eigener Großvater eine „Nazi-Karriere“ machen konnte. Deshalb begann er, sich intensiver mit dieser Thematik auseinander zu setzen. Zwanzig Jahre lang führte er Interviews mit ehemaligen Napola-Schülern. Er informierte sich vor allem darüber, wie diese damals das Verhältnis zu ihren Lehrern erlebten. Sein Fazit: „Lehrer waren oft sympathische Menschen, denen man damals gerne gefolgt ist.“[5] Durch diese Erkenntnis gelang es Gansel zu verstehen, weshalb sich sein Großvater damals so verhielt und widmete ihm diesen Film.

2.2 Historischer Hintergrund

2.2.1 Der nationalsozialistische Staat

Der Film spielt in Deutschland im Spätsommer 1942. Deutschland ist im Krieg und steht unter der nationalsozialistischen Herrschaft: unter Hitler. Eingebettet in die nationalsozialistische Ideologie hatte Hitler auch spezielle Pläne für die Jugend des Landes. Er wollte alle Kinder und Jugendliche von Kindheit an in seinem Sinne erziehen. Am wichtigsten war dabei die körperliche Ertüchtigung und Gesundheit. Dem folgte das Herausbilden geistiger Fähigkeiten im Rahmen der ideologischen Grundsätze: Rassengefühl prägen, Deutsch-Stolz stärken, Volksgemeinschaft bilden und Führer-Treue indoktrinieren. Um dies zu erreichen, richtete er verschiedene Institutionen ein, um die Jugendlichen zu erreichen. Eine dieser Erziehungsanstalten war die Napola.

2.2.2 Die Napola

Die ersten nationalsozialitstische Erziehungsanstalten (Napolas oder auch NPEAs genannt) gingen 1933 aus ehemaligen Kadettenanstalten hervor. Sie waren ein Instrument , dass „zur Auslese von geeignetem Nachwuchs für Führungspositionen in den zivilen Bereichen der Gesellschaft, Wirtschaft, Verwaltung, in den freien Berufen und für das Militär“[6] verhelfen sollte.

Die Jungmannen sollten vordergründig für den Elitenachwuchs in Armee und Staat herangezogen werden. Nach einiger Zeit gerieten die Napolas immer mehr in den

Einflussbereich der SS, womit die Schulen hinsichtlich ihrer Lehrgegenstände mehr und mehr rassenideologisch geprägt wurden.

3 Analyse des Filmes „Napola – Elite für den Führer“

3.1 Handlung des Filmes „Napola – Elite für den Führer“

Es ist Spätsommer 1942. Der 17Jährige Friedrich Weimer ist ein begabter junger Boxer. Bei einem seiner Kämpfe beobachtet ihn Vogler, ein Erzieher der Napola-Einrichtung Allenstein. Nach dem Kampf kommt Vogler in die Umkleidekabine und bietet Friedrich an, an einer Aufnahemprüfung für die Napola Allenstein teilzunehmen. Friedrich kennt diese Einrichtungen nicht, doch nachdem seine Freunde ihm sagen, dass dies eine riesige Chance ist, weil dort die zukünftige Elite ausgebildet wird, entscheidet er sich, die Prüfung zu absolvieren. Die Tauglichkeitsüberprüfung besteht er mit der Beurteilung „nordisch, Klasse 1b“. Als er nach Hause kommt und seinen Eltern davon erzählt, reagieren diese geschockt. Sein Vater ist empört und verbietet ihm, eine solche Einrichtung zu besuchen und will ihn zwingen, eine Lehre in einer Fabrik zu absolvieren. Heimlich verlässt Friedrich noch in der Nacht des selben Tages sein Elternhaus. In der Erziehungsanstalt Alleinheim angekommen wird er sofort von Vogeler begrüßt. Dieser stellt ihm Christoph Schneider vor, der ihm die Anstalt und die zu befolgenden Regeln nachbringen soll. Christoph führt ihn auf die Stube, die Friedrich gemeinsam mit vier Jungen bewohnt. Kurz nach seiner Ankunft kommt Albrecht an. Albrecht ist der Sohn das Gauleiters Heinrich Stein. Friedrich und Albrecht freunden sich schnell an. Der schöngeistig geprägte Albrecht beginnt, für die Schülerzeitung zu schreiben und trifft sich deshlab oft mit Friedrich in der Redaktionsstube. An einem morgen beim Frühsport erleben die Jungen, wie Sigfried, den alle nur Sigi nennen, vor der gesamten Manschaft bloßgestellt wird, weil er Bettnässer ist. Der Jungmannführer Justus Jaucher hatte Sigi bei seinem Sportlehrer angeschwärtzt.Friedrich geht diese Demütigung sehr nahe. Doch sein Boxtrainer Vogler, der mit ihm ein Einzeltraining absolviert, ermahnt ihn, weder in diese Situation noch beim Boxkampf Mitleid zu haben gescheige denn zu zeigen. Bei seinem ersten großen Kampf während der Napola-Meisterschaften streckt Friedrich mit einem K.O.-Sieg seinen Gegner nieder und gewinnt unter den Lehrern und Anstaltsleitern an Ansehen. Nur Albrecht ist entsetzt und kritisiert seine Grausamkeit. Zu einem schlimmen Erlebnis kommt es für die jungen Männer während einer Handgranatenübung auf dem Übungsplatz. Einer von ihnen verpatzt seine Übung und die Jungen sehen sich in der lebensgefährlichen Situation, dass sich mitten unter ihnen eine scharfe Handgranate befindet, die in wenigen Sekunden hochgehen wird. Plötzlich wirft sich Sigi, der kurz zuvor wieder von Jaucher schikaniert wurde, auf die Granate und opfert sich somit für seine Kameraden. In der Trauerfeier für Sigi wird dieser als Held gewürdigt. An einem Wochenende lädt Albrecht Friedrich ein, mit ihm gemeinsam nach Hause zu kommen, weil sein Vater Heinrich Geburtstag feiert. Friedrich freut sich über diese Einladung und begleitet Albrecht. Auf dem Geburtstagsfest zeigt sich sehr deutlich, dass Heinrich Stein von seinem Sohn und dessen Begeisterung für schöngeistige Dinge nicht begeistert ist, in dem er ihm versagt, ein Gedicht zu verlesen, welches Albrecht extra für den Geburtstag seines Vaters geschrieben hatte. Statt dessen lobt er Friedrich, dass man von ihm und seinen Boxkünsten nur das beste höre und verlangt von den beiden Jungen, im Keller zur Unterhaltung der Gäste gegeneinander zu boxen. Nachdem Friedrich auf Albrechts Aufforderung hin „richtig“ kämpft und ihn zu Boden bringt, ist Albrecht gekränkt. Die Freundschaft der Jungen erlebt an dieser Stelle einen Einschnitt. Kaum wieder in der Anstalt reist auch Albrechts Vater an und verkündet, dass der 8.Zug abgezogen wird. Mitten in der Nacht beobachten die 5 Stubenkameraden, dass Stein und einige Männer wieder kommen. Die Jungen werden auf dem Hof zusammengetrommelt und werden zu einem nächtlichen Einsatz verpflichtet. Einige entflohene Russen sollten aufgespürt werden. Die Gruppe um Friedrich erschießt einige von ihnen. Als sie ihren Opfern näher kommen bemerken sie, dass sie alle noch Kinder wahren. Die Jungen sind geschockt. Doch am meisten trifft dies Albrecht, der noch versucht, einen der angeschossenen Jungen zu retten. Daraufhin kommt es zur Prügelei zwischen Friedrich und Albrecht, da beide das Verhalten des anderen nicht verstehen. Am nächsten Tag müssen die Schüler einen Aufsatz zu „Die deutsche Winterlandschaft in der germanischen Sage“ schreiben. Als Albrecht seinen Aufsatz verliest, sind alle entsetzt. Er kritisiert den Eisatz des gestrigen Tages als ungerecht und unmenschlich und klagt seinen Vater, den Gauleiter an, sie alle belogen zu haben, da ihre Gegner unbewaffnet waren. Nach dieser Schrift gegen seinen Vater zwingt dieser ihn, in einem neuen Aufsatz alles „richtig zu stellen“ und droht ihm an, ihn zur SS zu schicken. Als Friedrich von Albrechts Hetz-Aufsatz hört, sucht er ihn auf, um mit ihm zu reden. Sie streiten sich, weil Friedrich Albrecht vorwirft, dass er nur an sich gedacht hat. Die beiden geraten in eine kleine Prügelei und sinken letztendlich weinend und sich umarmend zu Boden. Am nächsten morgen treibt der Sportlehrer sie hinaus auf den von Eis bedeckten See. Sie sollen von einem Loch im Eis zu einem anderen im Eiskalten Wasser hindurch tauchen. Als Albrecht an der Reihe ist, verharrt er in der Mitte der Strecke. Friedrich bemerkt das und läuft zu ihm. Er befreit das Eis vom Schnee und sieht seinem Freund direkt ins Gesicht. Dieser schüttelt nur leicht mit dem Kopf und lässt das Seil los, an welchem sich die Jungen beim Tauchen von dem einem zum anderen Eisloch orientientiert hatten. Friedrich muss mit ansehen, wie sein Freund Selbstmord begeht. Einige Zeit danach will Friedrich einen Nachruf für Albrecht in die Schülerzeitung setzen und bittet beim Anstaltsleiter dafür um Erlaubnis. Dieser verweigert ihm das mit der Begründung, dass er gerade noch eine Anschuldigung der Mitschuld Friedrichs an Albrechts Selbstmord verhindern konnte. Der Anstaltsleiter betont, dass Friedrich diese Vermutung nur dadurch wieder gut machen kann, wenn er im nächsten Kampf der Napola-Meisterschaften alles für ihre Anstalt geben würde. Doch inmitten des Kampfes verweigert sich Friedrich und lässt sich niederstrecken. Friedrich wird daraufhin der Napola Allenstein verwiesen.

[...]


[1] Url: http://www.spio.de/index.asp?SeitID=18

[2] Siehe Punkt 2.1.2.

[3] Url: http://cinema.msn.de/stars_glamour/abisz?id=2521&type=portrait

[4] a.a.O.

[5] Url: http://www.filmreporter.de/?task=1315&cat=1&movietextlink=256

[6] Schneider, Christian: Das Erbe der Napola: Versuch einer Generationengeschichte des Nationalsozialismus. 2. Aufl. Hamburg, 1996. S. 33.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Filmanalyse: Napola – Elite für den Führer
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Fakultät Erziehungswissenschaften – Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Filmseminar "Kinder, Krieg und Kino"
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V131419
ISBN (eBook)
9783640425518
ISBN (Buch)
9783640422500
Dateigröße
531 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Filmanalyse, Napola, Elite, Führer
Arbeit zitieren
Saskia Tiedemann (Autor), 2006, Filmanalyse: Napola – Elite für den Führer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131419

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