Diese Arbeit soll den Nutzen des neuen Personalausweises im eGovernment, also der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen, herausarbeiten. Hierzu werden die einzelnen Funktionen des neuen Personalausweises, auch unter datenschutzrelevanten Aspekten, betrachtet und vorgestellt. Da die Aktivierung der Funktionen in den ersten Jahren nach Einführung freiwillig erfolgte, soll auch untersucht werden, wie verbreitet der neue Personalausweis inklusive der aktivierten Funktionen in Deutschland aktuell ist. Zur besseren Einordnung des Nutzens wird als Praxisbeispiel die online Beantragung eines polizeilichen Führungszeugnisses herangezogen. An diesem Beispiel soll verdeutlicht werden, welche Vorteile oder Nachteile die digitale Beantragung gegenüber der analogen Beantragung für Nutzer*innen aber auch Mitarbeiter*innen der Verwaltung haben.
Spätestens seit der Verabschiedung des Onlinezugangsgesetzes im August 2017, welches Verwaltungen des Bundes, der Länder und der Kommunen verpflichtet, sämtliche Verwaltungsleistungen ab 01.01.2023 auch in digitaler Form anzubieten, stehen die Verwaltungen in Sachen Digitalisierung unter Druck. Bei der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen oder auch privaten Leistungen gibt es häufig ein Problem. Bei einem online ausgefüllten Antrag ist es schwierig zu ermitteln, ob die beantragende Person auch wirklich die Person ist, welche den Antrag ausgefüllt hat. Häufig ist hier dann die Lösung, den Antrag auszudrucken, händisch zu unterschreiben, wieder einzuscannen und dem Empfänger zu schicken. Eine weitere Lösung des Bundes war die sogenannte DE-Mail, also eine zur Person eindeutig zugeordnete E-Mail-Adresse. Auch hier musste der Antrag jedoch an eine E-Mail angehangen und erst dann abgeschickt werden, ein direktes online Ausfüllen und Abschicken ist also nicht möglich. Hierbei soll der 2010 eingeführte neue Personalausweis Abhilfe schaffen. Mit einer online Authentisierungsfunktion und der Funktion, Anträge online und qualifiziert zu signieren, soll das Bearbeiten von Anträgen medienbruchfrei möglich sein.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 eGovernment
2.2 Datensparsamkeit
2.3 eCard-Strategie
2.4 Führungszeugnis
3 Der neue Personalausweis
3.1 Einführung
3.2 neue Funktionen
3.2.1 online Ausweisfunktion
3.2.2 qualifizierte eSignatur (QES)
4 aktueller Stand
5 Praxisbeispiel: Beantragung eines polizeilichen Führungszeugnisses mit Hilfe der eID-Funktion
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den praktischen Nutzen der eID-Funktion des neuen Personalausweises im Kontext des eGovernments, insbesondere im Hinblick auf eine medienbruchfreie Abwicklung von Verwaltungsleistungen.
- Grundlagen des eGovernment und gesetzliche Rahmenbedingungen
- Technische und funktionale Eigenschaften des neuen Personalausweises
- Analyse der eID-Funktion und qualifizierten elektronischen Signatur
- Aktueller Verbreitungsgrad und Nutzungsbarrieren in Deutschland
- Fallstudie: Online-Beantragung eines polizeilichen Führungszeugnisses
Auszug aus dem Buch
3.2.1 online Ausweisfunktion
Diese Funktion trägt die verschiedensten Namen. Vom Bund als online Ausweisfunktion vorgestellt wird sie des Öfteren auch eID-Funktion oder online Authentisierungsfunktion genannt. Personalausweise, welche nach dem 15.07.2017 ausgegeben wurden verfügen immer über diese Funktion, vorher war die Aktivierung der eID-Funktion freiwillig. Eine nachträgliche Aktivierung ist möglich. Mit der online Ausweisfunktion wird die ursprüngliche Funktion des Personalausweises, sich vor Ort zu authentisieren in eine digitale Form gebracht. Die aktuell häufigste Form sich online zu authentisieren, ist die Eingabe eines Benutzernamens in Kombination mit dem dazugehörigen Passwort. Diese Art und Weise bietet jedoch keine hohe Sicherheit, da ein Passwort stark missbrauchsanfällig ist oder aber die Weitergabe sehr einfach.
Mit der eID-Funktion soll es nun möglich sein sich viel sicherer online zu authentisieren. So sicher, dass das Verfahren von der Verwaltung anerkannt und für Verwaltungsleistungen verwendet wird. Eine Authentisierung wird sicherer, je mehr Attribute einer Person übermittelt werden. So kann man neben Name, Vorname und Geburtsdatum auch noch Adresse, Telefonnummer, und E-Mail-Adresse übermitteln um die Authentisierung aussagekräftiger zu machen. Um diese Funktion nutzen zu können benötigt man ein Kartenlesegerät und hierzu passende Software. Als Kartenlesegerät kommt ein USB-Kartenterminal oder ein NFC-fähiges Smartphone in Frage. Bei der Software kann man auf die AusweisApp2 zurückgreifen, welche seit Beginn des nPA für PC, seit 2017 für Android und seit Oktober 2019 für iOS verfügbar ist. Außerdem muss die Funktion bei den Anbieter*innen verfügbar sein.
Wie funktioniert die eID-Funktion nun in der Praxis? Nutzer*innen loggen sich wie gewohnt bei ihrem gewünschten online Dienst ein. Nach Scannen des nPA durch ein Kartenlesegerät wird überprüft, ob Anbieter*innen überhaupt befugt sind Daten zu erhalten. Bei erfolgreicher Prüfung müssen Nutzer*innen nun den persönlichen sechsstelligen Pin eingeben. Erst dann werden die erforderlichen Daten an Anbieter*innen übermittelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Problematik der Identitätsprüfung bei Online-Anträgen und formuliert das Ziel der Arbeit, den Nutzen des Personalausweises bei der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen zu untersuchen.
2 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe wie eGovernment, Datensparsamkeit, die deutsche eCard-Strategie und erläutert die Bedeutung eines Führungszeugnisses.
3 Der neue Personalausweis: Hier werden die Einführung, die technischen Merkmale sowie die Funktionen zur Online-Authentisierung und qualifizierten elektronischen Signatur des neuen Personalausweises detailliert beschrieben.
4 aktueller Stand: Das Kapitel analysiert aktuelle Studien und Nutzungszahlen zur eID-Funktion und identifiziert Barrieren sowie Gründe für die bisher nur geringe Verbreitung in Deutschland.
5 Praxisbeispiel: Beantragung eines polizeilichen Führungszeugnisses mit Hilfe der eID-Funktion: Anhand einer konkreten Fallbeschreibung wird der Prozess der medienbruchfreien Online-Beantragung eines Führungszeugnisses und dessen Vorteile aufgezeigt.
6 Fazit und Ausblick: Diese abschließende Betrachtung fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert den geringen Nutzungsgrad trotz technischer Vorteile und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen wie die Smart eID.
Schlüsselwörter
eGovernment, neuer Personalausweis, eID-Funktion, online Ausweisfunktion, qualifizierte eSignatur, Führungszeugnis, Datensparsamkeit, eCard-Strategie, Onlinezugangsgesetz, Authentisierung, digitale Verwaltung, AusweisApp2, Benutzersicherheit, Identitätsprüfung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Effizienz und dem Nutzen der Online-Funktionen des neuen deutschen Personalausweises für die digitale Verwaltung (eGovernment).
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen eGovernment-Strategien, die technischen Funktionen des neuen Personalausweises (eID und eSignatur) sowie die Analyse des Nutzersverhaltens und der Verbreitung dieser Technologien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, den tatsächlichen Nutzen des Personalausweises bei der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen herauszuarbeiten und zu untersuchen, warum die Anwendung in der Praxis trotz ihres Potenzials bisher nur eingeschränkt genutzt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine fachliche Analyse auf Basis vorhandener Studien, gesetzlicher Rahmenbedingungen (wie dem Onlinezugangsgesetz) und technischen Spezifikationen des Personalausweises, ergänzt durch ein praktisches Anwendungsbeispiel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des eGovernments, die spezifischen Funktionen des Personalausweises, eine Bestandsaufnahme der aktuellen Nutzung in Deutschland sowie ein praktisches Fallbeispiel zur Beantragung eines Führungszeugnisses.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind eID-Funktion, eGovernment, digitale Transformation, Personalausweis, Datensparsamkeit und medienbruchfreie Verwaltung.
Wie trägt das Praxisbeispiel zur Argumentation des Autors bei?
Das Beispiel der Beantragung eines Führungszeugnisses verdeutlicht den hohen praktischen Nutzen und die Zeitersparnis bei medienbruchfreien Verfahren im Vergleich zum analogen Besuch im Bürgeramt.
Welche Gründe werden für die bisher geringe Nutzung der eID-Funktion genannt?
Der Autor nennt unter anderem Informationsdefizite bei den Bürgern, eine bisher begrenzte Anzahl an Online-Verwaltungsangeboten sowie Unsicherheit bezüglich der Aktivierung der eID-Funktion.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, eID-Funktionen des neuen Personalausweises. Einsatz und Nutzen im eGovernment bei der Beantragung eines digitalen Führungszeugnisses, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1314655