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Kommentar zu Heinrich Popitz - Phänomene der Macht

Título: Kommentar zu Heinrich Popitz - Phänomene der Macht

Trabajo Escrito , 2003 , 16 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Peter Brüstle (Autor)

Sociología - General y Teorías
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Ein Blick auf die Titelseite der Zeit vom 20. Februar 2003 gibt Auskunft über die derzeitige politische Lage bezüglich eines drohenden zweiten Irak-Krieges: "Der kommende Krieg: Europa ist machtlos. Washingtons Rückzug findet nicht statt." Deutschlands Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich dem internationalen Druck gebeugt und der Autorität der USA Zugeständnisse gemacht. Somit schließt er die Anwendung von Gewalt als "ultima ratio", als letztes ordnungsstiftendes Mittel nicht mehr aus. Die USA beharren weiterhin auf ihrer militärischen "Vormachtstellung", die es aufrechtzuerhalten gilt, vor allem angesichts der drohenden Gewalt terroristischer Attentate, der selbst sie ausgesetzt sind. Dagegen hoffen die Millionen von Demonstrierenden der letzten Tage, die Macht der öffentlichen Meinung könne sich doch noch gegen die verschiedenen Interessen der Politik durchsetzen und eine friedliche Lösung des Konflikts erreichen.
Dieser Ausschnitt der gegenwärtigen politischen Lage verdeutlicht die verschiedenen Beziehungen, die die jeweiligen Machttypen miteinander eingehen und macht klar, was für eine Bedeutung dem Begriff der Macht zukommt. Nicht nur allein im Bereich der internationalen Politik, sondern auch in den gewöhnlichen gesellschaftlichen Interaktionen spielt die Erscheinung Macht eine fast allgegenwärtige Rolle. Dieser Auffassung ist jedenfalls Heinrich Popitz, der mit seinem 1992 erschienenen Buch Phänomene der Macht eine gründliche Interpretation des menschlichen Machtbegriffs liefert und untersucht, auf welchen Voraussetzungen dieser beruht. Seine Argumentation geht hauptsächlich von der Annahme aus, daß Macht in der menschlichen Natur liegt und omnipräsent, weil gesellschaftlich bedingt ist. Das kommt auch in dem Gedanken von der "Veralltäglichung zentrierter Herrschaft" in modernen Gesellschaften zum Ausdruck.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil: Macht als alltägliches soziales Phänomen

II.1 Verletzende Aktionsmacht

II.2 Instrumentelle Macht

II.3 Autoritative Macht

II.4 Datensetzende Macht:

II.5 Stabilisierungsformen von Machtverhältnissen

III Autoritative Macht im Milgram-Experiment

IV. Rezensionen

V. Schlußfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Heinrich Popitz' Werk „Phänomene der Macht“ auseinander, um die theoretische Fundierung menschlicher Machtstrukturen sowie deren Omnipräsenz im gesellschaftlichen Alltag zu analysieren und anhand des Milgram-Experiments auf ihre praktische Anwendbarkeit zu prüfen.

  • Grundformen der Macht (Aktions-, Instrumentelle, Autoritative und Datensetzende Macht)
  • Macht als anthropologische Konstante und gesellschaftliche Bedingung
  • Vergleich theoretischer Machtkonzepte mit dem Milgram-Experiment
  • Transformation von Macht in institutionalisierte Herrschaftsformen

Auszug aus dem Buch

II.1 Verletzende Aktionsmacht

Als ursprünglichste und direkteste Form von Machtausübung nennt Popitz die Aktionsmacht oder Verletzungsmacht. Diese gründet auf der dem menschlichen Körper gegebenen Verletzlichkeit. Letztendlich sind wir dadurch immer den Handlungen unserer Mitmenschen ausgeliefert. So stellt das menschliche Zusammenleben auch ständig ein Hin- und Hergerissensein zwischen Verletzungspotenz und Schutzsuche dar.

Der Begriff Verletzungsmacht läßt sich allgemein in drei Gruppen differenzieren. Diese zeichnen sich durch Minderung sozialer Teilhabe, materielle Schädigung und körperliche Verletzung aus. Solche Machtausübungen haben ihren Sinn entweder nur im Vollzug, als bloße Aktionsmacht oder sie können dauerhafte Machtgefälle schaffen, als bindende Aktionsmacht. Machtaktionen mit dem Zweck der körperlichen Verletzung anderer faßt Popitz unter dem Begriff der Gewalt zusammen, wodurch er sich vom üblichen Verständnis dieses Wortes abhebt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Machtphänomenen ein und skizziert das Ziel der Analyse von Popitz' Machtbegriff im Kontext moderner gesellschaftlicher Machtstrukturen.

II. Hauptteil: Macht als alltägliches soziales Phänomen: Dieses Kapitel erläutert die von Popitz definierten vier Grundformen der Macht – Aktionsmacht, Instrumentelle Macht, Autoritative Macht und Datensetzende Macht – sowie deren Stabilisierung.

II.1 Verletzende Aktionsmacht: Das Kapitel analysiert die auf der körperlichen Verletzlichkeit basierende Aktionsmacht und ihre Differenzierung in verschiedene Formen von Gewalt.

II.2 Instrumentelle Macht: Hier wird Macht als Steuerung des Verhaltens durch Drohungen und Versprechungen beschrieben, die tief in sozialen Normen und Interaktionen verankert ist.

II.3 Autoritative Macht: Dieses Kapitel untersucht die Form der Macht, die auf Anerkennung und psychischer Gebundenheit basiert, statt auf physischem Zwang.

II.4 Datensetzende Macht: Hier wird die technische Macht betrachtet, die durch das Schaffen von Artefakten und Eingriffe in soziale Realitäten Machtverhältnisse prägt.

II.5 Stabilisierungsformen von Machtverhältnissen: Dieses Kapitel behandelt die Institutionalisierung von Macht zur Herrschaft und die damit einhergehende Veralltäglichung zentrierter Herrschaft.

III Autoritative Macht im Milgram-Experiment: Anhand des Milgram-Experiments wird die theoretische Autoritätsmacht empirisch beleuchtet und mit den Thesen von Popitz verglichen.

IV. Rezensionen: Dieses Kapitel fasst die wissenschaftliche Rezeption von „Phänomene der Macht“ zusammen und beleuchtet die positive, wenn auch begrenzte Wahrnehmung in der Fachwelt.

V. Schlußfolgerung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Erkenntnisse über die Omnipräsenz von Macht und eine persönliche Reflexion zum Wert von Popitz' Theorie.

Schlüsselwörter

Macht, Gewalt, Heinrich Popitz, Aktionsmacht, Instrumentelle Macht, Autoritative Macht, Datensetzende Macht, Milgram-Experiment, Gehorsam, Herrschaft, Soziologie, Sozialisation, Machtstrukturen, Anerkennung, Institutionelle Macht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer theoretischen und kritischen Auseinandersetzung mit dem Buch „Phänomene der Macht“ von Heinrich Popitz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die vier Grundformen der Macht, der Prozess der Institutionalisierung von Macht zu Herrschaft sowie die empirische Validierung durch das Milgram-Experiment.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Popitzschen Machtbegriff verständlich zu machen, seine Anwendbarkeit auf reale soziale Experimente zu prüfen und seine Bedeutung in der soziologischen Landschaft einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie einen vergleichenden methodischen Ansatz, indem Popitz' Konzepte auf das bekannte Milgram-Experiment zur Gehorsamsbereitschaft angewendet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der vier Machttypen (Aktions-, Instrumentelle, Autoritative und Datensetzende Macht) und deren Stabilisierungsformen innerhalb moderner Gesellschaften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Macht, Gewalt, Autoritatives Verhalten, institutionelle Herrschaft und die soziologische Theorie von Heinrich Popitz.

Inwiefern unterscheidet sich Popitz' Sicht von anderen Ansätzen im Milgram-Experiment?

Während Milgram evolutionäre Faktoren und Gehorsamsmechanismen betont, führt Popitz die Unterordnung primär auf das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung und die damit verbundene psychische Gebundenheit an eine Autorität zurück.

Warum ist die Analyse der „Datensetzenden Macht“ laut der Arbeit wichtig?

Die Datensetzende Macht, also die technische Kontrolle, gilt als entscheidender Angelpunkt in modernen Gesellschaften, da sie durch die Schaffung von Artefakten und Strukturen tief in unsere Lebenswelt eingreift.

Final del extracto de 16 páginas  - subir

Detalles

Título
Kommentar zu Heinrich Popitz - Phänomene der Macht
Universidad
University of Freiburg  (Institut für Soziologie)
Curso
Grundzüge der Soziologie
Calificación
2,0
Autor
Peter Brüstle (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
16
No. de catálogo
V13147
ISBN (Ebook)
9783638188746
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kommentar Heinrich Popitz Phänomene Macht Grundzüge Soziologie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Peter Brüstle (Autor), 2003, Kommentar zu Heinrich Popitz - Phänomene der Macht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13147
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