Diese Abschlussarbeit zur Ernährungsberaterin B-Lizenz begleitet eine 42-jährige Kundin, die sich in der dargestellten Studie wiederfindet und nach drei Jahren Pandemie endlich ihre „Corona-Pfunde“ loswerden möchte. Zunächst findet in einem Anamnesegespräch das Kennenlernen der Klientin und der privaten und beruflichen Lebensumstände statt. Die Anamnese liefert die Daten, um den Grund- und Leistungsumsatz und somit den Gesamtenergiebedarf der Klientin auszurechnen. In dieser Arbeit wird das verwendete Ernährungsprotokoll anhand der Vor- und Nachteile vorgestellt und auch auf alternative Ernährungsprotokolle hingewiesen.
Anhand des von der Klientin ausgefüllten Ernährungsprotokolls findet in dem ersten Beratungsgespräch das Auswertungsgespräch des Protokolls, das gemeinsame Formulieren einer Hauptzielsetzung und die Maßnahmenerarbeitung statt. Das bedeutet, die Klientin wird mit der Aufgabe entlassen, bis zum zweiten Beratungsgespräch, die Ernährungsempfehlungen umzusetzen und zu dokumentieren.
Die Kundin wird so für die Dauer von drei Monaten mit Gesprächen in einem Abstand von zwei bis vier Wochen begleitet. Der Begleitungsprozess ist ein dynamischer, das bedeutet in Abhängigkeit der Ergebnisse der Kundin werden die Ernährungsempfehlungen angepasst. Zwingend notwendig ist bei jedem erneuten Beratungsgespräch eine Evaluation der letzten Maßnahmen. Diesen Prozess stelle ich in dieser Arbeit ebenso dar, wie das Endergebnis der Begleitung. Die Ernährungsberatung wird mit der Erarbeitung einer Rückfallprophylaxe abgeschlossen. Hierzu werden auf Elemente der positiven Psychologie zurückgegriffen. Die Ernährungsberaterin schließt diese Arbeit mit einem Fazit ab, welches nicht nur auf wirksame Elemente des vergangenen Begleitungsprozesses hinweist, sondern auch Verbesserungspotenziale für den nächsten Beratungsprozess erörtert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Erstkontakt
3 Das Anamnese-Gespräch
3.1 Die allgemeine, familiäre und berufliche Anamnese
3.2 Die biometrische Anamnese
3.3 Die gesundheitliche Anamnese
4 Berechnung des Grundumsatzes, Leistungsumsatzes, Gesamtenergiebedarfs
5 Das Ernährungsprotokoll
5.1 Auswertung des Ernährungsprotokolls
5.1.1 Allgemeine und vorbereitende Erkenntnisse zur Auswertung
5.1.2 Konkretisierende Erkenntnisse zur Auswertung
6 Beratungsprozesse und Beratungsgespräche
6.1.1 Rahmenbedingungen
6.1.2 Erstes Beratungsgespräch: Hauptziel, Etappenziel, Maßnahmen
6.1.3 Zweites Beratungsgespräch: Evaluation, Etappenziel, Maßnahmen
6.1.4 Drittes Beratungsgespräch: Evaluation, Etappenziel, Maßnahmen
7 Abschlussgespräch: Evaluation und Rückfallprophylaxe
8 Fazit
12 Anhänge
12.1 Anamnesebogen
12.2 Bristol-Stuhlformen-Skala
12.3 Ernährungsprotokolle der Klientin
12.4 Ernährungspyramide
Zielsetzung und Themen
Die Abschlussarbeit verfolgt das primäre Ziel, eine 42-jährige Klientin über einen Zeitraum von drei Monaten dabei zu begleiten, eine nachhaltige Gewichtsreduktion zu erreichen. Im Zentrum steht die Untersuchung, wie durch ein strukturiertes Anamnesegespräch sowie die Analyse von Ernährungsprotokollen individuelle Ernährungsempfehlungen abgeleitet und durch fortlaufende Beratungsgespräche erfolgreich in den Alltag integriert werden können.
- Durchführung einer fundierten Ernährungsanamnese zur IST-Zustandsanalyse.
- Methodik der Energiebedarfsermittlung (Grundumsatz, Leistungsumsatz, Gesamtenergiebedarf).
- Analyse der Ernährungsgewohnheiten mittels Ernährungsprotokollen nach dem DGE-Standard.
- Prozessbegleitung durch spezifische Beratungsgespräche und adaptive Maßnahmenerarbeitung.
- Etablierung von Rückfallprophylaxe zur langfristigen Verhaltensänderung.
Auszug aus dem Buch
3.2 Die biometrische Anamnese
Die Aufnahme diverser biometrischer Daten, wie Gewicht, Größe, Körperumfänge, Körperfett- und Muskelanteile sind notwendig, um anhand der Ist-Werte realistische Soll-Werte, also eine realistische Zielformulierung vornehmen zu können, deren Erreichung dann auch überprüfbar ist.4
Nach der Erfragung der Stuhlfrequentierung (5 - 7 Mal pro Woche), schätzt die Klientin über die Bristol-Stuhlform-Skala5 ein, welche Form der Stuhl hat. Beide Ergebnisse sind zunächst unaufällig. Auch muss die Klientin nicht nachts übermäßig häufig zur Toilette und „Wasser lassen“.
Die Klientin ist bei 172 cm Körpergröße 87 kg schwer.
Daraus lässt sich der Body-Mass-Index (künftig BMI) berechnen. Der BMI ist nach der Gesundheitsberichtserstattung des Bundes „der heute gebräuchlichste Orientierungswert zur Beurteilung des Körpergewichts“6. Der BMI errechnet sich durch Teilung des Körpergewichts (in kg) durch das Quadrat der Körpergröße (in m). Gemäß der World Health Organization stellt der BMI eine Angabe des Ernährungszustandes von Erwachsenen dar. So ist der BMI als Kennzahl entwickelt worden, um das Risiko für vorzeitigen Tod, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Arthrose, einigen Krebsarten und Diabetes einschätzen zu können. Je höher der BMI, desto höher das Risiko für genannte Begleiterkrankungen.7 Anhand des errechneten BMIs werden Erwachsene, die älter als 20 Jahre alt sind, hinsichtlich des Ernährungszustandes, wie in der Tabelle auf der nächsten Seite dargestellt, in folgende Kategorien eingeteilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Zusammenhang zwischen der Pandemiebedingten Zunahme des Körpergewichts und dem Ziel der Klientin, ihre „Corona-Pfunde“ durch eine professionelle dreimonatige Ernährungsbegleitung zu verlieren.
2 Der Erstkontakt: Dieses Kapitel beschreibt den telefonischen Erstkontakt, in dem der Beratungsauftrag sowie die Aufgabe der Führung eines Ernährungsprotokolls zur Vorbereitung vereinbart werden.
3 Das Anamnese-Gespräch: Es wird die Erfassung der biometrischen, gesundheitlichen sowie persönlichen Lebensumstände der Klientin dargelegt, die als Grundlage für die spätere Zielsetzung dient.
4 Berechnung des Grundumsatzes, Leistungsumsatzes, Gesamtenergiebedarfs: In diesem Abschnitt erfolgt die wissenschaftlich fundierte Berechnung der benötigten Energiemengen der Klientin unter Einbeziehung des Aktivitätslevels.
5 Das Ernährungsprotokoll: Kapitel 5 widmet sich der Bedeutung der Protokollierung der Ernährung, um den IST-Zustand zu vergleichen und durch eine datengestützte Analyse Optimierungspotenziale aufzuzeigen.
6 Beratungsprozesse und Beratungsgespräche: Die Dokumentation der konkreten Beratungsgespräche zeigt den dynamischen Prozess der Zielanpassung und der gemeinsamen Erarbeitung von Maßnahmen zur Verhaltensänderung.
7 Abschlussgespräch: Evaluation und Rückfallprophylaxe: Das letzte Kapitel reflektiert den gesamten Begleitungsprozess und implementiert Strategien, um langfristig in ein gesundes Essverhalten zurückzufinden.
Schlüsselwörter
Ernährungsberatung, Gewichtsreduktion, BMI, Ernährungsprotokoll, Energiebedarf, Grundumsatz, Leistungsumsatz, Verhaltensänderung, Ernährung, Gesundheit, Prävention, Rückfallprophylaxe, Adipositas, DGE, Zieldefinition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert einen dreimonatigen Prozess einer professionellen Ernährungsberatung mit dem Ziel der Gewichtsreduktion bei einer spezifischen Klientin.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Anamnese, der wissenschaftlichen Bedarfsermittlung, der Analyse von Ernährungsprotokollen sowie der praktischen Umsetzungsbegleitung von Ernährungszielen.
Was ist das primäre Ziel der Beratung?
Das primäre Ziel ist eine nachhaltige Gewichtsreduktion von 83 kg bei gleichzeitiger Senkung des Körperfettanteils auf 26 % innerhalb von drei Monaten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Es werden gängige Methoden wie die Berechnung des BMIs, der WHR-Quotient, die Caliper-Methode zur Körperfettanteilsbestimmung und die PAL-Faktoren zur Bestimmung des Leistungsumsatzes eingesetzt.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Durchführung der Anamnese, die Kalkulation der Energiebilanz, die Auswertung der Ernährungstagebücher und die Dokumentation der einzelnen Beratungsgespräche.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die Kernbegriffe sind Ernährungsberatung, Gewichtsreduktion, Anamnese, Ernährungsprotokoll, Energiebedarf und Rückfallprophylaxe.
Warum ist das Ernährungsprotokoll für die Klientin so anspruchsvoll?
Es erfordert hohe Disziplin und Vorbereitung, da die Klientin alle Lebensmittel und Getränke zum Zeitpunkt des Verzehrs möglichst exakt wiegen und notieren muss.
Welche Rolle spielt die "positive Psychologie" im Beratungsprozess?
Sie dient dazu, die Klientin durch Verstärker wie Vorher-Nachher-Fotos oder Belohnungssysteme zu motivieren und ihre Selbstwirksamkeit im Umgang mit Rückfällen zu stärken.
- Quote paper
- Samira Göldner-Shelbaya (Author), 2022, Ernährungskonzept zur Gewichtsreduktion für eine 42-jährige Klientin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1314821