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Konversationelle Erzählungen in der Altensprache

Beobachtungen und Auffälligkeiten

Titel: Konversationelle Erzählungen in der Altensprache

Hausarbeit , 2004 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Bachelor of Arts Timon Karl Kaleyta (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Erzählen von Geschichten in Diskurseinheiten ist eins der am häufigsten zu beobachteten Phänomene, auf das man trifft, beschäftigt man sich mit der Analyse von Gesprächen. Es scheint geradezu ein menschliches Grundbedürfnis zu sein, gemachte Erfahrungen oder Erlebnisse mit anderen Menschen zu teilen. Uta Quasthoff definiert die Erzählung innerhalb von Gesprächen als „eine grundsätzlich mündlich konstituierte Diskurseinheit, die sich spontan in Gesprächen realisiert […] und eine Form der sprachlich-kommunikativen Bewältigung von Erfahrung.“ (Quasthoff 1980:27) Darüber hinaus spielt das Tradieren von Geschichten eine wichtige Rolle bei dem Verarbeitungsprozess von Informationen und ist demnach nicht nur sprachliche Form, sondern soziales Handeln, gerade weil es die Interaktion mit mindestens einem Gegenüber voraussetzt (vgl. Sacks 1971:311). Das Erzählen von Geschichten ist in krassem Gegensatz zu dem knappen Übermitteln von Berichten zu sehen. Es kostet beutend mehr Zeit und setzt daher einen höheren Grad an Intimität zwischen Sprecher und Zuhörer voraus. Demnach gibt man, so Uta Quasthoff, „im Erzählen […] mehr von sich preis als im Bericht“ (Quasthoff 1980:183).
Diese Arbeit hat es sich zum Ziel gemacht, die Erzählstrukturen in der Altensprache zu untersuchen und im Zuge dessen deren Besonderheiten und Eigentümlichkeiten aufzuzeigen und zu interpretieren. Dazu werden im ersten Teil der Arbeit generelle Aussagen über die Formen konversationeller Erzählungen gemacht, gängige Modelle zur Analyse von Erzählungen vorgestellt sowie die grundlegendsten Funktionen für Sprecher und Hörer aufgezeigt und erläutert. Im zweiten Teil der Arbeit kommt es dann zur Anwendung dieser theoretischen Erkenntnisse auf ein mitgeschnittenes Gespräch zweier Probandinnen, welches die Grundlage dieser Arbeit darstellt.

Literatur: (Auswahl)

Quasthoff, Uta (1976). Makrostruktur und Gliederungsmerkmale in konversationellen
Erzählungen. Gedanken zur Strukturbeschreibung von Texten. In: Weber, Heinrich / Haraldt Weyd (eds.), Sprachtheorie und Pragmatik. Akten des 10. Ling. Koll. Tübingen: Niemeyer, 291 – 303.

Quasthoff, Uta (1980). Erzählen in Gesprächen: linguist. Unters. zu Strukturen u.
Funktionen a. Beisp. E. Kommunikationsform d. Alltags / Uta M. Quasthoff. – Tübingen: Narr.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen zur Analyse von Erzählungen

2.1 Inhaltliche und formale Beschränkungen von Erzählungen

2.2 Idealtypische Erzählstrukturen nach Labov/Waletzky

2.3 Funktionen von Erzählungen

3. Anwendungen der theoretischen Grundlagen

3.1 Abweichungen der Altensprache zum Idealtypus von Erzählungen

3.2 Auffälligkeiten und Beobachtungen zur Altensprache in Bezug auf Funktion, Sprache und Tempusgebrauch

4. Zusammenfassung der Ergebnisse

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Erzählstrukturen in der Sprache älterer Menschen zu untersuchen, um deren spezifische Besonderheiten und Auffälligkeiten im Vergleich zu idealtypischen Modellen aufzuzeigen. Dabei wird analysiert, wie in Alltagsgesprächen konversationelle Erzählungen konstituiert sind und welche Funktionen diese für Sprecher und Hörer erfüllen.

  • Theoretische Grundlagen konversationeller Erzählungen nach Quasthoff und Labov/Waletzky
  • Analyse inhaltlicher und formaler Beschränkungen von Erzählungen
  • Untersuchung der Funktionen von Erzählungen (psychische Entlastung, Informationsvermittlung)
  • Auswertung von Gesprächstranskripten älterer Probandinnen
  • Erforschung von Verzögerungsphänomenen und Tempusgebrauch in der Altensprache

Auszug aus dem Buch

3.1 Auffälligkeiten der Altensprache zum Idealtypus von Erzählungen

Nachdem im ersten Teil dieser Arbeit die theoretischen Grundlagen und Annahmen erläutert wurden, werden diese nun im zweiten Teil auf eine tatsächliche Gesprächssituation angewendet. Im ersten Kapitel dieses zweiten Teils steht der Idealtypus konversationeller Erzählung nach Labov/Waletzky im Mittelpunkt, welcher im Folgenden nun angewendet werden soll, um Übereinstimmungen oder Besonderheiten der Altensprache ausfindig zu machen und zu beschreiben.

In ungezwungenen Alltagsgesprächen lassen sich nahezu immer Erzählpassagen ausmachen, in denen Geschichten erinnert und referiert werden. Dies lässt sich auch im Falle des Gesprächsmitschnitts, welches dieser Arbeit zu Grunde liegt, an einigen Textstellen deutlich beobachten. Ein erstes Beispiel findet sich in Transkript I zwischen den Zeilen 29 und 41. In diesem Teil des Gesprächs erzählt die Sprecherin (I) eine kurze Geschichte darüber, was sie kürzlich in ihrem Hausflur erlebt hat. Es lassen sich in dieser ersten Erzählung bereits alle Elemente einer idealtypischen Erzählung ausmachen. Die Erzählung beginnt völlig unvermittelt in Zeile 29 mit den Worten (1) „ähm, wie ich heute hier an der Ecke stand“. Diese einleitenden Worte der Erzählerin lassen sich klar als Phase der Orientierung ausmachen. Die Erzählerin bestimmt in diesem kurzen Satz bereits den Ort und die Zeit des Geschehens und macht deutlich, dass sie selbst Teil der Geschichte ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des konversationellen Erzählens ein und definiert das Ziel, Erzählstrukturen bei älteren Menschen zu untersuchen.

2. Theoretische Grundlagen zur Analyse von Erzählungen: Dieses Kapitel erläutert die Kriterien für Erzählungen, stellt das Labov/Waletzky-Modell vor und beleuchtet die Funktionen von Erzählungen.

3. Anwendungen der theoretischen Grundlagen: Hier wird die Theorie auf Transkripte angewendet, um Abweichungen, Sprachgebrauch und Verzögerungsphänomene in der Altensprache zu analysieren.

4. Zusammenfassung der Ergebnisse: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Beobachtungen zur Struktur, den Funktionen und den Auffälligkeiten in der Sprache älterer Menschen zusammen.

Schlüsselwörter

Konversationelle Erzählungen, Altensprache, Labov/Waletzky, Gesprächsanalyse, Evaluation, Planbruch, Kommunikative Entlastung, Direkte Rede, Szenisches Präsens, Verzögerungsphänomene, Sprachliche Realisierung, Alltagssprache, Transkription, Erzählstruktur, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse von konversationellen Erzählungen in der Sprache älterer Menschen anhand von Gesprächsmitschnitten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Erzählstruktur, den Tempusgebrauch, die Funktionen des Erzählens und die sprachliche Gestaltung in Alltagssituationen älterer Damen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, Besonderheiten und Auffälligkeiten der Altensprache in konversationellen Erzählungen aufzuzeigen und diese im Vergleich zum idealtypischen Erzählmodell zu interpretieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine linguistische Analyse von Gesprächstranskripten durchgeführt, die auf dem "Halbinterpretativen Arbeitstranskript" (HIAT) basieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Quasthoff, Labov/Waletzky) erarbeitet und diese anschließend auf konkrete Transkript-Ausschnitte angewendet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen konversationelle Erzählungen, Altensprache, Evaluation, Planbruch und Verzögerungsphänomene.

Wie unterscheidet sich die Altensprache in Bezug auf die Evaluation?

Die Analyse zeigt, dass ältere Menschen Ereignisse selten ohne einen meist negativ geprägten Kommentar (Evaluation) wiedergeben.

Welche Rolle spielen Verzögerungsphänomene?

Verzögerungsphänomene treten gehäuft auf, was als Indikator für Planungsaufwand oder mögliche Abnahme geistiger Fähigkeiten im Alter diskutiert wird.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Konversationelle Erzählungen in der Altensprache
Untertitel
Beobachtungen und Auffälligkeiten
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Altersspezifische Kommunikationsweisen
Note
1,0
Autor
Bachelor of Arts Timon Karl Kaleyta (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
23
Katalognummer
V131503
ISBN (eBook)
9783640414819
ISBN (Buch)
9783640413263
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hausarbeit Linguistik Kaleyta Linguistik Gesprächsanalyse Kaleyta Timon Karl Kaleyta Timon Kaleyta Gesprächsanalyse Germanistik Konversation Analyse Konversationelle Erzählungen Transkription Gespräch Transkribieren Analyse Gespräch Timon Kaleyta Germanistik Kaleyta
Produktsicherheit
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Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Timon Karl Kaleyta (Autor:in), 2004, Konversationelle Erzählungen in der Altensprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131503
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Leseprobe aus  23  Seiten
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