Essay - Der Sturm auf die Bastille


Essay, 2006
2 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Im Sommer 1789 spitzte sich die politische Situation in Frankreich, insbesondere in und um Paris, zu. Am 17. Juni hatte sich im Lauf der Ständeversammlung der Dritte Stand zur Nationalversammlung erklärt und im Ballhausschwur vom 20. Juni das Ziel proklamiert:

niemals auseinander zu gehen und sich überall zu versammeln... bis die Verfassung geschaffen und auf dauerhaftes Fundament verankert ist.“ Der König, irritiert von der plötzlich auf den Plan getretenen konkurrierenden Souveränität im Staat, reagierte mit einer doppelgleisigen Taktik im Umgang mit der Nationalversammlung, indem er einerseits sich verhandlungswillig gab, andererseits bereits Vorkehrung zur Beendigung des Aufruhrs traf. In den Wochen nach der Konstituierung der Nationalversammlung verschärfte sich die Lage in Paris zusehends. Aufbruchseuphorie und Freiheitshoffnungen, vor allem aber die Angst vor einem militärischen Gegenschlag der Obrigkeit sorgten für Unruhe, während gleichzeitig der Brotpreis in Paris in bisher ungekannte Höhen stieg und dass Protestpotential in weiten Kreisen der Stadtbevölkerung zusätzlich anheizte. Als der Ludwig XVI. damit begann, Truppen bei Versailles zusammenzuziehen und am 11. Juli den populären Finanzminister Necker sowie eine Reihe weiterer liberaler Minister entließ, schien der befürchtete Moment der aristokratischen Gegenrevolution gekommen. Die Unruhe in der Stadt steigerte sich zusehends, spontan bildeten sich Demonstrationszügen aus den verschiedensten Teilen der Stadtbevölkerung, und im Palais Royal rief Camille Desmoulins die Bürger von Paris zum Widerstand gegen den drohenden Eingriff der königlichen Trupppen auf. Vornehmlich um die dort gelagerten Kanonen in den eigenen Besitz zu bringen, zog am 14. Juli die aufgebrachte Masse mit erbeuteten Waffen zur Bastille, die als Stadtgefängnis sinnbildlich für die Unterdrückung durch das Ancient Regime angesehen wurde. Nach einer chaotischen Mischung aus Schusswechseln und Verhandlungsversuchen kapitulierte der Kommandeur und übergab die Bastille den Aufständigen, worauf er sowie weitere seiner Soldaten gelyncht wurden. Der König musste angesichts der Vorgänge in Paris nachgeben, zog die Truppen zurück, setzte Necker wieder in sein Amt ein und steckte beim folgenden Besuch in Paris die zum Erkennungszeichen der Revolutionäre gewordene Kokarde an. Infolge der Vorgänge etablierten sich zunächst in Paris Formen kommunaler Selbstverwaltung, während die Revolution gleichzeitig auf das Land übergriff, wo die Bauern sich von ihrer Unterdrückung zu befreien begannen.

Literatur:

Furet/ Richet: Die Französische Revolution. München 1987. Schulin, E.: Die Französische Revolution. Hamburg 1988.

Fehrenbach, E.: Vom Ancien Regime zum Wiener Kongress. München 2001.

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Ende der Leseprobe aus 2 Seiten

Details

Titel
Essay - Der Sturm auf die Bastille
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1
Autor
Jahr
2006
Seiten
2
Katalognummer
V131522
ISBN (eBook)
9783640372638
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Essay, Sturm, Bastille
Arbeit zitieren
Thomas Kauf (Autor), 2006, Essay - Der Sturm auf die Bastille, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131522

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