Kinderfernsehen und Medienkompetenzen

„SpongeBob – Schwammkopf“ Das Format zwischen kontroversem Diskurs und visueller Ästhetik


Hausarbeit, 2007

19 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Charakteristika des Formats
2.1 Inhaltliche Ebene
2.2 Strukturelle Ebene

3 Orientierungen des Formats
3.1 Intention: Lerneffekt
3.2 Zielgruppenorientierung
3.3 Erfolgsgeneratoren
3.4 Diskurs und Kontroverse

4 Medienpädagogischer Ansatz
4.1 Zeichentrick – Ziele der Medienpädagogik
4.2 Ästhetik der Kinder
4.3 Ästhetische Bildung

5 Visuelle Ästhetik des Formats
5.1 Zeichentrick
5.2 Terminologie und Umsetzung

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis
7.1 Literatur
7.2 Internetliteratur

8 Endnoten

1 Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem erfolgreichen und zugleich stark kontrovers diskutierten Kinderfernsehformat „SpongeBob – Schwammkopf“, welches im US-amerikanischen Original mit „SpongeBob – SquarePants“ betitelt wird. Neben den vielschichtigen inhaltlichen sowie typologischen Merkmalen der Serie, sollen in dieser Ausarbeitung, hinsichtlich der diskursiven Kontroverse sowie der visuellen Ästhetik des Formats (innerhalb einer medienpädagogischen Betrachtung) Themenschwerpunkte gelegt werden.

Ausgangspunkt der Analyse sind zunächst die im Hauptteil A behandelten allgemeinen Charakteristika der Serie. Die Darlegung der Serientypologie auf inhaltlicher sowie struktureller Ebene führt folglich zu einer Ausformulierung von Intentionen sowie der Zielgruppenorientierung des Formats. Im Anschluss an diese Charakterisierung wird ein Diskurs offen gelegt, welcher auf der Basis der bereits erörterten Themenfelder eine kritische Stellung, hinsichtlich der Akzeptanz und Inaakzeptanz des Serienformats sowie seiner Erfolgsfaktoren, bezieht. Abschließend wird in Hauptteil B der Bereich der Medienpädagogik thematisiert. Die Schwerpunkte des zweiten Analyseteils beschäftigen sich mit der ästhetischen Bildung und Wirkung sowie der spezifischen Umsetzung der visuellen Ästhetik innerhalb der Serie „SpongeBob – Schwammkopf“.

Der zielgerichtete Blick auf die visuellen Kulissen einer farbenfrohen Zeichentrickwelt, soll neben der Vielfältigkeit des Formats und seinem großen Spektrum an Erfolgsfaktoren, einen ästhetischen sowie medienpädagogischen Einblick hinter die Kulissen, in die Wirkungsmechanismen des Formats, ermöglichen. Es wird der Frage nachgegangen: OB und WIE die spezifische Umsetzung des Serienformats „SpongeBob – Schwammkopf“ medienpädagogische Bildungsziele verfolgt und andererseits weltweit eine solch große, Faszination ausübt sowie zugleich vehemente Kontroversen auslöst.

2 Charakteristika des Formats

Die populäre US-amerikanische Zeichentrickserie „SpongeBob – Schwammkopf“, mit dem Originaltitel „SpongeBob – SquarePants“, wurde am 17.07.1999 in den USA erst-ausgestrahlt und erobert seitdem die gesamte Welt (Erstausstrahlung - Deutschland: 26.08.02). Produziert wird die Serie von Nicktoons Produktions (Nickelodeon/Viacom) sowie United Plankton Pictures, die Finanzierung erfolgt über Werbeeinnahmen.[1] Die Entwicklung des Formats, welche bereits 1998 eingeleitet wurde, ist maßgeblich dem ausgebildeten Meeresbiologen und Trickfilmspezialisten Stephen Hillenburg zu verdanken. All seine Erfahrungen und die Vorliebe für die Filme von Jacques Cousteau ließen ihn als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent die Serie „SpongeBob“ ins Leben rufen und einen inhaltlich sowie strukturell neuartigen Trickfilmtypus entstehen lassen.[2]

"Working as a marine science educator, I had the chance to see how enamored kids are with undersea life, especially tide pool creatures. By combining this knowledge with my love for animation, I came up with SpongeBob SquarePants." [Stephen Hillenburg][3]

Die zahlreichen Autoren, 38 sowie die 8 verschiedenen Regisseure[4] ermöglichten über die Jahre hinweg einen Serienumfang von 5 Staffeln mit insgesamt ca. 140 Folgen.[5] 2004 wurde durch die Premiere des „SpongeBob“ – Spielfilms der Kinomarkt erobert (USA – 19.11.2004 / Deutschland – 23.12.2004).[6] Auch die zahlreichen Auszeichnungen[7] des Formats lassen kein Ende der Erfolgsstory in Aussicht stellen.

2.1 Inhaltliche Ebene

Die Serie um die Hauptfigur „SpongeBob – Schwammkopf“ spielt, in der von Hillenburg erdachten, Unterwasserwelt „Bikini Bottom“. Es handelt sich um eine relativ realitäts-nahe Umsetzung von Gesellschaft, Infrastruktur sowie der thematisierten Werte inner-halb der Trickreihe. „SpongeBob“, der Titelheld der Serie und markanter, gelber, kastenförmiger, von Grund auf optimistischer, aber naiver Schwamm, erlebt in dieser Welt zahlreiche amüsante sowie lehrreiche Abenteuer mit seinen Freunden: Patrick Star einem debilen, aber herzlichen Seestern und SpongeBobs bester Freund, Sandy Cheeks, einer temperamentvollen Eichhörnchendame aus Texas und Thaddäus Tentakel, dem grimmigen Tintenfisch. An dieser Stelle wären noch zahlreiche weitere Haupt- und Nebencharaktere zu nennen, da sie jedoch bestimmte Rollenmuster innerhalb der Handlung erfüllen, kommen einige von ihnen im weiteren Verlauf zur Sprache.

2.2 Strukturelle Ebene

Die Länge einer Folge hat eine Dauer von 10-20 Minuten, wobei eine Sendeeinheit ca. 20-30 Minuten in Anspruch nimmt und entweder zwei separate Geschichten oder eine in sich geschlossene Erzählung umfasst. Jede Serie hat eine spezifische Strukturabfolge von: Vorspann, Hauptteil, Höhepunkt, Schluss und kurzem Abspann.

Die dem real existierendem Bikini Atoll entlehnte Unterwasserwelt „Bikini Bottom“ ist keine reine Phantasiewelt. Deutliche Verweise auf eine westlich geprägte Lebensweise stellen die Verbindung von der Trickrealität zu der allgemeinen Zuschauerrealität her.

Die Aufnahme von bekannten Problem- und Konfliktstellungen des Alltags sowie die Vermenschlichung der Protagonisten im Bezug auf ihre Verhaltensweisen sowie deren Gefühlswelten sind Reflexionsmuster und haben eine starke Identifikationsabsicht inne.

Dargeboten werden eine Fülle von sozialen und gesellschaftskritischen Aspekten, Werten und Normen. Neben der Thematisierung von gesellschaftlich relevanten Momenten, wird dem Rezipienten ein anspruchsvoller Humor mit intertextuellem Verweischarakter geboten, dabei gehören Anspielungen, Persiflagen und Stilkopien (beispielsweise zu „Nosferatu“ oder „Moby Dick“) zum Repertoire. Zudem wird dieser in eine zur Zuschauerrealität gänzlich konträre, bunte, surreale Unterwasserwelt eingebunden.

Entstanden ist ein neuer Typus der Fernsehunterhaltung, welcher Unterwassertiere zu TV-Helden avancieren lässt und Kinder, ebenso wie Erwachsene, durch eine Vielfalt an zielgruppenorientierten Codes anspricht und an der unterhaltsamen Trickserie teilhaben lässt.

3 Orientierungen des Formats

3.1 Intention: Lerneffekt

"We want the show to be really funny. But I think in the end the message is: Treat people the way you expect to be treated. […].“ [Stephen Hillenburg: Washington Post, Oct. 15, 2001][8]

Es findet keine tatsächliche Wissensvermittlung statt, laut Aussage Hillenburgs werden jedoch in diesem arrangierten, farbenfrohen Amüsement relevante Werte, Normen und moralische Aspekte angesprochen. Neben der Unterhaltung steht die unterschwellige Vermittlung verschiedener gesellschaftlicher Weltbilder (beispielsweise von Arbeit und Rivalität sowie Nachbarschaft und Freundschaft) und abstrakter Begriffe (wie Loyalität, Hoffnung oder Trauer) im Zentrum der Umsetzung jeder einzelnen Folge.

3.2 Zielgruppenorientierung

„Ich bin fest davon überzeugt, dass auch SpongeBob Schwammkopf das Potenzial hat, ein sehr breites Publikum anzusprechen. In den USA zählt er bereits eine Vielzahl von Prominenten und Millionen erwachsene Zuschauer zu seinen Anhängern und hat Die Simpsons in der Publikumsgunst hinter sich gelassen. Woran es liegt, dass manche Formate eine Art »universellen Humor« haben, der generations- und geschlechterübergreifend wirkt, lässt sich in letzter Konsequenz nicht genau erklären oder vorhersagen.“ [Susanne Schosser, Programmdirektor SuperRTL Köln][9]

Festzustellen ist also eine enorme Reichweite des Formats im Bezug auf das Publikumsspektrum. Kinder als auch Jugendliche sowie Erwachsene werden durch die bereits genannten Faktoren, der Phantasie und des Humors, angesprochen. Zu unterscheiden sind dabei der „Visuelle Witz“[10], der auf die Aufmerksamkeit des Kindes abzielt sowie der intertextuelle Humor, durch den die Serie auch auf Erwachsene und Intellektuelle einen gewissen Reiz ausübt. Ob nun und in wie weit der Zuschauergruppe „Kind“ die Erschließbarkeit der Inhalte und Verweise – hinsichtlich einer möglichen Verblendung durch die Gestaltung einer skurrilen, bunten Welt – verwehrt bleibt und die Komplexität des Formats lediglich durch die Kenntnis über intertextuelle Verweismuster erschlossen werden kann, ist im folgenden Diskurs zu klären.

[...]


1 Vgl. http://german.imdb.com/title/tt0206512/ (Zugriffsdatum: 30.07.2007)

2 Vgl. http://german.imdb.com/name/nm0384864/bio (Zugriffsdatum: 30.07.2007)

3 Vgl. http://german.imdb.com/name/nm0384864/bio (Zugriffsdatum: 30.07.2007)

4 Vgl. http://german.imdb.com/title/tt0206512/fullcredits#directors (Zugriffsdatum: 30.07.2007)

5 Vgl. http://german.imdb.com/title/tt0206512/episodes (Zugriffsdatum: 30.07.2007)

6 Vgl. http://www.spongebob.de/index.php?option=com_content&task=view&id=15&Itemid=48

(Zugriffsdatum: 30.07.2007)

7 Vgl. http://german.imdb.com/title/tt0206512/awards (Zugriffsdatum: 30.07.2007)

8 Stephen Hillenburg: Washington Post, Oct. 15, 2001 (Zitat, Vgl. auch Endnote 2)

9 http://www.br-online.de/jugend/izi/televizion/16_2003_1/schosser.pdf (Zugriffsdatum: 30.07.2007)

10 http://www.br-online.de/jugend/izi/televizion/16_2003_1/schosser.pdf (Zugriffsdatum: 30.07.2007)

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Kinderfernsehen und Medienkompetenzen
Untertitel
„SpongeBob – Schwammkopf“ Das Format zwischen kontroversem Diskurs und visueller Ästhetik
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Fachbereich 09 – Germanistik und Kunstwissenschaften)
Note
2,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
19
Katalognummer
V131559
ISBN (eBook)
9783640372751
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinderfensehen, Kinder, Fernsehen, Medienkompetenz, Medien, Kompetenz, Format, Serie, Spongebob, Schwammkopf, Diskurs, Diskussion, Ästhetik, Inhalt, Struktur, Kontroverse, Lerneffekt, Zielgruppe, Erfolg, Orientierung, Medienpädagogik, Pädagogik, Zeichentrick, Comic, Cartoon, Bildung, Ästhetische Bildung, Ästhetik der Kinder, Terminologie
Arbeit zitieren
Annemarie Binkowski (Autor), 2007, Kinderfernsehen und Medienkompetenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131559

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