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Maßnahmen zur Kostenreduzierung des öffentlichen Einkaufs

Vergaberecht

Title: Maßnahmen zur Kostenreduzierung des öffentlichen Einkaufs

Term Paper , 2008 , 26 Pages

Autor:in: Verena Solibieda (Author)

Law - Public Law / Administrative Law
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Summary Excerpt Details

Die öffentliche Beschaffung, im englischen auch „Public Procurement“ genannt, ist für
die Versorgung mit nicht selbst erstellten, für die eigene Leistungserstellung aber benötigter
Güter zuständig. Public Procurement zeichnet sich dadurch aus, dass im Gegensatz
zur „privatwirtschaftlichen“ Beschaffung, der Käufer dem öffentlichen Sektor angehört.
Der Anteil der öffentlichen Beschaffungskosten in Deutschland beträgt ca. 11 %
des Bruttoinlandsprodukts (BIP), mit einem Volumen von etwa 260 Mrd. Euro jährlich.
Außerdem kommen ungefähr weitere 60 Mrd. Euro pro Jahr durch die Beschaffungen
der öffentlichen Unternehmen hinzu. In der EU liegt dieser Wert bei ca. 1,5 Billionen
Euro, was einem Anteil von 16 % des europäischen BIP entspricht. Im europäischen
Vergleich liegt Deutschland im Mittelfeld, die Werte schwanken zwischen 11 und 20 %.
Rund jeder sechste Euro des Bruttoinlandproduktes wird über das öffentliche Beschaffungswesen
ausgegeben. Eine Senkung um nur 10 % der öffentlichen Beschaffungskosten
würde bereits das Defizit im Haushalt deutlich verringern und eine Neuverschuldung
sofort abbauen. „Wir können die gesamte Neuverschuldung auf einen Schlag abbauen,
wenn wir den Einkauf um zehn Prozent günstiger machen würden “, behauptet
Axel Börsch-Supan, der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats. Eine Verringerung
von jährlich 1,7 % des BIP sei realisierbar und vorerst anzustreben. Beschaffungen
werden zurzeit von ca. 30.000 öffentlichen Auftraggebern getragen. Alleine auf Bundesebene
gibt es ca. 600 verschiedene Vergabestellen. Die drei größten Beschaffungsstellen
von Dienstleistungen und Lieferungen sind das Bundesamt für Wehrtechnik und
Beschaffung (BWB), die Bundesagentur für Arbeit sowie das Beschaffungsamt des
Bundesministeriums des Inneren (BeschA BMI). Stephan Frettlöhr, sowohl Principal bei
A.T. Kearney als auch Ansprechpartner für die Organisation und Transformation in
Zentraleuropa, und Helmut Seitz von dem Lehrstuhl für Empirische Finanzwissenschaften
und Finanzpolitik an der Technischen Universität Dresden sind der Meinung, dass
das größte Einsparpotential auf der Gemeindeebene mit 2,6 Milliarden Euro zu sehen
ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Grundlagen und Bedeutung des öffentlichen Einkaufs

B. Kritikpunkte bezüglich des Public Procurements auf nationaler Ebene

C. Das einschlägige Vergaberecht im öffentlichen Einkauf

I. Spaltung des Vergaberechts

II. Rechtsgrundsätze eines Vergabeverfahrens

D. Maßnahmen zur Kosteneinsparung durch Optimierung der öffentlichen Beschaffung

I. Bündelung von Vergabeverfahren im öffentlichen Einkauf

1. Das „7- Punkte-Programm“ (2003)

2. Zentrale Bekanntgabe von Vergabeverfahren

3. Umstellung der Vergabeverfahren auf elektronische Verfahren

a. „eProcurement“

b. Vor- und Nachteile von eProcurement

c. Rechtliche Grundlagen des eProcurements

d. Anwendung von eProcurement

a.a. Inverse Auktion

b.b. Vergaberechtliche Aspekte inverser Auktionen

a.a.a Wahrung der Vertraulichkeit der Angebote

b.b.b. Angebotsfristen

c.c.c. Angebotsverbindlichkeit

d.d.d. Vereinbarung mit dem Wettbewerbsgrundsatz

e.e.e. Zuschlagserteilung

f.f.f. Fazit zu den vergaberechtlichen Aspekten inverser Auktionen

II. Vor- und Nachteile eines gebündelten Vergabeverfahrens im öffentlichen Einkauf

III. Rechtliche Aspekte bei einer zentralen Bündelung (Einkaufskooperation)

IV. Lenkung des öffentlichen Einkaufs

V. Aufbau von Serviceeinheiten

1. Kaufhaus des Bundes

VI. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Herausforderungen der öffentlichen Beschaffung in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung moderner Optimierungsstrategien. Im Zentrum steht die Frage, wie durch strukturelle Bündelungen und den Einsatz elektronischer Verfahren signifikante Kosteneinsparungen realisiert werden können, ohne dabei geltende rechtliche Rahmenbedingungen oder wettbewerbsrechtliche Grundsätze zu verletzen.

  • Grundlagen und Bedeutung der öffentlichen Beschaffung (Public Procurement)
  • Kritische Analyse aktueller Vergabepraktiken auf nationaler Ebene
  • Einsatz von eProcurement und inversen Auktionen zur Prozessoptimierung
  • Vor- und Nachteile der zentralen Bündelung von Vergabeverfahren
  • Rechtliche Aspekte und Wettbewerbskonformität bei Einkaufskooperationen

Auszug aus dem Buch

a.a. Inverse Auktion

Die Auktion ist ein Verfahren, mit dessen Hilfe eine Ressourcenverteilung – also die Zuordnung von Geld und Gütern zwischen Anbietern und Beschaffern – effizient durchgeführt werden kann.28 Mit dem permanenten Wachstum von Online-Auktionen haben sich einige ungeklärter Rechtsfragen ergeben. Eine schwierige Aufgabe besteht darin, die Online-Auktionen in ihren vielschichtigen Formen in die bestehenden traditionellen Vorschriften einzubinden. Durch die Vernetzung der Beteiligten über ein Internetportal (eProcurement) kann mit dieser Methode ein Katalog über standardisierte Güter bereitgestellt werden.29 Dementsprechend wurde der dritte Zielpunkt ebenso von der öffentlichen Hand umgesetzt. In der lebhaften Diskussion um Möglichkeiten, die sich durch eProcurement für die öffentliche Beschaffung in Zukunft bieten, kommt es zunehmend zur Diskussion über Versteigerungen im Internet. Hierbei gerät vor allem die inverse Auktion immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Bundesregierung will öffentliche Aufträge künftig verstärkt per Auktionen über das Internet vergeben.

Bei der „umgekehrten Versteigerung“ bemühen sich nicht mehrere Käufer um ein Angebot, sondern mehrere Anbieter um einen Kunden.30 Das Verfahren soll die Einkaufskosten der Behörden senken und vor allem kleinen und mittleren Unternehmen unterstützen, am Wettbewerb um öffentliche Aufträge, teilzunehmen.31 Beendet werden solche Auktionen mit Ablauf einer bestimmten Frist oder zu dem Zeitpunkt, wenn keine Angebote mehr eingehen. Den Zuschlag erhält das wirtschaftlichste Angebot. Die inverse Auktion wir in der Literatur auch als Beschaffungsauktion, Einkaufsauktion oder „Reverse Auction“ beschrieben.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Grundlagen und Bedeutung des öffentlichen Einkaufs: Dieses Kapitel erläutert den Stellenwert der öffentlichen Beschaffung für den deutschen Staatshaushalt und beleuchtet das enorme Volumen sowie die Einsparpotenziale bei einer effizienteren Gestaltung.

B. Kritikpunkte bezüglich des Public Procurements auf nationaler Ebene: Hier wird die Kritik am aktuellen System thematisiert, insbesondere die fehlende Wirtschaftlichkeit und die problematische Vermischung von Beschaffungsaufgaben mit vergabefremden Zielen wie Umweltstandards.

C. Das einschlägige Vergaberecht im öffentlichen Einkauf: Das Kapitel führt in das komplexe Regelwerk des Vergaberechts ein, erklärt die Schwellenwerte für EU-weite sowie nationale Verfahren und erläutert die zwingenden Rechtsgrundsätze.

D. Maßnahmen zur Kosteneinsparung durch Optimierung der öffentlichen Beschaffung: Dieser Hauptteil analysiert konkrete Maßnahmen wie das 7-Punkte-Programm, eProcurement, die zentrale Bündelung sowie den Aufbau von Serviceeinheiten wie dem Kaufhaus des Bundes.

Schlüsselwörter

Öffentliche Beschaffung, Public Procurement, Vergaberecht, Kosteneinsparung, eProcurement, Inverse Auktion, Bündelung, Vergabeverfahren, Einkaufskooperation, Wettbewerbsgrundsatz, Kaufhaus des Bundes, Prozessoptimierung, Schwellenwerte, Elektronische Signatur, Wirtschaftlichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Optimierung des öffentlichen Beschaffungswesens in Deutschland, um durch effizientere Strukturen und moderne Technologien den Staatshaushalt zu entlasten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen das Vergaberecht, digitale Beschaffungsprozesse (eProcurement), die Bündelung von Vergabestellen sowie kartellrechtliche Aspekte bei Einkaufskooperationen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Potenziale zur Kostensenkung bei der öffentlichen Hand aufzuzeigen und Strategien zu analysieren, wie der Einkauf zu einem strategischen Faktor entwickelt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Analyse bestehender Fachliteratur, aktueller Gutachten und gesetzlicher Rahmenbedingungen basiert.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem 7-Punkte-Programm der Bundesregierung, den Vor- und Nachteilen von eProcurement, der rechtlichen Einordnung von inversen Auktionen sowie der Bedeutung von Serviceeinheiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Public Procurement, Vergaberecht, Kostensenkungspotenzial, E-Government und Prozessoptimierung charakterisieren.

Inwiefern beeinflusst das Vergaberecht die elektronische Beschaffung?

Das Vergaberecht bildet den rechtlichen Rahmen; insbesondere bei elektronischen Vergaben müssen Transparenz, Geheimwettbewerb und rechtssichere Signaturverfahren zwingend gewahrt bleiben.

Welche Rolle spielt das "Kaufhaus des Bundes"?

Es fungiert als zentrale Serviceeinheit, die es Behörden ermöglicht, Standardprodukte elektronisch aus Rahmenverträgen abzurufen, wodurch individuelle, aufwendige Vergabeverfahren entfallen.

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Details

Title
Maßnahmen zur Kostenreduzierung des öffentlichen Einkaufs
Subtitle
Vergaberecht
Author
Verena Solibieda (Author)
Publication Year
2008
Pages
26
Catalog Number
V131560
ISBN (eBook)
9783640374236
ISBN (Book)
9783640373987
Language
German
Tags
Maßnahmen Kostenreduzierung Einkaufs Vergaberecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Solibieda (Author), 2008, Maßnahmen zur Kostenreduzierung des öffentlichen Einkaufs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131560
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